Dieser Sammelband enthält vier Hausarbeiten zum Thema Selbstdarstellung auf Instagram und in sozialen Medien.
Das Ziel der ersten Arbeit ist es, zu untersuchen, wie sich Jugendliche auf Instagram darstellen. Soziale Netzwerke sind fester Bestandteil ihres Alltags und dienen der Beschäftigung, Kommunikation und Selbstdarstellung. Die Fragestellung wird durch texthermeneutische Analyse beantwortet, gestützt auf Studien zur Selbstdarstellung Jugendlicher und zu Instagram.
Die zweite Arbeit untersucht, wie die Vernetzung in der heutigen digitalisierten Welt die Formung des "Selbst" beeinflusst. Soziale Netzwerke und die Selbstthematisierung durch "Selfies" auf Instagram werden analysiert. Die zentrale Frage lautet: "Wie viel Selbst steckt in der Selbstdarstellung auf sozialen Netzwerken?". Die These ist, dass es zu einer Abkehr vom "natürlichen" Selbst hin zu einem optimierten, verfremdeten Selbst kommt, illustriert durch die Selfies von Cindy Sherman.
Die dritte Hausarbeit befasst sich mit Influencer:innen, die für Kinder und Jugendliche auf sozialen Netzwerken wie Instagram zunehmend an Bedeutung gewinnen. Diese Internetpersönlichkeiten lassen ihre Follower:innen scheinbar an fast jedem Aspekt ihres Alltags teilhaben. Die Arbeit untersucht, warum besonders Kinder und Jugendliche so stark in das Leben der Influencer:innen eingebunden sind und welchen sozialisierenden Einfluss diese haben könnten.
Die letzte Arbeit fokussiert sich auf die Selbstdarstellung der Nutzer:innen in den Online-Netzwerken "Facebook" und "Instagram". Zunächst werden die Funktionen dieser Netzwerke zur Selbstdarstellung und Privatheitsregulierung vorgestellt. In einer abschließenden Diskussion wird die Frage "Verzicht auf Privatheit durch soziale Medien?" erörtert. Es wird geprüft, ob anhand der vorgestellten Theorien und Konzepte beurteilt werden kann, wie sich die Selbstdarstellung auf diesen Plattformen auf die Privatheit der Nutzer:innen auswirkt.
Inhaltsverzeichnis des Sammelbands
Selbstdarstellung von Jugendlichen über Instagram
Von Mirjam Franke
(Hausarbeit, 2017)
1. Einleitung
2. Social Media Plattform
2.1 Definition Social Media Plattform
2.2 Instagram
2.2.1 Definition Instagram
2.2.2 Entstehung von Instagram
2.2.3 Motive für Photosharing auf Instagram
3. Selbstdarstellung von Jugendlichen
3.1 Selbstdarstellung über Instagram
3.2 Narzissmus bei Selbstdarstellung
4. Technologien des Selbst nach Foucault und soziale Netzwerke
5. Fazit
Die Rolle des "Selbst" in der Selbstdarstellung bei Instagram und Cindy Sherman
Von Simone Schwartz
(Hausarbeit, 2020)
Einleitung
1. Selbstdarstellung in Interaktionen
2. Vom Selbstporträt zum Selfie
3. Das Wesen des Selbstporträts
4. Instagram
5. Problem der Authentizität, Identität und Physionomie
6. Das fremde „Selbst“
7. Cindy Sherman
8. Fazit
Influencer auf Instagram und ihr sozialisierender Einfluss auf junge Heranwachsende
Von Kim Eileen Beckmannn
(Hausarbeit, 2019)
1. Einleitung
2. Sozialisation
2.1. Begriffserklärung „Sozialisation“
2.2. Sozialisation durch soziale Medien
2.3. Sozialisation des Geschlechts
3. Instagram als soziales Netzwerk
4. InfluencerInnen als Sozialisationsinstanz
4.1. Begriffserklärung „InfluencerInnen“
4.2. Sozialisierende Funktion von InfluencerInnen
5. Unterschiede in der Beeinflussung von Mädchen und Jungen
5.1. Beeinflussung des Körperideals
5.2. Beeinflussung des Geschlechterbildes
6. Fazit
Die Selbstdarstellung in den sozialen Medien Facebook und Instagram. Ein Verzicht auf Privatheit?
Von Sabrina Rode
(Hausarbeit, 2017)
1. Einleitung
2. Das Konzept der Privatheit
2.1. Definition
2.2. Funktionen und Dimensionen individueller Privatheit
3. Selbstdarstellung: Definition
4. Privatheit im Kontext der Selbstdarstellung: Gestaltungsstrategien individueller Privatheit nach Erving Goffmann
a) Privatheit als Ausgangspunkt von Selbstdarstellung
b) Privatheit als Bestandteil des Identitätsmanagements
c) Privatheit als Ziel des Identitätsmanagements
5. Selbstdarstellung bei Facebook und Instagram
5.1. Funktionen zur Selbstdarstellung
a) Facebook
b) Instagram
5.2. Funktionen zur Regulierung der Privatheit
a) Facebook
b) Instagram
5.3. Gründe für die Nutzung sozialer Netzwerken
6. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Dieser Sammelband untersucht die facettenreichen Aspekte der digitalen Selbstdarstellung von Jugendlichen und jungen Heranwachsenden auf Plattformen wie Instagram und Facebook. Die Beiträge analysieren, wie soziale Medien das Verständnis von Identität, Privatheit und Sozialisation in einer global vernetzten, digital geprägten Welt beeinflussen und welche Rolle dabei Instanzen wie Influencer oder künstlerische Konzepte wie jene von Cindy Sherman spielen.
- Identitätskonstruktion und Selbstinszenierung im digitalen Raum.
- Einfluss von digitalen Körperidealen und sozialen Normen auf das Selbstbild.
- Rolle von Influencern als sozialisierende Instanzen und Vorbilder für Jugendliche.
- Spannungsfeld zwischen privater Selbstdarstellung und dem Verzicht auf Privatheit.
- Analyse funktionaler Mechanismen sozialer Netzwerke im Hinblick auf Nutzerverhalten.
Auszug aus dem Buch
1. Selbstdarstellung in Interaktionen
Die Suche nach Zugehörigkeit und das Bedürfnis nach einer Gruppebildung sind stark in uns verwurzelte Instinkte, da diese Umstände, gerade zu den Anfängen der Menschheit, lebensnotwendig waren.
Grundsätzlich ist es also die Intention eines jeden Menschen innerhalb eines Kommunikationsereignisses, Akzeptanz von seinem Umfeld zu erfahren, weshalb Akteure mittels Verhalten und (Alltags)Routinen danach streben, vertrauensbildend und situationsstabilisierend zu wirken. Dieser Versuch der Wirkungsbeherrschung lässt sich im Feld der Selbst- und Fremdwahrnehmung beobachten. Die informativen Prozesse beziehungsweise Austauschszenarien stehen in einer Wechselwirkung und sind einerseits das Resultat von konstituierten Vorurteilen, Prägungen, Assoziationen, Erfahrungen sozusagen der Sozialisierung allgemein, als auch jenen Weltanschauungen und Identitätsanteile, die man „selbstständig“ als eigene Realität anerkannt hat.
Gerade bei der Fremdwahrnehmung spielt zusätzlich das flüchtige Erfassen des Gegenübers innerhalb der ersten Sekunden eine wichtige Rolle, da wir automatisch versuchen unser (menschliches) Umfeld zu kategorisieren. Die Sicht auf Mitmenschen geschieht also in erster Linie auf der visuellen (ferner nonverbalen) Ebene, da diese ohne Interaktion erfolgen kann und verglichen mit den anderen Sinnesorganen, einen größeren Spielraum hinsichtlich Nähe und Distanz, sowie eine größere Toleranzschwelle bezogen auf Ablenkungen durch externe Umwelteinflüsse (beispielsweise störende Geräuschquellen) besitzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Mediennutzung der Jugend ein und stellt die Fragestellung nach der Selbstdarstellung durch Jugendliche auf Instagram vor, wobei ein texthermeneutisches Vorgehen gewählt wird.
2. Social Media Plattform: Dieses Kapitel definiert soziale Netzwerke als Internet-Gemeinschaften und beleuchtet die Entstehung, Motive und Funktionen von Instagram im Kontext der mobilen Kommunikation.
3. Selbstdarstellung von Jugendlichen: Hier wird untersucht, wie Jugendliche ihre Identität via Instagram bilden, welche Bedeutung Posen und Bilder haben und wie soziale Netzwerke mit Narzissmus korrespondieren.
4. Technologien des Selbst nach Foucault und soziale Netzwerke: Das Kapitel überträgt Foucaults Konzept der Sorge um sich selbst auf die heutige digitale Selbstinszenierung und die Beeinflussung des Verhaltens durch gesellschaftliche Normen.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Instagram als Spielraum für das Finden des eigenen Selbst dient, jedoch auch Risiken für das Selbstbewusstsein und die Privatsphäre Jugendlicher birgt.
Schlüsselwörter
Selbstdarstellung, Instagram, Jugendliche, Identitätsbildung, Social Media, Influencer, Privatsphäre, Narzissmus, Sozialisation, Körperideal, Digitale Identität, Selbstporträt, Selfie, Authentizität, Bildkommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Sammelband grundsätzlich?
Das Werk befasst sich mit der digitalen Identität von Heranwachsenden, wobei der Fokus primär auf der Nutzung von sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook zur Selbstpräsentation liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle des „Selbst“ in digitalen Medien, den Einfluss von Online-Plattformen auf die Sozialisation, die Veränderung der Privatsphäre sowie die Wirkung von Vorbildern wie Influencern.
Was ist das primäre Ziel der untersuchten Arbeiten?
Ziel ist es, die Mechanismen und Beweggründe hinter der teils hoch optimierten Selbstdarstellung im digitalen Raum zu ergründen und kritisch zu hinterfragen, wie diese sich auf das Selbstbild und die Identitätskonstruktion Jugendlicher auswirken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeiten nutzen neben qualitativen Analysen und Literaturrecherchen auch soziologische und psychologische Theorien, etwa von Michel Foucault, Erving Goffman oder Klaus Hurrelmann, um die digitale Kommunikation einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeiten schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition der Plattformen, der Analyse von Selbstdarstellungsstrategien – inklusive Posen und Körperbildern – sowie der Debatte um Authentizität und den Einfluss kommerzieller Interessen durch Influencer.
Welche zentralen Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie digitale Identität, Sozialisation, Narzissmus, Privatsphäre und Selbstoptimierung charakterisiert.
Welche Rolle spielen Influencer bei der Identitätsbildung Jugendlicher?
Influencer dienen als moderne tertiäre Sozialisationsinstanzen. Sie bieten Vorbilder an und prägen durch ihre inszenierte Realität maßgeblich die Geschlechterrollen und Körperideale ihrer jungen Follower.
Wie verändert Instagram den Begriff der Privatheit?
Instagram führt dazu, dass Privatheit nicht mehr als reiner Rückzug gesehen wird, sondern Kontrolle über die Sichtbarkeit wird zentral. Die Grenze zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen verschwimmt durch die ständige, freiwillige Selbstdarstellung.
Inwiefern beeinflusst Cindy Sherman die Argumentation im Buch?
Cindy Sherman wird als künstlerisches Beispiel herangezogen, um zu verdeutlichen, wie durch Selbstporträts Geschlechterklischees dekonstruiert und das menschliche Bedürfnis nach Inszenierung im Kontrast zur vermeintlichen Authentizität hinterfragt werden können.
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- GRIN Verlag (Hrsg.) (General editor), Mirjam Franke (Author), Simone Schwartz (Author), Kim Eileen Beckmannn (Author), Sabrina Rode (Author), 2024, Selbstdarstellung auf Instagram. Jugendliche, Influencer und die Rolle des Selbst im digitalen Zeitalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1485659