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Sprachlenkung am Beispiel des Dritten Reiches

Title: Sprachlenkung am Beispiel des Dritten Reiches

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Fluck (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Von 1933-1945 herrschte zwölf Jahre lang eine grausame Diktatur in Deutschland. Die Ideologie-belastete Politik zog sich durch alle Lebensbereiche und wurde mittels Propaganda verbreitet. Sämtliche Presseorgane unterlagen einer Gleichschaltung. Das freie Wort wurde so in den Dienst des nationalsozialistischen Größenwahns und der Vernichtung gestellt, Sprache fungierte nun als propagandistisches Werkzeug, um die Bevölkerung auf die vorherrschende Ideologie einzuschwören.
Eines der wichtigsten Herrschaftsmittel war diese mündliche und schriftliche Allgegenwart einer auf rassenideologischer und militaristischer und auf Führung und Gefolgschaft fixierten Interpretation von Volk und Gesellschaft, mit der sie bis in die Kriegsjahre Erfolg hatten. Dem gesprochenen Wort wurde in der Öffentlichkeit eine große Bedeutung zugemessen. Bei Massenveranstaltungen wurden große Teile der Bevölkerung mittels pathetischer Reden auf die Ideologie der Nationalsozialisten eingeschworen und das Denken und somit auch das Handeln des Volkes durch gezielte Manipulation beeinflusst und gesteuert. Doch welche sprachlichen Mittel waren das und wie genau wirkte die Sprachlenkung auf die Menschen?
Diese Arbeit wird sich mit Sprachlenkung beschäftigen, welche explizit am Beispiel des Dritten Reiches veranschaulicht werden soll. Nach einigen Begriffserklärungen zur Sprachlenkung im Allgemeinen und zwei kurzen Definitionen zu den Begriffen Sprache und Propaganda folgen theoretische Überlegungen zum Ideologievokabular. Hinzu kommt eine Betrachtung, wie Sprache als Mittel zu gesellschaftlicher Kontrolle funktioniert.
Anschließend folgen typische Merkmale der Sprache des Nationalsozialismus sowie einige Nennungen von Anordnungen des Propagandaministeriums, da meines Erachtens die Sprachlenkung und somit die Menschenlenkung so viel Erfolg haben konnte, da sie sich zwangsweise aufgrund der Gleichschaltung der Presseorgane durch sämtliche Lebensbereiche und vor allem durch die Kultur, die ein ausschlaggebendes Mittel für Bildung ist, zog. Anschließend sollen gewisse Stilmittel, die Hitler verwendete und deren Wirkung an einem Praxisbeispiel, der Rede Adolf Hitlers vom 30. Januar 1945, in welcher er das deutsche Volk zum sogenannten Endkampf aufruft, veranschaulicht werden, um die Sprachlenkung im Nationalsozialismus aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Prolog

2 Sprachlenkung

2.1 Definition von Sprachlenkung

2.2 Weitere Begrifflichkeiten

2.2.1 Sprache

2.2.2 Propaganda

3 Sprache im Nationalsozialismus

3.1 Sprache als Mittel gesellschaftlicher Kontrolle

3.2 Ideologiegebundene Lexik

3.3 Ideologische Sprachlenkung im Dritten Reich

3.3.1 Sprachliche Mittel

3.3.2 Beispiele von Anordnungen des Propagandaministeriums

4 Sprachliche Analyse der Hitler-Rede vom 30. Januar 1945

4.1 Stilmittel

4.1.1 Hyperbeln

4.1.1.1 Adjektive im Superlativ

4.1.1.2 Adjektive mit superlativischer Bedeutung

4.1.2 Kumulationen

4.1.3 Anaphern

4.1.4 Euphemismen

4.2 Wortschatz

4.2.1 Häufig verwendete Wörter

4.2.1.1 Volk und Deutsch

4.2.1.2 Kampf

4.2.1.3 Allmächtiger und Schicksal

4.2.2 Fremdwörter

5 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime Sprache gezielt als Herrschaftsmittel und Werkzeug der Menschenlenkung einsetzte, um die Bevölkerung auf die eigene Ideologie einzuschwören und politisches Handeln zu steuern. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den konkreten sprachlichen Mechanismen und Stilmitteln, die zur Beeinflussung der öffentlichen Wahrnehmung und zur Verschleierung der Realität genutzt wurden.

  • Theoretische Grundlagen der Sprachlenkung und Propaganda
  • Funktionsweise der Sprache als Mittel gesellschaftlicher Kontrolle
  • Analyse spezifischer nationalsozialistischer Stilmittel in der Hitler-Rede vom 30. Januar 1945
  • Untersuchung des ideologisch aufgeladenen Wortschatzes
  • Dokumentation von Anordnungen des Propagandaministeriums

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Hyperbeln

In seinen Reden benutze Hitler sehr gerne Übertreibungen, da ihm wohl meistens das einfache Wort nicht genügte. Hinzu kommt, dass durch Hyperbeln eine Verstärkung des Gesagten erreicht wird. Betrachtet man zudem den rhetorischen Stil im Groben, so fällt auf, dass Hitler gerne laut wurde, um die Massen anzuheizen, was durch die Übertreibungen vereinfacht wurde. Hinzu kommt, dass eine häufige Verwendung von Hyperbeln zu einer Sinnentleerung der Wörter führt, was sich sehr gut dazu eignet, reale Tatsachen zu verschleiern, aber sich trotzdem überzeugend anzuhören.

In der untersuchten Rede lässt sich bereits im zweiten Satz ein Adjektiv im Superlativ, nämlich stärkste(n) [Partei] finden, was in diesem Zusammenhang allerdings eher darauf hinweisen und verdeutlichen soll, dass die NSDAP bereits 12 Jahre zuvor einen mächtigen Status hatte und sich demnach so lange halten konnte. Auch in (10) wird nicht nur eine Krise erwähnt, sondern darauf hingewiesen, dass es sich um die schwerste Krise handle. Durch die Adjektive im Superlativ wird dem darauf folgenden Substantiv eine besondere Bedeutung gegeben und es hervorgehoben.

Zusammenfassung der Kapitel

Prolog: Einführung in die Diktatur von 1933-1945 und die Rolle der Sprache als propagandistisches Werkzeug zur Gleichschaltung der Bevölkerung.

Sprachlenkung: Definition von Sprachlenkung sowie Erläuterung der Begriffe Sprache und Propaganda im Kontext autoritärer Systeme.

Sprache im Nationalsozialismus: Untersuchung der Sprache als Instrument gesellschaftlicher Kontrolle, der ideologiegebundenen Lexik und der Anordnungen des Propagandaministeriums.

Sprachliche Analyse der Hitler-Rede vom 30. Januar 1945: Detaillierte Analyse der von Hitler verwendeten Stilmittel wie Hyperbeln, Kumulationen, Anaphern und Euphemismen sowie der Untersuchung des ideologisch geprägten Wortschatzes.

Fazit: Zusammenfassung der Erkenntnisse, dass Sprachlenkung im Nationalsozialismus ein effizientes Mittel zur unbewussten Lenkung der Massen durch emotionale Aufladung und systematische Manipulation von Begriffen darstellte.

Schlüsselwörter

Sprachlenkung, Nationalsozialismus, Propaganda, Menschenlenkung, Ideologievokabular, Stilmittel, Hyperbeln, Euphemismen, Hitler-Rede, Wortschatz, Gleichschaltung, politische Sprache, Machtausübung, gesellschaftliche Kontrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der gezielten Beeinflussung der Bevölkerung durch den bewussten und systematischen Einsatz sprachlicher Mittel während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die theoretischen Hintergründe von Sprachlenkung, die Rolle der Propaganda, die ideologische Aufladung des Wortschatzes sowie die praktische Umsetzung von Sprachregulierungen durch das Propagandaministerium.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hitler durch die Manipulation von Sprache und die gezielte Verwendung bestimmter Stilmittel die Wahrnehmung des deutschen Volkes steuerte und den Rückhalt für die Diktatur sicherte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine linguistische Analyse, die stilistische Merkmale und den Wortschatz anhand einer konkreten Quelle – einer Hitler-Rede vom Januar 1945 – untersucht und in den theoretischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung zur Funktion von Sprache als gesellschaftliches Kontrollinstrument sowie in eine detaillierte textanalytische Untersuchung von Hitlers Rhetorik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sprachlenkung, Propaganda, Ideologievokabular, Menschenlenkung, Gleichschaltung sowie spezifische rhetorische Stilmittel wie Hyperbeln und Euphemismen.

Wie ging das Propagandaministerium bei der Sprachlenkung konkret vor?

Das Ministerium erließ Anordnungen, die den Gebrauch bestimmter Wörter verboten, durch emotional positiv besetzte Begriffe ersetzten oder gezielt Feindbilder durch sprachliche Aggressivität aufbauten.

Welche Rolle spielt die analysierte Rede vom 30. Januar 1945?

Diese Rede dient als Praxisbeispiel, um zu demonstrieren, wie Hitler rhetorische Mittel einsetzte, um trotz der drohenden Kriegsniederlage eine „heldenhafte“ Identität und Kampfbereitschaft im Volk zu suggerieren.

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Details

Title
Sprachlenkung am Beispiel des Dritten Reiches
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Germanistik)
Course
Strategien der Meinungslenkung im politischen Sprachgebrauch
Grade
1,0
Author
Julia Fluck (Author)
Publication Year
2009
Pages
31
Catalog Number
V148845
ISBN (eBook)
9783640593484
ISBN (Book)
9783640593224
Language
German
Tags
Sprachlenkung Beispiel Dritten Reiches
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Fluck (Author), 2009, Sprachlenkung am Beispiel des Dritten Reiches, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148845
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