Dieses hier vorliegende Referat beschäftigt sich mit dem Thema
„Familienpolitik“. Dabei wird im Verlauf der Arbeit die historische Entwicklung dieser Politik betrachtet, sowie die Grundgedanken und Zielsetzungen vorgestellt. Im Zentrum der Arbeit stehen jedoch die neusten Entwicklungen der Familienpolitik, der Familienlastenausgleich und andere
Konzeptionen, mit deren Hilfe die Familien entlastet werden sollen, wie zum Beispiel das „Erziehungsgehalt 2000“. Die zentrale Fragestellung des Referates bezieht sich ebenfalls auf diesen Themenkomplex. Es versucht die Frage zu beantworten, welches dieser Konzepte am besten geeignet scheint,
die Familien zu entlasten. Zu diesem Zweck werden mehrere Modelle vorgestellt und miteinander verglichen. Im Fazit wird letztendlich noch zu beantworten sein, welche Chance diese Konzepte haben, realisiert zu werden.
Die Familienpolitik als solche ist schon ein relativ „altes“ Thema in der Politik der Bundesrepublik Deutschland. Bereits in den sechziger Jahren gab es Grundgedanken zum Thema „Bezahlung“ einer elterlichen Erziehungsarbeit, zu dieser Zeit sprach man jedoch eher von einem „Mütterausgleichsgeld“ oder „Muttergeld". Dieser Idee lag ein Gedanke zugrunde, der auch in der aktuellen Diskussion noch aktuell ist.
Kinderbetreuung „ist eine Leistung, die auch im Interesse der Gemeinschaft liegt und deren Anerkennung verlangt“, wie es das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung zur Kinderbetreuung im Januar 1999 formulierte. Die Ideen der Förderung für Familien basierten aber noch auf anderen Überlegungen. Die Eltern „bauen“ mit der Erziehung ihrer Kinder ein Humankapital auf, von dessen Nutzen dritte nicht ausgeschlossen werden können. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Einführung der Familienpolitik, ihre Entwicklung und die Ziele
3. Die Modelle
3a. Der Familienlastenausgleich
3b. Das „Erziehungsgehalt 2000“
3c. Andere Modell und Ansätze
4. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuellen Zielsetzungen der deutschen Familienpolitik, mit einem besonderen Fokus auf neue Konzepte zur Entlastung von Familien sowie der Frage, welches dieser Modelle am besten geeignet ist, Familien zu entlasten und realistische Umsetzungschancen bietet.
- Historische Entwicklung der Familienpolitik in der Bundesrepublik Deutschland
- Analyse des Familienlastenausgleichs und seiner ökonomischen Grundlagen
- Detaillierte Untersuchung des Modells „Erziehungsgehalt 2000“
- Vergleich verschiedener alternativer Familienentlastungsmodelle
- Diskussion der Finanzierungsmöglichkeiten und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
3a. Der Familienlastenausgleich
Die Diskussion in der Öffentlichkeit konzentriert sich in erster Linie auf den Familienlastenausgleich (der in neueren Publikationen allerdings „Familienleistungsausgleich“ genannt wird, um die Leistung der Familie zu würdigen). Dieser Ausgleich stellt einen auf monetäre Aspekte eingeschränkten Bereich der Familien – und Sozialpolitik dar, die Debatte beschränkt sich meistens auf einen staatlichen Ausgleich der Kosten durch finanzielle Unterhaltsaufwendungen bei der Besteuerung (durch niedrigere Steuern oder Freibeträge) oder durch Zahlung eines Kindergeldes. Die Ziele des Familienlastenausgleiches werden oft mit der Abschwächung phasenspezifischer, ökonomischer Belastungen, der Vermeidung der Familienarmut, der Anerkennung der Familientätigkeit, der Startchancengleichheit für Kinder, der Förderung der Wahlfreiheit zwischen Familien – und Erwerbstätigkeit und der Verteilungs – und Steuergerechtigkeit umrissen. Die Argumente für den Ausgleich decken sich mit denen der Familienpolitik. Durch die Entscheidung für Kinder und die folgenden Kosten wird die Leistungsfähigkeit der Familien gemindert, wenn die Eltern nicht in der Lage sind, das nötige Geld aufzubringen (und damit die Familie zu sichern) muss die Gesellschaft eingreifen, da Kinder die selben rechte haben, wie andere Mitglieder der Gesellschaft.
Gegenargumente liefern die Neoklassiker. Ihrer Ansicht nach steht die Entscheidung für Kinder auf freiwilliger Basis, die anfallenden Kosten sind den Eltern bewusst, also kann die Entscheidung für die Geburt eines Kindes einer Konsumentscheidung gleichgesetzt werden. Diesen Argumenten steht jedoch die Tatsache, dass Kinder im Gegensatz zu Konsumgütern Rechte zustehen (wie z.B. die Sicherung des Existenzminimums), da sie nach der Geburt vollwertige Mitglieder der Gesellschaft sind. Aus ökonomischer Sicht begründet sich ein solcher Ansatz noch durch andere Argumente. Der Familienlastenausgleich soll den Zielen der Sozialpolitik entsprechen - in erster Linie sind dies die Absicherung von Einkommensrisiken und die Verteilungsgerechtigkeit. Staatliches Eingreifen ist aus ökonomischer Sicht allerdings nur dann gerechtfertigt, wenn gesellschaftliche Ziele durch den Marktprozess nicht optimal erfüllt werden, es also zu sogenanntem „Marktversagen“ kommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die historische Entwicklung der Familienpolitik vor und definiert die zentrale Fragestellung bezüglich der besten Konzepte zur Familienentlastung.
2. Die Einführung der Familienpolitik, ihre Entwicklung und die Ziele: Es wird die historische Entstehung der Familienförderung in der Bundesrepublik sowie die zugrunde liegende Bedeutung von Kindern als Humankapital analysiert.
3. Die Modelle: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Ansätze, die zur Verbesserung der Situation von Familien entwickelt wurden.
3a. Der Familienlastenausgleich: Hier wird der monetäre Ausgleich durch Besteuerung und Kindergeld sowie die ökonomische Argumentation für staatliche Eingriffe diskutiert.
3b. Das „Erziehungsgehalt 2000“: Diese Sektion widmet sich dem spezifischen Reformkonzept des Deutschen Arbeitskreises für Familienhilfe, inklusive seiner mehrstufigen Struktur und Finanzierung.
3c. Andere Modell und Ansätze: Ein kompakter Überblick über weitere Konzepte, wie das Trierer Modell oder Entwürfe verschiedener Parteien und Verbände.
4. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer vergleichenden Betrachtung der Modelle und einer Einschätzung zur Realisierbarkeit der untersuchten Konzepte.
Schlüsselwörter
Familienpolitik, Familienlastenausgleich, Familienleistungsausgleich, Erziehungsgehalt 2000, Humankapital, Generationenvertrag, Verteilungsgerechtigkeit, Existenzsicherung, Sozialpolitik, Kindergeld, Erziehungsarbeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Familienpolitik in der Bundesrepublik Deutschland und untersucht verschiedene Konzepte zur finanziellen und strukturellen Entlastung von Familien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Familienlastenausgleich, die ökonomische Bewertung von Erziehungsarbeit sowie die Frage der staatlichen Anerkennung und Förderung durch Modelle wie das Erziehungsgehalt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die verschiedenen vorhandenen Modelle miteinander zu vergleichen und zu prüfen, welches Konzept am besten geeignet ist, Familien effizient zu entlasten und die Wahlfreiheit zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und ökonomische Perspektive, um die Entwicklung und Ausgestaltung verschiedener familienpolitischer Reformmodelle theoretisch aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der traditionelle Familienlastenausgleich, das spezifische Konzept des „Erziehungsgehalt 2000“ sowie weitere Ansätze von Parteien und Institutionen detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind insbesondere Familienpolitik, Familienleistungsausgleich, Erziehungsgehalt, Humankapital und Generationengerechtigkeit.
Wie unterscheidet sich das „Erziehungsgehalt 2000“ vom bisherigen Kindergeld?
Das Erziehungsgehalt 2000 ist als weitreichenderes Modell konzipiert, das die Erziehungsarbeit als gesellschaftlich wertvolle Leistung mit einem Gehalt honorieren will, welches über die bloße steuerliche Entlastung des Kindergeldes hinausgeht.
Welches Fazit zieht der Autor zur Umsetzbarkeit der Modelle?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass bisher kein Patentrezept existiert, sieht jedoch im „Erziehungsgehalt 2000“ neben dem Familienlastenausgleich die besten Perspektiven für eine zukünftige, einkommenspolitisch ausgerichtete Familienförderung.
- Citation du texte
- Oliver Kirch (Auteur), 2001, Familienpoltik auf dem Prüfstand. Grundgedanken und Zielsetzungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14859