Der symbolische Interaktionismus und seine Anwendung am Objekt "Kopftuch"


Hausarbeit, 2010

15 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Entstehung des symbolischen Interaktionismus

3.Der Symbolische Interaktionismus nach Herbert Blumer

4. Die drei Prämissen des symbolischen Interaktionismus

5. Die sechs Kernvorstellungen
a. Die Beschaffenheit der menschlichen Gesellschaft / des menschlichen Zusammenlebens
b. Die Beschaffenheit sozialer Interaktion
c. Die Beschaffenheit von Objekten
d. Der Mensch als handelnder Organismus
e. Die Beschaffenheit menschlichen Handelns
f. Die Verkettung von Handlungen

6. Fallbeispiel: Studentin F

7. Anwendung der Theorie von Blumer am Fallbeispiel der Studentin F

8. Kritik am symbolischen Interaktionismus

9. Schlussfolgerungen

10. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Als Gründungsvater des symbolischen Interaktionismus wird George Herbert Mead bezeichnet.[1] Doch den Begriff des symbolischen Interaktionismus führe Herbert Blumer im Jahr 1937, nach dem Tod von Mead, ein.

Blumers Ansatz basiert auf den Arbeiten von Mead, führt diesen aber weiter aus. Die Theorie befasst sich mit der Interpretation sinnhafter Handlungen von Personen, die auf der subjektiven Wahrnehmung der Menschen und ihren darauf folgenden Handlungen basiert. Jene Handlungen spiegeln sich in der Alltagswelt jeweiliger Personen und werden dadurch verstanden.[2] Die Handlungen erfolgen in Symbolen und in Interpretationen an Objekten, die eine spezifische Bedeutung für Individuen besitzen. Die Wahrnehmung und ihre Bedeutung entstehen aus der symbolischen Interaktion, welche innerhalb der Interaktion verändert werden können.

Dies ist nur ein kurzer Einblick in den Ansatz von Blumer. Im folgenden Kapitel soll zuerst die Entstehungsgeschichte des symbolischen Interaktionismus erläutert werden, um aufzeigen zu können, worauf Blumers Ansatz basiert und welche Ausgangssituation vorhanden ist. Im zweiten Teil soll der symbolische Interaktionismus nach Blumer aufgeführt werden und daran geknüpft die drei Prämissen der symbolischen Interaktion. Diese beziehen sich auf die Bedeutung der Dinge, die die Menschen für sie besitzen und dass die Bedeutung der Dinge durch soziale Interaktionen mit den Menschen entstehen oder daraus abgeleitet werden.

Danach folgt eine Vorstellung der sechs „Kerne“, welche sich auf menschliche Gruppen, Objekte, soziale Interaktionen, auf den Handelnden und menschlichen Handlungen, sowie auch auf die Handlungslinien beziehen.

Diese ausführliche Ausarbeitung ist von Nöten, da sie die Grundlage dieser Hausarbeit bilden. Anhand dieser Aufführung möchte ich ein Fallbeispiel aufzeigen und danach versuchen die symbolische Interaktion daran aufzuzeigen und zu verdeutlichen. Nun folgt der grobe Einblick in die Entstehung des symbolischen Interaktionismus.

2. Entstehung des symbolischen Interaktionismus

Unter diesem Punkt soll kurz die unmittelbare theoretische Herkunft des symbolischen Interaktionismus aufgezeigt werden. Der Begriff des symbolischen Interaktionismus hat sich klar distanziert von anderen theoretischen Ansätzen in Bezug auf das menschliche Zusammenleben und des menschlichen Verhaltens. Viele Wissenschaftler trugen zu den Grundlagen des theoretischen Ansatzes bei, wie beispielsweise George Herbert Mead, John Dewey, William James. Dies sind nur einige Autoren. In dieser Hausarbeit soll der Grundgedanke von George Herbert Mead kurz vorgestellt und dann auf Herbert Blumer detaillierter eingegangen werden, der als Nachfolger und Schüler von Mead gesehen werden kann. Aufgrund des Rahmens dieser Hausarbeit werden die anderen theoretischen Grundlagen zum Beitrag der theoretischen Herkunft außer Acht gelassen. Der Grundgedanke des handlungstheoretischen Ansatzes ist „das Wesen des Menschen in seinem Handeln“.[3] Georg Herbert Mead geht von anthropologisch bedingten unterschiedlichen Kommunikationsarten bei Tier und Mensch aus.[4] Tiere interagieren mit dem Reiz- Reaktions- Schema und Individuen gehen von der sprachlichen Äußerung aus, dem eine gemeinsame Bedeutung, ein Sinngehalt hinzu kommt.[5] Nach Mead ist der bedeutende Faktor in Bezug auf die Entwicklung des Menschen zu einem sozialen Wesen die Kommunikation. Die Interaktion findet über „signifikante Symbole“ statt, welche Begriffe darstellen, die in allen Individuen das Gleiche auslösen.[6] Die Grundlage der geteilten Strukturen ist das Einfühlen der Menschen in verschiedene soziale Rollen.[7] Demnach besteht das soziale Handeln in der Übernahme der sozialen Rollen.[8] Das Individuum ist mit der Gesellschaft Prozess bedingt verknüpft, indem es seine Handlungen konkretisiert innerhalb des Rollenmusters. Nach dem krankheitsbedingten Ausstieg von Mead folgte ihm Herbert Blumer, der den Ansatz von Mead erweiterte, welches im Folgenden Kapitel näher aufgezeigt wird.

3.Der Symbolische Interaktionismus nach Herbert Blumer

Blumer geht, ebenso wie Mead, der Frage nach, wie es Individuen gelingt ihre Handlungen einander anzupassen. Blumer geht von den Erklärungen Meads aus, in denen es heißt, dass Individuen über gemeinsame signifikante Symbole und Übernahme von Rollen ihrem Handeln einen Sinn geben.[9] Doch Blumer führt dies weiter aus, indem er sagt, dass das Zusammenleben sich in einem immer weiter wandelnden Prozess ist, „in dem Objekte geschaffen, bestätigt, umgeformt und verworfen werden. Das Leben und das Handeln von Menschen wandeln sich notwendigerweise in Übereinstimmung mit den Wandlungen, die in ihrer Objektwelt vor sich gehen.“[10] Dieser Prozess führt zur Akzeptanz von Definitionen innerhalb einer Situation. Somit kristallisieren sich zwei wesentliche Punkte heraus: zum einen die Interpretation des Handelnden und zum anderen die Situation.[11] Damit wird auf das Thomas- Theorem[12] aufgebaut: Personen handeln nicht wie objektiv eine Situation ist, sondern eher, wie die Situation vom Handelnden gedeutet wird. Das Individuum lebt in einer Gesellschaft, welche subjektiv wahrgenommen wird und durch wechselseitige Kommunikation mit anderen Individuum begründet wird. Diesen Mechanismus beschreibt Blumer in den „drei einfachen Prämissen“[13] des symbolischen Interaktionismus.

4. Die drei Prämissen des symbolischen Interaktionismus

„Die erste Prämisse besagt, dass Menschen „Dingen“ gegenüber auf der Grundlage der Bedeutungen handeln, die diese Dinge für sie besitzen.“[14] Mit Dingen meint Blumer alles was der Mensch auffasst, beispielsweise physische Gegenstände wie Stühle, Tische oder Menschen, wie die Mutter oder auch Kategorien von Menschen, wie beispielsweise Freunde. Das bedeutet, dass diese Dinge an sich keine Bedeutung haben, sondern ihnen wird erst eine Bedeutung zugeschrieben, sobald Individuen ihnen einen Sinn geben und sich dementsprechend auch verhalten.[15]

[...]


[1] Vgl. Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen, (1981): Alltagswissen, Interaktion und soziale Wirklichkeit. S25

[2] Vgl. Berger, Luckmann, (1980): Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissensoziologie. S.27

[3] Abels (2001): Einführung in die Soziologie. Die Individuen in ihrer Gesellschaft. S.158

[4] Vgl. ebd, 2001:158

[5] Vgl. Zimmermann, (2006): Grundwissen Sozialisation. Einführung zur Sozialisation im Kindes- und Jugendalter. S.52

[6] Vgl. Abels, 2001:160

[7] Vgl. ebd, 2001:161

[8] Vgl. Miebach, (2006): Soziologische Handlungstheorie. Eine Einführung. S.25

[9] Vgl. Abels, 2001:166

[10] Vgl. Blumer, (1969): Der methodologische Standort des symbolischen Interaktionismus. In: Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen (Hrsg.) (1981): Alltagswissen, Interaktion und gesellschaftliche Wirklichkeit . S. 91

[11] Vgl. Weiss, (1993): Soziologische Theorie der Gegenwart. Darstellung der großen Paradigmen. S.76

[12] William Isaac Thomas begründete 1928 das Thomas- Phänomen: „if men define situations as real, they are real in their concequences“ vgl. Esser, 2001: 63)

[13] Vgl. Blumer, 1969: 81

[14] Vgl. ebd, 1969: 80

[15] Vgl. Abels, 2001: 167

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der symbolische Interaktionismus und seine Anwendung am Objekt "Kopftuch"
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Seminar
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V148525
ISBN (eBook)
9783640591886
ISBN (Buch)
9783640592043
Dateigröße
551 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
symbolischer Interaktionismus, Objekte, Kopftuch, Blumer, die sechs Kernvorstellungen, Anwendung symbolischer Interaktionismus, Kritik am symbolischen Interaktionismus
Arbeit zitieren
Feryal Kor (Autor), 2010, Der symbolische Interaktionismus und seine Anwendung am Objekt "Kopftuch", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148525

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