Es handelt sich hier um einen ausführlichen Unterrichtsentwurf zum Erstellen von Märchen-Steckbriefen anhand der Methode der Lesekonferenz mit folgenden Lernzielen: Die Schülerinnen und Schüler gewinnen Einblick in einen literarischen Text (Märchen). Sie kennen Verfahren zum sinnverstehenden Lesen von Texten.
Die Ziele der Kompetenzentwicklung lauten folgendermaßen: Die Schülerinnen und Schüler suchen und entnehmen Informationen aus einem Text und geben diese schriftlich wieder (Methodenkompetenz). Sie verbessern ihre Fähigkeit zum gemeinsamen Lernen (Sozialkompetenz) und reflektieren ihren eigenen Arbeitsprozess.
Die Unterrichtsstunde bezieht sich auf einzelne Inhalte mehrerer Lernbereiche der Klassenstufe 1/2 im sächsischen Lehrplan für das Fach Deutsch im Bereich "Schriftspracherwerb, Sprechen und Zuhören, Sprache untersuchen, Lesen/Mit Medien umgehen".
Lesekompetenz bezeichnet die "Fähigkeit, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und über sie zu reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potenzial weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen". In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass in der PISA‐Studie unter Lesekompetenz mehr verstanden wird, als einfach nur lesen können. Im Mittelpunkt der internationalen Konzeption zur Lesekompetenz steht insbesondere der Umgang mit lebenspraktisch relevantem Textmaterial. Dieser ist ausgerichtet auf Verstehen, zielgerichtete Informationsentnahme, Reflektieren und Bewerten. Die Leserinnen und Leser erhalten beim Lesen neben Informationen und Fakten gleichzeitig Zugänge zu vielfältigen Ideen, Wertvorstellungen und kulturellen Inhalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Bezug zum sächsischen Lehrplan
2 Bezug zu den Bildungsstandards
3 Stoffeinheitenplanung
4 Analyse der Lernbedingungen
4.1 Organisatorische Rahmenbedingungen
4.2 Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler
5 Sachanalyse
5.1 Lesen
5.1.1 Lesekompetenz
5.1.2 Lesekonferenz
5.1.3 Lesestrategien
5.2 Märchen
6 Lernziele
7 Didaktische-methodische Analyse
7.1 Didaktische Analyse nach Klafki
7.2 Methodische Entscheidungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit dient als ausführliche Unterrichtsvorbereitung für das Fach Deutsch in einer zweiten Klasse. Übergeordnetes Ziel ist die Förderung der Lesekompetenz durch die Einführung und Anwendung der kooperativen Lernform „Lesekonferenz“. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, sich methodisch strukturiert mit Märchentexten auseinanderzusetzen, wichtige Informationen zu extrahieren und diese in einem Steckbrief zu dokumentieren.
- Vermittlung von Lesestrategien im Kontext der Gattung Märchen
- Einführung der kooperativen Lernform „Lesekonferenz“
- Differenzierung des Lernangebots zur individuellen Förderung
- Methodische Stärkung der Sozialkompetenz in der Gruppenarbeit
- Methodenreflexion zur Förderung der Eigenverantwortung beim Lernen
Auszug aus dem Buch
5.2 Märchen
Der Ursprung des Märchens liegt bereits sehr weit zurück. Der Begriff kommt von dem Wort „märlein“, welches Übersetzt „kleine Erzählung“ bedeutet. „Allgemein bedeutet das Wort Märchen eine Kunde, eine Nachricht geben, die der genauen Beglaubigung entbehrt“ (Schulz 2005, S. 13). Die bekanntesten Märchenautoren, die Gebrüder Grimm, bezeichneten die Märchen auch als weitergetragenes Gerücht, da es eher als Gegensatz zu einer wahren Geschichte gedeutet wird. Das Wort Märchen an sich stammt aus dem Mittelhochdeutschen Wort „maere“ und bedeutet „Kunde, Bericht, Erzählung, Gerücht“. Bereits im Jahr 1450 erschien ein Buch Namens „merechyn“, welches kleine Erzählungen in Versform enthielt. Doch erst 1812 mit dem Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm erhielt das heutige Wort seine Bedeutung. Bis es allerdings so weit kam, hatten die Märchen bereits einen langen Weg hinter sich.
Allgemein unterscheidet man zwei Arten von Märchen, zum einen die Volksmärchen, zum anderen die Kunstmärchen. Kunstmärchen sind jene Erzählungen, deren Autoren bekannt sind. Des Weiteren unterscheiden sie sich in der Sprachgestaltung. Kunstmärchen enthalten kaum Momente des mündlichen Erzählens. Volksmärchen hingegen sind vor allem durch ihre mündliche Überlieferung geprägt. Allerdings sind die beiden Arten nicht detailliert voneinander zu unterscheiden, denn auch bei Volksmärchen handelt es sich um Kunst im eigentlichen Sinne. Auch die Erzähler waren gezwungen durch künstlerische Mittel ihr Publikum zu fesseln, sodass auch bei den Volksmärchen eine genaue Sprache, feste Strukturen und poetische Elementen zu finden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Bezug zum sächsischen Lehrplan: Darlegung der fachlichen Ziele und Lerninhalte im Einklang mit den Vorgaben für die Klassenstufe 1/2.
2 Bezug zu den Bildungsstandards: Einordnung der gewählten Unterrichtsthemen in die Kompetenzbereiche Sprechen, Zuhören und Lesen der Kultusministerkonferenz.
3 Stoffeinheitenplanung: Übersicht über den Ablauf der siebenstündigen Märchen-Unterrichtseinheit.
4 Analyse der Lernbedingungen: Analyse der organisatorischen Voraussetzungen im Klassenzimmer sowie des Lernstands und der sozialen Dynamik der Schülerschaft.
5 Sachanalyse: Fundierte theoretische Auseinandersetzung mit der Lesekompetenz, der Methode der Lesekonferenz sowie den Merkmalen und Ursprüngen der Märchengattung.
6 Lernziele: Definition konkreter Wissens-, Kompetenz- und Wertorientierungsziele für die geplante Unterrichtseinheit.
7 Didaktische-methodische Analyse: Begründung der Auswahl der Lerninhalte nach pädagogischen Kriterien und Erläuterung der methodischen Entscheidungen für den Unterrichtsverlauf.
Schlüsselwörter
Märchen, Lesekompetenz, Lesekonferenz, Grundschule, Deutschunterricht, kooperatives Lernen, Unterrichtsvorbereitung, Schriftspracherwerb, Lesestrategien, Gruppeneinteilung, Steckbrief, Differenzierung, Methodenkompetenz, Literatur, Bildungsstandards.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um eine detaillierte Unterrichtsvorbereitung für das Fach Deutsch einer zweiten Klasse, bei der Kinder anhand der Methode der Lesekonferenz Märchen-Steckbriefe erstellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen sind die Förderung des sinnentnehmenden Lesens, die Vermittlung von Lesestrategien, die Gattung Märchen und die Einführung sozialer Lernformen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Steigerung der Lesekompetenz durch eine strukturierte, kooperative Arbeitsweise, welche die Kinder befähigt, Informationen selbstständig aus literarischen Texten zu entnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Unterrichtsstunde basiert didaktisch auf der Methode der Lesekonferenz, eingebettet in einen integrativen Deutschunterricht mit Fokus auf die Methodenkompetenz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Sachanalyse zu Lesekompetenz und Märchen sowie eine detaillierte didaktisch-methodische Begründung der geplanten Lernschritte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Begriffe sind unter anderem Lesekonferenz, Märchen-Steckbrief, Unterrichtsplanung, Lesestrategien und soziale Lernformen.
Wie werden die Gruppen für die Lesekonferenz gebildet?
Die Lehrkraft bildet homogene Gruppen hinsichtlich der Lesefähigkeit, um eine Über- oder Unterforderung der Kinder zu vermeiden.
Welche Rolle spielen die Steckbriefe bei der Ergebnissicherung?
Die Steckbriefe dienen dazu, das individuelle Leseverständnis der Kinder zu überprüfen und die gelernten Inhalte zu einem Märchen unkompliziert festzuhalten.
Wie wird die Unterrichtsstunde reflektiert?
Die Reflexion erfolgt durch eine soziometrische Aufstellung, bei der die Kinder ihre Selbsteinschätzung bezüglich der Erreichung der Lernziele durch Positionierung an verschiedenen Bildern ausdrücken.
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- Anonym (Autor:in), 2023, Märchen-Steckbrief erstellen anhand der Methode der Lesekonferenz. Ausführlicher Unterrichtsentwurf für die 2. Klasse im Fach Deutsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1485749