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Über: Die Hölle, das sind die Anderen!

Sartres Existenzialismus in "Geschlossene Gesellschaft"

Titre: Über: Die Hölle, das sind die Anderen!

Dossier / Travail , 2005 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Ralf Beckendorf (Auteur)

Théâtrologie, Danse
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Résumé Extrait Résumé des informations

Sartres Werk widersetzt sich jedem Versuch einer Einordnung. In kritischer Anlehnung an Hegel, Freud, und Heidegger entwickelte Sartre eine existentialistische Phänomenologie, die ontologisch und anthropologisch ausdifferenziert wurde. In dem Kapitel „Der Blick“ aus Sartres „Das Sein und das Nichts“ gibt er eine mögliche Antwort auf die Frage, weshalb die Anderen für uns zur Hölle werden können: Es sind die Blicke der Anderen, die uns in eine Höllensituation bringen können. Warum? Die Ursache dafür sieht Sartre in mehreren Punkten. An erster Stelle das menschliche Schamgefühl und die scheinbar sinnlose Existenz aller Dinge in der Welt, was Sartre bereits 1935 in seinem Roman „Der Ekel“ geschildert hatte.
Der Blick des Menschen ist eine objektive Sichtweise. Alles was wir in unserer Umwelt wahrnehmen, begreifen wir zunächst als Objekt, so auch die anderen Menschen. Unser Schamgefühl bezeichnet Sartre als das begreifen dessen, das man von Anderen gesehen wird und so zum Objekt des Betrachters gemacht wird. Das Höllische daran ist nun, laut Sartre, dass wir nicht imstande sind den uns Betrachtenden unsere Subjektheit, unser eigenes Wesen zu vermitteln. „Insofern bilden die andren zunächst eine Hölle, weil sie uns dazu verdammen, etwas zu sein, was wir nicht sind, und uns damit unserer Freiheit berauben, uns zu dem zu machen, was wir wirklich sind.“ Das bedeutet, dass der Betrachter nicht in der Lage ist unser inneres Wesen zu erfassen. Der erste Eindruck, bleibt immer ein äußerlicher, den man durch Gestik, Mimik und Aussagen des Gegenübers erfährt. So verhält es sich auch mit den Figuren des Dramas „Geschlossene Gesellschaft“. Drei Charaktere treffen hier aufeinander, von denen je einer den Blicken und Meinungen der zwei Anderen ausgesetzt ist und bleibt. Auch der Zuschauer wird niemals in die Situation gelangen, dass wahre Wesen eines der Charaktere zu erfassen. Es ist und bleibt der Blick, der das Schamgefühl, als ein ich werde gesehen in uns wach ruft und damit den Anderen zum Feind macht, der nicht unser Wesen, sondern unsere Existenz als ein Objekt unter Objekten erfährt. „Der Andere wird zunächst als die Hölle erfahren, als der Feind, der einen durch seinen Blick im weitesten Sinne tötet, weil er festlegt, versteinert, zu einem Objekt, zu einem Ding macht , das ihm passiv ausgesetzt ist.“

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. JEAN-PAUL SARTRE

2.1 „GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT“, ZUM INHALT DES DRAMAS

3 FÜR-ANDERE-SEIN, SARTRES EXISTENZIALISMUS

3.1 SARTRES EXISTENZIALISMUS IN „GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT“

4. „DIE HÖLLE, DAS SIND DIE ANDERN“; FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Jean-Paul Sartres Existenzialismus und insbesondere das Konzept des „Für-Andere-Seins“ anhand seines Dramas „Geschlossene Gesellschaft“. Ziel ist es, die philosophischen Thesen aus dem Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“, vor allem den Aspekt des „Blicks“, in der theatralen Umsetzung aufzuzeigen und zu analysieren, wie die Figuren durch die gegenseitige Wahrnehmung in eine existenzielle Höllensituation geraten.

  • Existenzialistische Philosophie Jean-Paul Sartres
  • Analyse des Begriffs „Für-Andere-Sein“
  • Die Funktion des „Blicks“ als Objektivierung des Anderen
  • Interpretation des Dramas „Geschlossene Gesellschaft“
  • Der Mensch als „Entwurf“ und seine Begrenztheit durch Andere

Auszug aus dem Buch

3.1 Sartres Existenzialismus in „Geschlossene Gesellschaft“

Bereits der Ort der Handlung bzw. die Art und Weise in der Sartre ihn gestaltet hat ist ein wichtiger Indikator für Sartres Theorien. Ort der Handlung ist die Hölle. Aber wie erscheint die Hölle dem Publikum und den Figuren? Die Hölle ist, entgegen den Erwartungen der Zuschauer und der Figuren, kein Ort mit „Pfählen, Rosten, Ledertrichtern oder Folterknecht“, sondern lediglich ein Raum. Ein Zimmer im Second Empire Stil, das weder Fenster noch Spiegel hat und in dem die Sünder miteinander eingesperrt sind. Dass das Zimmer in einem „Pseudo-Stil“ eingerichtet ist, zeugt von einer gewissen Allgemeinheit die vorhanden ist. Durch diesen Umstand soll auf die allgemeine Gültigkeit der ganzen Situation aufmerksam gemacht werden. Dass es keine Spiegel gibt, bedeutet dass man sich selbst niemals sehen kann. Die Folter des Ganzen, und eben hier liegt wieder der deutliche Bezug zu Sartres Thesen, sind die Anderen, deren Blicken man ewig ausgesetzt bleibt, kurz: „Die Hölle das sind die (Blicke der) Anderen.“

Dadurch das in dem Zimmer ständig das Licht brennt, und die Figuren auch keine Augenlieder mehr besitzen und nicht schlafen können, da es auch keine Betten gibt, kann das Beisammensein der Figuren niemals unterbrochen werden.

„[…] keine Unterbrechung, keinen Rhythmus, wie im Leben, zwischen Wachen und Schlafen, Sehen und die Augen schließen, Hell und Dunkel. Die Zeit wird zum Stehen gebracht […]“

Dass die Blicke der Anderen die daraus resultierende Objektwerdung für die Anderen sind, zeigt sich bereits zu Beginn des Theaterstückes. Der Journalist und Schriftsteller Garcin wird von dem Kellner als Erster in das Zimmer geführt. Garcin betrachtet das Zimmer aufmerksam. Auf die Frage des Kellners: „Zu uns kommen Chinesen, Inder. Was sollen die mit einem Empire-Stuhl anfangen?“ reagiert Garcin sogleich gekränkt und nimmt deutlichen Anstoß daran, dass der Kellner keine Notiz davon nimmt, mit wem er es eigentlich zu tun hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die zentrale Forschungsfrage ein, warum andere Menschen für uns zur Hölle werden können, und verortet das Thema in Sartres existentialistischer Phänomenologie.

2. JEAN-PAUL SARTRE: Dieses Kapitel skizziert die Biografie Sartres und die prägenden Einflüsse auf seine philosophische Entwicklung, unter besonderer Berücksichtigung seiner Kindheit und seiner schriftstellerischen Ambitionen.

2.1 „GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT“, ZUM INHALT DES DRAMAS: Hier wird die Entstehungsgeschichte des Dramas beleuchtet und eine detaillierte Zusammenfassung der Handlung sowie der Situation der drei Protagonisten in der Hölle gegeben.

3 FÜR-ANDERE-SEIN, SARTRES EXISTENZIALISMUS: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe „Für-sich-Sein“, „An-sich-Sein“ und die Objekt-Subjekt-Beziehung, die durch das Schamgefühl und den „Blick“ des Anderen definiert wird.

3.1 SARTRES EXISTENZIALISMUS IN „GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT“: Die theoretischen Konzepte werden hier direkt auf die Szenen, Charaktere und den Raum des Dramas „Geschlossene Gesellschaft“ angewendet.

4. „DIE HÖLLE, DAS SIND DIE ANDERN“; FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht die existenzielle Bedeutung der Freiheit des Anderen sowie die Unausweichlichkeit des gegenseitigen Blicks.

Schlüsselwörter

Jean-Paul Sartre, Existenzialismus, Geschlossene Gesellschaft, Für-Andere-Sein, Der Blick, Schamgefühl, Objektwerdung, Philosophie, Theaterwissenschaft, An-sich-Sein, Für-sich-Sein, Freiheit, Höllensituation, Phänomenologie, Menschlicher Entwurf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen Grundlagen des Existenzialismus von Jean-Paul Sartre und wie diese in seinem berühmten Theaterstück „Geschlossene Gesellschaft“ künstlerisch verarbeitet wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen das menschliche Miteinander, die Frage nach der Identität durch den Anderen sowie die psychologischen Auswirkungen von ständiger Beobachtung und fehlender Privatsphäre.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sartre seine theoretischen Thesen aus „Das Sein und das Nichts“ – insbesondere das „Für-Andere-Sein“ und die Macht des Blicks – in die Handlung und die Charaktere seines Dramas integriert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und geisteswissenschaftliche Analyse, die philosophische Primärquellen mit dem Primärtext des Dramas vergleicht und in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Sartres Philosophie (insbesondere den Begriff des „Blicks“) und die anschließende praktische Anwendung dieser Konzepte auf die Szenen und Dialoge von „Geschlossene Gesellschaft“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Sartres „Für-Andere-Sein“, das Konzept der Objektwerdung durch den Blick sowie die existenzielle Freiheit des Einzelnen.

Warum spielt die Abwesenheit von Spiegeln im Drama eine so wichtige Rolle?

Die Abwesenheit von Spiegeln verstärkt den Zwang, sich ausschließlich über die Wahrnehmung durch die anderen Anwesenden im Raum zu definieren, was Sartres These der Abhängigkeit vom „Blick“ des Anderen unterstreicht.

Wie verändern die Charaktere das Verständnis von „Hölle“ im Stück?

Die Hölle wird im Stück nicht als traditioneller Ort der Qual mit Feuer und Folterinstrumenten dargestellt, sondern als psychologischer Raum, in dem das permanente Angewiesensein auf die Meinung der Anderen zur eigentlichen, unentrinnbaren Qual wird.

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Résumé des informations

Titre
Über: Die Hölle, das sind die Anderen!
Sous-titre
Sartres Existenzialismus in "Geschlossene Gesellschaft"
Université
University of Leipzig
Note
1,7
Auteur
Ralf Beckendorf (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
18
N° de catalogue
V148756
ISBN (ebook)
9783640594122
ISBN (Livre)
9783640593941
Langue
allemand
mots-clé
Hölle Anderen Sartres Existenzialismus Geschlossene Gesellschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ralf Beckendorf (Auteur), 2005, Über: Die Hölle, das sind die Anderen!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148756
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Extrait de  18  pages
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