Das Spannungsfeld kultureller Globalisierung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2.Einleitung

3.Kulturelle Globalisierung

4.Kennzeichen heutiger kultureller Globalisierung
4.1.Die Eine- Waren- Welt
4.2.Lokal- Global- Glokal
4.3.Hybride Kulturen

5. Homogenisierung oder McDonaldisierung?

6. Hybridisierung McDonald´s

7. Kulturelle Globalisierung als Spannungsfeld

8. Rückbesinnung auf die eigene Tradition

9. Fazit

10.Bibliografie

2. Einleitung

Der Begriff der kulturellen Globalisierung reicht heutzutage weit über den Bereich der Populär- und Alltagskultur. Mit großer Geschwindigkeit und gesteigerter Intensität stehen Kulturen im Austausch, verbinden sich und bringen neue hervor. Dadurch entsteht eine Weltgesellschaft, deren Herausbildung auf ökonomischer Globalisierung basiert. Auch die weltweiten Migrationsprozesse und die enorm wachsende Medienentwicklungen sind Ursachen dafür. Die derzeitige kulturelle Globalisierung ist vor allem von der McDonaldisierung geprägt. Jedoch sollte man nicht nur von einer kulturellen Homogenisierung ausgehen. Die meisten Gesellschaften bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen der eigenen Kultur und einer Hybridisierung. In dieser Arbeit soll das kulturelle Spannungsfeld der Globalisierung untersucht werden. Anstoß zu diesem Vorhaben war die Teilnahme am Seminar „Kulturtheorien der Gegenwart“.

3.Kulturelle Globalisierung

Seit einigen Jahren ist die Redeweise von der „Globalisierung“ in aller Munde. Mit dem Begriff der Globalisierung wird im alltagssprachlichen Gebrauch alles bezeichnet, was in irgendeiner Weise mit weltweiter Verbreitung zu tun hat: von Informationstechniken, Waren und Warenströmungen, Moden, bis hin zu Lebensstilen, Kommunikationsnetzwerken, politischen und ökonomischen Institutionen.[1] Aber nicht nur im Alltagsbereich, sondern auch im wissenschaftlichen Kontext ist Globalisierung zu einer Formel geworden, mit der eine Vielzahl von unmittelbar erfahrbaren Vorgängen und Sachverhalten begrifflich zusammengefasst werden kann und auf den ersten Blick als hinreichend charakterisiert werden wird.

In der Diskussion um die Reichweite der Globalisierung muss der Begriff der kulturellen Globalisierung eine große Last tragen. Auf der einen Seite wird die Verflechtung von Information, Wissen und Glauben als weltumspannend verstanden, auf der anderen Seite wird die Ambivalenz dieses Prozesses umso stärker deutlich.[2] Die kulturelle Globalisierung problematisiert auch den Kulturbegriff. Hierbei wird zwischen einem engeren und einem weiteren Kulturbegriff unterschieden. Der engere Begriff bezieht sich auf den Bereich der Künste und ist somit Gegenstand der Ästhetik. Der weitere umfasst unter anderem Traditionen, Bräuche, Technologien, materielle Güter und Ideen und entspricht etwa Wittgensteins Begriff der Lebensform.[3] Beide Begriffe lassen sich jedoch nicht klar voneinander abgrenzen, da unzählige Zwischenformen möglich sind. Angefangen von der Populärkultur über eine nationale Kultur bis hin zu einem Kulturraum.

Die Diskussionen um die kulturelle Globalisierung drehten sich in den 1980er und 1990er Jahren um die Frage der Vereinheitlichung der Welt.

4.Kennzeichen heutiger kultureller Globalisierung

Die ökonomischen, gesellschaftlichen und medientechnischen beziehungsweise medienwirtschaftlichen Entwicklungen der vergangenen drei Jahrzehnte haben die heutigen Formen der kultureller Globalisierung hervorgebracht beziehungsweise ermöglicht. Sie umfassen im Unterschied zu früheren kulturellen Austauschprozessen heute vor allem mit den Konsumgütern große Bereiche der Alltagskulturen und die verschiedenen Popularkulturen. Der Umfang kultureller und allgemeiner Konsumangebote sind in den entwickelten und in den ökonomisch weniger entwickelten Ländern enorm gewachsen. Auch wenn einige einheimische Produkte unter dem Druck der globalen Konkurrenz verschwunden sind. Die gegenwärtigen Formen kultureller Globalisierung sind vor allem durch drei Aspekte gekennzeichnet, die in den nächsten Kapiteln näher erläutern werden.

4.1. Die Eine- Waren –Welt

Das erste Merkmal ist die Angleichung eines Teilbereiches des kulturellen Lebens über universelle Bilderwelten, uniforme Muster von Popularkulturen und gleichen Konsumgütern, die von der transnationalen Kulturindustrie und den internationalen Konzernen in alle Weltgegenden transportiert werden. Praktisch kann man im niederbayerischen Dorf die gleichen Seifenopern sehen, wie in New York, Tokio oder Bombay. 800Millionen Barbiepuppen propagieren weltweit das Schönheits- und Lebensideal der weißen US-amerikanischen Mittelschicht. Inzwischen stammeln in 120 Ländern die Teletubbies ihr „Winke, Winke“ über die Bildschirme. McDonald´s gibt es nun nahezu überall auf der Welt, wie auch überall Blue Jeans getragen werden, Coca Cola getrunken und Marlboro geraucht wird.[4] Diese universellen Bilder-, Kultur und Konsumwelten verbinden unterschiedliche kulturelle Lebenswelten. Kulturelle Globalisierung tritt hier vor allem als globale Kulturindustrie auf und bringt eine Angleichung kultureller Symbole und Lebensformen hervor. Die eine Welt erscheint also als Eine- Waren- Welt.

Vor allem betrifft diese kulturelle Nivellierung die Bereiche der Unterhaltungskultur, die über Film, Fernsehen und Rundfunk, CDs und Videos zu den Menschen kommen, ebenso auch zahlreiche Konsumgüter. Einige dieser Angebote für das alltägliche Leben wie Kleidung, Essen und Trinken sind gleichermaßen Gebrauchsgegenstände. Wenn es sich um bestimmte Markenerzeugnisse handelt, wie zum Beispiel Nike-Schuhe oder eine Adidas-Jacke tragen, dann sind dies ästhetisch-kulturelle Kennzeichen. Coca Cola zu trinken und bei McDonald´s zu essen symbolisiert einen Lebensstil und ist mindestens auch ein kultureller Ausdruck wie die Befriedigung eines körperlichen Bedürfnisses. Das gilt mittlerweile in der ganzen Welt, wobei die strukturelle Ungleichheit zwischen den verschiedenen Weltgegenden besonders drastisch ins Auge fällt, da viele Konzerne ihre Markenprodukte in Ländern des Südens unter erbärmlichen Arbeitsbedingungen produzieren und sie dort auch bewerben. Allerdings können sich diejenigen, die sie herstellen nicht einmal leisten, weil sie zu teuer sind.

Viele Markenkonzerne haben ihren Ursprung und ihren Hauptsitz in den USA, daher wird diese Ausbreitung westlicher Konsum- und Kulturmuster oft als „Amerikanisierung“ oder „McDonaldisierung“ betitelt. Jedoch sollte daraus nicht der Schluss gezogen werden, dass sich durch die Ausbreitung der westlichen Konsum- und Popularkultur eine einheitliche Weltkultur herausbildet. Auch das anstatt der lokalen Kulturen nun ein „Einheitsbrei“ der „McDonaldisierung“ zusammenschmelzt. Denn eine solche Sicht kultureller Globalisierung als „Kulturschmelze“ verallgemeinert Teilaspekte, überschätzt die Homogenität der amerikanischen oder westlichen Kulturen und schließt vom Konsum auf das Bewusstsein. Sie übersieht die oft eigenwillige Rezeption US-amerikanischer Kulturprodukte in anderen Kulturen, wie allgemein die Ambivalenz kultureller Prozesse dabei unterschätzt wird.[5]

„Angesichts der realen Eigentums- und Produktionsverhältnisse in der globalen Kulturindustrie von einer „Amerikanisierung“ der Kultur zu sprechen ist irreführend, es sei denn, damit ist verallgemeinernd die „westliche“ Dominanz von Nordamerika und Europa unter Einbeziehung von Japan und Korea gemeint.“[6] Allerdings trifft hier die Kritik nicht zu, da eine Homogenität unterstellt wird, die so nicht vorhanden ist, beziehungsweise nur dann sinnvoll erscheint, wenn „Amerikanisierung“ unter kulturkritischer Sichtweise für den industriellen Warencharakter kultureller Angebote gebraucht wird. Jedoch ist der Einwand von Kritikern kultureller Globalisierung, dass die Inhalte der global angebotenen Kultur der amerikanisch – europäisch- japanischen Kulturindustrie vor allem „westliche“ Geschichten und ihre visualisierten Lebensbilder transportieren. Da sie unter ökonomischen Gesichtspunkten verbreitet werden, sind sie weitgehend durch allgemeine Konsumierbarkeit, behagliche Unterhaltung und die Stimulanz von Konsum geprägt. Schlussendlich sind die kulturellen Produkte, auch die der Massenkultur mehrdeutig, da es nie nur eine Lesart gibt.

[...]


[1] Vgl: Reimann: Weltkultur und Weltgesellschaft S. 202

[2] Vgl: Rehbein: Theorien der Globalisierung. S. 106

[3] Vgl: ebenda

[4] Vgl: Wagner: Kulturelle Globalisierung. S. 15

[5] Vgl: Wagner: Kulturelle Globalisierung. S. 16

[6] Zitat aus: Wagner: Kulturelle Globalisierung.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Das Spannungsfeld kultureller Globalisierung
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Kulturtheorien der Gegenwart
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V149074
ISBN (eBook)
9783640594566
ISBN (Buch)
9783640594603
Dateigröße
564 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spannungsfeld, Globalisierung
Arbeit zitieren
Magister Anika Geldner (Autor:in), 2009, Das Spannungsfeld kultureller Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149074

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