"Die Würde des Menschen ist unantastbar" - einander achten und helfen

Die Entstehung des Lebens und Abtreibung


Seminararbeit, 2009
25 Seiten, Note: 1,30

Leseprobe

Gliederung

1. Einführung und Verankerung des Themas im Lehrplan

2. Sachanalyse
2.1 Eingrenzung und Schwerpunktsetzung
2.2 Elementare Strukturen
2.3 Elementare Wahrheiten

3. Pädagogische Analyse
3.1 Elementar Erfahrungen
3.2 Elementare Zugänge

4. Methodische Analyse

5. Stundenverlauf

6. Reflexion und Ausblick

7. Anhang

8. Literatur und Quellenangaben

1. Einführung und Verankerung des Themas im Lehrplan

Das Leitmotiv in der 9. Jahrgangsstufe im Fach der Katholischen Religionslehre der Hauptschulen in Bayern ist „Individualität und Verantwortung – als Christ in dieser Welt leben“. Das Thema der Stunde „Die Entstehung von neuem Leben und Hinführung auf die Thematik Abtreibung“ ist im Themenbereich 9.1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar - einander achten und helfen“ der neunten Jahrgangsstufen eingeordnet. Die Lerninhalte des Unterpunktes 9.1.2 werden mit „Damit das Leben ein Geschenk bleibt – den Menschen und seine Würde schützen“ benannt. Somit ist das Stundenthema auch in diesen Punkt einzugliedern. Bereits in der 8. Jahrgangsstufe wurde das Themengebiet 8.4 „Miteinander gehen – Freundschaft und Liebe“ behandelt. Dies ist damit zu begründen, dass sich die SchülerInnen schon zu diesem Zeitpunkt mit Fragen der Freundschaft, Liebe und Sexualität im hohen Maße auseinander setzen. Das wird hier mit dem Thema der Entstehung von neuem Leben verbunden und fortgesetzt. Vor allem soll auf die Würde des Menschen eingegangen werden, was Hand in Hand mit der Thematik der Abtreibung geht.

Die Jugendlichen dieser Jahrgangsstufe befinden sich in den Abschlussklassen und erfüllen damit ihre Schulpflicht. Da sie nun auf den Weg in die Berufswelt und somit in ein eigenständigeres Leben sind, werden von ihnen auch höhere Anforderungen wie Leistungsbereitschaft und Zuverlässigkeit, auch Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und für ihre Mitmenschen verlangt. Dies beinhaltet ferner, die Würde des Menschen zu respektieren. Dieses Bewusstsein für die Entstehung eines neuen Lebens, sowie die damit verbundene Thematik der Abtreibung sollen in den aufgeführten Stunden entdeckt und den Schülern näher gebracht werden. Das verwandte Themengebiet „Sexualität“ ist den Schülern nicht nur durch den Unterricht im Fach PCB bekannt, wo beispielsweise im Punkt 9.4.1 die „Individualentwicklung – Sexualität“ behandelt wird, sondern auch durch die Erkenntnisse, die sie aus den Medien haben. Die SchülerInnen sollen in diesem Themenkomplex den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Leben sowie ein reflektierendes Denken erlernen.

2. Sachanalyse

2.1 Eingrenzung und Schwerpunktsetzung

Die Beachtung der Würde des Menschen ist eines der höchsten Güter unserer Gesellschaft. In dieser Doppelstunde wird auf die Entstehung von neuem Leben anhand verschiedener Entwicklungsstadien des Ungeborenen eingegangen. Somit soll auf das „Wunder“ und die Freude dieser Entstehung eingegangen werden. Dass ein Gespür für den Wert und die Würde - auch und vor allem eines ungeborenen Lebens - geschaffen wird, soll hier fokussiert werden. Danach soll auch die schwierige Debatte über den Anfang des Lebens angestoßen werden. Die SchülerInnen sollen lernen, sich eine eigenständige Meinung zu bilden und darüber reflektieren zu können. In der zweiten Erarbeitungsphase wird die Freude der Eltern über Nachwuchs behandelt, aber auch die Probleme, die eine Schwangerschaft für mache Menschen mit sich bringt. Dies ist gleichzeitig die Hinführung zum Thema Abtreibung, auf das die Lernenden durch ihre Vorerfahrungen selber stoßen werden. Daher wird in der abschließenden Erarbeitungsphase der Mordaspekt der Abtreibung durch einen Lehrerimpuls angestoßen. Durch christliche Überzeugungen aus der Bibel, aber auch durch staatsrechtliche Bestimmungen sollen den Schülern zwei Meinungen und Ansichten präsentiert werden. Ein abschließender Lehrervortrag wird bei den SchülerInnen vermutlich Betroffenheit auslösen. Das soll dazu dienen, dass sie sich der Verantwortung für das Leben, der Würde des Menschen und der schwierigen Thematik der Abtreibung bewusst werden.

2.2 Elementare Strukturen

Den SchülerInnen wird ein kurzer Film präsentiert. In diesem wird durch eine anrührende Hintergrundmusik die Entwicklung eines ungeborenen Lebens in emotionalen Bildern gezeigt. Des Weiteren bekommen die SchülerInnen ein Arbeitsblatt, auf dem die verschiedenen Entwicklungsstufen eines Kindes im Mutterleib beschrieben sind. Inhaltlich sind grob die wichtigsten Schritte (erster Herzschlag, Öffnen der Augen, etc.) aufgeführt. Jeder einzelne Schüler kann für sich erfahren, wie erstaunlich die Entwicklung eines ungeborenen Kindes im Mutterleib ist. Durch das Vorlesen des „Tagebuches eines Ungeborenen“ am Schluss der Unterrichtsstunden und durch das Hineinversetzen in das ungeborene Kind können die Heranwachsenden noch einmal über ihre eigenen Gefühle und Einstellungen reflektieren. Eventuell können sie auch einen Bezug auf ihr Leben herstellen. So wird die Thematik noch besser vertieft. Auch der Psalm 127,3, sowie das 5. Gebot des christlichen Glaubens „Du sollst nicht töten“ (Exodus 20,13) werden für einen Eintrag in das Heft der SchülerInnen verwendet.

2.3 Elementare Wahrheiten

Zu Beginn der Unterrichtssequenz wird den SchülerInnen die Entwicklung eines Ungeborenen im Mutterleib gezeigt. Mit einem anschließenden chronologisch aufgebauten Text zur Entwicklung eines neuen Lebens, soll dies ihnen näher gebracht und vertieft werden. Somit wird ihnen das Wunder des werdenden Lebens vor Augen geführt. In der zweiten Hälfte erkennen die Lernenden, dass bei werdenden Eltern oftmals unterschiedliche Gefühle zum Ausdruck kommen. Gibt es immer ein Elternglück? Durch die Diskussionen und die Überlegungen was die SchülerInnen mit dem Wort Abtreibung verbinden, können sich die Heranwachsenden selbst mit der Thematik auseinander setzen. Auch das vorgelesene Tagebuch eines Ungeborenen am Ende der Doppelstunde trägt zur Reflexion bei. Die verschiedenen Psalme sowie die Nennung des fünften Gebotes sollen unterstreichen, dass jedes Kind von Gott gewollt ist und Mord immer ausgeschlossen ist. Somit kann den Lernenden auch klar werden, dass ein ungeborenes Kind auch ein Recht auf Leben hat.

3. Pädagogische Analyse

3.1 Elementare Erfahrungen

Die Schüler haben bereits Kenntnisse aus dem Unterricht des Faches PCB wo in der 9. Jahrgangsstufe die Thematik der Schwangerschaft behandelt wird. Aber auch aus ihrer eigenen Familie können sie über Schwangerschaften und auch über Abtreibung schon Erfahrungen gesammelt haben. Vor allem über die Medien sind sie auf diese Thematik aufmerksam gemacht worden. Auch werden einige SchülerInnen im Bezug zur Abtreibung schon den Begriff „Donum Vitae“ (Geschenk des Lebens) gehört haben und sich über die damit verbundene Problematik im Klaren sein, dass die katholische Kirche die Beratung bezüglich der Abtreibung in keiner Weise durchführen möchte. Deutlich wird das auch durch das genannte fünfte Gebot, dass man nicht töten darf und das in vielen Stellen der Bibel Kinder als große Freude und Glück angesehen werden. Im Unterricht können diese Kontrasterfahrungen bezüglich der rechtlichen Situation in der BRD aufgegriffen werden. Durch diese können die Schüler ihre eigenen Meinungen und Einstellungen noch einmal reflektieren und überdenken.

3.2 Elementare Zugänge

Bei der Thematik Abtreibung ist ein schülerorientierter Unterricht sehr wichtig, da dies ein sehr sensibles Thema ist. Allgemein ist der Unterricht über sexuelle Fragen nicht auf den Lehrervortrag zu beschränken, sondern dem Gespräch mit den Schülern und dem freien Meinungsaustausch unterzuordnen. Daher ist es wichtig, Verständnis und Achtung für die Schüler aufzubringen. Ebenso ist darauf zu achten, dass Informationen zu emotionalen Reaktionen führen können, da sich die SchülerInnen in einem Alter befinden, in dem sie eventuell die Entscheidung der Abtreibung ihres Ungeborenen selber getroffen haben. Deshalb sind die seelischen und körperlichen Leiden, die diese Entscheidung mit sich bringt, in den Unterricht mit einzubeziehen. Aber es müssen auch Alternativen zu einer Abtreibung aufgezeigt werden. Im christlichen Sinne ist aber auch darauf einzugehen, dass Leben geschützt werden muss und somit die Schüler zu verantwortungsbewusstem Handeln mit ihrer Sexualität herangezogen werden. Nicht die kognitiven Informationen sollen in diesen Unterrichtstunden im Vordergrund stehen, sondern die SchülerInnen sollen in affektiver Weise berührt werden. In dieser Altersstufe sind sie für diese Thematik sensibel. Dadurch wird ihnen auch Raum dafür gegeben, ihre eigenen Gefühle und Empfindungen darstellen zu können. Auch durch den Wechsel der Methodik (Beispiel: Film zur Entwicklung des ungeborenen, Text zu Entwicklungsstufen lesen, Raum für eigene Äußerungen geben um eigene Gefühle beschreiben können) wird die Thematik für die Schüler durch Anregung der verschiedenen Sinneskanale (auditiv/visuell) besser zugänglich. Dadurch wird die Aufmerksamkeit Jugendlichen erhöht werden.

4.0 Methodische Analyse

Als Einstieg wird ein kurzer Film „Entwicklungsstufen eines Babys!“ gezeigt. In diesem werden in aufsteigender Reihenfolge die Entwicklungsstufen eines Ungeborenen zu sehen sein. Der Filmausschnitt bietet Anlass zum Gespräch über das Wunder des werdenden Lebens. Die Schüler können auch hierbei auf ihr Wissen aus der Biologie zurückgreifen. An dieser Stelle kann daher auch fächerübergreifender Unterricht stattfinden. Somit haben alle Schüler die gleichen Voraussetzungen für die Weiterarbeit in der Stunde. Nachfolgend sollen die einzelnen Entwicklungsschritte des Embryos/Fötus näher betrachtet werden. Durch die Partnerarbeit wird hier auch eine Differenzierung möglich. Stärkere Schüler können schwächere unterstützen und die Lehrkraft kann schwächeren Gruppen Hilfestellung geben. Durch die Veranschaulichung mit Lineal und Gewichten wird das Entstehen des neuen Lebens nochmals eindrucksvoll unterstrichen. Dies bietet auch noch Platz für Diskussionen und Auffassungen der Schüler, was auch ihre Fähigkeit Meinungen zu äußern stärken kann. Um die Ergebnisse zu sicheren, wird demnach ein Arbeitsblatt mit zugehörigen Fragen bearbeitet. Im Folgenden gibt der Lehrende einen provokanten Impuls. Dies soll die Schüler zum Nachdenken und zur Diskussion anregen und sie bestärken, ihre eigenen Meinungen und Standpunkte zu vertreten. Die SchülerInnen sollen erkennen, dass die Frage, ab wann das Leben eines Menschen beginnt, nicht eindeutig beantwortet werden kann. Sie sollen daher für diese wichtige Fragestellung, die auch in der zweiten U-Stunde weitergeführt wird, sensibilisiert werden. Als zweiter Einstieg wird eine Folie aufgelegt, die die Freude von „frischgebackenen Eltern“ widerspiegelt, die aber auch eine entgegen gesetzte Frage enthält (Elternglück?). Die SchülerInnen können somit in eigenen Worten Ausdrücken, was wohl die Eltern, die Nachwuchs bekommen, empfinden. Durch die Besprechung dieser Folie soll aber auch auf die Thematik Abtreibung hingeführt werden, da sie sich auch andere Reaktionen der werdenden Eltern vorstellen können und die Gründe für negative Emotionen gesucht werden. Die Lernenden kommen zum Ergebnis, dass Abtreibung eine mögliche Form ist, eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden, aber auch andere Möglichkeiten kommen zur Sprache. Nach der Heftabschrift der Definition von Abtreibung wird die zentrale Fragestellung herausgearbeitet, ob Tötung ungeborenen Lebens Mord sei. Im Folgenden werden die teils unterschiedlichen Anschauungen über die Abtreibung im Hefteintrag gesichert. Mit den SchülerInnen werden auch verschiedene Alternativen zur Abtreibung erarbeitet und über mögliche Beratungsstellen informiert. In der abschließenden Phase werden die Jugendlichen aufgefordert, ihre Hefte zu schließen und ruhig zu werden. Dies soll die ganze Aufmerksamkeit und Konzentration auf den folgenden Lehrervortrag richten. Der liest das „Tagebuch eines Ungeborenen“ vor. Anschließend bekommen sie Raum zu freien Äußerungen. Hinterher wird noch geklärt, dass Abtreibung meistens keine optimale Lösung ist und dass es den betreffenden Personen oft sehr schlecht geht. Die Jugendlichen sollen durch diesen dramatischen Vortrag unter anderem zur Verantwortung erzogen werden. Sie sollen erkennen, dass man mit dieser Thematik absolut ernst umzugehen hat.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
"Die Würde des Menschen ist unantastbar" - einander achten und helfen
Untertitel
Die Entstehung des Lebens und Abtreibung
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Planung des Religionsunterrichts
Note
1,30
Autor
Jahr
2009
Seiten
25
Katalognummer
V149012
ISBN (eBook)
9783640594344
ISBN (Buch)
9783640594009
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Würde, Menschen, Entstehung, Lebens, Abtreibung
Arbeit zitieren
Walther Baumgartner (Autor), 2009, "Die Würde des Menschen ist unantastbar" - einander achten und helfen , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149012

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