Die erste Hausarbeit wird sich mit folgenden drei Probleme beschäftigen. Erstens wie es zum Ausbruch des Russisch-Japanischen Krieges kam, zweitens wieso die Japaner den Krieg, beziehungsweise die einzelnen Schlachten, gewannen und drittens welche Friedensbedingungen ausgehandelt wurden. Der Zeitraum, der in dieser Hausarbeit betrachtet wird, erstreckt sich vom Ausbruch des Japanisch-Chinesischen Kriegs 1894 bis zum Ende des Japanisch-Russischen Krieges 1905.
Die zweite Arbeit soll zunächst den Begriff der Mission präzisieren und dann am Beispiel der christlichen Mission Japans durch die Jesuiten im 16./17. Jahrhundert beleuchten, welchen Problemen und Herausforderungen christliche Mission im Einzelnen ausgesetzt sein kann, und mit welchen Methoden jeweils versucht wurde, im konkreten Umfeld Mission zu betreiben und den spezifischen Ausgangsbedingungen zu begegnen. Anschließend soll die Jesuitenmission in Japan einer Bewertung unterzogen werden und in einem letzten Schritt ein Bezug zur Gegenwart hergestellt werden.
Das grundlegende Thema der dritten Arbeit soll wie folgt lauten: Japan vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zur Isolierung der 1930er Jahre. Es wird nicht nur ein Blickwinkel aus der nationalen Ereignisgeschichte erfolgen. Die japanische Mentalität und die Wechselwirkungen zwischen Politik, Wirtschaft, Sozialordnung, Kultur und Medien, in deren Spannungsfeld sich das moderne Japan konstituierte, sind ebenfalls essenziell bei der Entwicklung hin zur Isolierung der 1930er Jahre.
Die letzte Arbeit dieses Sammelbandes befasst sich mit der Rolle Fukuzawa Yukichis im 19. Jahrhundert. Fukuzawa empfand die vom Tokugawa Bakufu zum eigenem Machterhalt „zementierte“ konfuzianische Standesordnung als ungerecht, da sie die Privilegien der herrschenden, oberen Samuraischicht einfach vererbte. Er forderte eine Chancengleichheit, wie sie im westlichen Liberalismus zugestanden wurde und legte die Bildung als Mittel zum sozialen Aufstieg fest. Die archaischen konfuzianischen Denkmuster sollten zumindest teilweise durch ein westliches Verständnis von Wissenschaft ersetzt werden.
Inhaltsverzeichnis
Ursachen und Ausgang des Russisch-Japanischen Kriegs 1904/05
I Einleitung
II Ursachen des Russisch-Japanischen Krieges
A) Der Japanisch-Chinesische Krieg
B) Die Russisch-Chinesischen Verträge
C) Der Boxeraufstand
D) Die Britisch-Japanische Allianz
E) Die Russisch-Japanische Verhandlungen
III Verlauf des Russisch-Japanischen Krieges
A) Ausbruch des Krieges
B) Der Kampf um Port Arthur
C) Die Schlacht von Mukden
D) Die Schlacht in der Koreastraße
IV Der Friede von Portsmouth
V Fazit
Alexander Kalemba: Japan vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zur Isolierung der 1930er Jahre
1. Einleitung
2. Mission
2.1. Begrifflichkeiten
2.2. Unterschiedliche Missionsmethoden
3. Vorbedingungen
3.1. Die Jesuiten – Die Gesellschaft Jesu
3.2. Europäische Expansion – Zusammenhang zwischen Mission und Handel/Kolonialismus
3.3. Situation im Japan des 16. Jahrhunderts
3.4. Religionen Japans
4. Jesuitenmission in Japan (1549-1639)
4.1. Franz Xaver und Francisco Cabral
4.2. Alessandro Valignano – Akkommodation und Ritenstreit
4.3. Ausweisungsedikt und zukünftige Entwicklungen
5. Bewertung der Missionserfolge im „christlichen Jahrhundert“
6. Zusammenfassung und Gegenwartsbezug
Tobias Ruoff: Begegnungen mit dem Fremden. Die Japanmission der Jesuiten im 16./17. Jahrhundert
1. Einleitung
2. Entwicklungen Japans vom Ersten Weltkrieg bis in die 1930er Jahre
3. Japan im internationalen Gefüge
3.1. Japan auf der Friedenskonferenz
3.2. Japan im Völkerbund
4. Internationale Flottenkonferenzen
4.1. Die Washingtoner Flottenkonferenz von 1922
4.2. Die Londoner Konferenz von 1930
4.3. Die Londoner Konferenz von 1935/36
5. Mandschurei-Krise
5.1. Spannungen zwischen Japan und China
5.2. Mukden-Zwischenfall und Errichtung von Mandschuokuo
5.3. Lytton-Bericht
6. Fazit
Martin Boddenberg: Die Anfänge des „japanischen Bürgertums“. Fukuzawa Yukichi als Grenzgänger
1. Zu Fukuzawa Yukichi und der politischen Situation im Japan des 19. Jahrhunderts
2. Fukuzawas Ideen zum „japanischem Bürgertum“ und die konfuzianische Wirklichkeit
3. Kinmonths Kritik an Fukuzawa
4. Maruyama Masaos Ideen zur Meiji Restauration
Zielsetzung & Themen
Dieser Sammelband analysiert zentrale Aspekte der japanischen Geschichte, beginnend beim Russisch-Japanischen Krieg über die christliche Mission der Jesuiten im 16. und 17. Jahrhundert bis hin zur politischen Entwicklung Japans in der Zwischenkriegszeit und zur Modernisierung des japanischen Bürgertums im 19. Jahrhundert.
- Ursachen und Auswirkungen des Russisch-Japanischen Krieges 1904/05
- Missionsstrategien der Jesuiten in Japan unter dem Konzept der Akkommodation
- Japans außenpolitische Isolation und Expansionsbestrebungen in der Zwischenkriegszeit
- Fukuzawa Yukichi als Vordenker eines japanischen Bürgertums und die Rolle der Meiji Restauration
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Jesuiten – Die Gesellschaft Jesu
Der Jesuitenorden, welcher maßgeblich für die erste christliche Missionierung Japans bzw. Asiens verantwortlich war, wurde am 15.04.1539 durch den baskischen Theologen Ignatius von Loyola (1491-1556) und sechs weiteren gleichgesinnten Mitstreitern (u.a. Franz Xaver) gegründet und am 27.09.1540 durch den Papst autorisiert, wobei sein offizieller Name „Gesellschaft Jesu“ („Societas Jesu“) deutlich macht, dass Jesus Christus als eigentliches Oberhaupt und Vorbild in allen Dingen gilt. Die Besonderheit des Jesuitenordens besteht darin, dass er sich als missionarischer Orden versteht, dessen Ziel die Verbreitung des christlichen Glaubens in der ganzen Welt darstellt und dessen Beitrittsvoraussetzung eine bedingungslose und gehorsame Bereitschaft zur Mission beinhaltet. Aufgrund dieses für die damalige Zeit neuartigen Missionsideals ergaben sich auch einige Prinzipien, durch die sich die Gesellschaft Jesu von den traditionellen Orden teilweise abgrenzte.
Zunächst ist zu nennen, dass sich die Jesuiten, obwohl ihnen die Erfüllung der drei Ordensgelübde (Armut, Keuschheit, Gehorsam) durchaus wichtig war, in erster Linie nicht als Mönchsorden verstanden. Sie legten den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im Sinne der Verkündigung des Evangeliums und des Spendens von Sakramenten vielmehr auf den priesterlichen und apostolischen Aspekt. Dies entsprach einer charakteristischen Weltzugewandtheit, um diese für Gott zu gewinnen, im Gegensatz zum isolierten Mönchsleben im Kloster. So erfolgte ihre Gründung nicht zum eigenen Nutzen, sondern sollte vor allem dem „Dienst am Nächsten“ gewidmet sein, bei dem die eigene Heiligung und seelische Vervollkommnung einzig und allein dem übergeordneten Ziel der Errettung der Seelen der Mitmenschen dienen sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
Ursachen und Ausgang des Russisch-Japanischen Kriegs 1904/05: Diese Arbeit beleuchtet die politischen Ursachen, den militärischen Verlauf und die Friedensbedingungen des Krieges zwischen Russland und Japan.
Japan vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zur Isolierung der 1930er Jahre: Der Autor untersucht die sozio-ökonomische Entwicklung Japans in der Zwischenkriegszeit, die zu einer wachsenden internationalen Isolation führte.
Begegnungen mit dem Fremden. Die Japanmission der Jesuiten im 16./17. Jahrhundert: Diese Studie befasst sich mit den Ansätzen der Jesuiten bei der Missionierung Japans und bewertet deren Erfolg und Scheitern vor dem Hintergrund kultureller Differenzen.
Die Anfänge des „japanischen Bürgertums“. Fukuzawa Yukichi als Grenzgänger: Hier wird das Wirken Fukuzawa Yukichis analysiert, besonders im Hinblick auf seine Bedeutung für die Modernisierung Japans während der Meiji Restauration.
Schlüsselwörter
Japanische Geschichte, Russisch-Japanischer Krieg, Jesuitenmission, Akkommodation, Meiji Restauration, Fukuzawa Yukichi, Mandschurei-Krise, Völkerbund, Außenpolitik, Nationalismus, Modernisierung, Kolonialismus, Shintoismus, Konfuzianismus, Christentum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Sammelband grundsätzlich?
Der Band bietet eine vertiefende historische Analyse verschiedener Schlüsselphasen der japanischen Geschichte, von militärischen Konflikten um die Jahrhundertwende bis hin zu sozialen und religiösen Wandlungsprozessen.
Welches ist das zentrale Thema der Beiträge zur Jesuitenmission?
Hier steht die Begegnung zwischen dem Christentum und der japanischen Kultur (Akkommodation) im Zentrum sowie die Frage, wie ein religiöser Import in ein kulturell so anderes Land gelingen oder scheitern kann.
Welche Forschungsfrage verfolgt der Beitrag zur Mandschurei-Krise?
Die Arbeit analysiert, wie Japan in der Zwischenkriegszeit in eine aggressive Expansionspolitik rutschte, die letztlich zum Austritt aus dem Völkerbund führte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in den Beiträgen primär angewandt?
Es handelt sich primär um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Primärquellen und ideengeschichtlichen Ansätzen basiert.
Was sind die thematischen Schwerpunkte des Hauptteils?
Thematisiert werden der Russisch-Japanische Krieg, die Jesuitenmission in Japan, Japans internationale Rolle im 20. Jahrhundert und die intellektuellen Anfänge des japanischen Bürgertums durch Fukuzawa Yukichi.
Welche Rolle spielt Fukuzawa Yukichi in diesem Buch?
Fukuzawa Yukichi wird als zentrale Figur der Modernisierung Japans dargestellt, die westliche Konzepte ins Japanische übersetzte, um den sozialen Wandel und die politische Transformation des Landes zu fördern.
Warum spielt die Akkommodation bei den Jesuiten eine so große Rolle?
Weil sie der Versuchte Weg war, christliche Inhalte so in die japanische Kultur einzupflanzen, dass sie nicht als Fremdkörper, sondern als authentischer Teil der japanischen Gesellschaft wahrgenommen werden.
Was war der Hauptgrund für das Scheitern der christlichen Mission im 17. Jahrhundert?
Das Scheitern war ein komplexes Zusammenspiel aus dem Verbot des Christentums durch die zentralen Machthaber aufgrund der Angst vor politischer Instabilität und der Unvereinbarkeit des christlichen Exklusivitätsanspruchs mit dem japanischen Nationalverständnis.
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- GRIN Verlag (Hrsg.) (Editor), Alexander Kalemba (Author), Tobias Ruoff (Author), Martin Boddenberg (Author), Aspekte der Geschichte Japans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1485291