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Freiheit und Unfreiheit in der Krankheit

Title: Freiheit und Unfreiheit in der Krankheit

Seminar Paper , 2007 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magistra Artium Daniela Wiedmer (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Diese Arbeit soll sich mit der Thematik der Freiheit und Unfreiheit in der Krankheit beschäftigen. Dazu möchte ich einen Vergleich zwischen den Auffassungen des Psychoanalytikers Alexander Mitscherlich und des Philosophen Peter Bieri vornehmen. Um Mitscherlichs Ausführungen zur Thematik der Unfreiheit in der Krankheit verstehen zu können, habe ich mich mit den Neurosenkonzeptionen Freuds beschäftigt, mit denen sich auch Mitscherlich ausführlich auseinander setzte. Der Hauptteil dieser Arbeit soll daher mit Sigmund Freuds Neurosekonzeptionen beginnen. Hauptfragen sollen sein: Wie entwickelt Freud bisher bestehende Annahmen zur Entstehung von Neurosen und deren Behandlung weiter? Warum gibt Freud seine frühe Neurosenkonzeption, die die Verführungstheorie beinhaltet, auf? Welche Bestandteile finden sich in der späteren Neurosenkonzeption?
Im Anschluss daran möchte ich Mitscherlichs Auffassung der Freiheit behandeln. Welche Voraussetzungen müssen seiner Meinung nach für die Freiheit erfüllt werden und ist Freiheit die Voraussetzung des Willens? Bedeutet Krankheit Unfreiheit?
Der letzte Abschnitt des Hauptteils soll sich daraufhin mit Peter Bieris Auffassung zur Freiheit beschäftigen. Welche Voraussetzungen sieht er als notwendig für die Freiheit und ist der Wille nicht viel eher die Voraussetzung der Freiheit? Ist der von ihm aufgeführte, erzwungene Wille der Ausgangspunkt der Neurose? Dies soll an den Fällen der Anna O., mit deren Fall sich Freud besonders beschäftigte, und der Elisabeth v.R., die er selbst behandelte, betrachtet werden.
In der Schlussbetrachtung möchte ich die zwei Auffassungen noch einmal in den wichtigsten Punkten vergleichend gegenüber stellen und eine Antwort darauf finden, ob Freiheit in der Krankheit möglich ist oder nicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Überblick über die Arbeit

2.Freuds Neurosenkonzeptionen

2.1.Frühe Neurosenkonzeption

2.2.Verführungstheorie

2.3.Spätere Neurosenkonzeption

3.Mitscherlichs Auffassung von Freiheit

3.1.Definition von Freiheit

3.2.Freiheit in der Krankheit?

4.Die Unfreiheit in der Philosophie – Peter Bieri

4.1.Bieris Auffassungen von Freiheit

4.2.Der erzwungene Wille – Der Ausgangspunkt der Neurose?

5.Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Freiheit und Unfreiheit im Kontext psychischer Erkrankungen, indem sie die psychoanalytischen Perspektiven von Alexander Mitscherlich mit den philosophischen Ansätzen von Peter Bieri vergleicht und kritisch gegenüberstellt.

  • Grundlagen der Freudschen Neurosenkonzeptionen
  • Mitscherlichs Verständnis von Freiheit als Voraussetzung des Willens
  • Bieris philosophische Perspektive auf den Willen und die Freiheit
  • Analyse des "erzwungenen Willens" als Entstehungsursache von Neurosen
  • Vergleich der Konzepte hinsichtlich der Möglichkeit von Freiheit in der Krankheit

Auszug aus dem Buch

3.2.Freiheit in der Krankheit?

Die Krankheit sei nun die Reaktion auf den Verlust von Freiheit, denn sie hilft den Verlust zu ertragen, in dem sie ihn „anschaulich macht mit dem Charakter einer objektiven, scheinbar von außen auf das Individuum zukommenden Wirklichkeit.“ 22 Hinzu kommt jedoch, dass der Mensch, wie Mitscherlich bereits festgestellt hat, schon durch seinen Körper eingeschränkt in seiner Freiheit ist, wodurch die Krankheit umso mehr als Beschränkung angesehen wird, denn Vorhaben können nun nicht mehr umgesetzt werden. Krankheit ist somit die „Verschärfung des Widerstandes der Körperlichkeit“23.

An dem Beispiel der Neurose kann nun nachgewiesen werden, wie es zum vermeintlichen Freiheitsverlust kommt. Freiheit kann nicht eingesetzt werden, um Leid zu vermeiden, da dies in der Neurose jedoch geschieht, in dem das geschehene Leid unterdrückt und so auf das Körperliche oder andere psychische Bereiche verschoben wird, kann es scheinbar in der Neurose keine Freiheit geben. Bei den Psychoneurosen wird der Freiheitsverlust als solches gar nicht wahrgenommen, sondern als „körperliches Unvermögen“ 24 aufgefasst. Der Patient lebt, als hätte er einen körperlichen Defekt, eine Krankheit z.B. Schlaflosigkeit oder Schmerzen, die er sich jedoch nur einbildet und sich so selbst in seiner Freiheit beschränkt. Oft führt dieser Vorgang aber zur Ausbildung einer „faktische[n] körperliche[n] Krankheit, [die] die Einbuße an Freiheit“25 übernimmt. Diese Umwandlung des Freiheitsverlustes in eine Krankheit kann nicht einfach wieder durch den Willen rückgängig gemacht werden, denn der Neurotiker glaubt seine Freiheit weiterhin verloren und damit auch sein Ziel.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Überblick über die Arbeit: Einführung in die Thematik der Freiheit und Unfreiheit in der Krankheit sowie Vorstellung der Zielsetzung und der zu vergleichenden Theoretiker.

2.Freuds Neurosenkonzeptionen: Darstellung der Entwicklung von Freuds Verständnis der Hysterie, der Verführungstheorie und der späteren Konzepte von Fixierung und Regression.

3.Mitscherlichs Auffassung von Freiheit: Erörterung der Definition von Freiheit als Voraussetzung des Willens und Analyse, wie Krankheit als Freiheitsverlust wahrgenommen wird.

4.Die Unfreiheit in der Philosophie – Peter Bieri: Vorstellung von Bieris Perspektiven auf den Willen und den Begriff des "erzwungenen Willens" im Kontext von Neurosen.

5.Schlussbetrachtung: Vergleichende Zusammenführung der Ansätze von Mitscherlich und Bieri und Beantwortung der Frage nach der Freiheit des Kranken.

Schlüsselwörter

Freiheit, Unfreiheit, Neurose, Psychoanalyse, Alexander Mitscherlich, Peter Bieri, Willensfreiheit, Verdrängung, Hysterie, erzwungener Wille, Konversion, Selbstverwirklichung, Handlungsfreiheit, psychische Realität, Verantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Zusammenhang von Freiheit und Unfreiheit im Zustand einer psychischen Krankheit, insbesondere der Neurose.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Psychoanalyse Sigmund Freuds, der philosophischen Willenstheorie von Peter Bieri und der psychotherapeutischen Sichtweise von Alexander Mitscherlich.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Auffassungen von Mitscherlich und Bieri vergleichend gegenüberzustellen, um zu klären, ob unter Berücksichtigung ihrer Theorien von Freiheit in der Krankheit gesprochen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und dem Vergleich zweier unterschiedlicher wissenschaftlicher Paradigmen (Psychoanalyse und Philosophie) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Freudschen Neurosenkonzeption, eine tiefgehende Analyse von Mitscherlichs Freiheitsverständnis sowie eine philosophische Untersuchung durch Peter Bieri, ergänzt durch Fallbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Freiheit, Unfreiheit, Willensfreiheit, Neurose, Psychoanalyse, Verdrängung und Verantwortung.

Wie unterscheidet sich Mitscherlichs Verständnis von dem Bieris bezüglich des Willens?

Mitscherlich sieht die Freiheit als Voraussetzung des Willens, während Bieri den Willen als notwendige Bedingung für eine handlungsorientierte Freiheit betrachtet.

Warum spielt die Fallstudie von Anna O. in der Analyse eine Rolle?

Der Fall dient als Beispiel für den "erzwungenen Willen" und veranschaulicht, wie durch innere und äußere Zwänge eine neurotische Symptomatik entstehen kann, die den Betroffenen unfrei macht.

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Details

Title
Freiheit und Unfreiheit in der Krankheit
College
Technical University of Chemnitz
Grade
1,3
Author
Magistra Artium Daniela Wiedmer (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V148579
ISBN (eBook)
9783640591930
ISBN (Book)
9783640591657
Language
German
Tags
Freiheit Philosophie Freud Peter Bieri Mitscherlich Unfreiheit Krankheit freier Wille
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Daniela Wiedmer (Author), 2007, Freiheit und Unfreiheit in der Krankheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148579
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