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Die "Neue" Rechte. Moderner Rechtsetxremismus aus der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland

Title: Die "Neue" Rechte. Moderner Rechtsetxremismus aus der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland

Bachelor Thesis , 2009 , 83 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Philipp Rösel (Author)

Social Work
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Seit nunmehr über 60 Jahren gehört der Nationalsozialismus in Deutschland der Vergangenheit an. Nichtsdestotrotz ist das damals transportierte Gedankengut keineswegs verschwunden. Es ist anzunehmen, dass nahezu keine moderne Gesellschaft auf der Welt existiert, in der Erscheinungen wie Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit absolut nicht auffindbar sind. Jedoch schien es lange gerade in Deutschland so, als ob man sich des Umstands, dass es auch nach 1945 noch rechtsextremes Gedankengut gibt, von höchst unterschiedlichen Standpunkten her nähern würde. Zum einen gab es zu jeder Zeit Gruppierungen, die stets darum bemüht waren, dem Thema in der Öffentlichkeit breite Aufmerksamkeit zu vermitteln. Zum anderen wollte jedoch das bürgerliche bis rechts-konservative Spektrum lange nichts von der These einer erneut erstarkenden, rechtsextremen Bewegung in Deutschland wissen.
Gegenstand dieser Arbeit ist es, ein umfangreiches und modernes Bild des Rechtsextremus in Deutschland zu zeichenen. Behandelt werden: Theorien zu seiner Entstehung, Stereotype und veraltete Vorstellungen bezüglich der Thematik, moderner Rechtsextremismus und sein Erscheinungsbild, Zusammenhänge mit aktuellen ökonomischen Entwicklungen sowie kriminologische Aspekte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Bedenkliche Entwicklungen – Akzeptanz rechter Ansichten und die zunehmende Brisanz

2. Die „neue“ Rechte in Deutschland

2.1. Das Durchschnittsbild in Deutschland: Stereotype und ihre Überholtheit

2.1.1. Begriffsbestimmungen

2.1.1.1. Neonazismus

2.1.1.2. Rechtsradikalismus

2.1.1.3. Rechtsextremismus

2.1.2. Skinheads, Neonazis…ein Teil des Phänomens

2.2. Erklärungsansätze

2.2.1. Autoritärer Charakter

2.2.2. Unzufriedenheit als Folge persönlicher Betroffenheit

2.2.3. Konservatismus und Geschichtsrevisionismus

2.2.4. Politische Unzufriedenheit

2.2.5. Psychologische Aspekte

2.3. Rechtsextremismus heute

2.3.1. Turnschuhe statt Springerstiefel - das neue Auftreten rechtsextremer Akteure

2.3.2. Symboliken und Codes

2.3.3. Die Bedeutung von Marken

2.3.4. Autonome Nationalisten – beispielhaft für den Wandel innerhalb der rechtsextremen Szene?

2.3.5. Zahlenmäßige Entwicklung des Rechtsextremismus: Potenziale, Delinquenz und Vergleich zum Linksextremismus in den letzten 5 Jahren

2.3.6. Rechtsextremismus als Erscheinung aus der Mitte

2.3.7. Globalisierung, Neoliberalismus, Entstaatlichung – Nationalismus, Rechtsextremismus

2.4. Kriminologische Aspekte rechtsextremer Strömungen

2.4.1. Robert K. Mertons Anomietheorie

2.4.2. Subkulturtheorien

3. Zusammenfassende Thesen und Konsequenzen für Soziale Arbeit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Rechtsextremismus in Deutschland weg von klassischen, martialischen Erscheinungsformen hin zu einem modernen, gesellschaftlich anschlussfähigen Phänomen aus der Mitte. Dabei wird analysiert, wie sich rechtsextreme Akteure strategisch anpassen, um durch eine neue Optik und Themenbesetzung an Attraktivität für Jugendliche zu gewinnen, und welche Konsequenzen dies für die präventive sowie intervenierende Soziale Arbeit hat.

  • Soziologische und psychologische Erklärungsmodelle für rechtsextreme Einstellungen
  • Die Transformation rechtsextremer Szene-Codes, Symboliken und Modemarken
  • Analyse der "neuen Rechten" am Beispiel der Autonomen Nationalisten
  • Verhältnis von Rechtsextremismus, Globalisierung und ökonomischer Krise
  • Anforderungen an die Soziale Arbeit im Umgang mit einer "versteckten" rechtsextremen Szene

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Turnschuhe statt Springerstiefel – das neue Auftreten rechtsextremer Akteure

Die für Neonazis häufig als besonders charakteristisch erachteten Springerstiefel konnten wohl früher tatsächlich als eine Art Erkennungsmerkmal dienen. Zum Beispiel wird oft behauptet, Linke von Rechten anhand der Schnürsenkel unterscheiden zu können: rot = links, weiß = rechts. Trotz der gegenwärtigen Veraltung halten sich solche Meinungen in weiten Teilen der Gesellschaft häufig sehr hartnäckig, so scheint es zumindest. Stiefel – in welcher Form auch immer – werden wohl immer Mode in bestimmten Subkulturen wie etwa Punk, Skin, Gothic … etc. sein, solange es diese Subkulturen gibt. Ebenso werden Faschoskins wahrscheinlich weiterhin so auftreten, wie sich Großteile der Bevölkerung einen „echten Neonazi“ vorstellen. Was ist jedoch mit dem Rest der Szene? Sieht man sich zum Beispiel die Zahlen des Bundesministeriums des Innern (2009) an, liegt nahe, dass aufgrund der enormen Steigerung nicht nur die Gewalt zunimmt, sondern auch mehr rechtsextreme Akteure als vorher in Deutschland aktiv sind. Skinhead ist allerdings keineswegs eine im Moment besonders moderne Stilrichtung, sondern eher eine kleine Subkultur. Sieht man sich das aktuelle Bild auf rechtsextremen Demonstrationen und Kundgebungen oder sonstigen Veranstaltungen in der Öffentlichkeit - wie etwa Infoständen- … etc. an, wird deutlich, dass auch die meisten Rechtsextremen längst nicht mehr im martialischen SA-Aussehen auftreten, sondern größtenteils den modernen, sportlichen Stil ihrer linken Gegendemonstranten angenommen haben. Von der Skinheadsubkultur - aus der viele Gruppierungen ursprünglich stammen - hingegen entfernt sich die rechtsextreme Szene zu großen Teilen immer mehr: „Springerstiefel und Bomberjacken seien längst Turnschuhen und gängigen Jackenmarken gewichen“ (Volksstimme, 2009).

Einschätzungen zufolge hat sich durch das Auftreten der Akteure aber nichts an deren Gefahr für die Demokratie und für Dritte geändert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bedenkliche Entwicklungen – Akzeptanz rechter Ansichten und die zunehmende Brisanz: Das Kapitel führt in die aktuelle Thematik ein und widerlegt die Kontinuumsthese durch den Aufstieg einer neuen rechtsextremen Bewegung, die sich von den klassischen Nationalsozialisten abgrenzt.

2. Die „neue“ Rechte in Deutschland: Es werden zentrale Begrifflichkeiten geklärt, theoretische Erklärungsansätze für Rechtsextremismus diskutiert und die strategische Transformation der Szene sowie kriminologische Aspekte beleuchtet.

3. Zusammenfassende Thesen und Konsequenzen für Soziale Arbeit: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Anforderungen an die Soziale Arbeit formuliert, um präventiv und intervenierend auf das moderne, aus der Mitte kommende Gesicht des Rechtsextremismus zu reagieren.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Neonazismus, Autonome Nationalisten, Soziale Arbeit, politische Unzufriedenheit, Anomietheorie, moderne rechte Szene, Demokratiekrise, Identitätsverlust, Gewaltpotenzial, Kapitalismuskritik, rechtsextreme Codes, Markenkleidung, Extremismusthese, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit analysiert die Entwicklung und das moderne Auftreten der rechtsextremen Szene in Deutschland und deren Verankerung in der gesellschaftlichen Mitte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Wandel der Erscheinungsbilder (z.B. Abkehr von Springerstiefeln), neue Strategien der Szene (wie die der "Autonomen Nationalisten") sowie theoretische Erklärungsmodelle für den Zulauf zu rechtsextremen Ideologien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein zeitgemäßes Bild der rechtsextremen Szene zu zeichnen, veraltete Stereotype zu widerlegen und Handlungsoptionen für die Soziale Arbeit in diesem Kontext aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle soziologische Theorien (z.B. Anomietheorie, Subkulturtheorien) mit empirischen Berichten des Verfassungsschutzes verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst Begriffsbestimmungen, diverse Erklärungsansätze (autoritärer Charakter, Unzufriedenheit), die Analyse neuer Strömungen und die soziologischen Hintergründe der rechtsextremen Entwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Autonome Nationalisten, Gesellschaftsmitte, Kapitalismuskritik, Identitätsverlust und politische Unzufriedenheit sind prägende Begriffe.

Warum ist das Erscheinungsbild der Autonomen Nationalisten so problematisch?

Weil sie bewusst optische Merkmale der linken Szene kopieren und damit eine "rechtsextremistische Mimikry" betreiben, die eine eindeutige Identifizierung für Beobachter und Polizei extrem erschwert.

Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit laut der Arbeit?

Die Soziale Arbeit wird als gefordert angesehen, ihre Methoden zu professionalisieren, sich stärker politisch einzubringen und rechtsextreme Tendenzen durch präventive Bildungsarbeit in der Mitte der Gesellschaft aktiv zu adressieren.

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Details

Title
Die "Neue" Rechte. Moderner Rechtsetxremismus aus der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland
College
University of Regensburg
Grade
1,3
Author
Philipp Rösel (Author)
Publication Year
2009
Pages
83
Catalog Number
V149072
ISBN (eBook)
9783640607808
ISBN (Book)
9783640607631
Language
German
Tags
Rechtsextremismus Neonazismus Neue Rechte Autonome Nationalisten Soziale Arbeit Sozialpädagogik Rechtsradikalismus NPD Kameradschaften Rassismus Fremdenfeindlichkeit Sozialarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Rösel (Author), 2009, Die "Neue" Rechte. Moderner Rechtsetxremismus aus der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149072
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