Es gibt eine Vielzahl von pädagogischen Mitarbeitern, die sich um die Schüler und deren Probleme kümmern, mit ihnen Hausaufgaben machen und sie betreuen. An dieser Ganztagsschule in Köthen gibt es Klassen mit Regelschul- und Hauptschulniveau sowie gemischte Klassen, genannt Kombiklassen, in denen Schüler mit verschiedenem Leistungspotential sitzen. Der Sinn dabei besteht darin, dass die Regelschüler die Hauptschüler mitziehen sollen. Des Weiteren bietet diese Schule Möglichkeiten für körperlich und geistig behinderte Menschen, so gibt es beispielsweise einen Fahrstuhl im Gebäude sowie Hilfskräfte, die sich um die Betreffenden kümmern.
Durch das „dreigliedrige“ Schulsystem in Deutschland werden aus Schülern Menschen verschiedener sozialer Schichten gemacht, die meist nur mit Ihresgleichen in Kontakt stehen. Die Schule spaltet damit die Gesellschaft „und zieht Eliten heran, die ihren Lebensstil für das Maß aller Dinge halten“. Dadurch werden Vorurteile, soziale Ignoranz sowie Sprachlosigkeit gefördert. Dies wiederum führt zu sozialen Konflikten „und untergräbt die Demokratie“.
An allgemeinen Schulen würden viele Förderschüler nicht zurecht kommen, heißt es. Es ist jedoch die Aufgabe einer demokratischen Gesellschaft, benachteiligte Menschen zu integrieren. Nicht die Kinder müssen sich der Schule anpassen, sondern die Schule den Kindern. Dies bedeutet, dass die Gesellschaft viel mehr in die Schulen investieren muss:
„in mehr Lehrer, besser ausgebildete Lehrer, deutlich kleinere Klassen und individuelle Förderung“. Es ist die Aufgabe des Staates, die Rahmenbedingungen für Chancengleichheit zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen zu schaffen4.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung mit Begründung der Themenwahl und Problemaufriss
2 Grundlegende theoretische Einsichten und konkrete Beobachtungen zum Thema
3 Schlusswort mit gewonnenen Einsichten und Schlussfolgerungen für das Lehrerhandeln
4 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Der vorliegende Praktikumsbericht untersucht die schulische Integration eines Schülers mit Down-Syndrom an einer Regelschule. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob das Kind tatsächlich in die soziale Gemeinschaft der Klasse integriert wird oder ob die Anwesenheit einer Integrationshelferin eine Barriere bildet, die eine echte Teilhabe am sozialen Miteinander verhindert.
- Schulische Integration von Kindern mit geistiger Behinderung
- Die Rolle von Integrationshelfern im Unterricht
- Soziale Inklusion vs. rein schulische Teilhabe
- Herausforderungen für Lehrer in heterogenen Lerngruppen
- Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Chancengleichheit
Auszug aus dem Buch
2 Grundlegende theoretische Einsichten und konkrete Beobachtungen zum Thema
Integration kommt aus dem Lateinischen und kann übersetzt werden als die „Wiederherstellung eines Ganzen.“5 Der Begriff der Integration ist auf den Begriff des Eingliederns bezogen. So soll beispielsweise ein behinderter Mensch in eine Gruppe von Nichtbehinderten integriert werden. Nach traditionell sonderpädagogischem Denken könne in homogenen Lerngruppen der Schwierigkeitsgrad an das Niveau der Gruppe angepasst werden. In der Integrationspädagogik werden diese Vorstellungen jedoch dadurch ersetzt, dass mit heterogenen Gruppen in Kleingruppen, Partner- oder Einzelarbeit gearbeitet wird. Dies unterstützt den Gedanken, dass Lernprozesse unterschiedlich ablaufen und damit auch verschiedenen Geschwindigkeiten folgen. Je nach Entwicklungs- und Lernmöglichkeit sollen im integrativen Unterricht verschiedene Ziele auf verschiedene Art und Weise erreicht werden.6
Das integrierte Mädchen Schülerin 1 leidet am Downsyndrom. Bei dieser geistigen Behinderung, auch Trisomie 21 genannt, handelt es sich um eine Krankheit, bei der die Chromosomenzahl des Betreffenden von der normalen Chromosomenzahl in den Zellkernen abweicht.7 Grundsätzlich sind geistig behinderte Menschen jedoch keine Kranken. Sie brauchen psychosoziale und pädagogischen Hilfen sowie Hilfe bei der Überwindung behinderungsbedingter Beeinträchtigungen.8 Um in eine Gemeinschaft integriert werden zu können, sind geistig behinderte Menschen auf diese Hilfe von Angehörigen oder Pflegepersonal angewiesen. Dem geistig behinderten Mädchen Schülerin 1 in Klasse fünf der von mir ausgewählten Schule wurde hierfür, wie erwähnt, eine Integrationshelferin zur Seite gestellt. Bei der Charakterisierung eines integrativen Unterrichts darf die Anwesenheit eines zweiten Lehrers, bzw. wie in Schülerin 1s Fall, eines pädagogischen Helfers, nicht unerwähnt bleiben.9 Schülerin 1 saß in jeder Schulstunde neben ihrer Helferin. Es ist wichtig für das geistig behinderte Kind, dessen Lernen stets vom Lernen der nicht behinderten Kinder zu differenzieren und zu individualisieren, ohne jedoch das selbst gesteuerte Lernen des Kindes zu unterdrücken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung mit Begründung der Themenwahl und Problemaufriss: Der Autor führt in das Praktikum an einer Ganztagsschule ein und skizziert die Problematik des deutschen dreigliedrigen Schulsystems im Hinblick auf soziale Ausgrenzung und die Notwendigkeit von Integration.
2 Grundlegende theoretische Einsichten und konkrete Beobachtungen zum Thema: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Integration und analysiert anhand von Praxisbeobachtungen, wie eine Schülerin mit Down-Syndrom am Unterricht teilnimmt und welche Rolle die Integrationshelferin dabei einnimmt.
3 Schlusswort mit gewonnenen Einsichten und Schlussfolgerungen für das Lehrerhandeln: Der Autor reflektiert die Beobachtungen und kommt zu dem Schluss, dass die Schülerin zwar schulisch, aber sozial noch nicht vollständig in die Klassengemeinschaft integriert ist, und leitet daraus Zukunftsgedanken für das eigene Lehrerhandeln ab.
4 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Literatur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Integration, Inklusion, Sonderpädagogik, Down-Syndrom, Regelschule, Integrationshelfer, Lehrerhandeln, Heterogenität, Schulpflicht, Sozialkompetenz, Chancengleichheit, Förderbedarf, Schulklima, Inklusive Bildung, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Chancen und Herausforderungen der schulischen Integration von geistig behinderten Schülern an einer Regelschule im Rahmen eines Praktikumsberichts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Integrationspädagogik, die praktische Umsetzung im Unterrichtsalltag sowie die soziale Dimension der Inklusion innerhalb einer fünften Klasse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu untersuchen, ob eine Schülerin mit Down-Syndrom lediglich am Unterricht teilnimmt oder ob sie tatsächlich in die soziale Gemeinschaft ihrer Mitschüler integriert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die Methode der teilnehmenden Beobachtung während des Praktikums, ergänzt durch eine fundierte Auseinandersetzung mit einschlägiger pädagogischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen der Integration und die spezifische Situation einer Schülerin mit Down-Syndrom analysiert, inklusive der Beobachtung ihrer Interaktion mit der Integrationshelferin und den Lehrkräften.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Integration, Inklusion, Regelschule, Sonderpädagogik und die Rolle des pädagogischen Helfers.
Warum bezweifelt der Autor den Erfolg der sozialen Integration?
Der Autor stellt fest, dass die Schülerin durch die ständige Anwesenheit einer Integrationshelferin isoliert bleibt und die Mitschüler dadurch weniger Anreize haben, von sich aus den Kontakt zu suchen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für seine eigene berufliche Zukunft?
Der Autor plant, sich nach seinem Lehramtsstudium im Bereich Sonderpädagogik weiterzubilden, um selbst aktiv dazu beitragen zu können, integrative Klassen kompetent zu unterrichten.
- Quote paper
- Sarah Nitschke (Author), 2009, Praktikumsbericht über die Integration behinderter Schüler in die Sekundarschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149152