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Der Spracherwerb von Kindern mit typischer Sprachbegabung und Kindern mit frühkindlichem Autismus

Ein empirischer Vergleich

Titel: Der Spracherwerb von Kindern mit typischer Sprachbegabung und Kindern mit frühkindlichem Autismus

Hausarbeit , 2023 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Malin Helbing (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie erwerben Kinder mit frühkindlichem Autismus Sprachkompetenzen und welche Ähnlichkeiten und Unterschiede gibt es im Vergleich zum Spracherwerb bei Kindern mit typischer Sprachbegabung?

Der Erwerb einer Sprache ist eine komplexe Aufgabe, die das Erlernen von Sprachlauten, Wörtern, Kombinationsregeln und die kulturgerechte Verwendung von Sätzen umfasst. Die Spracherwerbsforschung untersucht, warum Kinder diese Herausforderung in den ersten Lebensjahren erfolgreich meistern. Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) stehen dabei vor besonderen Herausforderungen, da sie Sprache als ein komplexes System abstrakter Zeichen und Symbole verstehen und beherrschen müssen. Bei Kindern mit frühkindlichem Autismus sind die Hürden beim Spracherwerb besonders deutlich.

Diese Hausarbeit untersucht im ersten Kapitel den Einfluss des frühkindlichen Autismus auf den Spracherwerb im Vergleich zur typischen Sprachentwicklung, beleuchtet die Ursachen und diagnostischen Aspekte des frühkindlichen Autismus und grenzt ihn von anderen Formen der Autismus-Spektrum-Störung ab. Da der Spracherwerb bei Kindern mit Asperger-Syndrom anders verläuft, konzentriert sich die Arbeit ausschließlich auf Kinder mit frühkindlichem Autismus.

Das zweite Kapitel widmet sich den Aspekten des Spracherwerbs bei betroffenen Kindern und Jugendlichen, mit einem Fokus auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Vergleich zur typischen Sprachentwicklung.

Herausforderungen bei der Erstellung der Arbeit waren die begrenzte Verfügbarkeit deutschsprachiger wissenschaftlicher Aufsätze und Studien sowie die Schwierigkeit, Interviewpartner zu finden. Trotz dieser Herausforderungen haben sich zwei Mütter bereit erklärt, anonym interviewt zu werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historie und empirischer Teil zur Autismusforschung

2.1 Definition des Begriffes „Autismus“

2.2 Was ist frühkindlicher Autismus?

2.3 Unterschiede zwischen frühkindlichem Autismus und anderen Erscheinungsformen des autistischen Syndroms

3. Perspektiven im Gespräch: Interview mit zwei Müttern von Kindern mit frühkindlichem Autismus

4. Spracherwerb bei Kindern mit neurotypischer Sprachbegabung

4.1 Lautäußerungen im Säuglingsalter (0 bis 12 Monate)

4.2 Phase der Einwortäußerungen und elementaren Wortkombinationen (1 bis 2 Jahre)

4.3 Wortschatzvergrößerung (2 bis 3 Jahre)

4.4 Haupt und Nebensatzkonstruktionen (3 bis 4 Jahre)

4.5 Zusammenfassung

5. Spracherwerb bei Kindern mit frühkindlichem Autismus/ Autismus- Spektrum-Störung

5.1 Lautäußerungen im Säuglingsalter und die Lallphase (0 bis 12 Monate)

5.2 Beginn der Zweiwortsätze und erste Mehrwortsätze

5.3 Auffälligkeiten im Sprachverständnis und Sprachgebrauch

5.4 Echolalie

5.5 Pronominale Umkehr

5.6 Neologismen

6. Unterschiede und Gemeinsamkeiten

7. Fazit

8. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Unterschiede im Spracherwerb zwischen Kindern mit frühkindlichem Autismus und typisch sprachbegabten Kindern, um ein tieferes Verständnis für die sprachlichen Herausforderungen autistischer Individuen zu entwickeln.

  • Historie und aktuelle Forschung zur Autismus-Spektrum-Störung
  • Chronologischer Verlauf des normalen Spracherwerbs bei neurotypischen Kindern
  • Analyse sprachlicher Auffälligkeiten bei Kindern mit frühkindlichem Autismus (Echolalie, pronominale Umkehr, Neologismen)
  • Qualitative Auswertung von Interviews mit betroffenen Eltern
  • Vergleich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Sprachentwicklung

Auszug aus dem Buch

5.4 Echolalie

Derlei Schwierigkeiten, zu denen unter anderem das Ausbleiben der Sprache, ein »Sprach knick« beziehungsweise eine sprachliche Rückentwicklung, Verzögerungen oder Besonderheiten in der Sprachentwicklung (z.B. das Vertauschen von Personalpronomen) oder spe zielle Sprachphänomene (z.B. Echolalie, Neologismen auffällige Intonation) zählen betreffen verbale und non-verbale Kommunikationsformen (Drenkhahn/ Hever 2020: 44).

Etwa 40% der autistischen Kinder sind mutistisch, das bedeutet, dass sie keine aktive Sprache verwenden und manchmal kein Sprachverständnis aufweisen (Kehrer 1989: 33). Bei 60% der autistischen Kinder sind hingegen Sprachabnormitäten zu beobachten (Girsberger 2020: 164f.).

Eine davon ist die sogenannte Echolalie, bei der zuvor gehörte Wörter oder Sätze wiederholt werden. Diese tritt während der normalen Sprachentwicklung kurzzeitig auf, da Kinder ohne Imitation der Elternsprache nicht lernen können zu sprechen (Kehrer 1989: 33). Bei Autist:innen bleibt die Echolalie jedoch über Jahre hinweg bestehen, möglicherweise sogar bis ins Jugendalter (Girsberger 2020: 164).

Wenn zum Beispiel die Frage gestellt wird: „Willst du ein Bonbon haben?“, wiederholt das Kind genau diesen Satz: „Willst du ein Bonbon haben“. Es spricht diese Sätze oder Satzfragmente im gleichen Tonfall, wie sie zuvor vorgesprochen wurden.

Ein weiterer interessanter Beobachtungspunkt ist, dass bei einigen Kindern der Eindruck entsteht, dass sie den eigentlichen Zweck der Sprache als Kommunikationsmittel nicht vollständig erfassen. Eltern berichten häufig, dass ihre Kinder zwar in der Lage sind, gut zu sprechen, jedoch Schwierigkeiten haben, über Ereignisse zu berichten. Obwohl diese Kinder oft über eine bemerkenswerte Intelligenz verfügen, neigen sie dazu, ganze Sätze oder bestimmte Ausdrücke aus verschiedenen Sprachquellen zu übernehmen und diese auf die gleichen Weisen anzuwenden (vgl. Kehrer 1989: 35).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Spracherwerb ein und stellt die zentrale Fragestellung zur Untersuchung des Spracherwerbs bei Kindern mit frühkindlichem Autismus im Vergleich zu neurotypischen Kindern vor.

2. Historie und empirischer Teil zur Autismusforschung: Dieses Kapitel arbeitet die wissenschaftliche Entwicklung der Autismusforschung auf und beleuchtet Theorien sowie diagnostische Kriterien gemäß ICD und DSM.

3. Perspektiven im Gespräch: Interview mit zwei Müttern von Kindern mit frühkindlichem Autismus: Hier werden Fallbeispiele und persönliche Einblicke durch Experteninterviews präsentiert, die als Datenbasis für die weitere Analyse dienen.

4. Spracherwerb bei Kindern mit neurotypischer Sprachbegabung: Das Kapitel beschreibt chronologisch die Meilensteine der Sprachentwicklung von der pränatalen Phase bis zu komplexen Satzkonstruktionen.

5. Spracherwerb bei Kindern mit frühkindlichem Autismus/ Autismus- Spektrum-Störung: Hier werden die spezifischen Sprachbesonderheiten, wie Echolalie oder pronominale Umkehr, detailliert kontextualisiert und theoretisch eingeordnet.

6. Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Dieses Kapitel führt die Erkenntnisse zusammen und stellt die linguistischen Entwicklungsverläufe beider Gruppen direkt gegenüber.

7. Fazit: Das Fazit beantwortet die Leitfrage und fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Divergenz im Spracherwerb und die Hürden der Betroffenen zusammen.

8. Nachwort: Das Nachwort reflektiert das Thema jenseits der wissenschaftlichen Analyse und fordert eine inklusivere gesellschaftliche sowie schulische Haltung gegenüber Kindern im Autismus-Spektrum.

Schlüsselwörter

Spracherwerb, frühkindlicher Autismus, Autismus-Spektrum-Störung, Echolalie, pronominale Umkehr, Neologismen, Sprachentwicklung, Kommunikation, Sozialverhalten, Inklusion, Sprachentwicklungsstörung, Kommunikationstraining, Spracherwerbsforschung, Autismusdiagnostik, Lautentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Kinder mit frühkindlichem Autismus Sprachkompetenzen erwerben und welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sich im Vergleich zu Kindern mit typischer Sprachentwicklung ergeben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der chronologische Verlauf des Spracherwerbs, verschiedene Diagnosekriterien für Autismus, spezifische Auffälligkeiten im Sprachgebrauch sowie die Rolle der sozialen Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung Sprache lernen und worin sich ihr Spracherwerb signifikant von neurotypischen Kindern unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse kombiniert mit einer qualitativen Auswertung von Experteninterviews mit Müttern betroffener Kinder.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des normalen Spracherwerbs, die Analyse autistischer Sprachbesonderheiten (wie Echolalie und pronominale Umkehr) und einen vergleichenden Abschnitt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Spracherwerb, Autismus, Echolalie, Sprachentwicklung, Kommunikation und Inklusion.

Warum benutzen autistische Kinder laut der Untersuchung oft Begriffe wie „Ich“ nicht korrekt?

Dies wird als „pronominale Umkehr“ bezeichnet und als linguistisches Phänomen gewertet; die Kinder übernehmen oft Sätze wortwörtlich von anderen, ohne die gramatikalische Perspektive für die Selbstbezeichnung anzupassen.

Welche Rolle spielen die Interviews in der Arbeit?

Die Interviews bieten einen praxisnahen Einblick in den Alltag und die spezifischen sprachlichen Herausforderungen, ergänzen die theoretischen Erkenntnisse und verdeutlichen die individuelle Entwicklung der Kinder.

Welches Fazit zieht die Verfasserin zur schulischen Integration?

Sie kritisiert unflexible Strukturen und fordert einen Abbau von Barrieren sowie mehr Unterstützung durch Sozialarbeiter, um Kindern mit Autismus eine Teilhabe an Regelschulen zu ermöglichen.

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Details

Titel
Der Spracherwerb von Kindern mit typischer Sprachbegabung und Kindern mit frühkindlichem Autismus
Untertitel
Ein empirischer Vergleich
Hochschule
Universität Münster  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Sprache und Autismus
Note
1,0
Autor
Malin Helbing (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
25
Katalognummer
V1490692
ISBN (PDF)
9783389048870
ISBN (Buch)
9783389048887
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Echolalie autism EugenBleuler frühkindlicherAutismus AsbergerSyndrom Spracherwerb pronominaleUmkehr
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Malin Helbing (Autor:in), 2023, Der Spracherwerb von Kindern mit typischer Sprachbegabung und Kindern mit frühkindlichem Autismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1490692
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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