Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Movies and Television

Die Kultur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Bildungsauftrag vs. Quotendruck

Title: Die Kultur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Diploma Thesis , 2009 , 128 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniel Egenolf (Author)

Communications - Movies and Television
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details


Seit vielen Jahren steht das öffentlich-rechtliche Fernsehen in der Kritik nicht nur die Kultur im Programm immer mehr zu vernachlässigen, und damit einen wichtigen Teil seines Auftrags nicht ordnungsgemäß zu erfüllen, sondern auch aktiv und im Gleichschritt mit dem privaten Fernsehen, an einer schleichenden Verflachung der Kultur in Deutschland mitzuwirken. Darin zeigt sich sogleich die doppelte Rolle des Fernsehens allgemein: Zum einen selbst ein relevanter Teil der Gegenwartskultur der Gesellschaft zu sein, Kultur also als (noch) Leitmedium Nummer eins direkt zu gestalten, sowie im Sinne des Bildungsauftrags die Kultur zu fördern und ihr eine Bühne zu geben. Diese Arbeit soll ein kompakt abgefasstes Panorama der Vergangenheit, Gegenwart und möglichen Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Deutschland darstellen; immer vor dem Hintergrund der bereits sehr alten Debatte um Programmqualität gegen Programmreichweite.

Ich beschreibe in Kürze die Entwicklung der Fernsehlandschaft hin zum heutigen dualen System. Dann gehe ich explizit auf die neueren Sender 3sat und arte als namentliche Kultursender im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ein, da diesen Sendern heute der größte Teil der Kulturvermittlung im Fernsehen überlassen wird.

In Kapitel 3 beschäftige ich mich eingehender mit den gesetzlichen Grund- und Auflagen, die das öffentlich-rechtliche System in der Bundesrepublik Deutschland legitimieren. Außerdem beschreibe ich die Kulturinteressen des Fernsehpublikums, soweit diese darstellbar sind. In Kapitel 4 beschreibe ich konkret die verschiedenen heutigen Darstellungsformen von Kultur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und unterscheide dabei zwischen den großen Vollprogrammen Das Erste und ZDF sowie den Kultursendern 3sat und arte. Die Kulturmagazine nehmen aufgrund ihres expliziten Kulturcharakters einen überproportionalen Anteil ein, aber auch Kultur in Form von Dokumentar- und Spielfilmen und die Kulturberichterstattung als Teil von Nachrichten werden dargestellt. In Kapitel 5 gehe ich auf die massive publizistische Kritik an der Qualität des öffentlich-rechlichen Systems ein.

Auch zukünftige Entwicklungen, soweit diese absehbar sind, werden vorgestellt. Einen wichtigen Stellenwert hat hier die Legitimationsdebatte, bei der es um die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Systems in der Bevölkerung und dessen davon abhängige zukünftige Finanzierung geht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kultur und Fernsehen

2.1 Der Kulturbegriff in Bezug zum Fernsehen

2.2 Das öffentlich-rechtliche System - Definition und Abgrenzung zu anderen Fernsehformen

2.3 Eine kurze Entstehungsgeschichte von ARD und ZDF

2.4 Die Entstehung der expliziten Kultursender 3sat und arte

2.5 Der Nutzungswandel des Fernsehens, gestern und heute

3 Auftrag und Ziel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens

3.1 Der Grundversorgungsauftrag

3.2 Der Bildungs- und Kulturauftrag

3.3 Die Kulturinteressen des Fernsehpublikums

4 Kultur im Fernsehprogramm

4.1 Die Darstellungsformen von Kultur im Medium Fernsehen

4.2 Kultur auf den Kultursendern arte und 3sat

4.3 Die Kulturmagazine

4.4 Kultur in Form von Dokumentar- und Spielfilmen

4.5 Kultur in den Nachrichten

5 Boulevardisierung / Banalisierung / Qualitätsverfall?

5.1 Der übermächtige Einfluss der GfK-Zuschauerforschung

5.2 Optimierungsstrategien in der Programmplanung

5.3 Die fortwährende Kritik an der Programmgestaltung

5.4 Auflagen und Reaktionen auf die vorgebrachte Kritik

5.5 Die Entwicklungen im Kulturangebot an konkreten Beispielen

5.6 Die Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ und ihre Empfehlungen

6 Zukunftsperspektiven

6.1 Der Legitimationsdruck des gebührenfinanzierten Fernsehens

6.2 Die zukünftige Finanzierungsform des öffentlich-rechtlichen Fernsehens

6.3 Online- und Interaktivitätstendenzen und ihre voraussichtlichen Auswirkungen auf die Kulturvermittlung

6.4 Die Forderungen nach einer qualitativ orientierten Erfolgsmessung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

6.5 Das Problem mit dem Zuschaueralter

7 Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Konflikt zwischen dem gesetzlich verankerten Bildungs- und Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland und dem wachsenden ökonomischen Druck, hohe Einschaltquoten zu erzielen. Ziel ist es, die Entwicklung der Programmgestaltung kritisch zu beleuchten und Strategien sowie Zukunftsperpektiven für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einem dualen System aufzuzeigen.

  • Stellenwert des Bildungs- und Kulturauftrags in ARD und ZDF
  • Die Rolle der spezialisierten Kultursender 3sat und arte
  • Einfluss der GfK-Quotenmessung auf die Programmplanung
  • Medienpolitische Kritik und Enquete-Empfehlungen
  • Zukunftsperspektiven im Kontext von Digitalisierung und Online-Angeboten

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Kulturbegriff in Bezug zum Fernsehen

Bis heute hat sich um den Begriff „Kultur“ eine Unschärfe und Unsicherheit erhalten, die, wann immer dieser Begriff in Gesetzestexten und ähnlichem gebraucht wird, zu unterschiedlichen Auslegungen führt. Insbesondere im Bereich der Medien. Ist Rundfunk als Institution nicht ohnehin immer schon auch Kultur? Soll es Aufgabe des Rundfunks sein, die Kultur einer Gesellschaft zu verbessern bzw. darauf hinzuwirken diese anzuheben? Nach welchen Maßstäben sollte eine solche „Kulturveredelung“ erfolgen und in welchem Verhältnis zu den anderen Rundfunkleistungen?

Während für verschiedene „Anwendungsfälle“ des Begriffs verschiedene Schwerpunkte des Themenfeldes Kultur nötigerweise in den Vordergrund rücken müssen, ist ein allumfassender Begriff allerdings meist nur theoretisch praktikabel. Im Brockhaus wird „Kultur“ als „Schlüsselbegriff“ gelistet. Der Ausdruck stammt etymologisch von lateinisch „cultura“, weiterhin vom Verb „colere“: „bebauen“, „pflegen“, „ehren“, ursprünglich etwa „emsig beschäftigt sein“. In seiner weitesten Verwendung kann mit dem Begriff K. alles bezeichnet werden, was der Mensch geschaffen hat, was also nicht naturgegeben ist. Cicero wandte „cultura“ auf materielle wie geistige Produkte und Fähigkeiten an.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und dem zunehmenden Druck zur Programmanpassung an private Standards.

2 Kultur und Fernsehen: Dieses Kapitel erarbeitet einen Kulturbegriff im Kontext der Medien und beschreibt die Entstehung des dualen Rundfunksystems sowie die Entwicklung spezieller Kultursender.

3 Auftrag und Ziel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens: Es werden die gesetzlichen Grundlagen, der Grundversorgungsauftrag sowie die tatsächlichen Kulturinteressen des Publikums untersucht.

4 Kultur im Fernsehprogramm: Hier werden die verschiedenen Darstellungsformen von Kultur analysiert, von Kulturmagazinen über Dokumentationen bis hin zu Spielfilmen.

5 Boulevardisierung / Banalisierung / Qualitätsverfall?: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss der Quotenmessung, Programmstrategien und die medienpolitische Kritik an der Programmgestaltung.

6 Zukunftsperspektiven: Es werden Herausforderungen wie der Legitimationsdruck, Finanzierungsfragen und der Einfluss neuer Online-Interaktivitätsangebote diskutiert.

7 Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine Rückbesinnung auf das inhaltliche Profil und eine qualitativ orientierte Erfolgsmessung essenziell für die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind.

Schlüsselwörter

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Bildungsauftrag, Kulturauftrag, Einschaltquote, GfK-Zuschauerforschung, Programmgestaltung, Duales System, Kulturmagazine, arte, 3sat, Public-Value, Medienpolitik, Quotenmessung, Programmqualität, Digitalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert den grundlegenden Konflikt zwischen dem öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag und dem in einem dualen Mediensystem herrschenden Quotendruck.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen der Kulturbegriff im Fernsehen, die Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender, die Wirkung der GfK-Quotenmessung sowie die Kritik an der aktuellen Programmgestaltung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie öffentlich-rechtliche Sender ihre Identität wahren können, ohne im Wettbewerb um Quoten ihre kulturelle Relevanz zu verlieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor führt eine umfassende Literatur- und Quellenanalyse durch, kombiniert mit der Auswertung von Programmschemata, Quotenanalysen und aktuellen medienpolitischen Berichten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Praxis der Programmgestaltung auf Sendern wie ARD, ZDF, 3sat und arte sowie die Auswirkungen der Boulevardisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rundfunkstaatsvertrag, Grundversorgung, Quotendruck, Qualitätsverfall und Kulturvermittlung charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Programmgestaltung von arte und 3sat von den Hauptprogrammen?

Arte und 3sat widmen sich explizit kulturellen und bildenden Inhalten, während ARD und ZDF als Vollprogramme einem stärkeren Quotendruck unterliegen und Kultur oft in das Nachtprogramm verlagern.

Welche Rolle spielt die GfK bei der Programmplanung?

Die GfK liefert durch ihre Zuschauerforschung quantifizierte Daten, die als dominantes Kriterium für den Erfolg von Sendungen gelten und somit indirekt die Programmplanung maßgeblich beeinflussen.

Welchen Stellenwert nimmt die Kritik der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ ein?

Die Kommission kritisiert die zunehmende Vernachlässigung des Bildungsauftrags in der Hauptsendezeit und fordert eine präzisere Ausgestaltung und evaluierbare Qualitätsmessung.

Was sind die Schlussfolgerungen des Autors zur Zukunft des Rundfunks?

Der Autor plädiert für den Mut zu einem unverwechselbaren Profil und fordert die Abkehr von der reinen Quotenfixierung zugunsten qualitativer Erfolgsmessungen.

Excerpt out of 128 pages  - scroll top

Details

Title
Die Kultur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
Subtitle
Bildungsauftrag vs. Quotendruck
College
University of Applied Sciences - Beuth
Grade
1,0
Author
Daniel Egenolf (Author)
Publication Year
2009
Pages
128
Catalog Number
V148805
ISBN (eBook)
9783640594559
ISBN (Book)
9783640594696
Language
German
Tags
Kultur Fernsehen Bildungsauftrag Quotendruck
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Egenolf (Author), 2009, Die Kultur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148805
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  128  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint