Über Bernhard Schlinks "Der Vorleser"


Hausarbeit, 2003
17 Seiten, Note: 9,7

Leseprobe

GLIEDERUNG

1. TEXTTEIL 1
1.1. Einleitung
1.2. Kurzbiographie des Autors
1.2.1. Sein Leben
1.2.2. Seine Werke
1.2.3. Seine wichtigsten Auszeichnungen
1.3. Gesellschaftspolitischer Hintergrund

2. TEXTTEIL 2
2.1. Inhaltsangabe zum Buch
2.2. Allgemeine Analyse des Werkes und übersetzungsrelevante Textanalyse der Seiten 167-176

3. TEXTTEIL 3
3.1. Fragestellung zum Buch: Themaanalyse und Argumentation: „ Wie wichtig sind die Aufgabe von Scham und das Vertrauen in die andere Person, damit die Kommunikation zwischen zwei Menschen wirklich funktionieren kann?“
3.2. Resümee und Bewertung

4. BIBLIOGRAPHIE
4.1. Primärliteratur
4.2. Sekundärliteratur
4.3. Internet-Quellen

1. TEXTTEIL 1

1.1. EINLEITUNG

In meiner Hausarbeit werde ich, neben Allgemeinem wie dem Inhalt, dem Autor und dem gesellschaftspolitischen Hintergrund, besonders auf zwei spezifische Aspekte eingehen. Dabei handelt es sich erstens um die übersetzungsrelevante Textanalyse der Seiten 167 bis 176 und zweitens um die Beantwortung der Fragestellung.

Meine Arbeit besteht aus vier Teilen, die wiederum untergliedert sind.

Der erste Textteil enthält die Einleitung, eine Kurzbiographie des Autors Bernhard Schlink, die ich in drei Teile gespalten habe: sein Leben, seine wichtigsten Werke und Auszeichnungen, auβerdem einen kurzen Einblick in den für die Analyse des Werkes relevanten gesellschaftspolitischen Hintergrund. Unter diesem letzten Punkt des ersten Teils habe ich mich auf das Thema der Prozesse zur Bestrafung der Verbrecher aus der Zeit des nationalsozialistischen Regimes beschränkt, weil vor allem diese in sehr direktem Zusammenhang mit dem Geschehen in Schlinks Roman stehen.

Der zweite Textteil besteht aus einer kurzen Inhaltsangabe zum Buch, einer allgemeinen Analyse des Werkes und der übersetzungsrelevanten Analyse der Seiten 167 bis 176.

Im dritten Textteil gehe ich auf die konkrete Fragestellung zum Buch ein und belege anhand von Beispielen aus dem Roman, welche Bedeutung die Aufgabe von Scham und das Vertrauen in die andere Person für die Kommunikation zwischen zwei Personen hat. Dieser dritte Teil endet mit einem Resümee und einer persönlichen Bewertung.

Der vierte Teil meiner Arbeit enthält die Bibliographie mit der Primärliteratur, der Sekundärliteratur und den Internet-Quellen.

Auch in diesem Semester hatte ich Probleme bei der Wahl des Buches, da mir nur Der Vorleser und das Werk von Günther Grass bekannt waren; ich wollte mich jedoch nicht entscheiden, ohne zumindest einige Seiten der anderen, weniger bekannten Werke gelesen zu haben. Diese jedoch, wie auch das Buch von Grass, haben mir nicht sonderlich gefallen und somit fiel meine Wahl auf das Werk von Bernhard Schlink, das mir schon zuvor oft empfohlen worden war.

Bei der Ausarbeitung bin ich systematisch vorgegangen: zuallererst habe ich das Buch gelesen, dann die Hintergrundinformation zusammengetragen und nach einer nochmaligen, genaueren Lektüre direkt mit dem Schreiben begonnen, wobei ich mich zuletzt der übersetzungsrelevanten Analyse gewidmet habe.

1.2. KURZBIOGRAPHIE DES AUTORS

1.2.1. SEIN LEBEN

6.7. 1944 Bernhard Schlink[1] wird als Sohn des Professors Edmund Schlink in der Nähe von Bielefeld geboren.

1945 Schlinks Familie zieht nach Heidelberg, wo er mit seinen drei Geschwistern aufwächst.

Nach dem Abitur studiert Schlink Jura in Heidelberg und Berlin, danach arbeitet er als wissenschaftlicher Assistent in Heidelberg, Darmstadt, Bielefeld und Freiburg.

1975 Schlink schreibt seine Promotion über die „Abwägung im Verfassungsrecht“.

1981 Schlinks Habilitationsschrift handelt von der „Amtshilfe. Ein Beitrag zu einer Lehre der Gewaltenteilung in der Verwaltung“.

1982-1991 Schlink ist Professor für Verfassungs- und Verwaltungsrecht an der Universität in Bonn.

Seit 1987 Er ist Richter des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen .

1991-1992 Schlink arbeitet als Professor für Öffentliches Recht an der Universität in Frankfurt am Main.

Seit 1992 Er ist Professor an der Humboldt-Universität in Berlin und Direktor des Instituts für Öffentliches Recht und Völkerrecht und des Instituts für Recht der Informations- und Kommunikationstechnik.

1993 Schlink reist für einige Zeit nach New York, wo er Gastprofessor an der Yeshiva-University ist.

1.2.2. SEINE WERKE

1987 Selbs Justiz

1988 Die gordische Schleife

1992 Selbs Betrug

1995 Der Vorleser

2000 Liebesfluchten

2001 Selbs Mord

1.2.3. SEINE WICHTIGSTEN AUSZEICHNUNGEN

1989 Autorenpreis der Glauser für deutschsprachige Kriminalliteratur für Die gordische Schleife

1992 Deutscher Krimipreis für Selbs Betrug

1997 Hans-Fallada-Preis der Stadt Münster für Der Vorleser

Italienischer Literaturpreis Grinzane Cavour für Der Vorleser

Prix Laure Bataillon (bestdotierter Preis für übersetzte Literatur) für Der Vorleser

1999 Welt-Literaturpreis (1999 erstmals verliehen) für Der Vorleser

2000 Ehrengabe der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesellschaft für Der Vorleser

1.3. GESELLSCHAFTSPOLITISCHER HINTERGRUND

Unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurden die sog. KZ-Prozesse von den Siegermächten durchgeführt, welche sich mit den Verbrechen des Völkermordes an den Juden beschäftigten. Besonders wichtig waren in diesem Zusammenhang die Nürnberger Prozesse von 1945/1946, die Auschwitzprozesse von 1963 bis 1965 und der Majdanek Prozess von 1975 bis 1981.

Am 20. November 1945 begann der erste der Nürnberger Prozesse, welcher die Hauptkriegsverbrecher des „Dritten Reichs“ vor Gericht stellte, darunter u.a. Hermann Göring und Rudolf Heβ. Nach einem knappen Jahr Verhandlungsdauer wurden die Urteile verlesen: 12 Todesstrafen, 7 langjährige oder lebenslängliche Haftstrafen und 3 Freisprüche, die darauf zurückzuführen waren, dass die Schuld der Angeklagten nicht nachgewiesen werden konnte.

In den 50er Jahren trat das Anliegen, die Verbrecher des Nationalsozialismus zu bestrafen, in den Hintergrund; es war die Zeit der „kollektiven Verdrängung“. Erst in den 60er Jahren begann die richtige Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

Zwischen 1963 und 1965 fanden in Frankfurt am Main die sog. „Auschwitzprozesse“ gegen die Aufseher und Angehörige der Lagerverwaltung des Vernichtungslagers Auschwitz statt. Dieser Prozess ist das bisher gröβte Strafverfahren, das die nationalsozialistischen Verbrechen ahnden sollte, was sich vor allem in der groβen Anzahl von gesammelten Zeugenaussagen zeigt. Nach fast zwei Jahren Prozessdauer wurde am 19. August 1965 das Urteil verkündet: 6 lebenslängliche Haftstrafen, 11 Freiheitsstrafen zwischen 3 und 14 Jahren und 3 Freisprüche. Diese milde Bestrafung sorgte für Furore auf der ganzen Welt, aber auch in Teilen der deutschen Bevölkerung. Dennoch wurde anerkannt, dass die deutsche Justiz bei diesen Prozessen an ihre Grenzen gestoβen war. Durch das im Grundgesetz verankerte Verbot rückwirkender Gesetze konnte die sog. „Verjährungsfrist“ der Verbrechen nicht aufgehoben werden, was zur Folge hatte, dass viele Verbrecher des Nationalsozialismus ungeschoren davonkommen konnten. Erst im Jahre 1969 hob der Bundestag die Verjährung für Völkermord auf und 1979 wurde Mord im Allgemeinen von der Verjährungsfrist ausgenommen.

Auch das Urteil des nach fünfeinhalb Jahren beendeten Majdanek Prozesses in Düsseldorf fiel sehr milde aus. Nur die 61-jährige ehemalige SS-Aufseherin Braunsteiner-Ryan wurde zu lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt, die übrigen Angeklagten erhielten Freiheitsstrafen zwischen 2 und 12 Jahren.

2. TEXTTEIL 2

2.1. INHALTSANGABE ZUM BUCH

Bernhard Schlinks Roman Der Vorleser erzählt die Geschichte des anfangs 15-jährigen Michael Berg und dessen Beziehung zu der 21 Jahre älteren Hanna Schmitz aus der Sicht von Michael.

Ende der 1950er Jahre lernt der 15-jährige Schüler Michael Berg durch Zufall die Straβenbahnschaffnerin Hanna Schmitz kennen. Auf dem Nachhauseweg von der Schule fühlt sich Michael sehr schwach und muss sich übergeben. In dieser misslichen Situation nimmt sich Hanna seiner an und begleitet ihn nach Hause. Nach Michaels Genesung von der Gelbsucht schickt ihn seine Mutter mit einem Blumenstrauβ zu Hanna, um sich auf diese Weise bei ihr zu bedanken. Diese zweite Begegnung zwischen Michael und Hanna endet mit Michaels schlagartiger Flucht, als er Hanna ungewollt nackt sieht. Hier beginnt seine Faszination für die viel reifere Frau. So besucht er sie nochmals eine Woche später und es kommt zum ersten sexuellen Kontakt. Daraufhin kommt Michael täglich für einige Stunden zu Hanna und es entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, die zum groβen Teil auf einem Ritual basiert: Michael liest Hanna vor, sie duschen gemeinsam, schlafen miteinander und liegen danach noch eine Weile beisammen. Auch die ersten Diskussionen stellen sich bald ein, da Hanna sehr dominant ist. Das ungleiche Paar verlebt eine glückliche Zeit miteinander, fährt sogar einmal zusammen in den Urlaub, aber nach einem halben Jahr ist Hanna auf einmal spurlos verschwunden.

Mehr als sechs Jahre später sieht Michael Hanna wieder. Er wohnt als Jurastudent einem KZ-Prozess bei, in dem Hanna angeklagt wird, als SS-Wächterin in den Lagern Auschwitz und Krakau für den Tod vieler Juden verantwortlich gewesen zu sein. Sie sei in Krakau an den Selektionen der Jüdinnen für das Vernichtungslager Auschwitz beteiligt gewesen und habe nach dem Einschlag einer Bombe und dem darauffolgenden Brand in einer Kirche, in der sich mehrere Jüdinnen befanden, keinen Versuch unternommen, diese aus der Kirche zu befreien. Zu dieser Zeit erfährt Michael, dass Hanna Analphabetin ist, was sie im Prozess entlasten würde, weil sie somit den Bericht über die Geschehnisse des Kirchenbrandes nicht geschrieben haben kann. Hanna jedoch schämt sich so sehr dafür, dass sie sogar zugibt, den Bericht geschrieben zu haben. Um sie vor einer lebenslänglichen Haftstrafe zu bewahren, überlegt Michael, dem Richter von Hannas Analphabetismus zu erzählen, was er aber letztendlich nicht tut und so lautet das Urteil für Hanna lebenslängliche Freiheitsstrafe.

Michael schlieβt sein Studium ab, beginnt ein Referendariat und heiratet die Juristin Gertrud, mit der er eine Tochter hat, Julia. Nach nur fünf Jahren Ehe lassen sie sich scheiden. Michael nimmt Kassetten für Hanna auf, auf denen er ihr vorliest und die er ihr regelmäβig ins Gefängnis schickt. Mit Hilfe dieser Kassetten lernt Hanna lesen und schreiben. Nach 18 Jahren Haft soll sie schlieβlich entlassen werden und die Gefängnisleiterin bittet Michael in einem Brief, sich ihrer anzunehmen. Zum ersten Mal besucht Michael Hanna im Gefängnis. In der Nacht vor ihrer Entlassung erhängt sich Hanna in ihrer Zelle und hinterlässt eine Art Testament, in dem sie Michael bittet, ihre Ersparnisse der Tochter zu übergeben, die damals den Brand mit ihrer Mutter überlebt hat. Michael erfüllt diesen Auftrag und das Geld kommt schlieβlich einer jüdischen Organisation für Analphabeten zu Gute. Am Ende entschlieβt sich Michael, seine und Hannas Geschichte niederzuschreiben.

[...]


[1] Die Biographie ist zusammengestellt aus http://gfb.freepage.de/Hbonline/schlink/biogra.htm , http://www.literaturkritik.de/buch/buchh/neu/Basisbib/Gegenwart/schlink.html., http://www. scheffel.og.bw.schule.de/faecher/deutsch/vorleser/biographie.htm,

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Über Bernhard Schlinks "Der Vorleser"
Hochschule
Universitat Autònoma de Barcelona  (Facultat de Traducció i d'Interpretació)
Note
9,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V14907
ISBN (eBook)
9783638201865
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
10 ist die höchste Note in Spanien
Schlagworte
Bernhard, Schlink, Vorleser
Arbeit zitieren
Stefanie Wimmer (Autor), 2003, Über Bernhard Schlinks "Der Vorleser", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14907

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