Zum Bild der Frau in Integrationskursen für muslimische Frauen in Deutschland


Diplomarbeit, 2009
151 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung und Aufbau der Arbeit

2. Zum Begriff der Integration

3. Assimilation, Akkulturation und Migration: Im Dschungel der Begrifflichkeiten und Eingliederungsprozesse
3.1 Assimilation
3.2 Akkulturation
3.3 Migration

4. Migration und ihre sozialen Folgen
4.1 Zuruckbleiben der Frau im Kontext der Migration
4.2 Nachwanderung der Frau im Zuge des Anwerbestopps
4.2.1 Die Lebenswelt der Frau und die soziokulturelle Lebensbedingungen in der Turkei vor der Nachwanderung
4.2.1.1 Die Frau in ihrem Dorf
4.2.1.2 Das Leben in der Stadt
4.3 Das Leben der turkischen Frau in der BRD
4.3.1 Die rechtliche Situation- Auslanderpolitik
4.3.2 Auslandergesetz 1965
4.3.3 Aufenthaltsrecht
4.3.4 Arbeitserlaubnis
4.4 Die Situation der Frau nach der Familienzusammenfuhrung
4.5 Resumee

5. Vom Bild der Frau in der Migrationsgesellschaft
5.1 ,Die arme unterdruckte Auslanderfrau‘- Klischees und Vorurteile
5.2 Das Bild der Migrantinnen in der deutschen Gesellschaft
5.2.1 Zum Bild der muslimisch- turkischen Madchen in der Aufnahmegesellschaft
5.2.2 Zum Bild der muslimisch- turkischen Frau im Aufnahmesystem
5.3 Diskriminierung von Migrantinnen in der Gesellschaft
5.3.1 Fremdenfeindlichkeit in den Medien
5.4 Resumee

6. Die Frau im Islam
6.1 Grundzuge des Islams
6.1.2 Die Praktiken des religiosen Lebens- Funf Saulen des Islam
6.2 Die muslimische Frau- Ihr Leben nach den Richtlinien des Islam
6.2.1 Die Familie im Islam
6.2.2 Die Rechte der Frau
6.3 Das Kopftuch im Islam- Religiose Unterdruckung oder ein politisches Symbol?
6.3.1 Der ewige Streit um das Stuck (Streit-) Stoff
6.4 Resumee

7. Integrationskurse fur Migranten- ein neuer Anfang in Deutschland
7.1 Genese der Integrationskurse
7.2 Integrationskurs- Was ist das?
7.2.1 Inhalte und Ablauf
7.2.2 Teilnahmeberechtigung und Kosten
7.2.3 Kurstrager und Tragerstrukturen
7.2.4 Lehrkrafte und Lehrkraftequalifikation in Integrationskursen
7.2.5 Kurse fur spezielle Gruppen
7.2.6 Zur Teilnahme muslimischer Frauen an den Integrationskursen
7.3 Zwei Fallbeispiele aus den Integrationskursen
7.3.1 Fallbeispiel: Laila
7.3.1.1 Lailas Leben vor der Migration
7.3.1.2 Neubeginn mit Anfangsschwierigkeiten
7.3.1.3 Religion und Kultur in Lailas Leben
7.3.1.4 Der Integrationskurs und die Auswirkungen
7.3.2 Fallbeispiel: Mehtap
7.3.2.1 Mehtaps Lebenswelt vor der Migration
7.3.2.2 Viel Neuland fur Mehtap
7.3.2.3 Mehtaps Einstellung gegenuber der Kultur und Religion
7.3.2.4 Der Integrationskurs und Auswirkungen auf Mehtaps Leben
7.3.3 Vergleichende Analyse
7.4 Resumee

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

Anhang

a. ) Interview mit Mehtap

b. ) Interview mit Laila

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Auslandische Bevolkerung am 31.12.2008 nach Geschlecht und ausgewahlten Staatsangehorigkeiten

Abbildung 2: Plakat der Anti-Minarett-Initiative in der Schweiz

Abbildung 3: Der Spiegel Nr. 13, 26.03.2007

Abbildung 4: Der Spiegel Nr. 12, 22.12.2007

Abbildung 5: Positionen pro und contra Kopftuchverbot

Abbildung 6: Warum wird das Kopftuch getragen?

Abbildung 7: Teilnahmeberechtigungen in den Jahren 2005 und 2006

Abbildung 8: Verteilung der Kurstrager nach Bundesland am 31.12.2006

Abbildung 9: Firmenart der zugelassenen Trager

Abbildung 10: Kursteilnehmer nach Kursart

Abbildung 11: Teilnehmergruppen nach Herkunftslandern- ohne Spataussiedler

l. Einleitung und Aufbau der Arbeit

Es vergeht kaum eine Woche, in dem uber die Integration von Migranten ein Beitrag veroffentlicht wird. Nicht nur die Boulevardpresse, sondern auch Stimmen aus der Wirtschaft und Politik werden immer lauter, wenn es um die Integration von Migranten geht. Sie werden als „Integrationsmuffel“ oder „Integrationsunfahig“ bezeichnet. Einige dieser AuBerungen grenzen an der Fremdenfeindlichkeit und losen eine groBe Emporung in der Gesellschaft aus. Vor allem turkische und arabische Migranten wurden auf Staatskosten leben, diese nicht anerkennen und weitere „Kopftuchmadchen produzierenA1 Das Bundesbank- Vorstandsmitglied Thilo Sarazzin loste mit seiner umstrittenen AuBerung Entsetzen aus. Die Sprachprobleme dieser Migrantengruppen seien groBer als die Sprachprobleme anderer ethnischer Gruppen. Die Art und Weise, wie diese Problematik in den verschieden Bereichen behandelt wird, zeigt die Erwartungen an die geleistete Integrationsarbeit. Es ist fast unmoglich, sich vom Themenkomplex Migration und Integration abzuwenden. Die Integrationsdebatte in Deutschland wird intensiver und ofter denn je diskutiert. Auch der Vorschlag des Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Bohmer, im offentlichen Dienst einen hoheren Anteil an Migranten einzustellen, kommt gelegen. Ein weiterer Schritt von Seiten der Bundesregierung wird von Migrationsverbanden mit Begeisterung aufgenommen. Diese Begeisterung halt sich dennoch in Grenzen, da man eine Migrantenquote im offentlichen Dienst einfuhren muss, um bessere Chancen fur Migranten anbieten zu konnen, so Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Turkischen Gemeinde in Deutschland.2

Die schlechteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt und sozio- strukturelle Disparitaten, aber auch die besondere rechtliche Stellung der Migranten sind mogliche Indikatoren fur die Unterreprasentation in den verschiedenen Bereichen. Vor allem Frauen sind von der andersartigen Behandlung betroffen. Denn das Bild der Migrantenfrau ist von der manchmal gut gemeinten, aber letztendlich diskriminierenden Vorstellung einer unterdruckten, ungebildeten, hilflosen Frau gepragt. Damit wird diesen Frauen selbststandige Handlungsmoglichkeit nicht zugeschrieben. Bei muslimischen Frauen fangt diese Etikettierung bei der Betrachtung ihres auBeren Erscheinungsbildes an. Das auffallende Merkmal dieser Frauen ist ihr Kopftuch. Sie sind mittlerweile vom alltaglichen StraBenbild nicht mehr weg zu denken und ein haufig diskutiertes Konfliktthema. Sie sind nicht nur auf den StraBen Deutschlands zu sehen, sondern bilden auch die Mehrheit der Teilnehmerinnen in Integrationskursen. Das besondere Augenmerk auf diese Religionsgemeinschaft ist die Thematisierung des Islam im offentlichen Diskurs. GroBe Moscheebauten, die starker sichtbar werden, das Kopftuch im offentlichen Dienst oder das Schachten sind einige der viel diskutierten Themen, die die Integration der Muslime in der Offentlichkeit in Frage stellen. Der Islam wird als terroristische und kulturelle Bedrohung angesehen, weshalb auch die Ablehnung stark zu beobachten ist.

Im Westen gilt der Islam wegen der oben erwahnten Probleme als Symbol der Frauendiskriminierung. Dabei werden Lander wie der Iran oder Afghanistan als Beispiele vorgezogen. Doch wie ist die Stellung der Frau im Islam wirklich? Werden sie wirklich diskriminiert und erfahren sie keine Akzeptanz in ihrer eigenen Religion?

Die vorliegende Arbeit untersucht unter anderem die Situation von muslimischen Migrantenfrauen in Deutschland. Dabei liegt der Arbeit die zentrale These zugrunde, dass Integrationskurse in Deutschland die soziale und psychische Lage der Frauen zum Positiven verbessern.

Um die These der Arbeit zu stutzen, wird uberpruft, ob ausreichende Kurse speziell fur Frauen angeboten werden und wie die Teilnehmer diese wahrnehmen. Daruber hinaus sollen muslimische Frauen besonders im Vordergrund stehen, um zu uberprufen, ob Besonderheiten bei dieser Gruppe zu beobachten sind.

Im Ersten Teil der Arbeit werden grundlegende Begriffe erlautert, die fur die Arbeit relevant sind. Es wird der Versuch einer Definition des Begriffes Integration gestartet. Im Anschluss daran werden im zweiten und dritten Kapitel weitere Begrifflichkeiten zum besseren Verstandnis und zur Differenzierung der Begriffe betont.

Im vierten Kapitel wird auf die Geschichte der Migration detailliert eingegangen. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Situation der Frau vor und nach der Migration gelegt. Hierbei werden verstarkt turkische Frauen thematisiert, da sie die groBte Gruppe der muslimischen Migrantinnen bilden.

In Kapitel funf wird zum Bild der Frau in der Migrationsgesellschaft eingegangen. Anhand von Klischees und Vorurteilen soll die Situation der Migrantenfrauen sowohl in der Gesellschaft als auch in den Medien prasentiert werden. Dabei wird auch auf die Fremdenfeindlichkeit eingegangen.

Im sechsten Kapitel soll die Frau im Islam dargestellt werden. Nach einer allgemeinen Einfuhrung in die islamische Lehre soll die Stellung der Frau im Islam naher erlautert werden. Der Qur’an und die Hadithe vom Propheten bilden hier die Grundlage fur die Quellen. Eine besondere Erlauterung zur Kopftuchdebatte soll unterschiedliche Perspektiven wiedergeben.

AnschlieBen wird im letzten Kapitel die Integrationdebatte in Deutschland ausfuhrlich mit den im nationalen Integrationsplan vorhandenen Integrationskursen diskutiert werden. Nach einer Vorstellung der Integrationskurse, mit besonderen Kursen fur Frauen, wird an Hand von zwei Fallbeispielen die Wirkung der Kurse im Leben von muslimischen Frauen veranschaulicht. Hierbei wird zuerst die Biografie der beiden Frauen prasentiert und anschlieBend eine vergleichende Analyse im Hinblick auf bestimmte Themen dargelegt.

2. Zum Begriff der Integration

Das Leben miteinander bzw. nebeneinander mit einer fremden Kultur hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Es erfordert mehr Aufmerksamkeit denn je, sei es seitens der Wissenschaft oder der Politik. Kaum vergeht ein Tag ohne den Begriff der „Integration“ zu horen. Im universitaren Alltag gehort er zum Pflichtprogramm jedes Seminars. Doch was ist mit Integration gemeint?

Aufgrund der Vielfalt der Definitionen, die auf die Vielzahl der Literatur zuruckzufuhren ist, ist es kaum moglich, eine klare Bestimmung fur Integration fest zu legen. Der Duden bestimmt den Begriff folgendermaBen: Integration ist die „Verbindung einer Vielheit von einzelnen Personen oder Gruppen zu einer gesellschaftlichen und kulturellen Einheit.“3 Hier wird der Ausdruck als ein Prozess der Eingliederung jedes einzelnen Individuums in eine einheitliche kulturelle Gemeinschaft beschrieben. In diesem Zusammenhang ist der Begriff ambivalent und muss fur den jeweiligen Kontext klar definiert werden.

Unter Integration wird alles kompensiert, was im Zusammenhang mit der Eingliederung von Migranten steht. Der Eingliederungsprozess beinhaltet somit unterschiedliche Erwartungen an die Migranten, die sich an die einheitliche Mehrheitsgesellschaft anpassen sollen. Allerdings muss der Begriff hier konkretisiert werden.

Der Soziologe Hoffmann-Nowotny definiert den Begriff der Integration als Teilhabe des Einwanderers „an der Statusstruktur (bezuglich der beruflichen Stellung, des Einkommens, der Bildung, der rechtlicher Stellung und des Wohnens).“4

Hoffmann-Nowotny verweist, anders als im politischen Diskurs, die die Integrationsbereitschaft seitens der Einwanderer als erforderlich sieht, auf die Vorleistungen der Aufnahmegesellschaft hin. Die Aufnahmegesellschaft hat nach Hoffmann-Nowotny die Aufgabe, die Einwanderer nicht am Rande der Gesellschaft anzusehen, sondern sie an der Kultur des Aufnahmelandes teilhaben zu lassen.5

Schramkowski betont, dass Integration ein Austauschprozess seitens der Eingewanderten und der Mehrheitsgesellschaft ist, welcher mit strukturellen, kulturellen und sozialen Veranderungen einhergeht.6 Der erwahnte Veranderungsprozess geht davon aus, dass Eingewanderte ohne jegliche Einschrankung gleichberechtigt am Leben der Aufnahmegesellschaft teilhaben sollen und ihnen Zugang zu einflussreichen Positionen eingeraumt wird.

Integration meint also die Anerkennung der Teilhabe. Daraus resultiert, dass Integration auf ein positives Verstandnis abzielt. Laut Schramkowski wird der Begriff in der Politik als eine Forderung an die Eingewanderten verstanden, die sich an die Aufnahmegesellschaft assimilieren sollen. Sie sollen sich an das strukturelle, kulturelle und politische Leben anpassen. Integration wird hierbei haufig mit Problemen und Defiziten verbunden. Daraus resultiert, dass von den Eingewanderten Bemuhungen einer problemlosen Anpassung an das Aufnahmeland verlangt wird.

„[...] Eine gelungene Integration der Menschen, die auf Dauer zu uns kommen, ist von grundlegender Bedeutung fur die innere Verfassung unserer Gesellschaft. Integration kann nur gelingen, wenn Migration gesteuert und begrenzt wird[...] “7

Die Politik startet deswegen Versuche, um die Integration voranzutreiben. Diese Bemuhungen sind seitens des Staates, der Gesellschaft und von Einwanderern selbst erforderlich. Der Einwanderer ist dazu aufgefordert, sein Leben nach dem Vorbild der Aufnahmegesellschaft zu leben und das Rechtssystem bedingungslos zu akzeptieren. Um sich Deutschland zugehorig zu fuhlen, muss er die Sprache erlernen. Dies gelingt nur durch Eigeninitiative,8 Einsatzbereitschaft und Eigenverantwortung. Jedoch muss beachtet werden, dass der Einwanderer nicht assimiliert, sondern integriert wird. Die Integration der Migranten ist heute die „Schlusselaufgabe“, wie die Bundeskanzlerin Angela Merkel es nennt.

Im Gegenzug fordert die Politik von der Aufnahmegesellschaft Toleranz und Akzeptanz. Sie hat die Aufgabe, Einwanderer willkommen zu heiBen. Die Politik macht hier deutlich, dass den Einwanderern mehr Aufgaben zustehen als den Einheimischen. „Wer Rechte beansprucht, muss auch Pflichten erfullen“9, heiBt es in der Integrationspolitik der Bundesregierung. Die Vorstellung von Integration aus politischer Sicht stellt sich aus Teilhabe, Verantwortung und Identifikation seitens des Einwanderers und Toleranz sowie Akzeptanz seitens der Aufnahmegesellschaft zusammen. Dafur muss die Aufnahmegesellschaft jedoch bereit sein. Wenn jedoch Einwanderer nur als Randgruppen gesehen und bezeichnet werden, ist es fur diese Personen sehr schwierig, besondere Anstrengungen zur Teilhabe an der Gesellschaft zu leisten.

Zusammenfassend kann formuliert werden, dass eine einheitliche Definition nicht festgesetzt werden kann, da unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen und je nach Gebrauch des Begriffes die Auslegung anders gerichtet ist. Allgemein bezeichnet der Begriff in diesem Zusammenhang die Anerkennung und gleichberechtigte Teilhabe der Eingewanderten an der Aufnahmegesellschaft ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft. In der Politik ist Integration mehr als nur die Akzeptanz und Anerkennung der Eingewanderten, namlich die klare Aufforderung an die Migranten aktiv zu sein und etwas fur das Ziel ihrer Integration beizutragen.

3. Assimilation, Akkulturation und Migration: Im Dschungel der Begrifflichkeiten und Eingliederungsprozesse

3.1 Assimilation

„Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“10 Die Rede des turkischen Premierministers Recep Tayyip Erdogan am 10.02.2008 in der Koln- Arena vor 16.000 turkischen Zuschauern sorgte fur groBes Aufsehen. Kritiker von Erdogan bemangelten seine Kompetenz in Bezug auf die Integrationsdebatte in Deutschland. Erdogan appellierte an die Turken in Deutschland, sich zu integrieren aber nicht zu assimilieren. Was hat es mit dem Begriff der Assimilation auf sich? Warum wehren sich Einige gegen diesen Prozess und was uberzeugt die Befurworter?

Im Fremdworterbuch wird Assimilation als „Angleichung“ definiert.11 Anders als der Begriff der Integration ist Assimilation kein ambivalenter Begriff. In diesem Zusammenhang handelt es sich um eine Angleichung des Einwanderers an die kulturelle Tradition des Aufnahmelandes. Der Prozess der Anpassung erfordert vom Einwanderer Personlichkeitsveranderungen und Veranderungen des kulturellen Gutes.12 Assimilation ist nicht als Gleichheit der Wertvorstellung der Einwanderer mit denen der Einheimischen zu verstehen, sondern als Aufforderung der Einbeziehung in ein gemeinschaftliches kulturelles Leben. Park und Burgess definieren es folgendermaBen:

“Assimilation ist ein Prozess der Interpenetration und Verschmelzung, in dem Personen und Gruppen die Erinnerungen, Gefuhle und Haltungen anderer Personen oder Gruppen erlangen und dadurch, dass sie deren Erfahrungen und Geschichte teilen, mit diesen in ein gemeinsames kulturelles Leben inkorporiert werden. “13

Der Einwanderer hat keine andere Moglichkeit, als sein offentliches Alltagsleben der Aufnahmegesellschaft anzupassen. Seine kulturelle und ethnische Identitat muss er - dem Konzept der Assimilation folgend - auBer Acht lassen, da sich diese Lebensweise nicht mit der Lebensform der Mehrheit vereinbaren lasst. Er entschlieBt sich neue Inhalte zu lernen, um das Zusammenleben mit der Aufnahmegesellschaft fur sich zu erleichtern.

Hartmut Esser unterscheidet vier mogliche Dimensionen von Assimilation: die kognitive und die identikative Assimilation, die er der personalen Ebene zuordnet, sowie die strukturelle und soziale Assimilation, die er der relationalen Ebene zuordnet.14

Die kognitive Assimilation fordert das Erlangen von Wissen, Kompetenz und Fertigkeiten im Aufnahmesystem. Die strukturelle Assimilation verlangt das Eindringen des Einwanderers in die Status- und Institutionsordnung, womit das Einkommen und Berufsprestige gemeint ist. Die soziale Assimilation wird folgendermaBen erlautert: Der erste Schritt ist das Erlernen der Sprache.15 Durch den Erwerb der Sprache erzielt der Einwanderer einen hoheren gesellschaftlichen Status. Er besitzt nun die Fahigkeit, selbststandig in wechselseitiger Beziehung mit der Aufnahmegesellschaft zu kommunizieren und seine Kommunikationskenntnisse zu erweitern. Diese Fahigkeit hat den folgenden Belohnungsfaktor: Die Sprache ermoglicht ihm, sich frei zu auBern, sei es auf der Arbeit mit den Arbeitskollegen oder privat mit den Nachbarn. Der Belohnungseffekt motiviert ihn, aktiver in der Aufnahmegesellschaft zu agieren. Die Mittel von Interaktionen, wie z.B. die Sprache, Bezugsgruppenorientierungen und Rollenmuster sind die sozialen Rahmenbedingungen fur die soziale Assimilation. Die vierte Dimension, die identikative Assimilation, muss ebenfalls erfullt sein. Dies auBert sich in der Wertschatzung von Aspekten der Aufnahmegesellschaft. Dazu gehort, dass sich der Einwanderer die ethnische Zugehorigkeitsdefinition der Aufnahmegesellschaft als seine eigene Definition annimmt.16 Auf den Prozess der Assimilation nehmen die Faktoren, die entweder auf die Person des Einwanderers oder auf die Umwelt bezogen sind, einen entscheidenden Einfluss. Die daraus resultierenden Handlungsebenen bieten unterschiedliche Moglichkeiten, die laut Esser je nach Zusammensetzung vorteilhaft oder hemmend auf den Assimilationsprozess wirken konnen. Je starker die Motivation des Einwanderers und je weniger die Widerstande, desto eher kommt es zu assimilativen Handlungen und umgekehrt.17

Somit kommt Esser zum Folgenden, viel zitierten Ergebnis: „Assimilation ist alles andere als ,unvermeidlich‘ “.18 Da in diesem Prozess die Einwanderer im Zentrum der Handlungs- und Wahlmoglichkeiten stehen, charakterisiert Hartmut Esser sie als „im Prozess lernende Individuen“.

Ist also Assimilation ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“? Anders als bei der Integration soll der Einwanderer die Kultur, die Tradition und die Lebensweise des Aufnahmelandes ubernehmen und sich damit identifizieren. Dabei legt er seine eigene kulturelle Identitat ab und distanziert sich davon.

Sein Verhalten und seine Denkweise sind nun dem der Aufnahmegesellschaft angeglichen und somit assimiliert. Dagegen ist Integration ein Prozess, in dem der Einwanderer in die Aufnahmegesellschaft eingegliedert wird, ohne dabei sein kulturelles und religioses Erbe aufzugeben. Nun bleibt dem Betrachter die Entscheidung, ob Assimilation ein Verbrechen oder eine Voraussetzung fur das Zusammenleben in einer fremden Kultur ist.

3.2 Akkulturation

Heutzutage ist es schwierig, richtige Begriffe in einem richtigen Kontext zu benutzen. Dies gilt vor allem in der Kulturwissenschaft, wenn uber Integration, Migration und ahnliche Themen gesprochen wird. Integration wird mit Assimilation gleichgesetzt, wobei Integration als Eingliederung und Assimilation als Angleichung definiert wird. Zu diesem Themenkomplex gehort auch die Akkulturation. Der Begriff ist im Rahmen dieser Arbeit wichtig, da er bestimmte Prozesse sowie die Probleme der Migrantinnen begrundet. Doch was beinhaltet Akkulturation und welcher Prozess wird als solcher bezeichnet?

Esser definiert den Begriff der Akkulturation als den Prozess der Angleichung von Personen mit Handlungsweisen und Einstellungen an gewisse kulturelle Richtlinien von Teilen des Aufnahmelandes.19

Akkulturation darf nicht als ein systematischer Vorgang verstanden werden, vielmehr ist sie ein Prozess, der sich uber die Interaktion von Zuwanderern mit den Mitgliedern des Aufnahmelandes definiert.

Zahlreiche Kommunikationsversuche zwischen Einwanderern und der Mehrheitsgesellschaft scheitern dadurch, dass keine gemeinsame Basis fur die Verstandigung gegeben ist. Sie unterscheiden sich darin, dass der Kommunikationsprozess keine gemeinsamen Grundregeln beinhaltet und dass Definitionen von Sachverhalten variieren. Der misslungene Kommunikationsprozess hat zur Folge, dass groBe Missverstandnisse zu ungunsten von Zuwanderern entstehen. Demzufolge erleben sie die Ablehnung ihrer Regeln und erfahren „[...] die Zuschreibung einer sozialen Identitat, die kontrar zur eigenen Selbstachtung steht.“20 Durch die Migration erlebt der Zuwanderer Veranderungen und Wandel seiner Identitat. Er sieht seine Benachteiligung in der Gesellschaft und bezieht diese in sein Selbstkonzept ein, welches ihn wiederum in seinem Identitatsverstandnis verunsichert. In Folge dessen begibt er sich auf die Suche nach sozialem Vergleich, der sich auf die Mitglieder des Aufnahmesystems richtet.

Nun muss er eine neue Sprache, neue Werte, Normen und Erwartungen der Mitglieder des Aufnahmelandes in seine Identitat mit einbeziehen. Dieser Identitatswandel, der fur den Betroffenen einen Gewinn bedeuten kann, ohne dass er seine eigene Identitat aufgibt, ermoglicht eine neue Handlungsbasis. Der Prozess beinhaltet folglich eine Umstrukturierung der eigenen Identitat. Akkulturation ist kein einseitiger Prozess, sondern ein Prozess, der die Mitwirkung der Mitglieder des Aufnahmelandes voraussetzt.

Demnach ist Akkulturation das Streben nach einer positiven sozialen Identitat, die durch die Umstrukturierung der eigenen Identitat moglich ist.

3.3 Migration

Die GroBvater der turkischen Kinder und Jugendlichen erzahlen oft, warum sie nach Deutschland kamen. Hauptgrund ihrer Einwanderung war das Versprechen, viel Geld zu erarbeiten. Sie wurden bei ihrer Ankunft mit Geschenken ubersat und als Gastarbeiter mit offenen Armen empfangen. Doch wie sah es in Wirklichkeit aus? Warum kam es dazu, dass Deutschland auslandische Arbeiter anwarb? Und wie sieht der Prozess der Einwanderung aus?

Millionen von Menschen auf der Welt sind aus unterschiedlichen Grunden in Bewegung. Fluchtlinge aus Afghanistan oder Irak suchen Arbeit und ein friedliches Leben in europaischen Landern, deutsche Manner suchen in Thailand nach einer Ehefrau und turkische Familien versuchen einen Neuanfang in Deutschland.

Mit Migration ist nicht nur eine raumliche Bewegung, d.h. eine Wohnortveranderung des Menschen gemeint. Nach Castles betrifft Migration „Menschen, die dauerhaft oder fur langere Zeit aufierhalb ihres Herkunftslandes leben.21 “ Etwas praziser beim Begriffsverstandnis ist die Definition von Eisenstadt: ,Migration ist der Ubergang eines Individuums oder einer Gruppe von einer Gesellschaft zur anderen. “22 Die Wissenschaftler machen in unterschiedlichen Bereichen eine Differenzierung. Fur die Einen ist der Aspekt der Dauerhaftigkeit wichtig, fur die Anderen jedoch der Wechsel von einer Gesellschaft in die Andere. Fur den Zusammenhang der vorliegenden Arbeit ist es wichtig, die Geschichte der Arbeitsmigration zu betrachten.

Die Arbeitsmigration war nach dem Zweiten Weltkrieg fur die meisten westeuropaischen Lander von groBer Bedeutung. Der Mangel an Arbeitskraften, bedingt durch den Wiederaufbau und Modernisierungsprozess, veranlasste die Lander dazu, Arbeitskrafte aus dem Ausland zu importieren.23 Seit ihrer Grundung 1949 hat die Bundesrepublik Deutschland im Durchschnitt jahrlich mehr als eine Viertelmillion Zuwanderer aus unterschiedlichen Landern aufgenommen.24 In der Bundesrepublik Deutschland begann die Anwerbephase im Jahre 1955, als ein Bundnis mit Italien geschlossen wurde. Weitere Abkommen wurden mit Spanien und Griechenland (1960), der Turkei (1961), Portugal (1964), Tunesien und Marokko (1965) sowie Jugoslawien (1968) unterzeichnet.25 Die Beschaftigung der angeworbenen Arbeiter sollte nur von kurzer Dauer sein, was auch mit dem Begriff „Gastarbeiter“ deutlich zum Ausdruck kommt. Viele dieser Arbeiter planten einen kurzen Aufenthalt von wenigen Jahren, um mit ihrem Ersparnis wieder in die Heimat zuruckzukehren und dort einen Neuanfang zu versuchen. Auch von Seiten des Staates war geplant, die angeworbenen Arbeitsemigranten nur befristet im Land zu dulden. Nach der Stabilisierung der wirtschaftlichen Verhaltnisse sollten die Auslander erneut in ihre Heimat zuruckgesandt werden. Das ist das so genannte Rotationsprinzip.

Zwischen 1960 und 1990 kamen 16 Mill. Zuwanderer in die BRD, aber im selben Zeitraum verlieBen auch 12 Mill. das Land.26 Heute bilden Turken mit den Jugoslawen zusammen die groBte Gruppe, die seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebt.

Die zeitlich begrenzte Migrationsvorstellung der europaischen Lander spornte sie dazu an, die Aufenthalts- und Arbeitsregelung mit Rechtsvorschriften zu regeln. 1965 wurde das Auslandergesetz in der BRD verabschiedet. Davor war das Aufenthaltsrecht fur Auslander aus Nicht-EG-Mitgliedsstaaten auf ein Jahr gesetzlich begrenzt. Die Einschrankung war zudem noch an den Arbeitgeber in Deutschland gebunden. Wer langer bleiben wollte, musste auf die Gnade der Behorden hoffen.

Die Lange der Aufenthaltsdauer, der hohere Lebensstandard und die uneingeschrankte Ein- und Ausreise hatten zur Folge, dass die Gastarbeiter begannen, ihre Familienangehorige nachzuholen. Die BRD erlieB im November 1973 den Anwerbestopp fur auslandische Arbeitskrafte aus Nicht- EG-Mitgliedsstaaten.27 Dies war in erster Linie eine politische Reaktion auf die Olkrise. Die Rezession wurde durch diese Krise verscharft und die Situation auf dem Arbeitsmarkt verschlechterte sich zunehmend. Doch das eigentliche Ziel des Anwerbestopps war die Senkung der Zahl der auslandischen Arbeitskrafte. Jedoch trat nicht das erwartete Ergebnis ein. Das gesicherte Einkommen war fur viele der ausschlaggebende Punkt, um nicht mehr in die Heimat zuruckzukehren. Eine Ruckkehr mit Aussicht auf eine neue Anwerbung wie in fruheren Jahren war nicht mehr moglich. Aus diesem Grund mussten sich die Gastarbeiter zwischen zwei Moglichkeiten entscheiden:

1. ) samt ihrem Eigentum das Land auf Dauer verlassen und zuruckkehren oder
2. ) die Familienangehorigen nachholen

Fur die meisten auslandischen Arbeiter kam eine Ruckkehr nicht in Frage, da sie finanziell besser situiert waren als in der Heimat. Sie entschieden sich fur das Letztere. In den ersten Jahren nach dem Anwerbestopp blieb die Auslanderanzahl stabil. Zwischen 1973 und 1988 stieg sie von 4 Mio. auf 4.8 Mio. Diese Zahlen anderten sich innerhalb von elf Jahren drastisch. Von 1986 bis 1996 erhohte sich der Auslanderanteil auf 7.8 Mio. Dieser Anstieg wurde durch den anhaltenden Zuzug von Familienangehorigen und der steigenden Geburtenrate ausgelost.28

Mittlerweile haben sich die Zahlen innerhalb dieses Prozesses geandert. Aus den angeworbenen „Gastarbeitern“ wurden letztendlich Mitburger mit Migrationshintergrund. Die folgende Tabelle zeigt die aktuelle Zahl der Auslander in Deutschland.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Auslandische Bevolkerung am 31.12.2008 nach Geschlecht und ausgewahlten Staatsangehorigkeiten

Mittlerweile ist ein Ruckgang der Auslanderanzahl zu sehen, welches jedoch mit der Einburgerung zusammenhangt. Die Migration ist ein Phanomen, das mit sozialen Folgen zusammenhangt. Die Zahlen sind die quantitative Erklarung fur die Dynamik in diesem Prozess. Der Zuzug der Familienangehorigen ist der Anfang der Entwicklung einer neuen Dynamik in der Migration.

4. Migration und ihre sozialen Folgen

„Menschen mit Migrationshintergrund“; so definiert die Beauftragte der Bundesregierung fur Migration, Fluchtlinge und Integration in ihrem 7. Bericht uber die Lage der Auslanderinnen und Auslander in Deutschland die Einwanderer, die zum Alltagsbild in Deutschland gehoren. Im vorherigen Abschnitt legt die Statistik den Zuwachs der Migranten in Deutschland dar. Ihr kontinuierliches Wachstum in der Bevolkerung birgt unterschiedliche Grande. Die meisten sind eingewandert, um ihre okonomische Existenz zu sichern. Der durch die Olkrise eingeleitete Anwerbestopp zwang jedoch die Gastarbeiter dazu, ihre Familien nachzuholen. Da die meisten angeworbenen Manner waren, kamen ihre Frauen und Kinder spater nach.

Bei der weiteren Darstellung wird der Schwerpunkt auf die Frau und ihre Situation in Folge der Migration gelegt. Aufgrund meines Interesses werde ich mich mit den sozialen Folgen der Migration fur die turkische Frau auseinandersetzen.

4.1 Zuruckbleiben der Frau im Kontext der Migration

Nicht nur okonomische Faktoren, sondern auch personliche Beziehungen zu anderen weggewanderten Bekannten und Verwandten sind Beweggrunde fur die Wanderung. Die Vorstellung von einem besseren Leben verbindet sich mit den Erfahrungsberichten der Verwandten und Bekannten, die sich wiederum dazu gezwungen fuhlen, Positives zu berichten, um ihren Erfolg unter Beweis zu stellen. Diese Faktoren fuhren u.a. dazu, dass sich das mannliche Mitglied der Familie entscheidet, auszuwandern. Nach der Migration des Familienoberhauptes lastet die Versorgung der Familie auf den zuruckgebliebenen Frauen. Fur Frauen, die in groBeren Familien leben, z.B. mit den Schwiegereltern, fangt eine schwierige Zeit an. Erfahrungsberichte turkischer Frauen, die vor ca. 25 Jahren nach Deutschland gekommen sind, zeigen Schwierigkeiten dieser Phase auf.

„Mein Mann wollte eigentlich in Deutschland studieren, um spater ein besseres Leben zu haben. Er hat es nicht geschafft und musste in einer Fabrik arbeiten. Ich blieb mit meinem Kind im Dorf in der Turkei zuruck. Anfangs war ich mit meinen Schwiegereltern zusammen in einer Wohnung. Als Frau konnte ich weite Wege nicht alleine zurucklegen. Die Wunsche meines Kindes wurden zum grofiten Teil nicht realisiert, da ich entweder kein Geld hatte oder nicht alleine diese erfullen konnte.“

So beschreibt eine turkische Frau (Elif) ihre damalige Situation auf dem Land. Sie hatte im Gegensatz zu einigen Frauen mehr Gluck, da sie nicht auf dem Land arbeiten musste. Fur Frauen, die zusatzlich auf dem Land arbeiten, ist die Wertschatzung ihrer Arbeit sehr gering. Zum Einen, da ihre Arbeit nicht entlohnt wird und zum Anderen, weil sie doppelter Belastung ausgesetzt sind: Die Erziehung der Kinder und der tagliche Haushalt lasten auf ihnen. Ihre Situation scheint ohne Ehemann aussichtslos zu sein, sodass ihnen keine andere Moglichkeit bleibt, als zu ihrem Mann nach Deutschland zu ziehen. Die Migration erweist sich hier als Krisenfolge, in die die gesamte Familie eingeschlossen ist.

4.2 Nachwanderung der Frau im Zuge des Anwerbestopps

Der Migrationprozess zeichnet sich dadurch aus, dass in den meisten Fallen die Frau und die Kinder in der Turkei zuruckbleiben. Durch den Anwerbestopp im November 1973 begannen viele der Zuwanderer ihre Familien nachzuholen.29

Dies war bei den Turken stark zu beobachten. Das Kindergeld war in diesem Zusammenhang ein groBer Impuls, um so viele Kinder wie moglich aus der Heimat nach Deutschland zu holen.

Die Nachwanderung der Frau mit ihren Kindern zu ihrem Mann brachte mannigfache Veranderungen mit sich. Um diese Veranderungen deutlich zu machen, sollen zuerst mit den soziokulturellen Lebensbedingungen in der Turkei dargestellt werden.

4.2.1 Die Lebenswelt der Frau und die soziokulturelle Lebensbedingungen in der Turkei vor der Nachwanderung

4.2.1.1 Die Frau in ihrem Dorf

Es ist kein groBes Geheimnis, dass die Turkei ein agrarwirtschaftliches Land ist. Viele angeworbene Gastarbeiter stammten aus den landlichen Gebieten der Turkei. Bei einer Gesellschaft, die von der Agrarwirtschaft abhangig ist, ist die Fruchtbarkeit der Frau ein finanzielles Kapital.30 Auf dem Dorf bedeuten Kinder Arbeitskrafte und Altersversorgung der Eltern. In der turkischen Gesellschaft war damals das Faible fur mannliche Nachkommen sehr bekannt. Wenn es nach den Vatern ginge, sollten Sohne auf die Welt kommen, da sie den Namen und die Familie fortsetzten und weil sie zusatzlich auch die Altersversorgung der Eltern sind.

Tochter werden in landlichen Gebieten bis zur ihrer Heirat als Hilfskraft im Haushalt betrachtet. Genauso wie die Mutter verbringen sie die meiste Zeit auBerhalb des Hauses, namlich auf dem Feld. Sie lernen die Rolle der Hausfrau kennen, die das Kochen und die Versorgung der jungeren Geschwister beinhaltet. Der Bildungsaspekt eines Madchens wird nicht ernst genommen, da sie ohnehin den Weg der Ehe fruh einschlagen werden wird.

Bei den EheschlieBungen handelte es sich damals nicht in erster Linie um Liebesheiraten. Es sind eher arrangierte Ehen gewesen, die durch die Eltern oder Verwandtschaften organisiert wurden. Diese Art der Partnerfindung erscheint aus heutiger Sicht befremdlich und wird mit Zwangsverheiratungen, Brautentfuhrungen und Versprechungen in Verbindung gebracht. Dem ist hinzuzufugen, dass nicht alle jungen Madchen auf entsetzliche Weise gezwungen werden zu heiraten.31 Nach der Heirat ist es in einigen Regionen Sitte, dass die junge Frau zu ihren Schwiegereltern ins Haus zieht. Sie sind von nun an - nach ihrem Ehemann - die Autoritatspersonen.32 Die ersten Ehejahre sind fur das junge Paar besonders schwierig. Das Haus wird von mehreren Familienmitgliedern bewohnt, wodurch sich bezuglich des Sexuallebens die verzwicktesten Situationen ergeben. Das Paar wird mit Peinlichkeiten und Heimlichkeiten konfrontiert.33

Die Hausarbeit, die sehr schwer ist und auf der Frau lastet, wird im Haus der Schwiegereltern weiterhin ausgefuhrt. Der jungen Frau fallt es schwer, die gesamte Last auf ihren Schultern zu tragen und die Unwissenheit in manchen Situationen macht sich bemerkbar. Zu all diesen Unannehmlichkeiten kommt zusatzlich die finanzielle Abhangigkeit hinzu, die mit Sitten und Brauchen der Familie ein komplexes System ergibt. Die junge Frau befindet sich in einer Einbahnstrasse, in der keine Abweichung moglich ist.

Fur Frauen im Migrationsprozess erweist sich die Lage schwieriger, da sich das Zuruckbleiben mit den Kindern als eine Doppelbelastung herausstellt. Die schwere Hausarbeit und die Erziehung des Kindes sind mogliche Impulse fur die Migrationsentscheidung der Frau. Um solch einer verzwickten Situation ein ,Gesicht‘ zu geben, habe ich mich mit mehreren muslimisch-turkischen Frauen unterhalten. Die meisten von ihnen leben seit mehreren Jahren in Deutschland und weisen eine interessante Migrationsgeschichte auf. Eine dieser Frauen ist Elif. Sie kam vor ca. 25 Jahren nach Deutschland. Elif heiratete mit 17 und bekam nach einem Jahr ihr erstes Kind. Nach der Geburt ihres Kindes wanderte ihr Ehemann nach Deutschland aus. Sein Ziel bestand darin, an einer deutschen Universitat zu studieren, um spater seiner Familie ein besseres Leben ermoglichen zu konnen. Jedoch schaffte er diesen Weg nicht und arbeitete in einer Fabrik. Wahrenddessen lebte Elif mit ihren Schwiegereltern in einem Dorf in der Nahe von Ankara. Fur Elif zeichnet sich ihre Entscheidung zu migrieren dadurch aus, das sie nach einer bestimmten Zeit mit ihren Schwiegereltern nicht mehr leben konnte. Zu groB waren die Auseinandersetzungen mit ihnen, weshalb sie bei ihren eigenen Eltern auf ihren Ehemann wartete.

Elif ist eine von vielen Frauen, die solch eine Migrationsgeschichte erlebt hat. Die familiaren und gesellschaftlichen Verhaltnisse haben die Frauen zum Entschluss geleitet, sodass sie fur ein besseres Leben ins Ausland gehen. In der Migration sehen diese Frauen die Befreiung aus aufgezwungenen Bindungen. Das Leben mit den Schwiegereltern ist fur viele mehr Qual als Wahl. In einer Gesellschaft, die von der Agrarwirtschaft lebt und kein soziales Wohlfahrtssystem hat, hat die GroBfamilie eine erhebliche gesellschaftliche Rolle und erfullt unterschiedlichen Funktionen wie z.B.:

- Wirtschaftliche Funktion
- Erziehungsfunktion
- Schutzfunktion
- Kontrollfunktion u.v.m.34

Wirtschaftliche und soziale Funktionen sind unzertrennliche Bereiche. Eine Frau, die mit ihren Schwiegereltern lebt und kein eigenes Einkommen hat, ist deswegen finanziell von diesen abhangig. Ihr Ehemann, der im Ausland arbeitet, schickt das Geld zu einem mannlichen Familienmitglied, der das Geld in der Familie auch verwaltet. Somit hat die Ehefrau des Migranten keine Moglichkeit, das Geld an sich zu nehmen und nach ihren Bedurfnissen auszugeben. Uberdies gewinnen die familiaren und verwandtschaftlichen Beziehungen aufgrund der beidseitigen Abhangigkeit, sei sie wirtschaftlich oder sozial, an Bedeutung.

Die dargestellten soziokulturellen Lebensbedingungen in der Turkei zu Zeiten des Anwerbestopps zeigen auf, dass im Dorf Lebende vor ihrer Migration in die BRD Schwierigkeiten ausgesetzt waren, die einen bedeutenden Einfluss auf ihre Biografie hatten. Schon als Kind erlebten sie Diskriminierung seitens der eigenen Familie, indem sie keinen Schulabschluss erreichen konnten, weil das Bildungsprivileg den Sohnen der Familie vorbehalten war. Sie heirateten in jungen Jahren und wurden in das Leben einer Hausfrau fruh eingewiesen. Die Verantwortung und Zustandigkeit lag in ihren Handen. Sie waren fur die „inneren Angelegenheiten“ zustandig.

Doch das Leben fand fur Frauen nicht nur in den Dorfern statt. Familienstrukturen, Sitten und Gebrauche sind in den Stadten und Dorfern unterschiedlich. Um einen brauchbaren Vergleich machen zu konnen, ist es von Vorteil, einen Blick in die Lebensweise einer Frau in der Stadt zu werfen.

4.2.1.2 Das Leben in der Stadt

Im vorherigen Kapitel sah man die Lebenswelt einer turkischen Frau in ihrem Dorf vor ihrer Migration in die BRD. Nicht nur Frauen aus den landlichen Gebieten der Turkei wanderten nach Deutschland aus. Auch solche aus den Stadten sahen die Moglichkeit hinsichtlich der wirtschaftlichen und sozialen Lage, ein besseres Leben im Ausland zu fuhren.

Die Situation in der stadtischen Familie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der Lebensform im Dorf. Es ist wohl bekannt, dass die turkische Familie nach Geschlecht und Alter hierarchisch gegliedert ist. Jedoch muss man erwahnen, dass die geschlechtsspezifische Hierarchie einen groBeren Einflussfaktor bildet als die altersspezifische Hierarchie. Der erste Einflussfaktor tritt im Dorf deutlich hervor. Diese hierarchische Gliederung kommt in den Stadten von Schicht zu Schicht anders vor.

Wenn Familien aus dem Dorf in die Stadt ziehen, setzt sich die Armut weiter fort.35 Da die Mieten in der Stadt zu hoch sind, ziehen die „Unterschichten- Familien“ in die Randgebiete der Stadt. In solchen Wohnvierteln beschrankt sich die Lebensweise auf das Minimum. Grundversorgungen wie z.B. Wasser und Strom sind kaum vorhanden. StraBenhandler, Handwerker und Arbeiter bilden das Bild der „Unterschichten-Siedlungen“. Durch die unbegrenzte Mobilitat im Gegensatz zum Dorf verandert sich die soziokulturelle Lebensweise drastisch. Die Sichtweise zu Familienbeziehungen, zu erzwungenen Bindungen zum Heimatdorf zeigt Veranderungen auf, welches sich durch Distanz zu den jeweiligen Bereichen bemerkbar macht. Durch das Erleben der Binnenmigration werden Normen und Werte, die aus den landlichen Gebieten mitgebracht worden sind, mit den soziokulturellen Gegebenheiten der GroBstadt konfrontiert. Die Binnenmigration ist in diesem Zusammenhang der erste Schritt zu wirtschaftlichen und soziokulturellen Problemlosungsversuchen.

Nach dem wir einen Uberblick uber die Situation des stadtischen Lebens bekommen haben, widmen wir uns der Lebensweise der Frauen in den Stadten. Der GroBteil der in den Stadten lebenden Frauen ist berufstatig. Dadurch bekommt die turkische Frau eine andere Rolle zugewiesen als die sie auf dem Dorf innehat. Sie ist als Lohnarbeiterin, Putzfrau oder als Hilfskraft tatig und tragt zum Familieneinkommen bei. Die Haupternahrerrolle des Mannes lost sich durch die Arbeit seiner Frau langsam auf, was fur den Mann als Machtverlust gesehen werden kann.36 Dies hat zur Folge, dass sich die traditionellen Machtstrukturen in der Familie auflosen. In den Stadten sind Frauen nicht nur berufstatig, sondern versuchen auch ihre eigene Zukunft aktiv mitzugestalten. Trotz all dem ist es nicht einfach, die hierarchischen Strukturen der Familie zu durchbrechen. Lediglich 7% der Frauen erreichen die Mittlere Reife und den Hochschulabschluss sogar nur funf von tausend Frauen.37 Im Vergleich zum mannlichen Geschlecht profitieren sehr wenige Frauen von der Hochschulbildung.

Auch der Anteil der erwerbstatigen Frauen in den 60er und 70er Jahren ist im Vergleich zu der mannlichen Bevolkerung gering. Nur 10,5% der stadtischen Frauen gilt als berufstatig.38 Sie erhalten in der Regel die Arbeiten, die entweder schlecht bezahlt werden oder schwer sind. Die daraus resultierenden soziookonomischen Probleme der Frauen sind davon abhangig, welcher sozialen Schicht sie angehoren. Frauen aus der Oberschicht haben wesentlich hohere Chancen, Selbststandigkeit zu erlernen als Frauen aus der Unterschicht. Fur diejenigen, die es geschafft haben einen Beruf zu erlernen, wie z.B. eine Krankenschwester oder Lehrerin, erhohen sich die Moglichkeiten in Bezug auf die Selbststandigkeit. Die Berufstatigkeit der Frau gibt ihr mehr Selbststandigkeit und Selbstwertgefuhl. Dadurch wandelt sich so langsam aber sicher die Rolle und der Status der turkischen Frau in der Gesellschaft. Auch wenn es dem Ehemann schwer fallt, seine Rolle als Familienernahrer mit seiner Frau zu teilen, lasst die finanzielle Situation der Turkei keine andere Wahl als mit ihr diese Aufgabe gemeinsam zu meistern. Die Abhangigkeit der Frau von ihrem Mann wird jedoch durch diese Umstande nicht komplett aufgelost. AbschlieBend lasst sich sagen, dass die Benachteiligung der Frau in allen Bereichen zu beobachten ist. Sie ist in der Offentlichkeit nicht unmittelbar prasent und beteiligt sich kaum an gemeinschaftlichen Entscheidungen.

Die dargestellten Entwicklungs-, Bildungs- und Arbeitsmoglichkeiten beschreiben die Situation der Turkei in den 60er und 70er Jahren. Heutzutage hat die turkische Frau eine andere gesellschaftliche Stellung als vorher. Die Zahl der weiblichen Studierenden betrug im akademischen Lehrjahr 2008-2009 1.274.618 von insgesamt 2.924.281.39 Daraus resultiert, dass die Rolle und der Status der Frau erhebliche Veranderungen unterworfen ist. Wie uberall auf der Welt ist die Emanzipation der Frau auch in der turkischen Gesellschaft keine unbekanntes Thema.

Fur Frauen im Migrationsprozess gilt jedoch, dass sie mehr Kraft aufbringen mussen, um sich in einer fremden Kultur zu Recht zu finden. Ihre soziokulturelle Lage in der Turkei zeigt ihre Situation vor der Migration in die BRD. Sie stehen vor familiaren Problemen und mussen sich mit gesellschaftlichen Vorschriften auseinandersetzen.

Durch die Migration ins Ausland erhoffen sich die meisten Frauen, angegangene Probleme auf eine neue Art und Weise zu losen. Sie streben nach sozialem Aufstieg und der Loslosung aus gezwungenen Vorschriften. Dabei steht der wirtschaftliche Aspekt an erster Stelle, da die Situation in der Heimat auBerst miserabel ist und diese Konstellationen fur die Zukunft der Kinder keine groBe Moglichkeit bietet.

Im Folgenden soll nun die Situation der turkischen Frau nach ihrer Ankunft in Deutschland dargestellt werden. Dieser Lebensabschnitt beinhaltet viel ,Neuland‘ fur sie, da sie nun in einem neuen Kulturkreis fur eine unbestimmte Zeit existieren wird.

4.3 Das Leben der turkischen Frau in der BRD

Die Migration der turkischen Gastarbeiter in die fremde deutsche Kultur loste bei Vielen Entfremdung aus. Als Minderheit in der Gesellschaft war ihr rechtlicher Status begrenzt. Dadurch ergab sich ein eingeschrankter Handlungsraum. AuBerdem war die Aufnahmebereitschaft nur von kurzer Dauer, sodass eine Akzeptanz seitens der deutschen Gesellschaft nicht groB war. Im Folgenden wird die Situation der angeworbenen Arbeitskrafte nach dem Anwerbestopp dargestellt. Das Hauptmerkmal liegt auf den Frauen, die nach dem Anwerbestopp nachgewandert sind. Um einen klaren Uberblick zu verschaffen, ist es wichtig die politischen, okonomischen und sozialen Gegebenheiten zu analysieren.

4.3.1 Die rechtliche Situation- Auslanderpolitik

Die Auslanderpolitik der Bundesrepublik Deutschland unterzog sich mehreren Entwicklungsphasen, welche sich nicht nur durch den Wechsel der Denkweisen, sondern vor allem auch durch gesetzliche Revisionen auszeichnete. Mit dem Anwerbestopp im Jahre 1973 sollte sowohl der Olkrise, als auch dem Ansturm in die BRD entgegengewirkt werden. Dieser Anwerbestopp nahm jedoch andere Dimensionen an. Er verhinderte zwar die weitere Anwerbung der auslandischen Arbeiter, fuhrte jedoch nicht zu einem Ruckgang der auslandischen Bevolkerung.

Durch diesen Stopp wurde das Gegenteil erreicht. Die Gastarbeiter kamen mit dem Ziel, fur eine bestimmte Zeit in der BRD zu arbeiten, um mit dem Ersparnis in der Heimat eine Existenz aufzubauen. Dieses Ziel lieB sich jedoch nicht schnell verwirklichen, welches dann zu einer Verlangerung des Aufenthalts fuhrte. Die Verkurzung des Kindergeldes fur die Kinder im Ausland war der zusatzliche Impuls, um weitere Familienmitglieder nachzuholen. Die Nachwanderung der Familie war jedoch die letzte Moglichkeit, in Deutschland zu bleiben.40

Um die Rotation der Arbeitskrafte zu ermoglichen, vergab man nur ein einjahriges Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis.41 Dies betont die Bezeichnung der Gastarbeiter, die durch diese Politik zum Ausdruck gebracht wurde. Diese Vorgehensweise der Regierung erklart auch die Abwesenheit der Integrationspolitik in Bezug auf die angeworbenen Arbeitskrafte. Gegen Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre wurde daruber diskutiert, ob die Beschaftigung der Migranten von vorubergehender Natur sei.42 Zum Einen tendierten viele Gastarbeiter fur einen langeren Aufenthalt, da sie ihre Sparziele noch nicht erreicht hatten. Zum Anderen befurworteten die Arbeitgeber den langeren Aufenthalt der Angeworbenen, da neue Arbeitskrafte Einarbeitungszeit in Anspruch nehmen und somit die Rentabilitat senken wurden. Die Bundesregierung hat zu diesen Zeiten keine erkennbare Integrationspolitik gefuhrt, da sie sich in erster Linie nicht als Einwanderungsland bezeichnete und das Hauptanliegen okonomisch ausgerichtet war.43 Sie beharrte auch Anfang der 80er Jahre darauf, kein Einwanderungsland zu sein und machte die Ruckkehrbereitschaft der Gastarbeiter mit der so genannten „Ruckkehrpramie“ schmackhaft.44 Die Gastarbeiterfamilie bekam fur die Ruckkehr 10 500,- DM und zusatzlich dazu 1500,- DM fur jedes Kind. Davon profitierten lediglich 10 000 Menschen.45 Dadurch zeigte die Regierung ihre Haltung gegenuber der Auslanderpolitik, die sich in diesen Jahren kaum veranderte.

Im Jahre 1975 sprach man in einem interministeriellen Ausschuss uber die Beschrankung des Familiennachzugs. Die Begrenzung des Familiennachzugs wurde jedoch aus humanitaren Grunden nicht vollzogen. Stattdessen wurde im Jahr 1981 die Altersgrenze fur nachzuholende Kinder von 18 auf 16 Jahre gesenkt.46

Doch welchen Status sah das Auslandergesetz fur die angeworbenen Arbeitskrafte und deren Familien vor? Wie auch schon oben erwahnt, betrachtete die Bundesregierung die Arbeitskrafte nur als „Gaste“, weshalb man auch von Gastarbeitern sprach, die keine Dauerrechte besaBen.

„Das Ziel unserer Auslanderpolitik kann nicht sein, Deutschland mit Auslandern anzufUllen. Die Auslander, speziell die islamischen Arbeiter aus der Turkei, schaffen uns eine Gesellschaft, die falsch Uber uns denkt. “47,

oder

„Wir mUssen die Zahl der Auslander vermindern. “48,

sind Zitate des damaligen Bundesinnenministers Dr. Friedrich Zimmermann, die fur seine Auslanderpolitik stehen. Aus diesen Zitaten geht abermals hervor, dass die angeworbenen Arbeitskrafte nur als Gast gesehen und ihnen kein Recht zum Bleiben eingeraumt wurde.

4.3.2 Auslandergesetz 1965

Um die Anzahl der angeworbenen auslandischen Arbeitskrafte auf dem Arbeitsmarkt anzupassen, wurde im Jahre 1965 das Auslandergesetz (AuslG) verabschiedet. Das Gesetz besagt, dass alle auslandischen Staatsburger, die langer als drei Monate in Deutschland leben und arbeiten mochten, eine Aufenthaltserlaubnis sowie eine Arbeitserlaubnis benotigen. Im Folgenden beschaftigen wir uns mit den Einzelheiten des Auslandergesetzes, welches auch soziale Folgen fur die betroffenen Familien mit sich brachte.

4.3.3 Aufenthaltsrecht

„Auslander, die in den Geltungsbereich dieses Gesetzes einreisen, bedUrfen einer Aufenthaltserlaubnis. Die Aufenthaltserlaubnis darf eingeteilt werden, wenn durch die Anwesenheit des Auslanders Belange der BRD nicht beeintrachtigt werden. “49

So lautet der § 2 Abs. 1 des AuslG, der davon ausgeht und dies schriftlich festhalt, dass der auslandische Staatsburger keinen rechtlichen Anspruch auf Bewilligung der Aufenthaltserlaubnis hat.50 Die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis liegt in der Gnade der Auslanderbehorde, die keine konkreten Kriterien der Erteilung einer Erlaubnis besitzt. Die Behorde muss auf „die Belange der BRD “ achten. Hier wird jedoch nicht konkret angegeben, was die Belange der BRD sind.

Die Arbeitserlaubnis kann entweder befristet oder unbefristet erteilt, raumlich und zeitlich beschrankt sowie mit Konzessionen und Vorschriften dotiert werden. Laut § 7 Abs. 1 des AuslG kann die Aufenthaltserlaubnis eingeschrankt und nach Abs. 3 auch mit Bedingungen und Auflagen versehen werden.51

Die Aufenthalterlaubnis wurde in der Praxis von den Behorden fur ein Jahr und nur fur einen bestimmten Arbeitsplatz auferlegt. „Die Aufenthaltserlaubnis ist nur gultig fur die Dauer der Beschaftigung bei der Firma X“52 so lautete die Vorschrift in den Behorden. Wenn der auslandische Arbeitnehmer seine Arbeitsstelle wechselte, verlor er automatisch seine Aufenthaltserlaubnis. Bei weiteren Vermittlungen traten groBe Schwierigkeiten auf.

Wie bereits erwahnt war die Aufenthaltserlaubnis auf ein Jahr begrenzt. Bei einer erneuten Beantragung konnte sie um zwei Jahre verlangert werden, wobei der Antragsteller hierbei auf die Gnade der Behorden hoffen musste. Bei einem ununterbrochenen Aufenthalt von funf Jahren mit bestimmten Voraussetzungen wie z.B. Sprachkenntnisse, angemessene Wohnung, Erwerbstatigkeit usw. konnte die unbefristete Aufenthaltserlaubnis erteilt werden.53

Diese Umstande betrafen nicht nur die mannlichen Familienmitglieder. Vor allem Frauen waren von diesen Umstanden stark betroffen. Die Mehrzahl der turkischen Frauen war durch den Familiennachzug nach Deutschland gekommen. Sie waren rechtlich an den Aufenthalt des Ehemannes gebunden, der seinen Arbeitsplatz in der BRD hatte. Kam es zu einer Ruckkehr in die Heimat oder zur Trennung des Paares, wurde die Aufenthaltserlaubnis der Frau aufgehoben oder nicht verlangert, da ihr Dasein in Deutschland keinen Zweck mehr erfullte.54

Frauen waren in dieser Situation sowohl rechtlich, als auch finanziell auf ihre Manner angewiesen. Bei einer Scheidung war sie nur als Hausfrau tatig, aber auch wenn sie arbeitete, war ihr Gehalt so niedrig, dass sie auf Sozialhilfe angewiesen war.

Gerade dieser Umstand gefahrdete ihren Aufenthalt in der BRD. Denn das AuslG § 10 Abs. 1 Nr. 10 besagt, dass die Inanspruchnahme der Sozialhilfe Grund fur die Ausweisung darstellt. Dieses Gesetz galt, obwohl die angeworbenen Arbeitskrafte einen Rechtsanspruch auf Sozialhilfe hatten.55 Bis Ende September 1979 besaBen erst 22% der Auslander eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis, obwohl sie seit acht Jahren oder langer in der BRD lebten. Da das wirtschaftliche Interesse fur die Regierung Prioritat hatte, wurden die angeworbenen Arbeitskrafte geduldet und das Gesetz sah vor, „das schutzwUrdige Interesse der Wirtschaft zu befolgen. “56

4.3.4 Arbeitserlaubnis

Wie eben schon erwahnt, wurde eine Aufenthalterlaubnis nur dann erteilt, wenn der auslandische Staatsangehorige einen Arbeitsplatz hatte. In diesem Fall waren Staatsangehorige aus den EG-Mitgliedsstaaten im Vorteil, da sie keine Arbeitserlaubnis brauchten. Weil die Arbeitserlaubnis mit der Aufenthaltserlaubnis gekoppelt war, waren die Turken, Jugoslawen usw. den Interessen der Wirtschaft ausgeliefert.57 Es gab zwei Arten von Arbeitserlaubnissen:

- die allgemeine Arbeitserlaubnis
- die besondere Arbeitserlaubnis

Die allgemeine Arbeitserlaubnis war in der Regel auf ein Jahr beschrankt und wurde nur fur einen bestimmten Betrieb ausgestellt. Der auslandische Arbeitnehmer verpflichtete sich, fur ein Jahr in diesem Betrieb zu arbeiten. Kundigte er seine Position, erlosch seine Aufenthaltserlaubnis und er musste zuruck in seine Heimat kehren. Die besondere Arbeitserlaubnis wurde dann erteilt, wenn der auslandische Arbeitnehmer ununterbrochen funf Jahre jegliche Arbeiten ausgeubt hatte.58 Die Bewilligung der allgemeinen Arbeitserlaubnis war das Steuerungsinstrument der Auslanderbeschaftigung, da sie von der Entwicklung der Wirtschaft abhangig gemacht wurde.

Durch den Anwerbestopp im Jahre 1973 wurde die Arbeitserlaubnis fur neu Eingereiste verwehrt. Es wurde nur denjenigen eine Arbeitserlaubnis bewilligt, die durch die Familienzusammenfuhrung in die BRD eingereist waren. Dies war jedoch mit Wartezeiten bis zu vier Jahren verbunden.

Bis zur Regelung der Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis waren Frauen darauf angewiesen, zur finanziellen Sicherung der Familie beizutragen. AuBer einer illegalen Arbeitsaufnahme blieb ihnen keine andere Moglichkeit als Putzkraft zu arbeiten. Solch eine Arbeit war verbunden mit:
- niedrigem Lohn
- kein arbeitsrechtlicher Schutz
- keine Sozialversicherung
- Angst aufzufallen und abgeschoben zu werden.59

Ohne jegliche rechtliche Unterstutzung waren sie auch einem Despotismus des Arbeitsgebers ausgesetzt.

Die Grundrechte der BRD waren den auslandischen Familien zwar formal gegeben, jedoch existierte eine Gleichstellung mit den Einheimischen in keiner Weise.

4.4 Die Situation der Frau nach der Familienzusammenfuhrung

Die restriktive Auslanderpolitik fuhrte dazu, dass auslandische Arbeitnehmer ihre Familienangehorigen in die BRD holten. Das Nachholen der Ehefrau und Kinder erwies sich sowohl fur den Mann, als auch fur die Frau und Kinder als schwierig. Vor allem Frauen litten unter diesen neuen Umstanden.

Die Ankunft in einer neuen Umgebung und die Konfrontation mit einer neuen fremden Kultur stellen ein Problem dar. Aufgrund des durch die Migration bedingten Wechsels des Wohn-, Kultur- und Lebensortes nimmt die Rolle der Frau in der fremden Gesellschaft andere Strukturen an, die sich vom Entsendeland unterscheiden. Das Aufnahmesystem stellt bestimmte Bedingungen, die von der betroffenen Person, hier in diesem Fall die Migratenfamilie, akzeptiert und ausgefuhrt werden mussen. Die Migrantenfamilie muss sowohl nach auBen, als auch nach innen gerichtete Anpassungsleistungen hervorbringen. Dies gestaltet sich allerdings als schwierig.

Auf der einen Seite erkennt die Migrantenfamilie, speziell die Frau, dass bestimmte Verhaltensmuster aus ihrer Heimat diskriminierende Aspekte im Aufnahmesystem hervorrufen. Auf der anderen Seite konnen sie sich mit den liberaleren Normen und Werten des Aufnahmelandes nicht identifizieren.60 Sie erkennen, dass die im Aufnahmeland gegebenen Moglichkeiten komfortabler sind, jedoch wissen sie auch, dass dieser Zustand mit Belastungen verbunden ist.

Prokop geht davon aus, dass die Spannung der Frauen nicht nur aus den verschiedenen Rollenanforderungen entsteht, sondern aus Dynamiken, die ihr Leben tiefgrundig bestimmen.61 Die Entfaltungsmoglichkeiten und das Leben der Frau werden sowohl durch die familiaren, als auch durch berufliche Tatigkeitsbereiche begrenzt.

„ In diesem Spannungsfeld ist die gewohnte Eindeutigkeit der familiaren Beziehungen akut gefahrdet, was mehr oder weniger tiefgreifende Identitatsverunsicherungen der einzelnen Familienmitglieder bedingt. “62

Die Familie ist der Ort der Formgebung bestimmter traditioneller Rollen, die fur die Entstehung der weiblichen Identitat verantwortlich sind. Mit der Migration gehen Verunsicherungen einher, aufgrund derer sie ihre bisherige soziale Identitat als Frau in Frage stellt. Die Rollen, sei sie innerfamiliar oder auBerfamiliar, stehen dabei zur Disposition, da die Tatigkeitsbereiche der Frau im Migrationskontext eine Verschiebung der Schwerpunkte hervorruft.

An Stelle der gewohnten korperlichen Belastungen ruckt die psychische Beziehungsarbeit in das Zentrum des Familienlebens, die damit verbunden ist, dass der Alltag in bestimmte Sequenzen aufgeteilt wird. Parallel dazu entstehen auch die mit der eigenen Erwerbstatigkeit verbundenen Erkenntnisse als Folge der Migration, Belastung in anderen Lebensbereichen, vor allem naturlich in der Familie.

Belastungen im Bereich der Familie, des Haushalts und der Kindererziehung sind mogliche Faktoren fur Entfaltungshemmnisse von Bedurfnissen. Die Reaktion der Frau auBert sich durch die Gefuhle der Unzufriedenheit und der Angst.63 Die Unzufriedenheit kommt dadurch Zustande, dass der Haushalt keine Entwicklung mit sich bringt. Das Gefuhl der Angst entwickelt sich bei der Frau durch die Furcht vor der Verschlechterung der finanziellen Situation, die sie alleine nicht bewaltigen kann.

Zusatzlich wird das Leben der Familie durch die institutionalisierte Diskriminierung sowie durch Feindlichkeit, Vorurteile und rassistische Alltagsdiskriminierung erschwert.

Die Migration bedeutet fur die Meisten einen groBen Einschnitt in ihrem Leben. Die sozialen Bezuge werden am Anfang der Migration sehr vermisst. Dadurch, dass viele Frauen sich nicht trauen aus dem Haus zu gehen, weil die Umwelt ihnen fremd ist, kommt die Abhangigkeit vom Ehemann wieder zum Vorschein. Der Besuch von anderen Gleichgesinnten entpuppt sich als schwierig, da dies ohne mannliche Begleitung nicht moglich ist, weil die Angst vor der fremden Umgebung groB ist. Das Gefuhl der Unzufriedenheit macht sich bemerkbar. Eine turkische Frau erzahlt von ihrer damaligen Situation:

„lch habe mich am Anfang sehr gelangweilt. Im Dorf geht man an den Brunnen um Wasser zu holen und trifft dort andere Frauen. Hier war ich immer zu Hause. Alleine konnte ich nicht raus, weil ich mich nicht auskannte. lch habe meine Heimat und meine Familie sehr vermisst. “

Ein weiterer Aspekt, der die Entfaltungsmoglichkeiten der Frauen am Anfang der Migration hemmt, ist das Fehlen der notigen Sprachkenntnisse.

„Jeder Mensch muss lernen, seine ihn umgebende Wirklichkeit mit Hilfe der Sprache zu erfassen. “64

Das Erlernen der Sprache des Einwanderungslandes ist eine elementare Notwendigkeit, um sich im Aufnahmesystem zu etablieren und von der Aufnahmegesellschaft akzeptiert zu werden. Die meisten Migranten sahen keine Notwendigkeit, die Sprache des Aufnahmelandes zu erlernen, weil sie mit dem Ziel eines kurzen Aufenthaltes lebten. Auch seitens der Regierung wurden in dieser Hinsicht keine ausreichenden Sprachlernangebote gemacht.65 Erst im Laufe der Zeit wurden Sprachkurse angeboten, die insbesondere von den Frauen in Anspruch genommen wurden. Naheres zu den Sprachkursen befindet sich in den weiterfuhrenden Kapiteln.

In dem Prozess der Aneignung der neuen Sprache werden nicht nur bereits bekannte Begrifflichkeiten durch neue sprachliche Wortbedeutungen ersetzt, es stellt sich auBerdem heraus, dass das Erlernen der Sprache des Aufnahmesystems einen kulturellen Lernprozess in Gang setzt, indem die Migranten mittelbar dazu angetrieben werden, ihre bisher erlernte Kultur und Sprache neu zu bewerten.66

Frauen, die einer Beschaftigung nachgehen, haben den bedeutenden Vorteil, dass sie die Sprache schneller lernen als die Hausfrauen. Der soziale Kontakt, besonders zu deutschen Arbeitskollegen, ermoglicht ihnen den einfacheren Zugang zu der deutschen Sprache. Eine groBe Bedeutung wird dem Selbststudium beigemessen. 57% der Frauen geben an, dass ihre heutigen Deutschkenntnisse auf intensives Selbststudium zuruck zu fuhren sind.67 Einen groBen Einfluss haben in diesem Zusammenhang deutsche Nachbarn, die in unmittelbarer Umgebung von Migrantenfamilien leben. Der soziale Kontakt zu diesen Nachbarn ist ein groBer Fortschritt beim Erlernen der Sprache. Viele Migrantenfamilien berichten, dass hilfsbereite Nachbarn einen positiven Einfluss auf den Erfolg ihrer Deutschkenntnisse hatten.68

Dennoch ist der Prozess des Nachholens der Familie mit Schwierigkeiten verbunden. Sowohl fur den Mann, als auch fur die Frau ist das Leben in einer neuen Umgebung mit bisher noch nicht erlebten Problemen gekoppelt. Vor allem Frauen69 leiden sehr unter diesen neuen Umstanden. Der Druck seitens der Familie und der Aufnahmegesellschaft ist enorm. Der Schwerpunkt in der Familie liegt im psychischen Bereich, wo die Frau die Familie aus einer neuen Perspektive koordinieren muss. Sie leistet nun vermehrt Beziehungsarbeit. Dadurch bekommt sie das Gefuhl, sich nicht frei entfalten zu konnen, da ihr die Moglichkeiten fehlen. Fur erwerbstatige Frauen bedeutet dieser Zustand eine doppelte Belastung. Die schlecht bezahlte und korperlich anstrengende Arbeit sowie der tagliche Haushalt sind der Beginn einer Unzufriedenheit. Mit einer Prise Heimweh und sprachlichen Defiziten erweist sich das Leben am Anfang der Migration als unertraglich.70

Diese Umstande zeigen, dass die Anfangsphase der Migration fur viele Familien eine ZerreiBprobe war. So aussichtslos wie es oben auch klingen mag, ergab sich fur viele die Moglichkeit, aus dieser perspektivlosen Situation raus zu kommen. Der Wunsch nach einem besseren Leben in der BRD spornte Frauen an, sich im Laufe der Migration fur Berufe zu qualifizieren.71

4.5 Resumee

Die soziookonomischen Strukturen der Turkei zwangen eine erhebliche Zahl der Bevolkerung ins Ausland, vor allem in die BRD zu emigrieren, da die Arbeitslosenzahl rasch anstieg und somit der Lebensstandard in einem anderen Land aufgebessert werden sollte. Aus diesen Existenzgrunden waren die Menschen aus der Turkei bereit, jede Arbeit anzunehmen.72

[...]


1 Vgl. http://www.zeit.de/politik/deutschland/2009- 10/sarrazin-aeusserung- integration?page=all

2 Vgl. http://www.welt.de/politik/deutschland/article5845807/Mehr-Migranten-im- oeffentlichen-Dienst-aber-wie.html

3 Dudenverlag, Duden: Deutsches Universalworterbuch. 2007, S.889

4 Treibel, Annette: Migration in modernen Gesellschaften. 2008, S.137

5 Vgl. ebd.

6 Vgl. Schramkowski, Integration unter Vorbehalt.2007, S.25

7 Auszug aus dem Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vom 11.11.2005 in: Frech, Siegfried u. Meier-Braun, Karl Heinz (Hrsg.): Die offene Gesellschaft: Zuwanderung und Integration. 2007, S.44

8 Vgl. ebd. S. 53

9 ebd., S. 53

10 http://www.sueddeutsche.de/politik/85/432834/text/

11 Grosses Worterbuch: Fremdworter.2004, S.56

12 Vgl.: Treibel, Annette: Migration in modernen Gesellschaften. 2008, S.89

13 ebd. S.89

14 Vgl. Schmidt- Koddenberg, Angelika: Akkulturation von Migrantinnen. 1989, S.22

15 Vgl.: Treibel, Annette: Migration in modernen Gesellschaften. 2008, S.89

16 Vgl.: Esser, Hartmut: Aspekte der Wanderungssoziologie. 1980, S.76.

17 ebd. S.210f.

18 Vgl. ebd. S. 48

19 Vgl. ebd.

20 Schmidt- Koddenberg, Angelika: Akkulturation von Migrantinnen. 1989, S.37

21 Treibel, Annette: Migration in modernen Gesellschaften. 2008, S.19

22 ebd.

23 Vgl. Auernheimer, Georg: Einfuhrung in die interkulturelle Erziehung. 1990, S. 43f.

24 Vgl. Diehm/Radtke: Erziehung und Migration.1999, S. 9

25 Vgl. Gereke, Iris/ Srur,Nadya: Integrationskurse fur Migrantinnen. 2003,S. 39ff.

26 Vgl. Meiner-Braun :Migration in modernen Gesellschaften. 2008, S.56

27 Vgl. Auernheimer, Georg: Einfuhrung in die interkulturelle Erziehung. 1990, S. 44

28 Vgl. Firat, Gulsun: Der Prozess der Hausfrauisierung am Beispiel der Migration von Frauen aus der Turkei in die BRD.1987, S. 125

29 Vgl. http://www.zuwanderung.de/nn_1068562/DE/Zuwanderung hat Geschichte/Anwerbung/A nwerbung node.html? nnn=true

30 Vgl. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevo elkerung/MigrationIntegration/AuslaendischeBevoelkerung/Tabellen/Content75/Geschlecht,te mplateId=renderPrint.psml

31 Vgl. Schmidt- Koddenberg, Angelika: Akkulturation von Migrantinnen. 1989, S.54

32 Vgl. Korte, Hermann; Schmidt Alfred: Migration und ihre sozialen Folgen.1983, S. 20

33 Vgl.: Mikein, Buket: Die Stellung der Frau in der Turkei.1986, S.175

34 Vgl. Steinhilber, Beate: Grenzuberschreitungen. 1994, 254f.

35 Vgl.: Mikein, Buket: Die Stellung der Frau in der Turkei.1986, S.176

36 Vgl. ebd.

37 Vgl. Steinhilber, Beate: Grenzuberschreitungen. 1994, S.252

38 Vgl.: Mikein, Buket: Die Stellung der Frau in der Turkei.1986, S.179

39 Vgl. ebd.

40 Vgl. Firat, Gulsun: Der Prozess der Hausfrauisierung am Beispiel der Migration von Frauen

aus der Turkei in die BRD. 1987, S. 112

41 Vgl. ebd.

42 Vgl. http://www.kalitelihayat.com/egitim-haberleri/universitelerde-ogrenci-sayisi-artti.html

43 Vgl. Ozdemir, Cem: Currywurst und Doner. 1999, S. 88f.

44 Vgl. Gereke, Iris/ Srur,Nadya: Integrationskurse fur Migrantinnen. 2003,S. 40

45 Vgl. ebd.

46 Vgl. Heckmann. ebd.

47 Vgl. Ozdemir, Cem: Currywurst und Doner. 1999, S. 100

48 Vgl. ebd.

49 Vgl. Dr. Mehrlander, Ursula: In: Zukunft in der Bundesrepublik oder Zukunft in der Turkei? 1986, S. 59f.

50 Dieses Zitat ist aus dem Buch von Rolf Meinhardt, dem Herausgeber von „Turken raus? Oder verteidigt den sozialen Frieden.“ Das Zitat befindet sich auf der hinteren Einschlagklappe mit dem Vermerk: Innenminister Friedrich Zimmermann gegenuber BILD. Weitere Angaben zum Zitat wurden leider nicht gefunden.

51 http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/84/84_3/zimmer.htm

52 Vgl. Firat, Gulsun: Der Prozess der Hausfrauisierung am Beispiel der Migration von Frauen aus der Turkei in die BRD. 1987, S. 127

53 Vgl. ebd.

54 Ucar, Ali: Die soziale Lage der turkischen Migrantenfamilien. 1982, S. 55

55 Vgl. ebd.

56 Vgl. ebd.

57 ebd.

58 Vgl. Firat, Gulsun: Der Prozess der Hausfrauisierung am Beispiel der Migration von Frauen aus der Turkei in die BRD. 1987, S. 127

59 Vgl. ebd.

60 Vgl. ebd.

61 Ebd.

62 Vgl. ebd.

63 Vgl.ebd.

64 Vgl. Schmidt- Koddenberg, Angelika: Akkulturation von Migrantinnen. 1989, S.87

65 Vgl. Rosen, Rita: .. .MuB kommen, aber nix von Herzen. 1986, S. 58f.

66 Vgl. ebd.

67 Schmidt- Koddenberg, Angelika: Akkulturation von Migrantinnen. 1989, S.112

68 Vgl. Rosen, Rita: .. .MuB kommen, aber nix von Herzen. 1986, S. 59

69 Lutz, Helma: Welten verbinden. 1991, S. 99

70 Vgl. Gereke, Iris/ Srur,Nadya: Integrationskurse fur Migrantinnen. 2003,S. 87

71 Vgl. Lutz, Helma: Welten verbinden. 1991, S. 99

72 Vgl. Zentrum fur Turkeistudien: Migration und Emanzipation. 1995, S. 63

Ende der Leseprobe aus 151 Seiten

Details

Titel
Zum Bild der Frau in Integrationskursen für muslimische Frauen in Deutschland
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
151
Katalognummer
V148600
ISBN (eBook)
9783640596294
ISBN (Buch)
9783640596027
Dateigröße
2081 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
muslimische Frau, türkische Frau, Muslime, Migration, Islam, Integrationskurse, Akkulturation, Bild der Frau, Benachteiligung Migraten, Assimilation, Integration von Migrantinnen, Integrationspolitik, türkisches Frauenbild
Arbeit zitieren
Sümeyye Özdemir (Autor), 2009, Zum Bild der Frau in Integrationskursen für muslimische Frauen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148600

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