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Handel im Wandel. Die Notwendigkeit und die Entwicklung schulischer Berufsausbildung des Einzelhandels zur Zeit der Industrialisierung

Titel: Handel im Wandel. Die Notwendigkeit und die Entwicklung schulischer Berufsausbildung des Einzelhandels zur Zeit der Industrialisierung

Diplomarbeit , 2010 , 129 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Johannes Kreuzer (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Ausbildung im Einzelhandel von der Zeit des frühen 18. Jahrhunderts bis zur Hochphase der Industrialisierung. Der Fokus liegt auf dem Verhältnis zwischen betrieblicher Lehre und schulischer Berufsausbildung sowie den Veränderungen, die das Industriezeitalter im Einzelhandel mit sich brachte.

Basierend auf dem Handwörterbuch der Volkswirtschaftslehre von 1870 wird analysiert, ob die Beschreibung der „wissenbedurftigen Jünglinge“ im Kleinhandel zu dieser Zeit noch zutraf. Die Studie betrachtet, wie das wachsende Warenangebot und die steigenden Ansprüche der Kundschaft den Einzelhandel beeinflussten und ob dies zur Weiterentwicklung des kleinhändlerischen Geschäftsmodells führte. Insbesondere wird untersucht, welche Rolle neue Betriebsformen wie Warenhäuser spielten und ob sie zu einer erhöhten Nachfrage nach beruflichem Unterricht führten. Die Untersuchung geht auch auf die Rolle der Frau im Einzelhandel und deren Ausbildung ein und beleuchtet, ob sich die Ausbildungsmöglichkeiten im Einzelhandel im Laufe der Zeit verbesserten und spezialisierter wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung & Erkenntnisziele

1.1 Hintergrund

1.2 Stand der Forschung

1.3 Aufbau der Arbeit

2. Der Einzelhandel: Seine Entwicklung und die Beschaffenheit seiner betrieblichen Ausbildung unter Berücksichtigung von Differenzierungsprozessen, des institutionellen Wandels, der sich ändernden Rahmenbedingungen und der Feminisierung innerhalb der Branche

2.1 Vorgeschichte

2.1.1 Das Hoch- und Spätmittelalter

2.1.2 Die Neuzeit bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts

2.2 Die Industrialisierung (1850–1914)

2.2.1 Der Einzelhandel: Kennzeichen des Aufschwungs

2.2.2 Die Entstehung neuer Betriebsformen

2.2.3 Die Rechtsentwicklung der kaufmännischen Lehre

2.2.4 Die Situation der betrieblichen Ausbildung

2.2.5 Deutliche Missstände in der Ausbildung des Einzelhandels und die Forderung nach der Beseitigung der praktischen Lehre

3. Die Institutionalisierung eines kaufmännischen Schulwesens im Einzelhandel

3.1 Vorgeschichte

3.2 Die Industrialisierung (1850–1914)

3.2.1 Die Entwicklung des kaufmännischen Schulwesens für männliche Lehrlinge

3.2.1.1 Ausgangslage und zeitgenössische Ansichten

3.2.1.2 Kaufmännische Schulen

3.2.1.2.1 Die kaufmännische Fortbildungsschule

3.2.1.2.1.1 Allgemeine Entwicklung

3.2.1.2.1.2 Rahmenbedingungen und ihre Bedeutung für die Lehrlinge des Kleinhandels: Branchen- und Schulstufendifferenzierung

3.2.1.2.2 Die Handelsvorschule – Alternative zur kaufmännischen Fortbildungsschule?

3.2.2 Die Entwicklung des kaufmännischen Schulwesens für weibliche Lehrlinge

3.2.2.1 Handels- oder Haushaltsschulen?

3.2.2.2 Kaufmännische Schulen

3.2.2.2.1 Berufsbegleitender Unterricht

3.2.2.2.1.1 Die Einrichtung von Betriebsschulen der Waren- und Kaufhausbesitzer auf Grund der unzureichenden Entwicklung des kaufmännischen Fortbildungsschulwesens bis zum Ende des 19. Jahrhunderts

3.2.2.2.1.2 Kaufmännische Fortbildungsschulen im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts: Differenzierung der weiblichen Handlungsangestellten nach Kontoristinnen und Verkäuferinnen

3.2.2.2.2 Handelsvorschulen

3.2.3 Lehrplananalyse

3.2.3.1 Zielsetzung

3.2.3.2 Der ausgewählte Lehrplan samt Hintergrund

3.2.3.3 Die Stundentafel

3.2.3.4 Analyse von Lehrinhalt und Lernzielen

3.2.3.4.1 Allgemeines Bildungs- und Unterrichtsziel

3.2.3.4.2 Die Fächer Deutsch und Schreiben

3.2.3.4.2.1 Das Fach Deutsch

3.2.3.4.2.2 Das Fach Schreiben

3.2.3.4.3 Das Fach Rechnen

3.2.3.4.4 Das Fach Handelsbetriebslehre

3.2.3.4.4.1 Die allgemeine Berufskunde

3.2.3.4.4.2 Die besondere Berufskunde

3.2.3.4.5 Die besondere Warenkunde

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die historische Entwicklung der betrieblichen und schulischen Berufsausbildung im Einzelhandel während der Industrialisierung (1850–1914). Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das kaufmännische Schulwesen in diesem Zeitraum angesichts neuer Betriebsformen, gesellschaftlicher Umbrüche und sich ändernder Ausbildungsanforderungen wandelte, welche Konsequenzen dies für die Lehrlinge im Kleinhandel hatte und welche Rolle dabei die zunehmende Institutionalisierung der Berufsschulen spielte.

  • Entwicklung des Einzelhandels als Wirtschaftsform und der betrieblichen Lehre im Zeitverlauf.
  • Institutionalisierung des kaufmännischen Schulwesens für männliche und weibliche Lehrlinge.
  • Analyse des Einflusses der Industrialisierung auf Ausbildungspraktiken und rechtliche Rahmenbedingungen.
  • Differenzierung der Ausbildungsinhalte und die Rolle spezieller Lehrpläne (z.B. für Verkäuferinnen).
  • Bedeutung von neuen Betriebsformen wie Warenhäusern für die Modernisierung der Ausbildung.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Der Einzelhandel: Kennzeichen des Aufschwungs

Die Industrialisierung begleitete den Kleinhandel und veränderte ihn deutlich, wobei der wirtschaftliche Aufschwung dieser Zeit nicht ohne die entsprechenden Absatzmöglichkeiten des Handels möglich gewesen wäre. Spiekermann kommt für das zweite Drittel des 19. Jahrhunderts für Preußen zum Ergebnis: „Die Zahl der leistungsfähigeren selbstständigen Kleinhändler wies [...] während der Frühindustrialisierung ein weit überdurchschnittliches Wachstum auf.“ In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die in Preußen bereits seit 1810 geltende Gewerbefreiheit auch in Sachsen (1861), Baden (1862), Württemberg (1862) und Bayern (1868) eingeführt. Diese Entwicklung trug zum deutlichen Anwachsen der Zahl an Einzelhandelsbetriebe bei. Die Bevölkerungszunahme und deutlich steigende Beschäftigtenzahlen im Handel waren Kennzeichen der Hochindustrialisierung ab den 1870er Jahren. Die steigenden Angestelltenzahlen im Handel können auch an der Entwicklung des tertiären Sektors festgemacht werden. „Dazu kommt noch eine andere Entwicklung, die in dieser Zeit zu beobachten ist: die Kaufkraft des einzelnen Menschen, und damit der durchschnittliche Wohlstand, steigt.“ Das Wachstum der Städte sowie der Bevölkerung insgesamt, verbunden mit der gesteigerten Kaufkraft, sorgte somit für eine erhöhten Konsum der breiten Volksschichten, wovon der Einzelhandel profitierte. Diese Nachfrage konnte selbstverständlich nur durch ein entsprechendes Angebot ausgeglichen werden. „Die seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts einsetzende industrielle Entwicklung bot die Grundlage hierfür. Seitdem die Massenfertigung mehr und mehr in Gang kam, ergießt sich ein wahrer Strom von Waren, oft ganz neuer Art, auf den Verbraucher [...].“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung & Erkenntnisziele: Das Kapitel führt in das Thema ein, erläutert den historischen Kontext und formuliert die zentralen Erkenntnisziele hinsichtlich der Reform der Einzelhandelsausbildung.

2. Der Einzelhandel: Seine Entwicklung und die Beschaffenheit seiner betrieblichen Ausbildung unter Berücksichtigung von Differenzierungsprozessen, des institutionellen Wandels, der sich ändernden Rahmenbedingungen und der Feminisierung innerhalb der Branche: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der historischen Entwicklung der Handelsformen und der Ausbildungspraxis, inklusive rechtlicher Grundlagen und des Einflusses der Industrialisierung.

3. Die Institutionalisierung eines kaufmännischen Schulwesens im Einzelhandel: Das Kapitel untersucht systematisch den Aufbau von Fortbildungsschulen, die Differenzierung der Lehrpläne für männliche und weibliche Lehrlinge sowie die curriculare Analyse spezifischer Lehrpläne.

4. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen, betont die Bedeutung dieses Transformationsprozesses für die moderne duale Ausbildung und reflektiert die langfristigen Auswirkungen auf den Einzelhandel.

Schlüsselwörter

Einzelhandel, Industrialisierung, Berufsausbildung, kaufmännische Schulen, Fortbildungsschule, Handelsvorschule, Ausbildungspraxis, Lehrplananalyse, Wirtschaftsgeschichte, Lehrmädchen, Verkäuferin, Betriebsschule, Duales System, gewerbliche Bildung, Warenhaus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der kaufmännischen Berufsausbildung im deutschen Einzelhandel im Zeitraum von 1850 bis 1914, also während der Zeit der Hochindustrialisierung.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?

Zentrale Themen sind die Transformation des Einzelhandels durch neue Betriebsformen, der Wandel rechtlicher Grundlagen der Lehre, die Feminisierung der Branche sowie die Institutionalisierung eines schulischen Ausbildungssystems.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern sich das kaufmännische Schulwesen während der Industrialisierung veränderte und welche konkreten Konsequenzen sich daraus für die Lehrlinge, insbesondere im Kleinhandel, ergaben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die Auswertung zeitgenössischer Quellen und Dokumente sowie eine strukturierte Lehrplananalyse von historischen Ausbildungskonzepten in Baden und Preußen.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Vorgeschichte des Handels, die Auswirkungen der Industrialisierung auf Betrieb und Ausbildung, die rechtliche Entwicklung der kaufmännischen Lehre und die Institutionalisierung des berufsbegleitenden Schulwesens, differenziert nach Geschlecht und Branchen.

Wodurch lässt sich die Arbeit wissenschaftlich charakterisieren?

Die Arbeit ist eine historische Untersuchung, die durch eine präzise Aufarbeitung von Qualifikationsanforderungen, rechtlichen Verordnungen und bildungspädagogischen Debatten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts besticht.

Inwiefern spielt die "Frauenfrage" eine Rolle im Dokument?

Das Dokument widmet der Ausbildung von Frauen im Handel ein eigenes Kapitel. Es thematisiert den Widerstand männlicher Handlungsgehilfen, die prekären Arbeitsbedingungen von Verkäuferinnen und die langsame Etablierung spezieller Lehrpläne, die oft hauswirtschaftliche Aspekte mit kaufmännischen Inhalten verknüpften.

Was erfährt man über die betrieblichen Missstände jener Zeit?

Der Autor deckt die Praxis der sogenannten "Lehrlingszüchterei" auf, bei der Betriebe Lehrlinge als billige Arbeitskräfte ausnutzten, ohne eine qualifizierte Ausbildung zu bieten, was in der Literatur scharf kritisiert und im Dokument intensiv diskutiert wird.

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Details

Titel
Handel im Wandel. Die Notwendigkeit und die Entwicklung schulischer Berufsausbildung des Einzelhandels zur Zeit der Industrialisierung
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Geschichte und Wirtschaftsgeschichte sowie Geschichte der Berufsbildung
Note
1,3
Autor
Johannes Kreuzer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
129
Katalognummer
V1491783
ISBN (PDF)
9783389051061
ISBN (Buch)
9783389051078
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Handelsvorschule Haushaltsschule Unterricht Warenhaus Kaufhaus 19. Jahrhundert Verkäufer Kontorist Kontor Lehrplan Stundenplan Lehrinhalt Lernziel Bildungsziel Unterrichtsziel Deutsch Schreiben Rechnen Handelsbetriebslehre Berufskunde Warenkunde BWL Einzelhandel Großhandel Pädagogik Didaktik Geschichte Industrialisierung Lehrplan Schule Berufsausbildung Mittelalter Lehre Kaufmann Laden Missstände Schulwesen Fortbildungsschule Kleinhandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Kreuzer (Autor:in), 2010, Handel im Wandel. Die Notwendigkeit und die Entwicklung schulischer Berufsausbildung des Einzelhandels zur Zeit der Industrialisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1491783
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