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Kirche und Klerus während der Französischen Revolution

Title: Kirche und Klerus während der Französischen Revolution

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michaela Benz-Riede (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Die Französische Revolution brachte viele Neuerungen, die bis heute im wesentlichen ihre Gültigkeit bewahrt haben. Neben den Menschenrechten und der parlamentarischen Demokratie wurde auch die Religionsfreiheit zu einem Grundgesetz. „Jeder Staatsbürger war durch dieses Gesetz in der Ausübung seines Kultus frei1.“ In der Geschichte der Beziehungen von Kirche und moderner Demokratie nimmt die Französische Revolution eine wichtige Stellung ein. Die Revolution veränderte nicht nur das politische Leben, sondern nahm auch Einfluss auf die Kirche und ihre Stellung als Staatsreligion.

In den Jahren der Revolution kam es zu vielen Veränderungen innerhalb der Kirche und ihrer Stellung im Staat. In meiner Arbeit möchte ich auf diese Veränderungen eingehen. Da sich die Meinungen zur Revolution in den verschiedenen Regionen sehr unterscheiden, kann ich nur einen groben Überblick in meiner Arbeit geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Katholizismus als Staatsglaube

1. Der katholische Lebensraum

III. Der Erste Stand- der Klerus

IV. Die religiöse Gleichgültigkeit

V. Auf dem Weg zu einer katholisch- revolutionären Staatskirche (1785- 1790)

1. Verstaatlichung der Nationalgüter

2. Die Zivilkonstitution des Klerus

VI. Die Spaltung der Kirche (1790- 1793)

1. Der Eid der Priester auf die Zivilverfassung

2. Die Septembermorde

VII. Die Dechristianisierungswelle und die Verbreitung der revolutionären Ersatzkulte (1793- 1794)

VIII. Die Trennung von Kirche und Staat und der Beginn einer religiösen Erneuerung (1795- 1801)

IX. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Wandel in der Beziehung zwischen der katholischen Kirche und dem französischen Staat während der Revolution. Sie beleuchtet, wie die Kirche von ihrer Position als privilegierte Staatsreligion zur Trennung von Staat und Kirche gezwungen wurde und welche sozialen und politischen Auswirkungen dieser Prozess für den Klerus und die Bevölkerung hatte.

  • Struktur und Privilegien des Ersten Standes (Klerus) vor 1789
  • Die Auswirkungen der Zivilkonstitution des Klerus auf die kirchliche Autonomie
  • Der Konflikt zwischen dem Eid auf die Zivilverfassung und den romtreuen Geistlichen
  • Die Dechristianisierungswelle und der Aufstieg revolutionärer Ersatzkulte
  • Der Prozess der Trennung von Kirche und Staat bis zum Konkordat von 1801

Auszug aus dem Buch

2. Die Zivilkonstitution des Klerus

Nach langen Debatten, die in der Öffentlichkeit, wie auch in den Revolutionsgremien diskutiert wurden, kam es am 12. Juli 1790 zu der Zivilkonstitution des Klerus. Diese Konstitution brachte im wesentlichen drei Neuerungen mit sich. Zum Ersten wurden die Diözesen auf der Grundlage der nun bestehende 83 Departements neu eingeteilt. Jedes Departement hatte somit nur noch eine Diözese, was dazu führte, dass viele Pfarrgemeinden aufgelöst wurden. Ebenso wurden die Pfarrbezirke den Amtsbezirken angeglichen. Zum Zweiten wurde festgelegt, dass der Staat für die Besoldung der Geistlichen aufkäme. Die dritte Neuerung wurde im zweiten Titel der Zivilkonstitution festgehalten. Sie regelte in allen Einzelheiten die Wahl der Bischöfe durch die Departementversammlungen und die der Priester durch die Distriktversammlungen.

Man sah eine Aufstellung von mindestens zwei Kandidaten vor und verlangte, dass einer der Kandidaten im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewählt wird. Nach dem Dekret vom 22. Dezember 1789 galt bei Stimmengleichheit der ältere Kandidat als gewählt. Wer kandidieren wollte, musste folgenden Anforderungen entsprechen: zehn Jahre Gemeindedienst bei Bischofsanwärtern und fünf Jahre bei Priesteranwärtern. Die Einsetzung in ein geistliches Amt oblag dem Erzbischof, der sie nur ablehnen konnte, „nachdem er sich zuvor mit dem ganzen Klerus der Kirche beraten hatte“ (Art. XVI). Dasselbe galt auch für den Bischof vor der Einsetzung eines Priesters in ein freies Amt. Mit diesen neuen Bestimmungen wollte man offensichtlich die Unabhängigkeit der gewählten Kandidaten gegenüber ihren Vorgesetzten gewährleisten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Thematik der Kirche im Kontext der Französischen Revolution und deren grundlegender Wandel.

II. Der Katholizismus als Staatsglaube: Analyse der gesellschaftlichen Stellung und Aufgaben der katholischen Kirche vor der Revolution.

III. Der Erste Stand- der Klerus: Untersuchung der ökonomischen und sozialen Privilegien sowie der internen Hierarchien innerhalb des Klerus.

IV. Die religiöse Gleichgültigkeit: Beschreibung des wachsenden Bedeutungsverlustes der Kirche bei der städtischen Bevölkerung vor 1789.

V. Auf dem Weg zu einer katholisch- revolutionären Staatskirche (1785- 1790): Darstellung der Bemühungen um Reformen und der ersten staatlichen Eingriffe in die Kirchenstruktur.

VI. Die Spaltung der Kirche (1790- 1793): Analyse der kirchenpolitischen Spannungen durch den Eidzwang und die damit verbundene tiefe Spaltung der Geistlichkeit.

VII. Die Dechristianisierungswelle und die Verbreitung der revolutionären Ersatzkulte (1793- 1794): Behandlung der aktiven Verfolgung des Christentums und der Etablierung neuer, säkularer Ersatzkulte.

VIII. Die Trennung von Kirche und Staat und der Beginn einer religiösen Erneuerung (1795- 1801): Erläuterung der Konsolidierung nach Robespierre und dem Abschluss des Konkordats von 1801.

IX. Zusammenfassung: Fazit über die nachhaltige Veränderung der Rolle der Kirche und deren Anhängerschaft.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Katholische Kirche, Klerus, Zivilkonstitution, Staatsreligion, Dechristianisierung, Religionsfreiheit, Priestereid, Säkularisierung, Konkordat, Nationalversammlung, Ersatzkulte, Kirchenbesitz, Eidverweigerer, Gallikanische Kirche.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den massiven Einfluss der Französischen Revolution auf die katholische Kirche und deren gesellschaftliche und politische Stellung in Frankreich zwischen 1789 und 1801.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Schwerpunkte bilden die rechtliche Umgestaltung des Klerus, die Enteignung kirchlicher Güter, die erzwungene Trennung von Rom sowie die radikalen Dechristianisierungsversuche und der spätere Ausgleich durch Napoleon.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Transformationsprozess der Kirche von einer privilegierten Institution zu einer staatlich regulierten und später von Staat und Gesellschaft getrennten Organisation aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellen- und Literaturanalyse, bei der zentrale Dekrete, Gesetzestexte und historische Fachliteratur herangezogen wurden, um die chronologische Entwicklung nachzuzeichnen.

Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch: Von der Rolle als Staatsglaube und der wirtschaftlichen Vormachtstellung über den Eidzwang und die damit verbundene Kirchenspaltung bis hin zur Dechristianisierung und der rechtlichen Neuordnung unter Napoleon.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Klerus, Zivilkonstitution, Säkularisierung, Dechristianisierung und Konkordat charakterisiert.

Warum war die Zivilkonstitution des Klerus ein so entscheidender Wendepunkt?

Sie bedeutete den direkten Zugriff des Staates auf kirchliche Strukturen, zwang Geistliche zur Loyalität gegenüber der Revolution statt gegenüber dem Papst und führte somit zur faktischen Trennung der französischen Kirche von Rom.

Inwieweit unterschied sich der "niedere Klerus" vom "hohen Klerus" im Prozess der Revolution?

Der niedere Klerus war aufgrund seiner prekären wirtschaftlichen Lage und mangelnden Mitsprache deutlich offener gegenüber den Forderungen des Dritten Standes, während der hohe Klerus seine Privilegien weitgehend zu verteidigen suchte.

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Details

Title
Kirche und Klerus während der Französischen Revolution
College
Karlsruhe University of Education  (Geschichte)
Course
HS: Die Französische Revolution
Grade
2,0
Author
Michaela Benz-Riede (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V14891
ISBN (eBook)
9783638201735
Language
German
Tags
Kirche Klerus Französischen Revolution Französische Revolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michaela Benz-Riede (Author), 2003, Kirche und Klerus während der Französischen Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14891
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