Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

Kants praktische Wende

Title: Kants praktische Wende

Seminar Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Patrick Müller (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Kant hat mit seiner Philosophie großen Einfluss auf die nachfolgende Geistesgeschichte ausgeübt. In der „Kritik der reinen Vernunft“ kritisiert er die traditionelle Metaphysik, da diese die Vernunftideen Freiheit des Willens, Unsterblichkeit der Seele und Dasein Gottes für das „Ding an sich“ betrachtet hat, welches zu falschen Folgerungen führte und die Metaphysik in Verruf brachte. Diese Vernunftideen sind in der Erfahrung nicht anzutreffen und somit weder beweisbar noch widerlegbar. Damit wendet er sich gegen die Rationalisten, die die Grundlage der Erkenntnis allein auf die Vernunft gegründet wissen wollen. Aber auch dem skeptischen Empirismus erteilt er eine Absage, da dieser alle Erkenntnisse auf die Erfahrung zurückführt oder eine gesicherte Erkenntnis für unmöglich hält. Laut Kant gibt es nämlich auch Erkenntnisse a priori, d.h. Erkenntnisse die vor aller Erfahrung gemacht werden können. Kant fordert so in der theoretischen Philosophie eine Kritik, die die Grenzen der Erkenntnis bestimmt, den sogenannten Kritizismus. In dem praktischen Gebrauch der Vernunft stellen nun aber die Vernunftideen ein Postulat dar. Moral ist nur möglich, wenn es eine Freiheit des Willens gibt, die sich allerdings in der theoretischen Philosophie weder beweisen noch widerlegen lässt.
Bei der praktischen Wende Kants scheint es so zunächst einen Widerspruch zu geben. Zum einen kann die Freiheit theoretisch nicht bewiesen werden - entweder es gibt Freiheit oder alles läuft nach Naturgesetzen ab – und zum anderen, muss es Freiheit in praktischer Hinsicht geben, wenn die Moral möglich sein soll. So scheint die Vernunft je nach Gebrauch (im theoretischen Gebrauch lässt sich die Freiheit nicht beweisen, aber im praktischen Gebrauch muss sie postuliert werden) auf verschiedene Ergebnisse zu kommen, obwohl es sich um ein und dieselbe Vernunft handelt. Es gibt nämlich nicht zwei Vernunftvermögen, sondern nur einen theoretischen und einen praktischen Gebrauch der einen Vernunft. Die Frage mit der sich diese Hausarbeit nun auseinandersetzt ist: Wie ist die Einheit der Vernunft (also praktisch und theoretisch) denkbar? Im Verlauf der Arbeit soll sich dann zeigen, dass sowohl die theoretische, als auch die praktische Philosophie Kants untrennbar zusammenhängt. D.h., dass die Ethik ohne dem Fundament der theoretischen Philosophie nicht so überzeugend wirkt und erst im Zusammenhang ein geschlossenes Ganzes ergibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. KANTS THEORETISCHE PHILOSOPHIE

2.1 SINNLICHKEIT

2.2 VERSTAND

2.3 DIE VERNUNFT IM THEORETISCHEN GEBRAUCH

3. KANTS PRAKTISCHE WENDE

3.1 DIE VERNUNFT IM PRAKTISCHEN GEBRAUCH

3.2 DAS HÖCHSTE GUT

3.3 DER KATEGORISCHE IMPERATIV

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage nach der Einheit der Vernunft in der Philosophie Immanuel Kants. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kants theoretische und praktische Philosophie untrennbar miteinander verknüpft sind und wie die vermeintliche Spannung zwischen Naturkausalität und Freiheit in einem einheitlichen System aufgelöst werden kann.

  • Kants Kritizismus und die Grenzen der theoretischen Erkenntnis
  • Die Unterscheidung zwischen Sinnenwelt und intelligibler Welt
  • Die Begründung der Freiheit als Postulat der praktischen Vernunft
  • Das Verhältnis von Glückseligkeit und Sittlichkeit im höchsten Gut
  • Die formale Bestimmung des Moralgesetzes durch den kategorischen Imperativ

Auszug aus dem Buch

3.3 Der kategorische Imperativ

Obwohl das Moralgesetz ein Faktum für die Vernunft darstellt, nehmen wir es nie direkt wahr, sondern nur in Form des kategorischen Imperativs. Wie kann man also vom Moralgesetz auf den kategorischen Imperativ schließen? Bei Holm Tetens findet man folgenden Argumentationsgang, der im Hinblick auf das Sittengesetz und die Autonomie (Selbstbestimmung) des Willens, welches Thema des vorigen Kapitels war, überzeugend wirkt:

1. Es ist unbedingte Pflicht für jeden Einzelnen, sich in vernünftiger Weise selbst zu bestimmen.

2. Wenn die vernünftige Selbstbestimmung jedermann unbedingt geboten ist, müssen sich alle gleichzeitig vernünftig selbst bestimmen können.

3. (1. Konklusion) Also ist nur das Inhalt möglicher vernünftiger Selbstbestimmung eines Einzelnen, was mit der Selbstbestimmung aller anderen verträglich ist.

4. Nicht verallgemeinerbare Maximen können, wenn tatsächlich alle eigentlich daran interessiert sind, nach ihr zu handeln, nicht Teil der vernünftigen Selbstbestimmung eines Einzelnen sein.

5. Was nicht Teil der vernünftigen Selbstbestimmung eines Einzelnen sein kann, ist verboten.

6. (2. Konklusion) Also ist es verboten, nach Maximen zu handeln, die sich nicht verallgemeinern lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Einheit von theoretischer und praktischer Vernunft bei Kant vor dem Hintergrund seiner Kritik der traditionellen Metaphysik.

2. KANTS THEORETISCHE PHILOSOPHIE: Analyse der grundlegenden Erkenntnisbedingungen durch Sinnlichkeit und Verstand, die zur Unterscheidung zwischen Erscheinung und Ding an sich führen.

2.1 SINNLICHKEIT: Erläuterung der Rolle von Raum und Zeit als reine Anschauungsformen, durch die jede Erfahrung bereits vorstrukturiert ist.

2.2 VERSTAND: Darstellung der Kategorien als logische Formen, die erst in Verbindung mit der Sinnlichkeit objektive Erkenntnis ermöglichen.

2.3 DIE VERNUNFT IM THEORETISCHEN GEBRAUCH: Untersuchung der transzendentalen Ideen und der Antinomien, die entstehen, wenn die Vernunft ihre Grenzen überschreitet.

3. KANTS PRAKTISCHE WENDE: Einführung in die drei Grundfragen der Vernunft und die Notwendigkeit der Postulierung von Freiheit für die Begründung von Moral.

3.1 DIE VERNUNFT IM PRAKTISCHEN GEBRAUCH: Differenzierung zwischen transzendentaler und praktischer Freiheit sowie Erläuterung des Moralgesetzes.

3.2 DAS HÖCHSTE GUT: Untersuchung des Verhältnisses von Glückseligkeit und Sittlichkeit und der notwendigen Postulate für die moralische Motivation.

3.3 DER KATEGORISCHE IMPERATIV: Herleitung des kategorischen Imperativs als oberstes moralisches Prinzip zur formalen Überprüfung individueller Maximen.

4. FAZIT: Synthese der Ergebnisse, die Kants Philosophie als ein in sich geschlossenes System ausweist, in dem Natur und Freiheit vereint werden.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, theoretische Philosophie, praktische Vernunft, Freiheit, Moralgesetz, kategorischer Imperativ, Glückseligkeit, Sinnenwelt, intelligibler Welt, Ding an sich, Erscheinung, Autonomie, Pflicht, Einheit der Vernunft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie Immanuel Kants, insbesondere mit der Frage, wie die theoretische und praktische Vernunft innerhalb seines Systems eine Einheit bilden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Erkenntnistheorie, die Begründung von Freiheit, die Ethik sowie das Verhältnis von Natur und Moral.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Einheit der Vernunft nachzuweisen und aufzuzeigen, wie Kants Ethik auf dem Fundament seiner theoretischen Philosophie aufbaut.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische und systematische Textanalyse der kantischen Hauptwerke sowie der relevanten Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst die Grundlagen der theoretischen Philosophie Kants und beschreibt anschließend die praktische Wende, inklusive der Themen Freiheit, höchstes Gut und kategorischer Imperativ.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kants Kritizismus, Freiheit des Willens, das Moralgesetz, die Kategorien und die Einheit der Vernunft.

Warum unterscheidet Kant zwischen Ding an sich und Erscheinung?

Diese Unterscheidung ist notwendig, um einerseits die empirische Naturerkenntnis zu begründen und andererseits einen Freiraum für moralisches Handeln zu schaffen, der innerhalb einer rein determinierten Sinnenwelt nicht existieren könnte.

In welchem Verhältnis stehen Glückseligkeit und Sittlichkeit im höchsten Gut?

Das höchste Gut stellt ein proportionales Verhältnis dar, in dem die Glückseligkeit durch die Würdigkeit, glücklich zu sein, gerechtfertigt wird; das Sittengesetz bildet dabei die notwendige Bedingung.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Kants praktische Wende
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Einführung in Kants Lehre vom höchsten Gut
Grade
1,0
Author
Patrick Müller (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V148775
ISBN (eBook)
9783640594146
ISBN (Book)
9783640593781
Language
German
Tags
Immanuel Kant Kant höchstes Gut Ethik praktische Wende kategorischer Imperativ Vernunft Verstand Kritizismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Müller (Author), 2007, Kants praktische Wende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148775
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint