Es gab Zeiten in unserer jüngeren Geschichte, da wären Themen wie Fair Play und Fair Play Erziehung im Sportunterricht unnötig gewesen, um sich darüber Gedanken zu machen, oder um darüber zu diskutieren. In den 50er und 60er Jahren galten Fair Play im Sport, für den Sportler als selbstverständlich. Das Sporttreiben stand damals im Vordergrund und so musste man sich über die Realisierung im Sportunterricht keine Gedanken machen. Doch ab den 70er Jahren genügten die sozialerzieherisch orientierten Konzepte des Sportunterrichts nicht mehr aus, um Fairness und faires Verhalten ausreichend sichern zu können. Bis heute ist ein massiver Anstieg von Unfairness im Sport und so auch im Schulsport feststellbar. Dies lässt den Ruf laut werden, sich an bewusster Fairnesserziehung und an der Problemlösung zu beteiligen, denn längst ist die Unfairness im Sport zum Existenzproblem für den Sport geworden. Doch was hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert, dass es zu so einem massiven Anstieg der Unfairness kommen konnte. Über diese Veränderungen im Leben und Umfeld der heutigen Jugend werden wir auf den folgenden Seiten genauso vertieft eingehen, wie auf die Auswirkungen und Folgen für den Schulsport und auch für die Sportlehrer und finden eine Antwort auf die Frage, wie der Unfairness im Schulsport zu entgegnen ist. Es wird geklärt, wie Fairnesserziehung im Schulsport umzusetzen ist und mit welchen Methoden und Spielformen Fairness geschult werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kindheit in den 50er und 60er Jahren
2.1 Familiäre Lebenswelt in den 50er und 60er Jahren
2.2 Bewegungswelt in den 50er und 60er Jahren
2.3 Konsequenzen und Folgen früher
3 Kindheit heute
3.1 Familiäre Lebenswelt
3.2 Bewegungswelt
3.3 Konsequenzen und Folgen heute
4 Fairnesserziehung im Sportunterrichts
4.1 Was ist Fairplay - Sportwissenschaftliche Sicht
4.2 Fairnesserziehung als Aufgabe des Sportunterrichts
4.3 Das Sportpädagogische Fairnessverständnis
4.4 Umfrageergebnisse zum Fairnessverständnis
4.5 Gesprächsformen im Sportunterricht
4.6 Schulung des Mitgefühls
5 Spielformen zur Fair-Play-Schulung
6 "Vorbilder"
6.1 Vorbilder aus dem Spitzensport
6.2 Der Sportlehrer als Fair-Play-Modell
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Kindheit und dessen Auswirkungen auf das sportliche Verhalten im Schulsport. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Fairnesserziehung in einem veränderten gesellschaftlichen Umfeld durch Sportlehrer methodisch umgesetzt und durch gezielte Spielformen gefördert werden kann.
- Vergleich der familiären Lebenswelt und Bewegungserfahrungen zwischen den 50er/60er Jahren und heute.
- Analyse der Ursachen für den Anstieg von Unfairness im schulischen Sportunterricht.
- Definition und sportwissenschaftliche Einordnung von Fairplay und Fairness.
- Darstellung pädagogischer Ansätze und Gesprächsformen zur Vermittlung von Werten im Sport.
- Die Bedeutung von Vorbildern im Leistungssport für die moralische Entwicklung von Kindern.
Auszug aus dem Buch
6.1 Vorbilder aus dem Spitzensport
Die persönliche Einstellung zum Fairplay beginnt im Alltag der Kinder. Kinder brauchen und suchen Idole oder Vorbilder, um ihre eigene Entwicklung voran zu treiben, lernen sie doch oft nach dem Prinzip „Beobachten und nachmachen“. So bekommen die Menschen in der unmittelbaren Umgebung der Kinder eine bedeutende Rolle; beispielsweise der sonntägliche Ausflug auf den Fußballplatz, wo der Vater seinem Hobby nachgeht, prägt die Kinder nachhaltig. Weiterhin prasseln durch die Medien, vor allem durch das Fernsehen, täglich unzählige Informationen auf die Kinder ein. Oft geschieht dies ohne Wertung, sodass die Kinder selbst dazu gezwungen werden, die Informationen auszuwerten und einzuordnen. Hier zeigt sich ein Dilemma im Bereich Medien und Journalismus, das oft mit dem Wort „Sensationsgeilheit“ umschrieben wird. Es gibt tausende Beispiele für Regelverstöße im Leistungssport, die immer und immer wieder in den Medien gezeigt werden, doch vorbildliches Verhalten wird in den Medien kaum oder bestenfalls mit einer Randnotiz gewürdigt. Der folgende Abschnitt beschäftigt sich mit solchen „Vorbildern“ in der jüngsten Vergangenheit, die das Verhalten und die Einstellung der Sprösslinge positiv oder negativ beeinflussen. Im entscheidenden Relegationsspiel zur Fußball Weltmeisterschaft 2010 spielte die französische Nationalmannschaft gegen die der Iren. In der 13. Minute der Verlängerung erzielte William Gallas auf ein Zuspiel von Thierry Henry das 1:1 für Frankreich und qualifizierte sich somit für die WM 2010 in Südafrika. So weit, so gut, sollte man meinen, doch sieht man die Entstehung des Tores, versteht man die enorme Wut des irischen Fußballverbandes auf das Schiedsrichtergespann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Wandel der Kindheit und den Anstieg von Unfairness im Sport, was die Notwendigkeit einer bewussten Fairnesserziehung im Schulsport begründet.
2 Kindheit in den 50er und 60er Jahren: Das Kapitel beschreibt eine von Großfamilien, klaren Normen und einem hohen Anteil an selbstorganisierter Bewegung im Freien geprägte Kindheit.
3 Kindheit heute: Hier werden die veränderten Lebensumstände, wie die Abnahme von familiären Strukturen und die Bewegungsarmut durch Verhäuslichung und Medialisierung, analysiert.
4 Fairnesserziehung im Sportunterrichts: Dieses Kapitel definiert Fairness aus sportwissenschaftlicher Sicht und beleuchtet die Rolle des Lehrers sowie Umfrageergebnisse zum Verständnis der Kinder.
5 Spielformen zur Fair-Play-Schulung: Es werden methodische Spielansätze vorgestellt, die den Erfolgsdruck reduzieren und soziale Kooperation sowie Regelbewusstsein fördern sollen.
6 "Vorbilder": Das Kapitel untersucht den Einfluss von Idolen aus dem Spitzensport auf die moralische Einstellung von Kindern, inklusive positiver und negativer Beispiele.
7 Fazit: Das Fazit unterstreicht die Vorbildfunktion des Sportlehrers und fordert ein festes Eintreten für Fairness, um ein humaneres Miteinander in der Gesellschaft zu fördern.
Schlüsselwörter
Fairplay, Fairnesserziehung, Schulsport, Kindheit im Wandel, Bewegungswelt, Vorbilder, Wertevermittlung, Sportpädagogik, Sozialkompetenz, Regelbewusstsein, Leistungssport, Sportlehrer, Jugendförderung, Ethik im Sport, Spielformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung und Implementierung von Fairplay und Fairness im schulischen Sportunterricht vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Kindheit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen der Vergleich historischer und aktueller Kindheitsbedingungen, die theoretische Definition von Fairness, die Rolle von Vorbildern und pädagogische Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Lehrer durch gezielte Fairnesserziehung und spezielle Spielformen dem Anstieg von Unfairness entgegenwirken und Werte vermitteln können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu sportpädagogischen Kindheitsforschungen sowie einer eigenen kleinen Umfrage unter Schülern zum Fairplay-Verständnis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Wandels von Lebenswelt und Bewegung, die Definition von Fairness und die praktische Umsetzung der Fairnesserziehung im Sportunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fairplay, Fairnesserziehung, Schulsport, soziale Kompetenz, Vorbildwirkung und Sportpädagogik.
Welche Rolle spielt die Familie beim Wandel der Kindheit?
Die Autoren betonen, dass sich familiäre Strukturen von Großfamilien hin zu instabileren Kleinfamilien verändert haben, was Auswirkungen auf die Erziehungsziele und das soziale Lernen der Kinder hat.
Warum ist die Unterscheidung zwischen formellem und informellem Fairplay wichtig?
Die Autoren argumentieren, dass nur ein Verständnis, das über die bloße Einhaltung von Regeln (formell) hinausgeht und eine ethische Haltung (informell) einfordert, pädagogisch wertvoll ist.
- Citar trabajo
- Florian Schwarze (Autor), Ole Röhrenbeck (Autor), 2010, Fairplay im Schulsport, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149058