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Zeitarbeit im Wandel. Analyse der Entwicklungen in der Zeitarbeitsbranche von 2003 bis 2023. Untersuchung der Wirkung von Zeitarbeit auf die verliehenen Arbeitskräfte

Titre: Zeitarbeit im Wandel. Analyse der Entwicklungen in der Zeitarbeitsbranche von 2003 bis 2023. Untersuchung der Wirkung von Zeitarbeit auf die verliehenen Arbeitskräfte

Thèse de Bachelor , 2024 , 53 Pages , Note: 1,1

Autor:in: Alexander Henning (Auteur)

Economie politique - Economie du marché du travail
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Diese Arbeit zielt zunächst darauf ab, die Entwicklungen der Zeitarbeitsbranche in den letzten zwei Jahrzehnten darzustellen und in einem weiteren Schritt anhand mehrerer Studien die Forschungsfrage zu beantworten, welche Auswirkungen Zeitarbeit auf die Beschäftigten hat.
Hierbei werden sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Auswirkungen der Zeitarbeit auf den Erwerbsverlauf der Zeitarbeitskräfte beleuchtet. In diesem Zusammenhang wird analysiert, ob Zeitarbeit tatsächlich positive Beschäftigungseffekte vorweisen kann. Zudem wird an geeigneten Stellen untersucht, welche Auswirkungen die Branchenentwicklung auf die Zeitarbeitskräfte hatte.

In verschiedenen Kontexten sei es in den Medien, der Politik oder auch im Privaten, wird immer wieder über Zeitarbeit debattiert. Die öffentliche Meinung zu dieser umstrittenen Beschäftigungsform erstreckt sich von der Wahrnehmung als "moderne Versklavung" bis hin zur Betrachtung als "gute Aufstiegschance". Auf der einen Seite bemängeln Gewerkschaften und Zeitarbeitskräfte schlechte Arbeitsbedingungen sowie geringen Lohn.
Auf der anderen Seite betonen Befürworter der Beschäftigungsform und Zeitarbeitsunternehmen die guten Übernahmechancen der Zeitarbeitskräfte im Einsatzbetrieb.
Sowohl in der Politik als auch im Bereich der Gesetzgebung gestaltet sich die Einschätzung und Regulierung von Zeitarbeit als eine komplexe Herausforderung, was der Branche eine enorme Dynamik verleiht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Relevanz des Themas und Ausblick

1.2 Aufbau der Arbeit

2. Definitorische Grundlagen

2.1 Zeitarbeit als Dreiecksverhältnis

2.2 Abgrenzung zu anderen Beschäftigungsformen

3. Entwicklungen in der Zeitarbeitsbranche von 2003 bis 2023

3.1 Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen

3.2 Quantitative Beschäftigungsentwicklungen

3.3 Strukturwandel der Merkmale von Zeitarbeitskräften

4. Auswirkungen der Zeitarbeit auf die verliehenen Arbeitskräfte

4.1 Arbeitsqualität in der Zeitarbeit

4.2 Auswirkungen von Zeitarbeit auf die Erwerbsbiografie

5. Aktuelle Trends in der Zeitarbeitsbranche

6. Schlussfolgerungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelor-Thesis untersucht die Entwicklung der deutschen Zeitarbeitsbranche zwischen 2003 und 2023 sowie die Auswirkungen dieser Beschäftigungsform auf die Arbeitnehmer, um zu klären, ob Zeitarbeit als Integrationsinstrument oder prekäre Beschäftigung zu bewerten ist.

  • Historische Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf die Branche.
  • Quantitative Betrachtung der Beschäftigungszahlen und demografische Struktur der Zeitarbeitskräfte.
  • Untersuchung der Arbeitsqualität (Lohnunterschiede, Arbeitsbedingungen, Arbeitszufriedenheit).
  • Analyse der Brückeneffekt-Hypothese und der Auswirkungen auf den weiteren Erwerbsverlauf.
  • Bewertung aktueller Trends, insbesondere im Bereich der Zeitarbeit in der Pflege.

Auszug aus dem Buch

3.1 Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen

Das AÜG regelt die rechtlichen Rahmenbedingungen der Zeitarbeit, um Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung zu vermeiden und die Zeitarbeitskräfte zu schützen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Zeitarbeit wurden seit Inkrafttreten des AÜG 1972 über die Jahre immer wieder modifiziert. Im Zuge der Arbeitsmarktreform durch die Hartz-Gesetze wurden die gesetzlichen Regelungen der Zeitarbeit im Jahr 2003 umfassend liberalisiert (Gutmann & Kilian, 2015; Abbildung 2).

Ein Kernpunkt der Novellierungen im Jahr 2003 war die gesetzlich erstmalige Verankerung des Gleichstellungsgrundsatzes (Wolters, 2008; Abbildung 2). Der Gleichstellungsgrundsatz sieht die Gleichbehandlung der Zeitarbeitskräfte und der Stammbelegschaft im Einsatzbetrieb vor. Dadurch sollten Zeitarbeitskräfte von Beginn der Überlassung dieselben Arbeitsbedingungen und gleichen Entgelte erhalten wie die ihnen vergleichbare Stammbelegschaft. Hierbei wird von „equal treatment“ und „equal pay“ gesprochen (Burda & Kvasnicka, 2006). Der Gleichbehandlungsgrundsatz galt allerdings nur unter Vorbehalt. Abweichende Zeitarbeitstarifverträge konnten den Gleichbehandlungsgrundsatz durchbrechen, was dazu führte, dass 2003 viele Flächen- und Haustarifverträge vereinbart wurden, die den Gleichbehandlungsgrundsatz umgingen (Dinges et al., 2012).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die wachsende Bedeutung der Zeitarbeit, deren kontroverse öffentliche Wahrnehmung und setzt das Ziel, die Auswirkungen auf die Beschäftigten empirisch zu analysieren.

2. Definitorische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Zeitarbeit als gesetzlich geregeltes Dreiecksverhältnis zwischen Zeitarbeitsunternehmen, Einsatzbetrieb und Zeitarbeitskraft und grenzt sie von regulären Beschäftigungsverhältnissen ab.

3. Entwicklungen in der Zeitarbeitsbranche von 2003 bis 2023: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Gesetzesänderungen sowie der quantitativen und qualitativen Entwicklung der Beschäftigtenzahlen und Merkmale über zwei Jahrzehnte.

4. Auswirkungen der Zeitarbeit auf die verliehenen Arbeitskräfte: Dieses Kapitel prüft zentral die Arbeitsqualität und die Effekte auf den Erwerbsverlauf, insbesondere die Frage, ob Zeitarbeit als Sprungbrett in reguläre Beschäftigung dient.

5. Aktuelle Trends in der Zeitarbeitsbranche: Ein Fokus liegt hier auf dem Verbot von Zeitarbeit in der Fleischindustrie sowie den spezifischen Entwicklungen und Herausforderungen der Zeitarbeit im Pflegesektor.

6. Schlussfolgerungen und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Rolle der Zeitarbeit als arbeitsmarktpolitisches Instrument im Kontext zukünftiger Herausforderungen bewertet.

Schlüsselwörter

Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung, AÜG, Gleichstellungsgrundsatz, equal pay, Arbeitsqualität, Erwerbsbiografie, Brückeneffekt, Hartz-Gesetze, Zeitarbeitsbranche, Arbeitsmarktreform, Beschäftigungsentwicklung, Prekarität, Arbeitszufriedenheit, Fachkräftemangel.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung der Zeitarbeitsbranche in Deutschland zwischen 2003 und 2023 und analysiert, welche Auswirkungen diese flexible Beschäftigungsform auf die betroffenen Arbeitskräfte hat.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Die Schwerpunkte liegen auf rechtlichen Rahmenbedingungen, quantitativen Beschäftigungstrends, der Arbeitsqualität (Lohn und Bedingungen) sowie dem langfristigen Einfluss auf den Erwerbsverlauf der Zeitarbeitnehmer.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu evaluieren, ob Zeitarbeit für Beschäftigte tatsächlich positive Effekte, wie den Übergang in reguläre Arbeit, ermöglicht oder ob sie primär durch prekäre Arbeitsverhältnisse geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine empirische Analyse, die auf der Auswertung bestehender Studien, statistischer Daten der Bundesagentur für Arbeit sowie ökonometrischer Erkenntnisse (u.a. Matching-Verfahren) basiert.

Welche Kernthemen umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der gesetzlichen Liberalisierungen, eine quantitative Beschäftigungsbetrachtung, eine Untersuchung von Arbeitsbedingungen und Löhnen sowie eine Evaluation des sogenannten Brückeneffekts.

Was charakterisiert die Arbeit in Bezug auf ihre Schlagworte?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung, Gleichstellungsgrundsatz, Brückeneffekt und Arbeitsqualität charakterisieren, welche die regulatorische und soziale Dimension widerspiegeln.

Welche Rolle spielt das Verbot der Zeitarbeit in der Fleischindustrie?

Das Verbot dient als Beispiel für eine regulatorische Reaktion auf besonders prekäre Arbeitsbedingungen und markiert einen Wendepunkt in der Branche, der auch Diskussionen über weitere Verbote, etwa in der Pflege, befeuert.

Wie bewertet der Autor den Übergang von Zeitarbeit in reguläre Beschäftigung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Brückeneffekt empirisch nicht eindeutig positiv ist; Zeitarbeit ist zwar keine reine "Sackgasse" und bietet besonders Arbeitslosen eine Einstiegschance, ist aber oft mit Lohnabschlägen und geringerer Arbeitszufriedenheit verbunden.

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Titre
Zeitarbeit im Wandel. Analyse der Entwicklungen in der Zeitarbeitsbranche von 2003 bis 2023. Untersuchung der Wirkung von Zeitarbeit auf die verliehenen Arbeitskräfte
Université
University of Applied Sciences - Mannheim/Schwerin
Note
1,1
Auteur
Alexander Henning (Auteur)
Année de publication
2024
Pages
53
N° de catalogue
V1488384
ISBN (PDF)
9783389042922
ISBN (Livre)
9783389042939
Langue
allemand
mots-clé
Zeitarbeit Arbeitnehmerüberlassung Entwicklung Wirkung Einkommen AÜG Zeitarbeiter Beschäftigung Gesundheit Arbeitszufriedenheit prekäre Beschäftigung Brückeneffekt Klebeeffekt Zeitarbeit in Pflege Arbeitsbedingungen Zeitarbeit im Wandel
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Citation du texte
Alexander Henning (Auteur), 2024, Zeitarbeit im Wandel. Analyse der Entwicklungen in der Zeitarbeitsbranche von 2003 bis 2023. Untersuchung der Wirkung von Zeitarbeit auf die verliehenen Arbeitskräfte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1488384
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