Hume is our Politics, Hume is our Trade, Hume is our Philosophy, Hume is our Religion." “This statement by 19th century British idealist philosopher James Hutchison Stirling reflects a unique position that David Hume holds in intellectual thought.”
David Hume wurde 1711 als Sohn einer reichen Familie in Berwickshire, einem kleinen Ort in Schottland, nahe Edinburgh geboren. Er ist mit dem calvinistischen Glauben und einer whigischen politischen Einstellung groß geworden, änderte seine politische Sicht allerdings und bevorzugte die Tories. 1739/40 veröffentlichte er anonym sein erstes philosophisches Werk in drei Bänden, den Treatise of Human Nature. 1741 und 1742 kam seine neue Arbeit Essays, Moral and Political auf den Markt. Im Vergleich zum Treatise wurden diese Essays häufiger gelesen und hatten einen größeren Erfolg. 1748 schrieb er daher das erste Buch des Treatise um, fügte einige Abhandlungen hinzu und nannte es Enquiry Concerning Human Understanding. Seine History of England veröffentlichte er 1754 bis 1762, „in an age when the political battles of the present were habitually fought through the past, Hume judged correctly that history – English history – was the most effective medium for his political views.” Viele weitere politische, moralische, religiöse und philosophische Texte verfasste Hume im Laufe seines Lebens, doch da ich meines Erachtens die wichtigsten genannt habe, möchte ich an dieser Stelle keine weiteren mehr anführen. „In 1776, at age 65, he died from an internal disorder which had plagued him for many months.”
Ich befasse mich im Folgenden speziell mit David Humes politischen Essays. Ich werde zunächst den Essay „Über Parteien im allgemeinen“, anschließend den „Über die Parteien in Großbritannien“ und zum Abschluss den „Über die Parteienkoalition“ behandeln.
Hume wählte als literarische Gattung die Essays. Der Essay ist eine ganz spezielle Form zum Verfassen von Gedankengängen. „Michel de Montaigne (1533- 1592) und Francis Bacon (1561- 1626) gelten als Väter der literarischen Gattung Essay. [...] Die Bedeutung des Wortes essai im Frankreich des 16. Jahrhunderts war Übung, Vorspiel, Versuchung, Kostprobe. [...] Er steht für anfängerhaftes Ausprobieren und experimentierende Selbstbeschäftigung.“ Ein Essay dient nach Montaigne der Selbstreflexion und bezeichnet eine Denkmethode und eine Lebensführung. Allerdings geht es ihm auch um Erkenntnis und den Erkenntnisprozess.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Of parties in general (Über Parteien im allgemeinen)
3. Of the parties of Great Britain (Über die Parteien in Großbritannien)
4. Of the coalition of parties (Über die Parteienkoalition)
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen Essays von David Hume, insbesondere seine Analysen zur Entstehung und Wirkung von Parteien sowie seine Vision einer politischen Koalition. Ziel ist es, Humes philosophische Herangehensweise an Parteien und deren Rolle innerhalb der britischen Verfassungsgeschichte und Staatsordnung zu beleuchten.
- Biografischer und intellektueller Kontext von David Hume
- Unterscheidung und Klassifizierung von Parteien (personal vs. real)
- Parteien in Großbritannien: Whigs und Tories im Wandel
- Das Konzept der Parteienkoalition als Mittel zum politischen Konsens
- Humes Beitrag zur pragmatischen politischen Analyse
Auszug aus dem Buch
3. Of the parties of Great Britain (Über die Parteien in Großbritannien)
„Of the parties of Great Britain“ schrieb Hume ebenfalls im Jahre 1741. Er fasst hier die Entstehung der britischen Parteien prägnant zusammen. „Hume betrachtet das Parteiwesen zugleich als Funktion der Verfassungsgeschichte und als Produkt der jeweils existierenden Verfassung.“
In Großbritannien könnte man eine Quelle der Parteilichkeit und Spaltung finden, sollte man sie zum Gegenstand von Spekulation machen. Da das Gleichgewicht zwischen republikanischem und monarchischem Teil der Verfassung äußerst heikel und unsicher ist, ergeben sich daraus unterschiedliche Meinungen, die auf Leidenschaften und Vorurteilen beruhen, so behauptet Hume zu Beginn seines Essays. Auf der einen Seite stehen die Begünstiger der Monarchie, „those of mild temper who love peace and order, and detest sedition and civil wars“ (S.85), auf der anderen Seite die Republikaner, „men of bold and generous spirits who are passionate lovers of liberty and think no evil comparable to subjection and slavery“ (S.85).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Vorstellung von David Hume als Denker sowie Erläuterung der Bedeutung und Methode des Essays als literarische Gattung.
2. Of parties in general (Über Parteien im allgemeinen): Systematische Unterscheidung zwischen personalen und realen Parteien sowie deren Entstehung aus Interessen oder Prinzipien.
3. Of the parties of Great Britain (Über die Parteien in Großbritannien): Analyse der historischen Entwicklung der britischen Parteien wie Whigs und Tories im Kontext der Verfassungsgeschichte.
4. Of the coalition of parties (Über die Parteienkoalition): Untersuchung von Humes Hoffnung auf eine parteiübergreifende Mäßigung und einen politischen Konsens zur Sicherung des Staates.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Humes politischem Pragmatismus und der Übertragbarkeit seiner Erkenntnisse auf allgemeine politische Probleme.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
David Hume, politische Essays, Parteien, Whigs, Tories, Faktion, Großbritannien, politische Philosophie, Parlamentarismus, Koalition, Verfassungsgeschichte, Ideologie, politische Mäßigung, Interessengegensätze, Aufklärung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung dreier politischer Essays von David Hume, die sich mit der Natur, Entstehung und Entwicklung von Parteien beschäftigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Typologie von Parteien, der britische Parlamentarismus des 18. Jahrhunderts und das Streben nach politischer Mäßigung durch einen Parteienkonsens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Humes politische Philosophie hinter den Essays aufzuzeigen und zu analysieren, wie er den Gegensatz zwischen den Parteien überwinden wollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und Interpretation der ausgewählten Originalessays von David Hume sowie eine Einordnung durch wissenschaftliche Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert im Detail die drei Essays „Of parties in general“, „Of the parties of Great Britain“ und „Of the coalition of parties“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Parteien, Whigs, Tories, Koalition, Pragmatismus, Verfassungsgeschichte und Faktion.
Wie unterscheidet Hume zwischen personalen und realen Parteien?
Personale Parteien entstehen aus zwischenmenschlichen Beziehungen und Neigungen, während reale Parteien auf tieferliegenden Interessen, Prinzipien oder Leidenschaften basieren.
Warum hält Hume ein Zweiparteiensystem für problematisch?
Hume sieht in extremen parteipolitischen Gräben eine Gefahr für den sozialen Zusammenhalt und die Rechtsordnung, weshalb er eine mäßigende Mitte fordert.
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- Sarah Schmidt (Author), 2003, David Hume: Eine Untersuchung seiner politischen Essays: Of parties in general, Of the parties of Great Britain und Of the coalition of parties, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14887