Die Diplomarbeit gliedert sich in eine Einleitung, vier Kapitel, ein Schlusswort und ein Literaturverzeichnis. Die Einleitung fungiert als Vorwort, in dem der Forschungsstand zu Marlene Dietrich behandelt wird, die verwendete Literatur und Materialien aufgeführt werden sowie die Herausforderungen bei der Beschaffung dieser Literatur beschrieben werden. Zudem werden die Ziele der Arbeit und eine kurze Präsentation der gesamten Arbeit gegeben.
Das erste Kapitel, „Marlene Dietrich im kulturellen Gedächtnis und in Erinnerungen“, beleuchtet das kulturelle Erbe Dietrichs durch eine Zusammenfassung ihrer bedeutendsten Lieder, Filme und Radioauftritte.
Das zweite Kapitel, das umfangreichste der Arbeit, beschreibt detailliert das Leben von Marlene Dietrich. Es beginnt mit ihrer Kindheit und Familie, gefolgt von ihrer Bildung und den Schwierigkeiten in ihrer Schulzeit. Der Anfang ihrer Karriere wird beleuchtet, einschließlich ihrer frühen Stummfilme und der privaten Ereignisse vor ihrem Durchbruch. Der Erfolg des Films „Der Blaue Engel“ und seine Rezeption wird beschrieben. Die Emigration in die USA und ihre Karriere in Hollywood werden dargestellt, inklusive einer Liste ihrer erfolgreichsten Filme. Ihre Tätigkeit während des Zweiten Weltkriegs und die Truppenbetreuung werden thematisiert. Die Nachkriegszeit und ihre Karriereentwicklung, ihr Privatleben und ihre Rolle als Stilikone sowie ihr künstlerisches Schaffen bis in ihre 70er Jahre werden ausführlich beschrieben. Eine Liste ihrer Auszeichnungen und Ehrungen wird präsentiert, gefolgt von einer Schilderung ihrer letzten Lebensmonate und ihres Begräbnisses.
Das dritte Kapitel „Verhältnis zu Deutschland und dem Faschismus“ behandelt Dietrichs distanziertes Verhältnis zu ihrem Heimatland, ihre Ansichten zu Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus und ihre Entscheidung, die amerikanische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Reaktionen deutscher Bürger auf ihre Deutschlandtour werden durch zeitgenössische Zeitungsartikel dargestellt.
Das vierte Kapitel „Marlene Dietrich als Kulturikone im gesellschaftlichen Bewusstsein“ fokussiert sich auf ihr Image als Femme fatale, vergleicht sie mit Greta Garbo und analysiert das Spiel von Androgynität und Homosexualität in ihrem Werk.
Das Schlusswort fasst die Arbeit zusammen und präsentiert die wichtigsten Schlussfolgerungen sowie Antworten auf die eingangs gestellten Fragen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung – Forschungsstand
2. Marlene Dietrich im kulturellen Gedächtnis und in Erinnerungen
3. Biographie von Marlene Dietrich
3.1. Frühe Jahre
3.2.Bildung
3.3. Anfang der Karriere
3.4. Durchbruch mit dem „Blauen Engel“
3.5.Emigration und Hollywood-Karriere
3.6. Truppenbetreuung im Zweiten Weltkrieg
3.7. Rückkehr in der Nachkriegszeit
3.8. Wirkung und Rezeption
3.9. Künstlerisches Schaffen
3.10. Auszeichnungen und Ehrungen
3.11. Tod und zögerliche Anerkennung in ihrer Heimatstadt
4. Verhältnis zu Deutschland und zum Faschismus
5. Dietrich als Kulturikone im gesellschaftlichen Bewusstsein (Identität)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, das Mysterium Marlene Dietrich grundlegend zu erforschen, ihr Leben als Diva und Femme fatale zu beleuchten sowie die Faktoren ihres anhaltenden kulturellen Einflusses und ihrer komplexen Persönlichkeitskonstruktion zu analysieren.
- Biografische Entwicklung vom jungen Mädchen in Berlin zum weltweiten Filmstar.
- Analyse des künstlerischen Schaffens und der Etablierung des Femme-fatale-Images.
- Untersuchung des spannungsgeladenen Verhältnisses zur deutschen Heimat und zum Nationalsozialismus.
- Reflexion über die Rolle als Kulturikone und Identitätsbildung im gesellschaftlichen Bewusstsein.
Auszug aus dem Buch
3.4. Durchbruch mit dem „Blauen Engel“
Der Wiener Regisseur Josef von Sternberg entdeckte Marlene Dietrich auf der Bühne in Berlin. Er beschloss sie sofort als verführerischen aber kaltherzigen Vamp Lola-Lola in seiner Heinrich Mann-Verfilmung "Der Blaue Engel" zu besetzen. Der Film wurde als "The Blue Angel" auch in einer englischen Fassung gedreht. Dank ihm wurde Marlene Dietrich über Nacht zu einem internationalen Star. Sie beschrieb ihre Mitarbeit mit dem berühmten Regisseur:
„In dieser Zeit lernte ich schnell sehr viel über Kamera-Einstellungen. Der Film wurde eben von Josef von Sternberg gedreht – und das war das Entscheidende. Ich war tief beeindruckt von seinem Wissen. Er zeigte mir, wie man Filme schneidet und zusammenklebt. Ich habe seine Lehren all die Jahre über behalten und werde niemals den Zauber dieser „Lehrlingswochen“ mit ihm vergessen.“
Im Blauen Engel stellte Marlene Dietrich keine Femme fatale und keinen Vamp vor. Erst später wurde sie von Josef von Sternberg zu einem geheimnisvollen und ätherischen Geschöpf gemacht, was unter anderem in den Filmen wie Morocco (1930), Shanghai Express (1931/32) und Blonde Venus (1932) widergespiegelt wurde. Da erschien Marlene Dietrich als „eine ätherische Schönheit“. Ihre Zusammenarbeit mit Josef von Sternberg in Amerika wurde von ihr folgendermaßen beschrieben:
„Er wollte mich über Nacht zu einem Weltstar machen. Gut, ich war jung und verletzlich; ich war da, um dem großen amerikanischen Publikum zu gefallen, aber trotz allem war ich das, was ich noch heute bin: eine Deutsche, die ihre Pflicht tun will, aber nicht mehr. Es war so einfach für mich: ich lehnte mich an ihn und überließ ihm meine Sorgen. Er übernahm alles. Er war mein Vater, mein Bruder, mein Beichtvater. Es gibt nichts, was er nicht war. Er war Kritiker, Lehrer, Ratgeber, Geschäftsmann, Agent, Fürsprecher und Friedensstifter für mich und meinen Haushalt; Manager in jeder Beziehung, angefangen vom Kauf eines Rolls Royce bis zum Engagement des Chauffeurs. Er lehrte mich außer Englisch und Schauspielen tausend andere Dinge, und ich nahm alles an.“
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung – Forschungsstand: Die Einleitung klärt den Forschungsstand zur Person Marlene Dietrich, benennt die verwendeten Quellen und legt die Ziele der Diplomarbeit dar.
2. Marlene Dietrich im kulturellen Gedächtnis und in Erinnerungen: Dieses Kapitel beschreibt das kulturelle Vermächtnis von Marlene Dietrich und analysiert ihre Wirkung als Filmikone anhand ausgewählter Szenen.
3. Biographie von Marlene Dietrich: Das zentrale Kapitel bietet eine umfassende chronologische Aufarbeitung des Lebensweges, der Karriere, der Erfolge, der Truppenbetreuung und der späteren Lebensjahre der Künstlerin.
4. Verhältnis zu Deutschland und zum Faschismus: Dieses Kapitel widmet sich dem schwierigen Verhältnis zur deutschen Heimat, der Ablehnung des Nationalsozialismus und ihrem politischen Engagement während des Zweiten Weltkriegs.
5. Dietrich als Kulturikone im gesellschaftlichen Bewusstsein (Identität): Das abschließende Kapitel analysiert Marlene Dietrich als Femme fatale, beleuchtet Themen wie Androgynität und Identitätsinszenierung.
Schlüsselwörter
Marlene Dietrich, Filmgeschichte, Femme fatale, Der Blaue Engel, Hollywood, Josef von Sternberg, Truppenbetreuung, Zweiter Weltkrieg, Identität, Androgynität, Stilikone, Biographie, Nationalsozialismus, Schauspielkarriere, Kulturikone
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Person Marlene Dietrich, ihrem Leben, ihren Filmen, ihrem politischen Engagement und ihrem Status als internationale Kulturikone.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Werdegang der Künstlerin, ihre filmische Karriere, ihre Rolle als Femme fatale, ihr wechselhaftes Verhältnis zur deutschen Heimat und ihre gesellschaftliche Identitätsbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das "Mysterium" Marlene Dietrich zu durchleuchten und zu erforschen, wie sie ihr Leben und ihre öffentliche Fassade als Diva und Künstlerin konstruiert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Biografien, Dokumente und zeitgenössischer Berichte über Marlene Dietrich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Biografie der Künstlerin, von ihren frühen Jahren in Berlin über ihren Durchbruch mit dem "Blauen Engel", ihre Hollywood-Karriere bis hin zu ihren letzten Jahren und ihrem künstlerischen Spätwerk.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Marlene Dietrich, Femme fatale, Filmikone, Hollywood, Zweiter Weltkrieg und Identität.
Wie war das Verhältnis von Marlene Dietrich zu Deutschland während der NS-Zeit?
Marlene Dietrich lehnte den Nationalsozialismus entschieden ab, emigrierte in die USA, nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an und engagierte sich aktiv in der Truppenbetreuung gegen das NS-Regime.
Warum wird Marlene Dietrich oft als „Femme fatale“ bezeichnet?
Sie gilt als Prototyp der Femme fatale aufgrund ihrer distanzierten, geheimnisvollen Ausstrahlung, ihrer androgynen Ästhetik in Filmen und ihrer gezielten Inszenierung von Erotik und Unabhängigkeit.
- Arbeit zitieren
- Anika Grudziak (Autor:in), 2024, Das Leben und Vermächtnis von Marlene Dietrich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1488590