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Die Reproduktion von Geschlechterverhältnissen in Schulen

Eine Untersuchung in Hinblick auf Louis Althussers ideologische Staatsapparate

Titel: Die Reproduktion von Geschlechterverhältnissen in Schulen

Hausarbeit , 2024 , 26 Seiten , Note: 0,67

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Erkenntnisinteresse, ob und inwiefern Schulen aktiv Geschlechterverhältnisse aufrechterhalten und reproduzieren. Dies soll im Hinblick auf Louis Althussers Überlegungen zu den ideologischen Staatsapparaten beurteilt werden. Dazu wird die vorliegende Arbeit zunächst einen kurzen Überblick über die bestehenden Geschlechterverhältnisse in Deutschland bieten. Im Anschluss daran sollen sowohl Althussers Konzept der ideologischen Staatsapparate skizziert werden als auch seine Überlegungen zur Ideologie als solche. Hier soll auch die Fokussierung auf die Schule als ideologischen Staatsappart erörtert werden. Im darauffolgenden Kapitel soll betrachtet werden, inwiefern Geschlecht als soziale Konstruktion und diskriminierende Kategorie betrachtet werden kann, um anschließend eine Betrachtung im Sinne der feministischen Staatstheorie aufzuzeigen. Abschließend soll dann das Erkenntnisinteresse diskutiert werden. Es wird betrachtet, ob und inwiefern Schulen Geschlechterverhältnisse reproduzieren und wie das aus der Perspektive Althussers zu beurteilen ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die bestehenden Geschlechterverhältnisse

3. Repressive und ideologische Staatsapparate

3.1 Repressive Staatsapparate und die Staatsmacht

3.2 Althussers Konzept der ideologischen Staatsapparate

3.3 Die Reproduktion der Produktionsverhältnisse

3.4 Die Schule als zentralster ideologischer Staatsapparat

3.5 Althussers Ideologie-Verständnis

4. Gender-Ideologie und die Abtrennung der Care-Arbeit

4.1 Geschlecht als sozial konstruierte Kategorie

4.2 Die Trennung der Erwerbs- und Care-Arbeit

5. Die Reproduktion von Geschlechterverhältnissen durch die Schule

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Schulen als ideologische Staatsapparate im Sinne von Louis Althusser aktiv dazu beitragen, geschlechtsspezifische Arbeitsteilungen und die damit verbundenen Hierarchien aufrechtzuerhalten und zu reproduzieren.

  • Analyse der geschlechterungleichen Arbeitsmarktstrukturen in Deutschland.
  • Theoretische Fundierung durch Louis Althussers Konzept der ideologischen Staatsapparate (ISA).
  • Dekonstruktion von Geschlecht als soziale Kategorie und Gender-Ideologie.
  • Untersuchung der Schule als Ort der Reproduktion durch den „heimlichen Lehrplan“ und stereotype Erwartungshaltungen.
  • Kritische Betrachtung der Trennung von Erwerbs- und Care-Arbeit im kapitalistischen System.

Auszug aus dem Buch

3.4 Die Schule als zentralster ideologischer Staatsapparat

Allerdings sei es die Schule, beziehungsweise das Bildungssystem, welches in kapitalistischen Gesellschaftsformen den stärksten Einfluss von allen ISA ausübe, so Althusser (1970) (vgl. ebd.: 65). Das Bildungssystem setzt bereits im Kindergartenalter an, um Kinder gemäß den herrschenden gesellschaftlichen Normen und Überzeugungen zu prägen. Diese Praxis ist laut Althusser (1970) besonders wirkungsvoll, da Kinder und Jugendliche sehr empfänglich und aufnahmefähig für derartige Prägungen sind. Dadurch avancieren Bildungseinrichtungen in Althussers (1970) Vorstellung zu den zentralen Staatsapparaten, die entscheidend die Denkweisen und Überzeugungen der nachfolgenden Generationen formen (vgl. ebd.: 67). Zusätzlich existiert kein anderer ISA, der über so viele Jahre hinweg fast täglich mit einer derart großen Zahl von Kindern und Jugendlichen in Kontakt steht, die zur Teilnahme am Schulunterricht verpflichtet sind. Dies unterstreicht die einzigartige Position des Bildungssystems im Rahmen der ideologischen Staatsapparate (vgl. ebd.: 69).

Darüber hinaus argumentiert Althusser (1970), dass die verschiedenen Bildungspfade zur Reproduktion der unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen und Klassen beitragen. So verlassen viele Jugendliche etwa mit 16 Jahren das Bildungssystem, um Positionen in der Arbeiter*innenklasse einzunehmen. Ein anderer Teil setzt die Ausbildung fort und kann dadurch möglicherweise eine Stellung im Kleinbürger*innentum erreichen. Eine noch kleinere Anzahl von Jugendlichen, die das Bildungssystem bis zur Spitze durchlaufen, hat die Möglichkeit, hochrangige Positionen zu bekleiden, wie die der Kaptalist*innen der herrschenden Klasse. Das Bildungssystem versieht dabei jede Gruppe mit einer spezifischen Ideologie, die zu ihrer zukünftigen Rolle in der Klassengesellschaft passt (vgl. ebd.; 67f.) - als „Ausgebeutete“, als „Agenten der Ausbeutung“ oder als „Agenten der Unterdrückung“ (ebd.: 68). Dieser kontinuierliche Vorgang leistet einen entscheidenden Beitrag zur Fortführung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Produktionsbeziehungen, indem er die Positionen der Ausgebeuteten und der Ausbeuter zementiert und als normal erscheinen lässt. Folglich sind Schulen von zentraler Bedeutung für die Bewahrung und Weitergabe der dominierenden bürgerlichen Ideologie, welche die Fundamente und Funktionsweisen der kapitalistischen Gesellschaftsstruktur verschleiert und rechtfertigt, so Althusser (1970) (vgl. ebd.: 69). Ob diese Überlegungen auf die aktuelle Zeit noch genau so anzuwenden sind, beziehungsweise diese Argumentation heute noch haltbar ist, ist fraglich. Dennoch wird die vorliegende Arbeit sich an dieser Fokussierung orientieren und sich im weiteren Verlauf gesondert auf die Schule als ISA fokussieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung des Erkenntnisinteresses sowie die Verknüpfung der Geschlechterverhältnisse mit marxistischer Theorie.

2. Die bestehenden Geschlechterverhältnisse: Analyse aktueller statistischer Daten zum Gender Pay Gap und der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung in Deutschland.

3. Repressive und ideologische Staatsapparate: Einführung in das marxistische Staatsverständnis und Althussers Unterscheidung zwischen RSA und ISA unter Berücksichtigung der Reproduktion von Produktionsverhältnissen.

4. Gender-Ideologie und die Abtrennung der Care-Arbeit: Theoretische Herleitung von Geschlecht als soziale Konstruktion und die systemrelevante Trennung von Erwerbs- und Care-Arbeit.

5. Die Reproduktion von Geschlechterverhältnissen durch die Schule: Untersuchung der Mechanismen wie dem „heimlichen Lehrplan“ und Lehrer-Schüler-Interaktionen innerhalb der Schule als zentraler ISA.

6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Reflexion der Ergebnisse.

Schlüsselwörter

Geschlechterverhältnisse, Louis Althusser, ideologische Staatsapparate, Erwerbsarbeit, Care-Arbeit, Reproduktion, Schule, Gender-Ideologie, Klassenkonflikt, Sozialisation, heimlicher Lehrplan, Geschlechterstereotype, Doing Gender, Marxismus, Unterdrückung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle von Schulen bei der Reproduktion bestehender Geschlechterverhältnisse unter Anwendung der marxistischen Theorie der ideologischen Staatsapparate von Louis Althusser.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die marxistische Staatstheorie, geschlechterspezifische Arbeitsmarktanalysen, bildungspolitische Sozialisationsprozesse sowie die theoretische Dekonstruktion von Geschlecht als Ideologie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob und inwiefern Bildungseinrichtungen durch ihre Struktur und ihr Handeln Geschlechterstereotype und eine geschlechtshierarchische Arbeitsteilung aktiv perpetuieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf der kritischen Auseinandersetzung mit marxistischer Staatstheorie und feministischer Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Staatsapparate, eine Analyse von Gender als Ideologie und eine spezifische Untersuchung des Schulsystems hinsichtlich der Vermittlung von Geschlechternormen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie ideologische Staatsapparate, Care-Arbeit, Reproduktion, Geschlechterverhältnisse und der heimliche Lehrplan maßgeblich definiert.

Welche Rolle spielt der „heimliche Lehrplan“?

Er fungiert als Mechanismus, durch den implizite Werte, Normen und Geschlechterrollen vermittelt werden, die Schüler*innen unbewusst in die bestehende soziale Ordnung einpassen.

Wie trägt die Lehrkräfte-Interaktion zur Reproduktion von Verhältnissen bei?

Lehrkräfte reproduzieren unbewusst Stereotype durch ihre Erwartungshaltungen sowie durch die Zuweisung von Aktivitäten oder Fächern basierend auf gelernten kognitiven Schemata über das Geschlecht.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Reproduktion von Geschlechterverhältnissen in Schulen
Untertitel
Eine Untersuchung in Hinblick auf Louis Althussers ideologische Staatsapparate
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (FB03 Gesellschaftswissenschaften und Philosophie)
Veranstaltung
Politische Ökonomie
Note
0,67
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
26
Katalognummer
V1490281
ISBN (PDF)
9783389047002
ISBN (Buch)
9783389047019
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Althusser Ideologische Staatsapparate Repressive Staatsapparate Politische Ökonomie Marxistische Theorie Feministischer Materialismus Geschlechterverhältnisse Anrufung Konstruktivismus Reproduktion der Produktionsverhältnisse Reproduktion Reproduktion der Geschlechterverhältnisse Doing Gender Schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2024, Die Reproduktion von Geschlechterverhältnissen in Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1490281
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Leseprobe aus  26  Seiten
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