Diese Arbeit untersucht, ob Case Management ein wirksamer Ansatz ist, um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, Kliniken zu entlasten und die Versorgungskontinuität zu gewährleisten. Der demografische Wandel, das Konzept des Case Managements und die Rolle eines:einer Case Manager:in werden thematisiert und anhand eines Praxisbeispiels veranschaulicht. Die Arbeit beleuchtet die Entstehung, Kernelemente (wie Identifikation, Assessment, Zielfindung und Hilfsplanung) und die Anwendung von Case Management in der Pflegepraxis. Ziel ist es, einen umfassenden Einblick in das Case Management als Pflege-, Hilfs- und Betreuungsplanungsinstrument zu geben. Am Ende werden die Stärken und Schwächen des Case Managements kritisch analysiert und praktische Empfehlungen für die Umsetzung abgeleitet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Der demografische Wandel bringt Veränderung
1.1 Zahlen und Fakten
1.2 Problematik und Auswirkungen auf die Pflege
2. Entstehung des Case Managements
3. Case Management- Was verbirgt sich dahinter?
4. Welche Ziele verfolgt das Case Management?
5. Case Management- Von der Theorie in die Praxis
5.1 Die Kernelemente des Case Managements
5.1.1 Identifikation:
5.1.2 Assessment
5.1.3 Zielfindung und Hilfsplanung:
5.1.4 Implementierung/ Umsetzung
5.1.5 Monitoring
5.1.6 Evaluation:
5.2 Case Management in der Pflegepraxis am konkreten Fall
5.2.1 Fallsituation
5.2.2 Unterstützung für Herr Weber durch das Case Management
6. Reflexion
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob Case Management einen geeigneten Lösungsansatz darstellt, um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, Krankenhäuser zu entlasten und eine kontinuierliche, bedarfsgerechte Patientenversorgung über Entlassungsgrenzen hinweg sicherzustellen.
- Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Gesundheitswesen
- Grundlagen und Entstehung von Case Management
- Kernelemente des Case-Management-Regelkreislaufs
- Praktische Implementierung anhand eines Fallbeispiels
- Kritische Reflexion der Anwendbarkeit und Potenziale
Auszug aus dem Buch
5.2.2 Unterstützung für Herr Weber durch das Case Management
Die Case Managerin beginnt ihre Arbeit. Herr Weber lernt sie schon im Krankenhaus kennen. Sie spricht mit der Station, den Ärzten, dem Patienten selbst und rekonstruiert die Situation. Von der Klinik wurden Aufnahmekriterien für die Aufnahme eines Patienten in das Case Management Programm festgelegt. Die Case Managerin überprüft ob Herr Weber diese erfüllt und in das Programm aufgenommen werden kann. In der Klinik des Beispiels gelten folgende Aufnahmekriterien: Patient ist älter als 75 Jahre, Multimorbidität, schwaches familiäres Hilfssystem, beginnender kognitiver Zerfall, und mehr als drei Krankenhauseinweisungen im letzten Kalenderjahr.
Durch ihre Eingangsprüfung und Informationssammlung stellt sich heraus, dass der Patient die Aufnahmekriterien erfüllt. So wird er in das Case Management Programm aufgenommen. Daraufhin leitet die Case Managerin das Assessment ein um die aktuellen Probleme, Ressourcen und das soziale Umfeld von Herr Weber zu erheben. Sie benutzt Assessmentinstrumente um die Situation von Herr Weber einzuschätzen, indem sie ihn z.B. seine Schmerzen anhand der Nummerischen Ratingskala einschätzen lässt. Sie sammelt Informationen durch Arztbriefe, Gespräche mit dem Arzt und den Pflegekräften, Gespräche mit dem Patienten und dessen Umfeld. Sie bespricht sich mit den unterschiedlichen Disziplinen, welche an der Versorgung von Herr Weber beteiligt sind. Sie findet heraus, dass Herr Weber im letzten Kalenderjahr fünfmal mit dem Krankenwagen ungeplant in die Klinik gebracht und davon viermal stationär aufgenommen wurde mit einer Verweildauer von jeweils über acht Tagen. Sie beruft eine Fallkonferenz ein. Zusammen mit den unterschiedlichen Disziplinen, die an der Versorgung von Herr Weber beteiligt sind und Herr Weber selbst, wird überlegt wie ihm geholfen werden kann (Ewers[3] 2007, S.2 ff).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Beschreibt die durch demografischen Wandel verursachten Versorgungslücken im Gesundheitssystem und definiert das Ziel der Arbeit, Case Management als Lösungsansatz zu evaluieren.
1. Der demografische Wandel bringt Veränderung: Analysiert die demografische Entwicklung sowie deren Auswirkungen wie steigende Pflegebedürftigkeit, Multimorbidität und den durch DRGs erzeugten ökonomischen Druck auf Kliniken.
2. Entstehung des Case Managements: Skizziert die historische Entwicklung des Case Managements in den USA und dessen Einführung sowie Etablierung in Deutschland.
3. Case Management- Was verbirgt sich dahinter?: Definiert den Begriff des Case Managements als ein fallorientiertes Konzept, das den Patienten bei komplexen Problemsituationen über institutionelle Grenzen hinweg begleitet.
4. Welche Ziele verfolgt das Case Management?: Erläutert die Kernziele der Sicherung von Versorgungskontinuität, der Vermeidung von Fehlversorgung und der Steigerung von Effizienz und Qualität.
5. Case Management- Von der Theorie in die Praxis: Beschreibt detailliert den Prozessablauf vom Assessment bis zur Evaluation und illustriert diesen Prozess anhand des Fallbeispiels von Herrn Weber.
6. Reflexion: Hinterfragt kritisch die Erfolgsfaktoren für die Implementierung von Case Management in bestehende Krankenhausstrukturen.
7. Fazit: Fasst zusammen, dass Case Management bei korrekter Anwendung Versorgungslücken schließt, die Lebensqualität steigert und zu ökonomischen Entlastungen führen kann.
Schlüsselwörter
Case Management, Demografischer Wandel, Versorgungskontinuität, Multimorbidität, DRG-System, Gesundheitswesen, Patientenversorgung, Fallbeispiel, Pflegebedürftigkeit, Ressourcenmanagement, Entlassungsmanagement, Fallkonferenz, Versorgungsplanung, Qualitätssicherung, Krankenhausplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Case Managements im Gesundheitswesen unter dem Einfluss des demografischen Wandels und untersucht dessen Potenzial zur Verbesserung der Patientenversorgung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Auswirkungen der alternden Gesellschaft, ökonomische Zwänge durch die DRG-Systematik sowie die methodische Umsetzung fallorientierter Betreuung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob Case Management ein effektiver Lösungsansatz ist, um Kliniken zu entlasten und die Versorgungskontinuität für Patienten zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu den theoretischen Grundlagen und veranschaulicht die praktische Anwendung durch ein detailliertes Fallbeispiel.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil analysiert?
Der Hauptteil erarbeitet die theoretischen Kernelemente des Case Managements und führt diese anhand eines Praxisbeispiels zu Klaus Weber durch den gesamten Regelkreislauf.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlagworten gehören Versorgungskontinuität, Multimorbidität, Fallmanagement und Ressourceneffizienz.
Warum ist Case Management gerade für ältere, multimorbide Patienten wichtig?
Für diese Patientengruppe ist eine Koordination über Versorgungsgrenzen hinweg entscheidend, um Informationsverluste zu vermeiden und eine lückenlose Anschlussbehandlung sicherzustellen.
Welche Rolle spielt die Case Managerin in dem beschriebenen Fallbeispiel?
Sie agiert als Koordinatorin zwischen Patient, Ärzten, Pflegepersonal und externen Hilfsdiensten, um eine Rückkehr in das häusliche Umfeld trotz schwerer Vorerkrankungen zu ermöglichen.
Worauf muss bei der praktischen Implementierung laut der Reflexion geachtet werden?
Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, dass das Konzept nicht nur als Label dient, sondern tatsächlich in die Prozessabläufe integriert wird und durch qualifiziertes Personal erfolgt.
- Arbeit zitieren
- Lara Schmitt (Autor:in), 2018, Case Management als Lösung für den demografischen Wandel. Entlastung von Kliniken und Sicherstellung der Versorgungskontinuität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1490267