Ziel dieser Arbeit soll es sein, dem geneigten Leser einen kurzen und zugleich prägnanten Überblick über die Grid-Group-Theorie zu gewähren. Zu diesem Zwecke sollen im ersten Teil einige zentrale Informationen zu deren Schöpferin, der Ethnologin und Sozialanthropologin Mary Douglas, präsentiert werden, da diese unter Soziologen einen vergleichsweise geringen Bekanntheitsgrad besitzt, und das, obwohl viele ihrer Erkenntnisse auch für die Soziologie eine immense Relevanz besitzen. Zudem sollten die Schriften eines Autors nie ohne dessen sozialen Hintergrund und den zeitlichen Kontext betrachtet werden, da diese einen prägenden Einfluss auf den Autor und somit auch auf dessen Wirken haben können. Der zweite Punkt dient zur Darstellung der Problematik, aufgrund derer sich Mary Douglas überhaupt erst dazu veranlasst sah, die Grid-Group-Theorie zu entwickeln. Damit soll dem Leser ermöglicht werden, ihren Entstehungskontext besser zu begreifen. Daraufhin gelangen wir zum eigentlichen Hauptteil dieser Arbeit, in dem die Grid-Group-Theorie in ihren Grundzügen verständlich erklärt werden soll. Die anschließende Darstellung einiger Anwendungsbeispiele soll diese Erklärungen untermauern und veranschaulichen. Darüber hinaus werden einige der zentralen Argumente, die Kritiker der Grid-Group-Theorie immer wieder ins Feld führen, vorgestellt, bevor in einem abschließenden Fazit die zentralen Ergebnisse dieser Arbeit noch einmal komprimiert dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
A: Einleitung
B: Mary Douglas: Die Grid-Group-Theorie – Grundzüge, Anwendung und Kritik
1. Mary Douglas – Leben und Werk
2. Ausgangsproblematik
3. Grundzüge der Grid-Group-Theorie
4. Anwendungsbeispiele
5. Kritik der Grid-Group-Theorie
C: Fazit
D: Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen prägnanten Überblick über die Grid-Group-Theorie von Mary Douglas zu geben, deren Entstehungskontext zu beleuchten sowie deren Anwendungsmöglichkeiten und zentrale Kritikpunkte wissenschaftlich einzuordnen.
- Biografische Hintergründe und das Werk von Mary Douglas
- Die theoretische Herleitung der Grid-Group-Dimensionen
- Die vier idealtypischen Kulturtypen im Grid-Group-Schema
- Empirische Anwendungsbeispiele der Theorie in der Soziologie
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Reduktionismus- und Determinismus-Vorwurf
Auszug aus dem Buch
3. Grundzüge der Grid-Group-Theorie
Bereits nach kurzer Auseinandersetzung mit der einschlägigen Literatur zeigte sich, dass es alles andere als einfach werden würde, ein kurzes und dennoch umfassendes und verständliches Bild der Grid-Group-Theorie zu entwerfen. Verschiedene Autoren haben Diskontinuitäten in den Beschreibungen von Douglas zur Grid-Group-Theorie festgestellt. So unterscheidet Virginie Mamadouh bspw. zwischen einer „weichen“ und einer „harten“ Variante der Grid-Group-Theorie. James Spickard will sogar drei verschiedene Versionen ausgemacht haben. Hinzu kommt, dass zahlreiche Autoren Douglas´ Theorie aufgegriffen, interpretiert und/oder erweitert haben, wodurch sich eine wahre Fülle an Literatur zu diesem Thema ergibt. Ich werde mich daher in meinen folgenden Ausführungen auf die aktuellsten Werke von Douglas, die sich mit der Grid-Group-Theorie auseinandersetzen, sowie die gängige Sekundärliteratur, darunter Virginie Mamadouh, James Spickard, Robert Wuthnow et. al. und Jonathan Gross/Steve Rayner, beziehen.
Dass es sich bei dem Grid-Group-Konzept um eine Theorie und nicht um ein bloßes methodisches Werkzeug handelt, rührt in erster Linie daher, dass dem Konzept (mindestens) drei Annahmen zugrunde liegen, die nicht (oder nur sehr eingeschränkt) empirisch beobachtbar sind: 1. Die erste Annahme ist, dass das Phänomen der Kultur einen immensen Einfluss auf das Denken und Verhalten eines Menschen ausübt. Alles, was Menschen tun oder wollen, geschieht von einem bestimmten kulturellen Standpunkt aus. Es ist diese Annahme, aufgrund derer die Grid-Group-Theorie dem Spektrum der Kulturtheorien zugeordnet wird. 2. Des Weiteren geht Douglas davon aus, dass es möglich ist, eine begrenzte Anzahl an Typen unterschiedlicher Kulturen zu identifizieren. Dies soll durch die Konstruktion einer Typologie von Kulturen geschehen. Es soll also möglich sein, alle existierenden Kulturen in ihre Typologie einzuordnen. Von der anderen Seite aus betrachtet bedeutet dies: Laut Douglas existieren keine anderen Kulturen auf der Welt als die Typen, die sie in ihrem Schema beschreibt. 3. Zu guter Letzt behauptet Douglas, dass die von ihr entwickelte Typologie universelle Gültigkeit besitzt.
Zusammenfassung der Kapitel
A: Einleitung: Die Einleitung erläutert die terminologische Vielfalt der Theorie und begründet die Wahl des Titels sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
B: Mary Douglas: Die Grid-Group-Theorie – Grundzüge, Anwendung und Kritik: Dieser Hauptteil analysiert das Leben der Autorin, die Problematik der kulturellen Vergleichbarkeit, die theoretischen Grundlagen des Grid-Group-Schemas, konkrete Anwendungsbeispiele und die wesentliche wissenschaftliche Kritik an diesem Ansatz.
C: Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch die Operationalisierbarkeit sowie den Determinismus der Theorie.
D: Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Monographien und wissenschaftlichen Beiträge.
Schlüsselwörter
Grid-Group-Theorie, Mary Douglas, Kulturtheorie, Soziale Einbindung, Rollendifferenzierung, Kulturelle Anthropologie, Individualismus, Hierarchismus, Egalitarismus, Fatalismus, Sozialstruktur, Kulturvergleich, Soziologie, Lebenswelt, Normen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grid-Group-Theorie der britischen Anthropologin Mary Douglas, welche ein Analyseinstrument zur Untersuchung und zum Vergleich verschiedener Kulturen und Gesellschaftsformen darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Herleitung der Dimensionen "Grid" und "Group", die Typologie der vier Kulturmodelle sowie deren Anwendung in der soziologischen Forschung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, dem Leser einen prägnanten Überblick über die Grid-Group-Theorie zu verschaffen, ihren Entstehungskontext zu klären und die Gültigkeit sowie Schwachstellen des Modells kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse und Synthese einschlägiger Fachliteratur und der Auseinandersetzung mit der Originaltheorie von Mary Douglas basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie von Mary Douglas, die Darstellung der Ausgangsproblematik (kulturelle Vergleichbarkeit), die Erklärung der Grundzüge der Theorie, die Anwendung der Theorie anhand von Fallbeispielen sowie die kritische Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Grid-Group-Theorie, Kulturtheorie, soziale Dimensionen (Individuation vs. soziale Einbindung) und die vier idealtypischen Kulturtypen.
Wie definiert Mary Douglas die Dimension "Group"?
Die Group-Dimension beschreibt den Grad, in dem Individuen in ihrem Denken und Handeln durch die Zugehörigkeit zu einer sozialen Einheit beschränkt sind.
Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Grid"?
Der Begriff bezeichnet ein Bündel von Regeln oder Normen, das die Interaktion von Individuen durch Rollendifferenzierung einschränkt, unabhängig von einer direkten Gruppenzugehörigkeit.
Warum steht die Theorie in der Kritik?
Die Kritik entzündet sich primär an der Reduktion sozialer Komplexität auf nur zwei Dimensionen sowie dem Vorwurf, die Theorie sei deterministisch und unterschätze die Handlungsfreiheit des Individuums.
- Quote paper
- Michael Neureiter (Author), 2010, Mary Douglas: Die Grid-Group-Theorie - Grundzüge, Anwendung und Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148987