Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - German as a Foreign Language

Die Kategorisierung der Partizipien II des deutschen Passivs

Title: Die Kategorisierung der Partizipien II des deutschen Passivs

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 17 Pages , Grade: 3.0

Autor:in: Jie Huang (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die deutsche Sprache verfügt über eine vielfältige Verwendung der Partizipien II, wie die Beispiele (1) darstellen. In der Dudengrammatik wird das Partizip II auch als „Mittelwort der Vergangenheit “ bezeichnet; diese Bezeichnung deutet genau auf die Problematik bzw. Charakteristik hin, welcher Wortart (Verben oder Adjektive) das Partizip II zuzuordnen ist. Es hat sowohl verbale als auch adjektivische Eigenschaften. „Probleme der Wortklassifikation des Deutschen werden nach wie vor diskutiert […]. Unklarheiten tauchen in den Peripheriebereichen auf. […] Zu den Peripherieerscheinungen gehören zweifellos die Partizipien.“ (Sommerfeldt 1988: 221)

(1) Von Niemand wird gearbeitet.
Die Suppe hat gekocht.
Das Glas ist zerbrochen.
(…) einen Zusammenhang, der aber relativ konturiert bleibt (…).
Karl bekommt von Paula das Auto geliehen.
In Frankfurt angekommen, suchte Hans sofort einen Arzt auf.
Die wenigen Ausnahmen nicht gerechnet, erfasst die Regelung fast 100 Prozent.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit der Kategorisierung der Partizipien II in deutschen Passiv-Konstruktionen. Die anderen Konstruktionen, in denen das Partizip II vorkommt, werden nur bei Bedarf zum Vergleichen mitbetrachtet. Zunächst lässt sich das Partizip II in verschiedener Art und Weise unterscheiden; dabei ist festzustellen, was ein Partizip II ist. Im dritten Kapitel wird detailliert auf diejenigen Eigenschaften vom Partizip II in jeweiligen Passiv-Konstruktionen (das Vorgangspassiv, Zustandspassiv und Rezipientenpassiv) eingegangen, die als verbal oder adjektivisch angesehen werden. Das vierte Kapitel ist der Kategorisierung der Partizipien II anhand des Prototypen-Modells (Verb-Adjektiv-Kontinuum) gewidmet. Das fünfte Kapitel liefert abschließende Bemerkungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist ein Partizip II?

3. Die Partizipien des deutschen Passivs

3.1 Das Vorgangspassiv: werden + Partizip II

3.2 Das Zustandspassiv: sein + Partizip II

3.3 Das Rezipientenpassiv: bekommen + Partizip II

4. Die Kategorisierung der deutschen Partizipien

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, Partizipien II innerhalb deutscher Passivkonstruktionen linguistisch zu kategorisieren, da diese sowohl verbale als auch adjektivische Eigenschaften aufweisen. Ziel ist es, die kategoriale Einordnung dieser Formen mittels eines Prototypen-Modells (Verb-Adjektiv-Kontinuum) zu analysieren.

  • Untersuchung der morphosyntaktischen Eigenschaften von Partizipien II.
  • Differenzierung zwischen Vorgangspassiv, Zustandspassiv und Rezipientenpassiv.
  • Analyse der verbalen vs. adjektivischen Merkmale (z.B. un-Präfigierung).
  • Anwendung des Prototypen-Modells zur Auflösung klassifikatorischer Probleme.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Vorgangspassiv: werden + Partizip II

Aktiv und Passiv werden unter dem Begriff Genus verbi oder Diathese zusammengefasst; im verbalen Paradigma gibt es zu jeder Form im Aktiv eine Form des Passivs. Als syntaktisch markierte Kategorie dient das Passiv der Neutralisierung. D.h. das Passiv und Aktiv unterscheiden sich nicht als Darstellungen verschiedener Sachverhalte, sondern als verschiedene Sehweisen, als unterschiedliche semantische und kommunikative Perspektivierung des Satzes (vgl. Helbig, 1983: 48).

Das Vorgangspassiv gilt als prototypisches Passiv, das mit dem Hilfsverb werden und dem Partizip II gebildet wird, siehe (6). In der Literatur wird es unterschiedlich subklassifiziert, diese sowie die Passivfähigkeit der Verben werden hier nicht behandelt, fokussiert ist nur die Eigenschaft der beteiligten Passiv-Partizipien.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Problematik der Wortklassifikation des Partizips II und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Was ist ein Partizip II?: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Partizipbildung sowie die Abgrenzung zu anderen Wortarten und lexikalisierten Formen dargelegt.

3. Die Partizipien des deutschen Passivs: Dieses Kapitel analysiert detailliert die drei Passivtypen und deren spezifische morphosyntaktische Eigenschaften im Hinblick auf den verbalen oder adjektivischen Charakter.

4. Die Kategorisierung der deutschen Partizipien: Hier wird das Prototypen-Modell vorgestellt, um die Partizipien in einem Adjektiv-Verb-Kontinuum einzuordnen.

5. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die die Dynamik des Prototypen-Modells gegenüber starren Klassifizierungen hervorhebt.

Schlüsselwörter

Partizip II, Vorgangspassiv, Zustandspassiv, Rezipientenpassiv, Wortklassifikation, Verb-Adjektiv-Kontinuum, Prototypen-Modell, morphosyntaktische Eigenschaften, Hilfsverb, un-Präfigierung, Genus verbi, linguistische Analyse, Passivkonstruktionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Einordnung des Partizips II im Deutschen, insbesondere mit dessen Doppelrolle als Verb und Adjektiv innerhalb verschiedener Passivkonstruktionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Kategorisierungstheorie, die Syntax von Passivformen und die Differenzierung von Wortartmerkmalen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Schwierigkeiten der kategorialen Zuordnung des Partizips II durch Anwendung eines Prototypen-Modells zu lösen, das fließende Übergänge statt starrer Trennungen zulässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und die Anwendung des Prototypen-Modells (Verb-Adjektiv-Kontinuum) nach Lenz, um morphosyntaktische und semantische Kriterien zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Vorgangs-, Zustands- und Rezipientenpassiv und prüft bei diesen die Wirksamkeit von Indizien wie der un-Präfigierung zur Bestimmung des Wortcharakters.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Partizip II, Prototypen-Modell, Passivkontext und die Unterscheidung von verbalen und adjektivischen Merkmalen.

Warum ist die Einordnung des Zustandspassivs so kontrovers?

Die Einordnung ist umstritten, da es in der Literatur teils als Ellipse, teils als eigene Verbalkonstruktion oder als Kopula-Konstruktion interpretiert wird.

Was ist das "Rezipientenpassiv" und wie wird es gebildet?

Es wird mit den Hilfsverben bekommen, kriegen oder erhalten gebildet und ermöglicht es, das Dativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt des Passivsatzes zu machen.

Welche Rolle spielt die un-Präfigierung bei der Analyse?

Sie dient als diagnostisches Testverfahren: Die Kombinierbarkeit mit un- deutet auf einen adjektivischen Charakter des Partizips hin.

Wie unterscheidet sich das Prototypen-Modell von einer traditionellen Klassifizierung?

Das Prototypen-Modell vermeidet starre Grenzen und erkennt stattdessen fließende Übergänge innerhalb eines Kontinuums an, was eine flexiblere und präzisere Einordnung ermöglicht.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Die Kategorisierung der Partizipien II des deutschen Passivs
College
University of Heidelberg  (Seminar für Deutsch als Fremdsprachenphilologie)
Course
Deutsche Passiv
Grade
3.0
Author
Jie Huang (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V148909
ISBN (eBook)
9783640594269
ISBN (Book)
9783640593774
Language
German
Tags
Passiv Partizipien II
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jie Huang (Author), 2008, Die Kategorisierung der Partizipien II des deutschen Passivs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148909
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint