Diese Seminararbeit untersucht die Rolle von Spiritual Care als notwendiger Bestandteil der Palliative Care, um das Leiden terminal erkrankter Patienten ganzheitlich zu lindern. In Deutschland sterben jährlich etwa 850.000 Menschen, viele davon im Krankenhaus trotz des Wunsches zu Hause zu sterben. Der medizinische Fortschritt hat das Sterben oft zu einem langen Prozess gemacht, weshalb ein Tod in Würde, ohne Schmerzen und in Begleitung von Angehörigen angestrebt wird. Diese Arbeit erklärt das Konzept der Spiritual Care, stellt es an einem Fallbeispiel dar und diskutiert es im Kontext der Palliative Care, die das Ziel verfolgt, Leiden zu lindern. Die kulturellen und religiösen Unterschiede der Patienten erfordern eine ganzheitliche Betreuung, die körperliche, spirituelle und psychische Bedürfnisse berücksichtigt. Abschließend wird die Hypothese reflektiert, dass Spiritual Care ein notwendiger Bestandteil der Palliative Care ist. Daraus werden Forderungen für die Praxis und Ansätze für weitere Forschungen abgeleitet, um die Lebensqualität der Patienten bis zum Ende zu erhalten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Palliative Care - Leiden lindern
1.1 Definition
1.2 Ziele der Palliative Care
1.3 Wünsche von Patienten am Lebensende
1.4 Körperliches Leiden lindern durch Symptomkontrolle
2. Spiritual Care als unverzichtbarer Teil der Palliative Care
2.1 Das Krankheitsverständnis
2.1.1 Das nichtreligiöse Krankheitsverständnis
2.1.2 Das religiöse Krankheitsverständnis
2.2 Spiritual Care als Ressource der terminal erkrankten Patienten
2.3 Definition Spiritual Care
2.4 Praxistipps für die Pflege im Umgang mit Spiritual Care
3. Spiritual Care in der Palliative Care anhand eines Fallbeispiels
4. Reflexion
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Hypothese, dass Spiritual Care ein notwendiger Bestandteil der Palliativmedizin ist, um das Leiden schwerstkranker Patienten ganzheitlich zu mindern. Ziel ist es, die Bedeutung spiritueller Bedürfnisse in der letzten Lebensphase aufzuzeigen und daraus Handlungsempfehlungen für das medizinische und pflegerische Personal abzuleiten.
- Ganzheitliche Linderung des Leidens bei terminal erkrankten Patienten
- Die Rolle der Spiritual Care innerhalb der Palliative Care
- Strategien zur spirituellen Begleitung in der klinischen Praxis
- Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit und interkultureller Kompetenz
Auszug aus dem Buch
3. Spiritual Care in der Palliative Care anhand eines Fallbeispiels
Abschließend werden die Tipps für den Praxisalltag an einem fiktiven Fallbeispiel verdeutlicht. Dadurch wird sichtbar welche Rolle die Spiritual Care in der Palliative Care einnimmt, wie die Pflegekraft diese im Klinikalltag umsetzen kann und wie sie auf den Patienten und seine Angehörigen wirken. Herr Öztürk ist 62 Jahre alt, in einer muslimischen Familie aufgewachsen und streng gläubig. Nun liegt Herr Öztürk mit Lungenkrebs im Terminalstadium auf der onkologischen Station. Gegen seine starken Schmerzen bekommt er Morphin, damit er weitgehend schmerzfrei ist. Die Ärzte geben ihm nur noch wenige Tage zu leben. Bei seiner Aufnahme wurde eine spirituelle Anamnese durch die Pflegekraft erhoben. Hierin werden seine Wünsche, Bedürfnisse, spirituellen Rituale und religiöse Überzeugungen festgehalten und ihm wird Unterstützung angeboten. Durch das Wissen, dass sich Herr Öztürk nicht von einer weiblichen Pflegekraft waschen lassen möchte und nicht mit Menschen anderen Geschlechtes alleine in einem Raum sein darf, mit Ausnahme der Familienangehörigen, wird er einer männlichen Pflegekraft zugeteilt. Normalerweise betet Herr Öztürk fünfmal am Tag zu festgelegten Tageszeiten zu Allah. Durch seine Krankheit ist er jedoch davon befreit. In seinen letzten Lebenstagen verspürt er den Wunsch wenigstens an zwei Gebeten teilzunehmen. Der Pfleger kennt die Rituale.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Umreißt die demografische Herausforderung des Sterbens in Deutschland und stellt die Hypothese zur Spiritual Care auf.
1. Palliative Care - Leiden lindern: Definiert Palliative Care als umfassende Betreuung schwerkranker Patienten und benennt die Verbesserung der Lebensqualität als Hauptziel.
2. Spiritual Care als unverzichtbarer Teil der Palliative Care: Analysiert verschiedene Krankheitsverständnisse und begründet Spiritual Care als notwendige Ressource für Patienten.
3. Spiritual Care in der Palliative Care anhand eines Fallbeispiels: Verdeutlicht die praktische Umsetzung durch einen klinischen Fall eines muslimischen Patienten.
4. Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung interkultureller Kompetenz und der Notwendigkeit von Ausbildungsschwerpunkten.
5. Fazit: Fasst zusammen, dass Spiritual Care essenziell für die ganzheitliche Begleitung am Lebensende ist.
Schlüsselwörter
Palliative Care, Spiritual Care, Lebensqualität, Sterbebegleitung, Multiprofessionalität, Symptomkontrolle, Sinnsuche, Spiritualität, Religion, Pflegepraxis, ganzheitliche Pflege, Patientenzentrierung, Ethik, Krankheitsverständnis, Spiritual Care Anamnese
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Integration von Spiritual Care als notwendigen Bestandteil der Palliativmedizin zur ganzheitlichen Linderung des Leidens bei sterbenden Patienten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Dazu gehören die Definition von Palliative Care, der Umgang mit spirituellen Bedürfnissen, die Rolle der Pflege im interdisziplinären Team sowie interkulturelle Aspekte am Lebensende.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die zentrale Hypothese lautet: "Spiritual Care ist ein notwendiger Bestandteil der Palliative Care, um das Leiden der terminal erkrankten Patienten ganzheitlich zu lindern."
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zu theoretischen Konzepten und veranschaulicht diese durch ein fiktives, praxisnahes Fallbeispiel.
Was umfasst der Hauptteil?
Er analysiert das Krankheitsverständnis, definiert Spiritual Care im klinischen Kontext, gibt Praxistipps für das Pflegepersonal und reflektiert die Ergebnisse kritisch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Palliative Care, Spiritual Care, Lebensqualität, ganzheitliche Pflege sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Warum ist das Fallbeispiel des Patienten Herrn Öztürk relevant?
Es dient dazu, die theoretischen Anforderungen an eine kultursensible Pflege (z.B. Geschlechtertrennung, Gebetsrituale) konkret in der klinischen Realität sichtbar zu machen.
Welche Auswirkungen hat die Nichtbeachtung der Spiritual Care laut der Autorin?
Wird die transzendente Dimension ignoriert, kann die Pflege nicht alle Bedürfnisse des Patienten erfüllen, was eine ganzheitliche Betreuung in der Terminalphase unmöglich macht.
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- Lara Schmitt (Author), 2017, Spiritual Care als notwendiger Bestandteil der Palliative Care. Eine Analyse zur ganzheitlichen Linderung des Leidens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1490255