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Zum pädagogischen Takt als Bindeglied zwischen Pädagogischer Theorie und Erzieherischer Praxis

Titel: Zum pädagogischen Takt als Bindeglied zwischen  Pädagogischer Theorie und Erzieherischer Praxis

Seminararbeit , 2001 , 11 Seiten , Note: 5.7

Autor:in: Thomas Falkenrot (Autor:in)

Pädagogik - Erwachsenenbildung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn der Begriff des „pädagogischen Taktes“ in Erscheinung tritt, verbindet man, jedenfalls als pädagogisch kundiger Mensch, diesen Ausdruck sofort mit dem Namen Johann Friedrich Herbart. Dies ist nicht verwunderlich, da er es ist, der als Mitbegründer der Pädagogik diesen Begriff überhaupt erst entwickelte und definierte.
Herbart lebte von 1776 bis 1841 und war nach einer Phase des Erfahrungen Sammelns als Hauslehrer, als Professor für Philosophie an der Oldenburgischen Hochschule tätig. Sein System der Pädagogik entwickelte er bereits während seiner Studienzeit und beginnenden Lehr- bzw. Forschungstätigkeit, später vertiefte er dieses nur noch. So entstand schon im Jahre 1802 „Die erste Vorlesung über Pädagogik“, in der Herbart die Lücke im Verhältnis zwischen pädagogischer Theorie und erzieherischer Praxis mit dem Begriff des „pädagogischen Taktes“ und dessen genauer Definition zu füllen versuchte. Dieser Text dient auch mir als Grundlage für die folgende Arbeit, in der ich eben diesen „pädagogischen Takt“ in seiner Aufgabe näher beschreiben und in seiner Funktion etwas begreiflicher machen möchte. Dabei werde ich mich auf die Herausgabe von Dietrich Benner stützen, da diese mir als objektiv gelungene Fassung erscheint.
Bevor ich jedoch auf das Verhältnis zwischen pädagogischer Theorie und erzieherischer Praxis, und dem pädagogischen Takt, der dieses zu einem Zusammenspiel regelt, näher eingehe, wende ich mich der Pädagogik als Wissenschaft und der Kunst der Erziehung zunächst einzeln zu, um diese Bereiche genauer einzugrenzen unter dem Gesichtspunkt, wie auch Herbart sie verstand.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Pädagogik als Wissenschaft

2.2 Pädagogik als Kunst der Erziehung

2.2.1 Kunst des ausgelernten Erziehers

2.2.2 Einzelne Ausübung der Kunst der Erziehung

2.2.3 Verhältnis zwischen Theorie und Praxis

2.3 Der pädagogische Takt

2.3.1 Aufgabe des pädagogischen Taktes

2.3.2 Entstehung des pädagogischen Taktes

2.3.3 Auswirkungen auf die Aufgabe von Pädagogik

2.3.3.1 als Wissenschaft

2.3.3.2 als Kunst des Erziehens

2.4 Anliegen Herbarts an die Menschheit

3 Persönliche Meinung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des „pädagogischen Taktes“ nach Johann Friedrich Herbart als essenzielles Vermittlungsglied zwischen theoretisch-wissenschaftlichem Anspruch und der komplexen erzieherischen Praxis.

  • Definition der Pädagogik als Wissenschaft und als Kunst der Erziehung.
  • Analyse des Spannungsfeldes und der Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis.
  • Untersuchung der Entstehung, Funktion und Aufgabe des pädagogischen Taktes.
  • Reflektion über Herbarts Menschenbild und die Bedeutung der Bildsamkeit.
  • Bedeutung der erzieherischen Beziehung und individuellen Urteilskraft.

Auszug aus dem Buch

6.3.1 Aufgabe des pädagogischen Taktes

Da also keine direkte Übertragung von Theorie zur Praxis möglich ist, wird ein Mittelglied benötigt, das die entstandene Kluft füllt, und somit das Verhältnis zwischen wissenschaftlichen Ideen und persönlicher Erfahrung regelt. Herbart bezeichnet dieses Glied als den „pädagogischen Takt“, der die „Differenz zwischen Sein und Sollen, Faktischem und Normativem, Möglichem und Vernünftigem“11 regeln soll. Nicht nur Herbart erkannte diese Tatsache, auch bei vielen anderen Pädagogen taucht diese Problematik auf. So äußert Frischeisen-Köhler „Es ist von den allgemein gedachten Werten zu der konkreten Lebenswirklichkeit kein unmittelbarer Übergang möglich.“12 Der Takt tritt als Vermittler auf, der die Spannung zwischen Planungsnotwendigkeit und Nichtplanbarkeit, bzw. Konzept und Realität reguliert. Norbert Hilgenheger stellte bei seiner Beschäftigung mit Herbarts Pädagogik fest, daß nur der gut erziehen könne, der menschliche Dinge richtig zu sehen gelernt hat13, pflichtet also ebenfalls Herbarts enger Beziehung zwischen Theorie und Praxis bei. Ein guter Takt ist ein „gehorsamer Diener“ der Theorie, er soll sich getreu wissenschaftlichen Gesetzen ausbilden, und er muss zur Spontaneität und Individualität fähig sein, die in der Praxis erforderlich sind. Da die Aufgabe uns die Notwendigkeit eines sogenannten pädagogischen Taktes außer Frage zu stehen scheint, stellt sich jedoch die Frage, wie ein solcher „guter Takt“ entsteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik des pädagogischen Taktes nach J. F. Herbart und die Zielsetzung der Arbeit.

2 Hauptteil: Detaillierte Untersuchung der Pädagogik als Wissenschaft und Kunst sowie die theoretische Herleitung des pädagogischen Taktes.

2.1 Pädagogik als Wissenschaft: Erörterung der systematischen Grundlagen und der Rolle der Pädagogik als Kriterienwissenschaft.

2.2 Pädagogik als Kunst der Erziehung: Abgrenzung zwischen der Kunst des ausgelernten Erziehers und der intuitiven, praxisgeleiteten Ausübung.

2.2.1 Kunst des ausgelernten Erziehers: Betrachtung des Erziehers, der sein Handeln theoretisch fundiert und reflektiert.

2.2.2 Einzelne Ausübung der Kunst der Erziehung: Analyse des rein praktischen Erziehens, das stark von Zufall und persönlichen Faktoren abhängt.

2.2.3 Verhältnis zwischen Theorie und Praxis: Untersuchung der Diskrepanz zwischen beiden Polen und der Notwendigkeit ihrer Versöhnung.

2.3 Der pädagogische Takt: Theoretische Konzeption des Taktes als notwendiges Vermittlungsglied.

2.3.1 Aufgabe des pädagogischen Taktes: Beschreibung der Funktion des Taktes als Regler zwischen Sollen und Sein.

2.3.2 Entstehung des pädagogischen Taktes: Erklärung der Entwicklung des Taktes aus der Auseinandersetzung mit Theorie und praktischer Erfahrung.

2.3.3 Auswirkungen auf die Aufgabe von Pädagogik: Darstellung, wie der Takt das erzieherische Handeln und die wissenschaftliche Praxis prägt.

2.3.3.1 als Wissenschaft: Reflexion über die wissenschaftliche Seite der pädagogischen Aufgabe.

2.3.3.2 als Kunst des Erziehens: Betrachtung der Auswirkungen auf die künstlerische Ausübung der Erziehung.

2.4 Anliegen Herbarts an die Menschheit: Interpretation von Herbarts Bildsamkeitsgedanken und der Verantwortung des Erziehers.

3 Persönliche Meinung: Zusammenfassende kritische Bewertung der Herbartschen Vorlesung durch den Autor.

Schlüsselwörter

Pädagogischer Takt, Johann Friedrich Herbart, Erziehungspraxis, Pädagogische Theorie, Pädagogik als Wissenschaft, Kunst der Erziehung, Bildsamkeit, Erzieher, Praxis, Urteilskraft, Vermittlung, Reflexion, Erzieherische Beziehung, Moralische Willigkeit, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des pädagogischen Taktes nach J. F. Herbart, der als notwendiges Bindeglied zwischen theoretischem Wissen und der konkreten Durchführung von Erziehung fungiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Kernbereichen gehören das Verständnis von Erziehung als Wissenschaft und Kunst, das Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis sowie die Rolle des Taktes in der erzieherischen Anwendung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Funktion des pädagogischen Taktes bei Herbart zu beschreiben und verständlich zu machen, wie dieser Begriff die Integration von Theorie in die erzieherische Praxis ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf der Auslegung der "Ersten Vorlesung über Pädagogik" von Herbart unter Hinzunahme fachwissenschaftlicher Kommentierungen basiert.

Welche Themen stehen im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Definition der Pädagogik, der Analyse der Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis sowie der ausführlichen Herleitung und Bedeutung des pädagogischen Taktes.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Pädagogischer Takt, Herbart, Erziehungstheorie, Praxisbezug, Bildsamkeit und erzieherisches Handeln beschreiben.

Wie unterscheidet der Autor zwischen der Pädagogik als Wissenschaft und als Kunst?

Die Wissenschaft wird als System von Lehrsätzen und theoretischer Voraussetzung verstanden, während die Kunst der Erziehung die praktische Anwendung sowie die individuellen Fertigkeiten im Erziehungsprozess umfasst.

Warum ist ein "guter Takt" für Herbart so bedeutend?

Ein guter Takt ist notwendig, um in Grenz- und Momentsituationen der Praxis spontan und dennoch im Einklang mit theoretischen Idealen richtig handeln zu können, ohne bloß Routinen zu folgen.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zum pädagogischen Takt als Bindeglied zwischen Pädagogischer Theorie und Erzieherischer Praxis
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Philosophische Fakultät)
Note
5.7
Autor
Thomas Falkenrot (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V1490346
ISBN (PDF)
9783389048481
ISBN (Buch)
9783389048498
Sprache
Deutsch
Schlagworte
takt bindeglied pädagogischer theorie erzieherischer praxis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Falkenrot (Autor:in), 2001, Zum pädagogischen Takt als Bindeglied zwischen Pädagogischer Theorie und Erzieherischer Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1490346
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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