Die Idee Philadelphia

Realisierung und Bedeutung für den nordamerikanischen Städtebau


Magisterarbeit, 2005

121 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Grundlegende Gedanken zur Stadtplanung
1.2 Das Schachbrettmuster: Fünf Voraussetzungen nach Stanis­lawski
1.3 Methodik
1.4 Motivation

2 Das Vorspiel
2.1 Kahun
2.2 Mohenjo-daro
2.3 Babylon

3 Stadtplanung im antiken Griechenland
3.1 Stadttypen des antiken Griechenlands
3.2 Die Anfünge griechischer Stadtplanung: Megara Hyblaea
3.3 Stadtplanung im klassischen Zeitalter: Milet
3.3.1 Hippodamus von Milet

4 Stadtplanung im Alten Rom
4.1 Stadttypen des römischen Reiches
4.2 Stadtplanung der Etrusker: Marzabotto
4.3 Polybius und Machiavelli
4.4 Centuriation
4.5 Militürcamps als Vorbild: Timgad
4.6 Griechische und römische Stadtplanung im Vergleich
4.7 Vor- und Nachteile des Schachbrettmusters

5 Die ideale Stadt in der Antike
5.1 Platon
5.1.1 Atlantis
5.2 Marcus Vitruvius Pollio gen. Vitruv
5.3 Aristophanes

6 Stadtplanung im Mittelalter
6.1 Stadttypen des Mittelalters
6.2 Das Kreuz als Leitmotiv: Chichester
6.3 Die Grundungsstadt: Merkmale nach Humpert und Schenk .
6.4 Muster einer Bastidenstadt: Montpazier
6.5 Die Ostkolonisation
6.5.1 Stadtplanung zur Zeit der Ostkolonisation: Kulm ...

7 Die Vorgeschichte
7.1 West Jersey
7.2 Royal Charter des Jahres 1682
7.3 Holy Experiment
7.3.1 Conventicle Act
7.3.2 The Great Case of Liberty of Conscience
7.3.3 The Great Treaty
7.4 Werbung für die zu planende Stadt
7.4.1 Some Account
7.4.2 Certain Conditions
7.5 Die Suche nach einem geeigneten Gebiet
7.5.1 Penns Instruktionen
7.5.2 Vor- und Nachteile des ausgewühlten Gebietes
7.5.3 Die Namensgebung

8 Pläne fUr Philadelphia
8.1 Green Country Town
8.2 A Portraiture of Philadelphia
8.2.1 Ein Vergleich
8.3 Gründe für Holmes Anderungen
8.4 Liberty Lands
8.5 Das Schachbrettmuster und Philadelphia

9 Die ideale Stadt in der Renaissance
9.1 Leon Battista Alberti
9.2 Antonio di Pietro Averlino gen. Filarete
9.3 Francesco di Giorgio Martini
9.4 Pietro Cataneo
9.5 Thomas Morus
9.6 Albrecht Dürer
9.7 Simon Stevin
9.8 Jacques Perret

10 Stadtplanung in der Renaissance
10.1 Virty-le-Francois
10.2 Palmanova
10.3 Freudenstadt
10.3.1 Heinrich Schickhardt
10.4 Mannheim
10.5 Stadtplanung im Ostseereich
10.5.1 Kristianstad
10.5.2 Kalmar
10.6 William Penn
10.7 Thomas Holme
10.8 Das große Feuer von 1666
10.8.1 Marcus Willemsz Doornicks Plan
10.8.2 Richard Newcourts Plan
10.8.3 London und Philadelphia
10.9 Die Provinz Ulster
10.9.1 Pacata Hibernia
10.9.2 Londonderry
10.10Willemstad

11 Anspruch und Wirklichkeit
11.1 Philadelphia im Jahre 1762
11.2 Philadelphia im Jahre 1794
11.2.1 Benjamin Eastburn und der Plan von 1774
11.3 Philadelphia im Jahre 2003

12 Das Vorbild Philadelphia
12.1 Savannah
12.2 Jefferson

13 Philadelphia in der Tradition der idealen Stadt
13.1 Die Vorstellungen Platons
13.2 Die ideale Stadt in der Renaissance und Philadelphia
13.2.1 Utopia

14 Schlussbetrachtung

Abbildungsverzeichnis

2.1 Plan von Kahun

2.2 Plan von Mohenjo-daro

2.3 Plan von Babylon

3.1 Plan von Megara Hyblae

3.2 Plan von Milet

4.1 Plan von Mazabotto

4.2 Römisches Militärlager nach Machiavalli

4.3 Cmturmtwn und Groma

4.1 Plan von Timgad

5.1 Die Idealst adt Atlantis

5.2 Diagramm der Winde nach Vitruv

6.1 Plan von Chichester: Romische und sächsische Anlage

6.2 Plan von Mont pazier

6.3 Plan von Kulm

7.1 The Great Treaty

7.2 Die topographische Lage Philadelphias

8.1 William Penns Plan lur Philadelphia

8.2 A Portraiture of Philadelphia

8.3 Liberty Lands

9.1 Die Idealst adt Slorzinda

9.2 Radialstadt nach Martini

9.3 Bergstadt nach Martini

9.1 Stadt im Schachbrettmuster nach Martini

9.5 Idealstadt nach Cataneo

9.6 Die utopische Stadt Amaiirotuni

9.7 Idealsladt nach I Mirer

9.8 Idealst adl nach Stevie

9.9 Idealst adl nach Ferret

10.1 Plan von Vitry - le - Frangois

10.2 Plan von Palmanova

10.3 Erster Vorschlag für Freudenstadt

10.4 Endgültiger Plan für Freudenstadt

10.5 Plan von Mannheim

10.6 Plan von Kristianstad

10.7 Plan von Kalmar

10.8 William Penn: Der Gründer Philadelphias

10.9 London vordem Feuer von 1666

10.10Doornicks Plan für den Wiederaufbau Londons

10.11Newcourts Plan für den Wiederaufbau Londons

10.12Regionalplan für die Provinz Ulster

10.13Plan von Londonderry

10.14Plan von Willemstad

11.1 Philadelphia im Jahre 1762

11.2 Philadelphia im Jahre 1794

11.3 Philadelphia im Jahre 1774

11.4 Philadelphia im Jahre 2003

12.1 Plan von Savannah

12.2 Plan von Jefferson

11.1 Modell für die Umgestaltung Philadelphias

Kapitel 1

1. Einleitung

Als Stadtgrundriss wird die räumliche Organisation der Stadt bezeichnet. Er ist die Aufteilung in den Öffentlichen Erschlies­sungsraum und in die mit unterschiedlicher Nutzung belegten Baufelder. Da dieser Grundriss, wenn er einmal festgelegt wur­de, von extremer Langlebigkeit ist, stellt er eine Art gezeich­netes Geschichtsbuch dar. In ihm sind alle Informationen zur Grändung, zum Wachstum und Wandel in einer Stadt enthal­ten. Im Stadtgrundriss lasst sich die Grändungsidee einer Stadt ablesen. (Hümpert, 1997, S. 66)

Mit diesen Worten verdeutlicht Klaus Humpert in seinem Werk Einführung in den Städtebau die Bedeutung des Stadtgrundrisses als historische Quelle. Im Falle der vorliegenden Arbeit ist diese historische Quelle die von William Penn im Jahre 1683 gegrändete Stadt Philadelphia, die nach dem Wunsch ihres Grändungsvaters als Verkorperung von Menschlichkeit und Toleranz, vor allem in religioäsen Dingen, als strahlendes Beispiel in die Geschichte eingehen sollte.

Ziel meiner Arbeit ist es, den Grändungsplan Philadelphias, in die Ge­schichte der Stadtplanung einzuordnen und die von Philadelphia ausgehende Bedeutung fär die weitere Entwicklung des Städtebaus auf dem nordameri­kanischen Kontinent zu verdeutlichen. Das besondere Augenmerk soll hierbei der schachbrettartigen Anlage des Philadelphia-Plans gelten, um aufzuzei­gen, wo die Wurzeln dieses Elementes in der Geschichte der Stadtplanung zu finden sind und inwiefern dieses Element im Laufe der Zeit von verschie­denen Zivilisationen bei der Errichtung neuer Städte, in den meisten Fällen

Kolonialstädte, adaptiert wurde. Des Weiteren soll aufgezeigt werden, in­wiefern sich der Plan fär Philadelphia im Laufe der Zeit verändert hat bzw. aktiv modifiziert wurde. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht aber die Fra­ge, wieso der finale Plan fär Philadelphia die in Abschnitt 8.2 aufgefährten Merkmale hat. Oder in anderen Worten: Welche städteplanerischen Vorbil­der haben William Penn und Thomas Holme dazu bewogen, Philadelphia auf die Art und Weise zu planen, die so vorbildlich fär die weitere Entwick­lung der Stadtplanung auf dem nordamerikanischen Kontinent sein sollte? An dieser Stelle sei nur soviel erwähnt: Die Garnisonsstädte Irlands stellen eine wichtige Quelle dar. Dies wiederum ist paradox, da William Penn ein ausgewiesener Pazifist war, der diese Grundhaltung auch in seiner Konzep­tion fär die Grändung der Kolonie Pennsylvania verankerte (vgl. Abschnitt 7.3).

1.1 Grundlegende Gedanken zur Stadtplanung

Da es sich bei Philadelphia, wie bereits erwähnt, um eine neu gegründete Stadt handelte, sollen zunaächst grundlegende Aspekte der Stadtplanung ge­klärt werden. Die Anlage eines durchdachten Plans fär die Neugrändung ei­ner Stadt muss als hohe Kunst und gleichzeitig als enorme Herausforderung angesehen werden. Der Planer muss nämlich bei der Verwirklichung seines Konzepts auf viele verschiedene Dinge Rücksicht nehmen. Zum einen ist es wichtig, dass die Stadt ein durchdachtes Netz von Straßen und Verkehrswe­gen aller Art aufweist, um innerhalb der Stadt effizient kommunizieren zu koännen. Weiterhin sollte der Planer eine freundliche Wohnumgebung schaf­fen, indem er z. B. ausreichend Raum zur Erholung in Form von öffentlichen Parks bereitstellt, eine zu hohe Gebäudedichte vermeidet und schließlich Hy­gieneeinrichtungen bereit stellt. Durch eine durchdachte Zonierung, die Han­del und Wohnbezirke trennt und durch die Fäorderung kultureller Zentren, kann sich eine Stadt in gesunden Bahnen entwickeln und seinen Bewohnern zu einem Ort der Geborgenheit werden. (Adams, 1998, S. 25-26) Allen ge­planten Stäadten der Geschichte, einschließlich Philadelphia, ist ein Element gemeinsam, naämlich geometrische Formen, meistens in Form der geraden Linie. Eine Gerade ist gleichsam der Ausdruck fär zivilisiertes Leben, ganz im Gegensatz zur Unfahigkeit des Barbaren, eine Ordnung in der Anlage seiner Siedlungen zu erreichen. (Hayerfield, 1913, S. 14) Eine planmaßige

Stadt ist also immer auch Manifest einer gesamten Zivilisation und soll da­durch die Fortschrittlichkeit eines Volkes in der täglichen Umgebung, der Stadt, aufzeigen. Der Architekt Edmund N. Bacon dräckt sich diesbezäglich folgendermaßen aus:

The building of cities is one of man’s greatest achievements.

The form of his city always has been and always will be a pitiless indicator of the state of his civilization. This form is determined by the people who live in the city . In certain circumstances these decisions have interacted to produce a force of such clarity and form that a noble city has been born. (Bacon, 1974, S. 13)

1.2 Das Schachbrettmuster: Fünf Voraussetzungen nach Stanislawski

Da im Folgenden immer wieder das Stichwort „Schachbrettmuster“ fallen wird, erscheint es mir angebracht an dieser Stelle die von Dan Stanislawski erarbeiteten Voraussetzungen fär dieses Planungselement darzulegen. Sta­nislawski nennt fuänf Voraussetzungen: Erstens ist das Schachbrettmuster nur moäglich, wenn es sich entweder um eine Stadtneugruändung oder um eine Stadterweiterung in einem vorher unbesiedelten Gebiet handelt. Der Planer geht dabei von einem geordneten Gesamtkonzept fär die Stadt aus. Zweitens ist eine zentrale Gewalt vonnöten, die in der Lage ist, das Schach­brettmuster durchsetzen. Drittens handelt es sich bei Stadtneugruändungen im Schachbrettmuster oftmals um Kolonien, die auf Betreiben der Mutter­macht ins Leben gerufen wurden. Als vierte Voraussetzung nennt Stanislaw­ski den Wunsch der zukänftigen Bewohner der Stadt, die Grundstäcke der Groäße nach genau einzuteilen. Die letzte Voraussetzung ist ebenso wichtig wie trivial: Der Planer muss das Schachbrettmuster als Ausdrucksform der Stadtplanung kennen. (Stanislawski, 1946, S. 108)

Inwiefern diese Voraussetzungen im Fall von Philadelphia gegeben waren, wird sich zum einen in dem Kapitel klaären, dass sich mit den geschichtlichen Hintergränden der Zeit befasst und zum andern in Abschnitt 8.5 explizit gekläart werden.

1.3 Methodik

Der in dieser Arbeit verfolgten Darstellungsweise der Stadtplanungsgeschich­te kann man sicherlich vorwerfen, auf den europäischen Kontinent fixiert zu sein. Ein Widerspruch meinerseits bleibt in diesem Punkt aus, da mir durchaus bewusst ist, dass die geplante Stadt und das Schachbrettmuster der Straßen auch in anderen Teilen der Welt anzutreffen sind und in der Vergangenheit anzutreffen waren.[1] Meine Arbeit befasst sich aber mit der Übertragung europäischer Stadtformen auf den nordamerikanischen Konti­nent bzw. geht der Frage nach, inwiefern die Gränderväter Philadelphias von den stadtplanerischen Modellen Europas beeinflusst wurden. Im Rah­men dieser Arbeit sollen also vor allem diejenigen Städte naher beleuchtet werden, die aufgrund ihrer Anlage als besonders gelungen gelten käonnen und fär die Entwicklung des Schachbrettmusters wichtig waren, weshalb sie in der Stadtplanungsgeschichte eine exponierte Stellung einnehmen.

Zu Beginn meiner Arbeit steht eine Untersuchung der ersten geplanten Städte der Menschheit. Dies erschein mir deshalb sinnvoll, um zu zeigen, dass das Schachbrettmuster seit der Zeit, in der sich Menschen in groäßeren Siedlungen niederließen, ein wichtiges Planungselement war. Im Anschluss wird der Versuch unternommen, die Stadtplanung in Europa seit dem Anti­ken Griechenland bis zum Ende des Mittelalters darzulegen (vgl. Kapitel 3 - 6), ehe ab dem 7. Kapitel die Frage nach den geschichtlichen Hintergründen im Zusammenhang mit der geplanten Stadt Philadelphia (inklusive einer Darlegung des finalen Plans) im Mittelpunkt stehen.

Im verbleibenden Teil der Arbeit schließlich wird der finale Plan in den geschichtlichen Rahmen eingeordnet (vgl. Kapitel 7 und 8). Im Fall von Phil­adelphia war dieser Rahmen die Renaissance - die aus der Sicht der Stadt­planung wohl fruchtbarsten Epoche uäberhaupt. Dabei sollen aber nicht nur die tatsächlich erbauten Städte des 10. Kapitels Erwähnung finden, sondern auch die wichtigsten Theoretiker (vgl. Kapitel 9), da diese durch ihr Schaffen einen immensen Beitrag zur Entwicklung der Stadtplanung leisteten.

Zum Schluss wird gekläart werden, in welchen Bahnen sich Philadelphia nach der Grändung (1683) in den folgenden Jahrhunderten bis zur Gegen­wart entwickelt hat und welche stadtplanerischen Impulse dadurch auf den nordamerikanischen Kontinent ausgesandt wurden.

1.4 Motivation

Bleibt noch die Frage zu klaren, weshalb ich gerade Philadelphia zum Ge­genstand meiner Zulassungsarbeit erkoren habe. Neben der Tatsache, dass Philadelphia eine der ersten Städte im strikten Schachbrettmuster auf dem nordamerikanischen Kontinent war und zudem noch enorme Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Stadtplanungsgeschichte hatte, ist vor allem mein einjahriges Studium in den Staaten zu nennen. Da es mir vergännt war, zahlreiche Städte in den USA kennen zu lernen, und ich die grundsätzlichen Unterschiede zwischen europaischen und amerikanischen Städten sehr si­gnifikant fand, wuchs in mir das Bestreben, mich eingehender mit den ge­planten Städten des Landes, im besonderen Philadelphia aufgrund seiner quasi-Vorreiterrolle, auseinander zu setzen.

Kapitel 2

2. Das Vorspiel

Es wird oftmals der falsche Eindruck vermittelt, das antike Griechenland und die Figur des Hippodamus von Milet (vgl. Abschnitt 3.3.1) seien ge­wissermaßen die Erfinder der schachbrettartigen, planmaßigen Anlage von Stadtgründungen. Ganz abgesehen davon, dass dies nicht den Tatsachen ent­spricht, ware es vermessen zu behaupten, dass irgendeine Zivilisation als der Erfinder des Schachbrettmusters gelten kann: Dafür ist dieses Straßenmus­ter einfach zu nahe liegend, wenn die genaue Einteilung von Baublöcken und Grundstücken im Vordergrund steht. Der Beitrag der Griechen für die Ge­schichte der Stadtplanung war trotzdem enorm und wird dementsprechend im nüchsten Kapitel ausgiebig behandelt werden. Nichtsdestotrotz gab es bereits vor den Griechen Beispiele für die planmaßige Anlage von Stüdten. Einige dieser Stüdte sollen in den folgenden Abschnitten naher erlüutert werden.

2.1 Kahun

Die Siedlung Kahun, im heutigen Agypten gelegen, wurde ca. 2500 v. Chr. gegründet und diente dazu, die an der Pyramide in Illahun arbeitenden Sklaven zu beherbergen. Die gesamte Siedlung wies eine Grundflache von nur 20 Ackern auf. (Korn, 1953, S. 18) Von der ursprünglichen Siedlung ist nur der Teil im Norden erhalten, der Rest ist durch einen Hangrutsch zerstort worden. (Hofrichter, 1995, S. 25) Gerade die geringe Große der Siedlung hat einige Autoren, unter ihnen F. Haverfield, zu der Überzeugung gebracht, Kahun nicht als echte geplante Stadt anzusehen. (Haverfield, 1913, S. 19)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Plan von Kahun

Nichtsdestotrotz lasst der Plan von Kahun (Abbildung 2.1)[2] ganz klar eine regelmäßige Anlage der Straßen erkennen. Die Straßen waren mit ei­ner Breite von bis zu sechs Metern relativ großzägig geplant. Deutlich ist auch die zweiteilige Struktur der Siedlung zu erkennen: Im Osten waren die Unterkänfte der Verwaltungsbeamten und reicheren Personen zu finden, während im Westen, sichtbar durch eine Mauer getrennt, die Behausungen der Sklaven angelegt waren. (Zucker, 1959, S. 24) In diesem Bereich wei­sen die Gebaude eine Nord-Säd Orientierung auf. Auf diese Weise entstehen Straßen, die von Osten nach Westen verlaufen. Im Osten der Stadt allerdings verlaufen die Straßen aufgrund der besseren Durchläftung von Norden nach Säden. (Hofrichter, 1995, S. 26) Am Ende der Hauptverkehrsstraße lasst sich ein offener Platz identifizieren. Es ist jedoch nicht mäglich, diesem Platz eine Bedeutung im Gesamtkonzept zuzuweisen, da er keinerlei Aufgabe zu erfällen hatte. (Zucker, 1959, S. 24)

2.2 Mohenjo-daro

Die im heutigen Indien gelegene Stadt Mohenjo-daro gilt als eine der ältesten geplanten Städte der Menschheit. Ausgrabungen haben bewiesen, dass die Stadt bereits 2500 Jahre v. Christus, also in etwa zur selben Zeit wie Kahun, gegründet worden ist (Zucker, 1959, S. 20) und ein Gebiet von ca. zwei Quadratkilometern umfasste. Ausgrabungen haben eine sehr gut erhaltene Stadt zu Tage treten lassen, die hüchstwahrscheinlich aufgrund periodisch auftretender Überschwemmungen des Indus von den damaligen Bewohnern aufgegeben werden musste. (Mackay, 1938, S. 12-17)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.2: Plan von Mohenjo-daro

Der vorliegende Ausschnitt (Abbildung 2.2)[3] aus dem Stadtinneren, der aus Ausgrabungen gewonnen wurde, lüsst deutlich die geradlinige Ausrich­tung der Straßen, die sich im rechten Winkel schneiden, erkennen. Auch wenn die Anlage der Gebaude nicht ganz planmüßig ist, so ist die Geradli­nigkeit der Straßen für die damalige Zeit sehr erstaunlich und lüsst bei einer Gesamtbetrachtung der Stadt aus der Vogelperspektive eine schachbrett­artige Anlage der Straße erahnen. Die Planung der Stadt wurde übrigens dadurch erleichtert, dass die Siedlung auf einer unbewachsenen Schwemm­flüche gegründet wurde. Eine Tatsache, die sich für die weitere Entwicklung der Stadt noch als fatal herausstellen sollte. In der Stadt selbst haben wahr­scheinlich strenge Bauvorschriften geherrscht, da keines der Hauser in die Straßen hineinragte. Das gesamte Straßennetz ist zum einen von Norden nach Süden und zum anderen von Osten nach Westen ausgerichtet worden. Dies hatte den Vorteil, dass der von Norden nach Süden wehende Wind ent­lang der Hauptstraßen, die zum Teil 800m lang waren, die Stickluft aus den kleineren Seitengassen heraussaugen konnte. Ob dieser Effekt dabei von den Erbauern vorgesehen wurde, ist unklar. (Mackay, 1938, S. 22-24)

2.3 Babylon

Zu einer der wichtigsten Städte Mesopotamiens entwickelte sich Babylon unter der Herrschaft von Nebukadnezar II. (605-562 v. Chr.). Das wichtigste literarische Zeugnis über diese Stadt ist uns von Herodot überliefert worden. Einer sehr detaillierten Beschreibung des Geschichtsschreibers zufolge, sei Babylon als exaktes Quadrat angelegt worden, wobei die Stadt einen Umfang von 55 Meilen gehabt haben und von einer krüftigen Stadtmauer, mit 100 eingelassenen Toren, umschlossen gewesen sein soll. (Korn, 1953, S. 22) Zur Anlage der Straßen hat Herodot das Folgende zu sagen:

The city itself is full of houses, three or four storeys high; and the ways which traverse it - and those that run crosswise towards the river, and the rest - are all straight. Further, at the end of each road there was a gate in the riverside fence, one gate for each alley; these gates also were of bronzem and these too opened on the river. (Herodotus, 1921, S. 180)

Ob alle Angaben Herodots allerdings der Richtigkeit entsprechen bleibt zwei­felhaft. So hütte die Stadt ein Gebiet von fast 200 Quadratmeilen einge­nommen. Wenn man sich vor Augen hült, dass London zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Gebiet von nur 130 Quadratmeilen eingenommen hat, ist Skepsis geboten. Diese und andere Ungereimtheiten ergeben sich aber vor allem dadurch, dass Herodot, der Babylon zwar besucht hat, sich vor allem auf sein Gedüchtnis und die Beschreibungen anderer Reisender verlassen musste. (Haverfield, 1913, S.22) Aufschluss über das tatsüchliche Ausse­hen der Stadt können in diesem Zusammenhang nur die Uberreste aus der Vergangenheit geben.

Wie aus dem Ubersichtsplan (Abbildung 2.3)[4] zu erkennen ist, wurde die schachbrettartige Anlage der Straßen nicht auf das gesamte Stadtgebiet angewandt und ebenso wenig ist ein zentraler Platz anzutreffen, weder im Mittelpunkt der Stadt noch sonst irgendwo im Stadtbezirk. Auch im Bezug auf die Komposition der Stadt muss man konstatieren, dass diese schlicht­weg nicht vorhanden war. Die üffentlichen Gebaude wurden in keiner Weise aufeinander abgestimmt, so dass es schwer fallen dürfte, Babylon als eine geplante Stadt im eigentlichen Sinn anzusehen. (Kostof, 1992, S. 104)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.3: Plan von Babylon

Man muss trotzdem festhalten, dass Babylon vor allem deshalb für die Stadtgeschichte von Bedeutung ist, da etliche Errungenschaften einer zivili­sierten Gesellschaft in die Stadtgründung eingeflossen sind: Von der Fahigkeit die Stadt durch eine Mauer zu schützen, den Raum im Innern zu bemessen und einzuteilen, hin zur geradlinigen Ausrichtung der wichtigsten Straßen. (Delfante, 1999, S. 30)

Was allen bis hierhin erwühnten Stüdten oder Siedlungen gemeinsam ist, oder besser gesagt, was ihnen fehlt, ist ein für die Gemeinschaft Bedeutung tragender zentraler, üffentlicher Platz. Dies lüsst sich dadurch erklaren, dass keine der erwühnten Zivilisationen ein wie auch immer geartetes Mitspra­cherecht seinen Bewohnern gewüahrte. Aus diesem Grund war ein oüffentlicher Versammlungsraum im Freien nicht notwendig. Die Notwendigkeit eines zen­tralen Platzes sollte sich erst in der Wiege der Demokratie, im antiken Grie­chenland, entwickeln. (Zucker, 1959, S. 19)

Kapitel 3

Stadtplanung im antiken Griechenland

Die Stadtplanung im antiken Griechenland ist nicht im luftleeren Raum ent­standen, sondern hat sich an Vorbildern orientiert, die aufgrund des Kon­takts mit anderen Kulturen bekannt waren. Der Nahe Osten war dabei einer der wichtigsten und einflussreichsten Quellen, derer sich die Griechen bedien­ten konnten. Zwischen den beiden Kulturkreisen herrschten rege Handels­kontakte, was zwangslaufig zum Austausch von neuen Erkenntnissen, z.B. in der Stadtplanung, führen musste. (Ownes, 1991, S. 31) Allerdings war es den griechischen Architekten nicht veronnt, die neuen Impulse für die Stadt­planung in die Tat umzusetzen und weiterzuentwickeln, da es ungeschickt gewesen ware und auch nicht notwendig war, auf dem griechischen Fest­land neue Stüdte zu gründen. Erst durch wachsenden Bevülkerungsdruck sahen sich die Griechen gezwungen, ihr angestammtes Gebiet zu verlassen, um eigene Kolonien zu gründen. Diese Kolonien boten dann den erhofften Spielraum für die Stadteplaner, ihre Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Dass es den Griechen überhaupt müglich war, eigene Kolonien zu gründen, lag vor allem daran, dass sie hervorragende Kenntnisse in der Seefahrt besa­ßen und außerdem sehr erfolgreiche Handler waren. (Ward-Perkins, 1974, S. 11)

3.1 Stadttypen des antiken Griechenlands

Die Städte im antiken Griechenland können aufgrund ihres Ursprungs in die folgenden drei Stadttypen eingeteilt werden: Mutterstädte; Städte, die fär spezielle Zwecke gegröndet wurden und Kolonialstädte. Die Mutterstadte, z.B. Athen, kännen als ungeplante bzw. gewachsene Städte bezeichnet wer­den. Zwar waren die äffentlichen Gebäude im Zentrum der Stadt anzutreffen, der Marktplatz allerdings war der Form nach, genau wie das Straßennetz, unregelmäßig. Die Straßen orientierten sich vielmehr an der jeweiligen Topo­graphie in den verschiedenen Bezirken, weswegen keine Hierarchie des Stra­ßennetzes nachgewiesen werden kann. Die zweite Gruppe von griechischen Städten (z.B. Olympia) waren diejenigen, die fär spezielle Zwecke gegrändet wurden: Zum einen, um den religioäsen Beduärfnissen der Menschen gerecht zu werden, zum anderen, um in periodischen Abständen Einheit stiftende Feierlichkeiten abhalten zu können. Die Straßen und Gebäude dieser Stadte lassen ebenso keine regelmäaßige und geplante Anordnung erkennen. Dabei ist unklar, ob die mangelnde Planung am fehlenden Elan der Stadterbauer gelegen hat, oder ob die religiosen Führer auf eine phantasievolle Planung keinen Wert legten. Die letzte und fär die Stadtplanungsgeschichte wichtigs­te Gruppe von griechischen Stäadten waren die sog. Kolonialstaädte, deren Anfang im Zeitraum vom funften bis vierten Jahrhundert v. Chr. zu finden ist. Diese Stadtgrändungen, z.B. Priene, zeichneten sich vor allem durch die regelmäßige Anlage der Straßen und Gebäude aus und kännen damit als geplante Städte angesehen werden. Das Schachbrettmuster war dabei das wichtigste Gestaltungselement, das diese Stadte auszeichnete. (Cavaglieri, 1949a, S. 45-52)

3.2 Die Anfänge griechischer Stadtplanung: Me- gara Hyblaea

Die ersten griechischen Kolonien, deren Mutterstädte in Kleinasien zu fin­den waren, entstanden bereits im achten Jahrhundert v. Chr. und siedelten sich zum einen an der Käste Siziliens und zum anderen im Säden Italiens an. (Stambaügh, 1988, S. 243) Dort fanden die Stadtplaner weitaus besse­re Bedingungen vor, als dies im heimatlichen Griechenland der Fall war: In Sizilien gab es Sandstrände und große Freiflächen, die direkt an die Käste anschlossen - ideale Bedingungen, um neue Kolonien anzulegen. (Kostof, 1992, S. 105) Diese Kolonien sind unter dem Namen Magna Graecia in die Geschichte eingegangen. (Stambaügh, 1988, S. 243) Eine dieser Koloni­en wurde unter dem Namen Megara Hyblaea bekannt. Diese Stadt wurde im Jahre 753 v. Chr. im Südosten Siziliens gegründet. Die Lage der Stadt bot neben der Tatsache, dass sie von einem kleinen Tal umgeben war und auf einer kleinen Landzunge situiert war, vor allem den Vorteil, dass im Hinterland fruchtbare Büden für die Bewirtschaftung existierten. (Ward- Perkins, 1974, S. 23)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.1: Plan von Megara Hyblae

Wie aus dem Plan (Abbildung 3.1)[5] ersichtlich wird, sind die Straßen ge­radlinig angelegt und schneiden sich, wenn auch nur im westlichen Teil, im rechten Winkel. Der Marktplatz, die Agora, lüsst sich im relativen Zentrum finden und ühnelt durch die ihn umgebenden Straßen einem Trapez. Um den Marktplatz gruppiert sind Gebüude der Verwaltung und die Tempelanlage. Die durch das Straßennetz entstehenden Grundstücke sind nicht blockartig, sondern streifenfoürmig. Auf den Streifen ist eine relativ unregelmüaßige Be­bauung zu erkennen. Diese Tatsache und die nicht ganz identische Anlage der Straßen kann vor allem dadurch erklüart werden, dass das Straßennetz erst nachtrüglich in den bestehenden Siedlungskürper eingefügt worden ist.

Die geschah höchstwahrscheinlich in der zweiten Hälfte des siebten Jahrhun­derts. (Ward-Perkins, 1974, S. 23) Die eigentliche Bedeutung von Megara Hyblaea besteht darin, dass öffentliche, religiöse und private Bereiche zu einem eine Einheit stiftenden Ganzem zusammengeföhrt wurden. Des wei­teren weist der Stadtplan eine Hierarchie der Straßen auf und lasst durch die Anordnung die bereits erwähnte streifenartige Grundstöcksform erken­nen. (Ownes, 1991, S. 39-40) Allerdings sollte klar sein, dass es sich bei der Anlage der Stadt um kein Schachbrettmuster im eigentlichen Sinne gehan­delt hat. Dieses Ausdruckselement der Stadtplanung sollte erst wahrend der klassischen Periode seinen Durchbruch erlangen.

3.3 Stadtplanung im klassischen Zeitalter: Milet

Milet wurde im persischen Krieg des Jahres 494 v. Chr. fast vollkommen zerstört und ab dem Jahre 479 v. Chr. unter der Mitarbeit von Hippodamus wieder aufgebaut. (von Gerkan, 1924, S. 11)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.2: Plan von Milet

Aus der vorliegenden Abbildung (Abbildung 3.2)[6] soll nicht der Ein-

druck entstehen, dass alle Straßen dieselbe Größe hatten. Stattdessen gab es in Milet einige wenige Hauptstraßen, die zwischen 5m und 10m breit wa­ren, wöhrend die Seitenstraßen nur zwischen 3m und 5m breit waren. Die Hauptstraßen dienten dazu, die Stadt in parallele Streifen von 50 bis 300m zu unterteilen. Auf diesen Streifen entstanden die eigentlichen Baublöcke, die wiederum von den im rechten Winkel verlaufenden Querstraßen in einem Abstand von 30 bis 35m durchbrochen wurden. (Liohtenberger, 2002, S. 15) Anhand des Plans för Milet lassen sich die Charakteristika der Stadtpla­nung, mit der Hippodamus in Verbindung gebracht werden, verdeutlichen. Erstens zielte der Plan darauf ab, die unterschiedlichen Bezirke der Stadt in einer kompakten Stadt zu verbinden, damit kein Bereich der Stadt einen anderen an Bedeutung öbertreffen konnte. Weiterhin geht die Planung von Milet von mathematischen Prinzipien aus, die gleich große Blöocke entste­hen lösst, die dann wiederum untergliedert werden konnten. Genau hier ist die entscheidende Neuerung im Vergleich zur fröheren Stadtplanung in den Kolonien zu sehen. In diesen Kolonien war in der Regel eine streifenförmige Grundstuöcksanlage zu beobachten. Diese Streifen wurden dann von privaten Unternehmungen nach deren Vorstellungen gestaltet. Von einer uniformen Entwicklung konnte also keine Rede sein. In der klassischen Periode stand aber gerade eine uniforme Entwicklung im Mittelpunkt: Es ging darum, gleich große Grundstöcke zu verteilen. Dadurch sollte ein gewisses Maß an Gleichheit und Fairness erreicht werden. Diese Ziele konnten aber nur er­reicht werden, wenn die Straßen so exakt wie möglich verliefen und gleich große Bloöcke entstehen ließen. Als weiteres Merkmal der hippodamischen Bauweise ist die Anordnung der öffentlichen Geböude zu nennen, wobei die wichtigen Bauwerke in das System der Straßen eingebunden worden sind. (Ownes, 1991, S. 48-61) Besonders wichtig ist dabei, dass eine funktionale Trennung zwischen Gebäuden für religiose, kommerzielle und verwaltungs­technische Zwecke gegeben war. All diese Bauten stehen aber auch in direk­ter Beziehung zum Hafen. (Ward-Perkins, 1974, S. 14)

3.3.1 Hippodamus von Milet

Der wöhrend der perikleischen Zeit lebende und in Milet um das Jahr 500 v. Chr. geborene Hippodamus wird als Vater der planmaößigen Anlage von Stödten im Schachbrettmuster angesehen. Auch wenn es als gesichert gel­ten kann, dass er die Planung von Turin (443 v. Chr.) und Piraus (479 v. Chr.) leitete (Martienssen, 1964, S. 25), und an dem Wiederaufbau von Milet beteiligt war, kann Hippodamus nicht als Erfinder der schach­brettartigen Anlage von Stadten angesehenen werden, wie anhand des 2. Kapitels deutlich geworden sein sollte. Obwohl Hippodamus in Milet gebo­ren wurde, verbrachte er wohl die meiste Zeit seines Lebens in Athen, wo ihm auch das Bürgerrecht erteilt wurde. (Fabrioiüs, 1913, S. 1731) Die be­sondere Bedeutung dieses Architekten ergibt sich vor allem dadurch, dass Hippodamus seine Plane gewissermaßen auf dem Reißbrett nach einer geo­metrischen Formel plante und erst spüter den eigentlichen topographischen Bedingungen anpasste, wührend die meisten Architekten seiner Zeit erst die Rahmenbedingungen betrachten, ehe sie mit der eigentlichen Planung be­gannen. (Kostof, 1992, S. 127) Die Nachwelt wurde vor allem durch die Schriften des Aristoteles auf die Figur des Hippodamus aufmerksam. Die erste namentliche Erwahnung erfolgt in Aristoteles Politik:

Hippodamus aber, der Sohn des Euryphon, aus Milet -- der die Abteilung der Stadte erfand und den Piraus durchschnitt [...]

-- dieser Hippodamus also war der erste, der, ohne praktischer Staatsmann zu sein, es unternahm, etwas über die beste Staats­verfassung zu sagen. (Aristoteles, 1995, S. 54)

Neben seiner Arbeit als Architekt betatigte sich Hippodamus also auch als politischer Theoretiker. Für den idealen Staat sah er eine Grüße von 10.000 Bürgern vor und teilte seine Bürgerschaft in die folgenden drei Grup­pen ein: Handwerker, Bauern und Krieger. Eine Dreiteilung fordert er auch für die Verteilung des Bodens, der nach seinen Vorstellungen in heiligen, üffentlichen und privaten Besitz untergliedert werden sollte. (Aristoteles, 1995, S. 54) Zwar haben seine Gedanken zum idealen Staat nie viel Auf­merksamkeit erhalten, seine Ideen für die Stadtplanung fanden aber umso mehr Interesse.

Die Anlage der Privathüauser gilt als geschmackvoller und den sonstigen praktischen Rucksichten entsprechender, wenn sie geradlinig ist und der neueren, hippodamischen Bauart folgt. (Aristoteles, 1995, S. 261)

Was die „hippodamische Bauart“ im Einzelnem auszeichnet, sollte aus dem Abschnitt, der sich mit Milet befasst hat, deutlich geworden sein.

Kapitel 4

Stadtplanung im Alten Rom

Es ist unbestritten, dass die Stadtplanung im alten Rom sowohl von den Griechen als auch von den Etruskern beeinflusst worden ist. So kamen die drei Zivilisationen zum Teil zur selben Zeit in direkten Kontakt, wodurch es teilweise schwierig ist, die tatsächliche Bedeutung römischer Planung in die Stadtgeschichte einzuordnen. (Ownes, 1991, S. 95-96) Wie schon im antiken Griechenland boten erst die Kolonien die Möglichkeit, neue Stadte zu gruänden. Erstaunlicherweise spielten dabei auch religiäose Rituale, die höchstwahrscheinlich aus dem Kontakt mit den Etruskern äbernommen wur­den, eine wichtige Rolle. So mussten zum Beispiel die Instrumente der Land­vermesser durch einen Priester geweiht worden sein, bevor die eigentliche Vermessung beginnen konnte. Bei der Anlage der neuen Siedlung wurde eine als Umriss dienende symbolische Furche, die sog. sulcus primigenius, gezogen. Dort, wo spater die Tore der Siedlung vorgesehen waren, wurde der Pflug angehoben. Dieser Pflug musste dabei aus Bronze sein und von je einem mannlichen und einem weiblichen Ochsen gezogen werden - genau so, wie dies aus der Überlieferung von Romulus, einem der beiden Gränder Roms, gesagt wird. Allerdings sollte klar sein, dass dieses Ritual keinerlei Einfluss auf den eigentlichen Plan der Stadt hatte oder auf die Wahl des Gebietes, auf dem die Siedlung entstehen sollte. Dies war näamlich schon im Voraus festgelegt worden. Nichtsdestotrotz wurde die symbolische Abste­ckung der Stadtgrenze als wichtig erachtet, da das Innere gleichsam gehei­ligt wurde, weswegen es auch nicht gestattet war, in der Stadt die Toten zu begraben. (Ward-Perkins, 1974, S. 39)

4.1 Stadttypen des römischen Reiches

Im Allgemeinen können die Städte des römischen Reiches, genau wie die Städte des antiken Griechenlandes in drei Gruppen eingeteilt werden: unge- plante Städte; von anderen zivilisierten Völkern eroberte Städte und Städte, die mit Militärkamps in Verbindung gebracht werden kännen. Bei der ers­ten Gruppe handelt es sich um Städte, die ohne vorherige Planung und ohne erkennbare planmaßige Straßenanlage im Lauf der Zeit gewachsen wa­ren. Nichtsdestotrotz zeichnen sich diese Stadte durch Zonen aus, die jeweils einen eigenen Charakter hatten. So existierten reine Wohnbezirke fär die gehobenen Schichten oder Bezirke speziell fär den Handel und die Lagerung von Waren (z.B. Rom). Trotz zum Teil extremer Bevälkerungsdichte in­nerhalb der Stadt ist in den Geschichtsbuächern des roämischen Reiches kein einziger Vermerk äber eine Epidemie anzutreffen. Dies war einerseits den strikten Bauvorschriften und anderseits einem fär die damalige Zeit hervor­ragendem Abwassersystem zu verdanken. Die zweite Gruppe sind diejenigen Städte, die von den Rämern erobert worden waren und dann in das Reich integriert wurden (z.B. Pompeji). Dabei wurden dann die Stadtplanungs­prinzipien auf die eroberten Städte angewandt: Bei etwaigen Stadterweite­rungen wurde die schabrettartige Anlage der Straßen, bekannt durch die Befestigung römischer Camps (vgl. Abschnitt 4.3), im Anschluss an den alten Stadtkern fortgefuhrt. Außerdem wurden diese Städte zum Teil neu zoniert, um eine klarere Trennung der einzelnen Bezirke zu erlangen. Die letzte Gruppe, die für die Geschichte der Stadtplanung von besonderer Be­deutung ist und noch naäher erläautert werden wird, zeichnet sich dadurch aus, dass diese Städte aus Militärkamps erwachsen sind oder dem Plan ei­nes solchen Lagers nachempfunden ist (vgl. Abschnitt 4.5). Die Straßen sind im Rastermuster planmäaßig angelegt und weisen eine Hierarchie ihrer Be­deutung nach auf. Die zonale Gliederung war allerdings nie so ausgepraägt und aufgrund der relativ geringen Bevolkerungszahlen auch nicht zwingend notwendig. (Cayaglieri, 1949b, S. 32-36)

4.2 Stadtplanung der Etrusker: Marzabotto

Eine wichtige Inspiration für die römische Stadtplanung war der Kontakt mit den Etruskern. Dies wird besonders anhand der in der Nahe der Stadt Bologna angesiedelten Stadt Marzabotto deutlich. Marzabotte wurde im Jahre 500 v. Chr. gegründet und im Bereich der Flutebene des Reno an­gesiedelt, um auf diese Weise die natürlichen Ressourcen der Region voll auszuschöpfen. (Ownes, 1991, S. 103)

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Abbildung 4.1: Plan von Mazabotto

Der Plan (Abbildung 4.1)[7] zeigt eine von Norden nach Süden verlau­fende Hauptstraße, die von drei weiteren Hauptstraßen im rechten Winkel geschnitten wird. Diese Hauptstraßen waren ca. 15 Meter breit. Daneben sind eine ganze Reihe von Nebenstraßen, die allerdings nur von Norden nach Süden verlaufen, anzutreffen. Durch das Straßenmuster entstehen rechtecki­ge Parzellen, auf denen eine mehr oder weniger unplanmüaßige Bebauung stattfand. (Ward-Perkins, 1974, S. 25) Die Parzellen variieren allerdings in der Grüße, da sie den topographischen Bedingungen angepasst waren. Be­sondere Bedeutung wurde dem Bereich zugemessen, an dem sich die Haupt­straßen im Mittelpunkt der Stadt trafen. Im Schnittpunktes dieses Bereiches wurde außerdem ein Stein, ein sog. cippus, gefunden. Auf diesem Stein war ein Kreuz eingemeißelt, dass die beiden Straßen symbolisieren sollte. Es ist durchaus möglich, dass bei der Anlage der Stadt die Vermessung der Stadt von diesem Punkt aus begonnen wurde. Weitere Steine, allerdings ohne Gra­vierung, wurden unter den beiden anderen Schnittpunkten der Hauptstraßen und der Nebenstraßen gefunden. (Ownes, 1991, S. 103) Es ist allerdings sehr fragwördig, ob die Planung einer solchen Stadt unabhangig von den Einflössen anderer Zivilisationen vollzogen werden konnte. Viel wahrschein­licher ist, dass der Kontakt mit den Griechen eine der wichtigsten Quellen för die etruskische Stadtplanung war. (Ward-Perkins, 1974, S. 25)

4.3 Polybius und Machiavelli

Wie bereits erwöhnt worden ist, können eine ganze Reihe römischer Stödte mit der Anlage von Militarcamps in Verbindung gebracht werden. Welche Gestaltungsprinzipien bei der Anlage solcher Befestigungsanlagen vorge­herrscht haben, zeigte der Geschichtsschreiber Polybius auf.

In this spot, a flag is planted in the ground, and from it is measured a square area in such manner that the whole area measures four iguera. [...] The tribunes tents are ranged in a right line, which is parallel to the chosen side of the square, and fifty feet away from this side. [...] The tents [...] are set at equal distances each from the other; and so extended, that the line, upon which they lie, covers the whole breadth of the space that is occupied by the legions. All the other spaces resemble an arrangement of regular streets. [...] The space, lying to the rear of the tribunes’ tents, and on either side of the area around the consul’s tent, is used on one side for the forum, and on the other is used for the place of the quaestor and supplies. (Miller und DeVoto, 1994, S. 3-11)

Nicholas Machiavelli war einer der ersten, der in seinem Werk Die Kunst des Krieges eine graphische Darstellung römischer Militörlager veröffentlichte.

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Abbildung 4.2: Römisches Militärlager nach Machiavalli

Wie aus der Zeichnung (Abbildung 4.2)[8] deutlich wird, war das Lager durch vier Eingänge in den vier Himmelsrichtungen zu betreten. Umschlos­sen wurde das Lager durch eine Mauer, auf der alle erdenklichen Waffen positioniert waren, um im Falle eines Überraschungsangriffes gewappnet zu sein. Wie bereits von Polybius erläutert, wurden die Zelte der Soldaten in schachbrettartiger Art und Weise aufgestellt. Im ästlichen Teil waren ne­ben dem Marktplatz die Vorräte gelagert. Die Militarlager der römischen Armee entwickelten sich oftmals zu wichtigen Handelszentren und Waren­umschlagsplätzen. Die in den Camps lebenden Soldaten bauten oftmals ei­genes Obst und Gemäse an und waren daräber hinaus natärlich wichtige Kunden fär Handwerker aus den umliegenden Siedlungen. Selbst wenn im näheren Umkreis keine regulare Stadt anzutreffen war, zog das Lager etli­che Menschen an, um Dienstleistungen wie z.B. Spiel, Zerstreuung in Form von Alkoholika und das weibliche Geschlecht feil zu bieten. In vielen Fällen zogen die Geschaftsmoglichkeiten weitere Handler an, die sich dauerhaft in unmittelbarer Nähe des Lagers niederließen, wobei dies immer durch die Mi- litaärfuährung geregelt wurde, so dass sich die Siedlung immer in Anlehnung an die schachbrettartige Straßenanlage entwickeln konnte. Soldaten, die aus der Armee entlassen wurden, ließen sich oftmals in der sich zur Stadt ent­wickelten Siedlung nieder. (Stambaügh, 1988, S. 250-251)

4.4 Centuriation

Ein weiterer Einfluss auf die Anlage römischer Kolonialstädte kann in der Untergliederung von Ackerland gesehen werden. Wie bereits angesprochen wurde, war die schnelle und faire Ausweisung von Ackerland in den Kolo­nien besonders wichtig. Der eigentliche Vorgang der Landvermessung und Landverteilung wird als centuriation bezeichnet. Dies geschah durch Land­vermesser, den sog. gromatici, deren Name sich aus dem von ihnen ver­wendeten Instrument, dem sog. groma (ein kreuzfärmiges Instrument, siehe (Abbildung 4.3)[9], zur Anlage der Wege ableitete.

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Abbildung 4.3: Centuriation und Groma

Der Verantwortliche wahlte einen zentralen Punkt, von dem er zwei Li­nien im rechten Winkel zueinander verlangerte. Diese Linien wurden cardo und decumanus maximus genannt. (Stambaügh, 1988, S. 248) Bei diesem Vorgang entstanden große Quadrate, die dann wiederum in bis zu 100 klei­nere (vgl. centum = Hundert) Parzellen untergliedert werden konnten. Die Seitenlänge der großen Quadrate war dabei ca. 710 Meter. (Cavaglieri, 1949b, S. 31)

4.5 Militärcamps als Vorbild: Timgad

Timgad wurde im Jahre 100 v. Chr. im heutigen Algerien als Stadt für die aus der dritten Legion ausscheidenden Soldaten gegründet. Der Standort, der für die Kolonie vorgesehen war, hatte verschiedene Vorzuge. Neben ver­teidigungstechnischen Vorteilen konnte genügend Baumaterial in Form von Steinen, gutem Boden und ausreichend Wasser gefunden werden. Die obers­te Prioritat der Siedler lag, nachdem die bereits erwahnten Riten vollzogen worden waren, auf einer müglichst schnellen, fairen und effizienten Zuteilung der Parzellen. Dies war umso wichtiger, als dass die zukuünftigen Bewohner sich selbst zu versorgen hatten. In diesem Zusammenhang sei darauf ver­wiesen, dass das Wort Kolonist von dem lateinischen Wort colo, das soviel bedeutet wie bebauen, bestellen, abgeleitet worden ist. (Stambaügh, 1988, S. 247-281)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4.4: Plan von Timgad

Anhand des Plans von Timgad (Abbildung 4.4)[10] ist ein fast quadrati­scher Grundriss erkennbar. Innerhalb der mit einer Mauer umschlossenen Siedlung sind die Straßen absolut gleichmaßig angelegt und schneiden sich jeweils im rechten Winkel, wahrend außerhalb der Stadtmauer die Straßen keinem erkennbaren Plan folgen. Dies liegt daran, dass diese Bebauung erst in späteren Jahrhunderten erfolgte. Die wichtigsten Straßen, die die Stadt in vier gleich große Bezirke aufteilen, waren zum einen die von Norden nach Säden verlaufende cardo maximus und zum anderen die von Osten nach Wes­ten verlaufende decumanus maximus. Am Schnittpunkt der beiden wichtigs­ten Straßen ist ein freier Platz zu finden, das sog. forum. Die sich ebenfalls im rechten Winkel schneidenden Nebenverkehrstraßen lassen durch ihre An­ordnung gleich große Parzellen entstehen, die sog. insulae. Die Ähnlichkeiten mit einem rämischen Militarlager sind also nicht von der Hand zu weisen. Allerdings erhielt das Stadtbild durch prachtvolle äffentliche Gebaude einen weniger nächternen Charakter als das dies durch das Luftbild suggeriert werden kännte. (ÜWNES, 1991, S. 135)

4.6 Griechische und römische Stadtplanung im Ver­gleich

Vergleicht man die griechische Stadtplanung mit der rämischen Stadtpla­nung, so wird deutlich, dass erstere sich durch sehr viel mehr Flexibilität auszeichnete. Die Griechen orientierten sich bedeutend mehr an den topogra­phischen Gegebenheiten, während die Römer die ihren Militärlagern nach­empfundenen Stadtplaäne sehr viel strikter durchsetzten. Die Hierarchie der Straßen wurde im antiken Griechenland entweder erst nachträglich durch die Verbreiterung einer Straße, nachdem ihre Bedeutung fur die gesamte Stadt erkannt wurde, erreicht oder aber durch die topographischen Eigenheiten be­stimmt. Im Gegensatz dazu weisen die geplanten Städte des rämischen Rei­ches immer die in Nord-Süd Richtung verlaufende cardo und die in Ost-West Richtung fuhrende decumanus als die wichtigsten Straßen auf. (Cavaglieri, 1949b, S. 40-41) Die in Form des Buchstaben T angelegten Hauptstraßen charakterisieren eine der Neuerungen, die durch die roämischen Architekten in die Geschichte der Stadtplanung eingeflossen sind. Diese Anordnung der Straßen erlaubte die Zentralisation der Stadte und damit die Ausrichtung auf den Marktplatz, dem forum. Der am Schnittpunkt der beiden Hauptstra­ßen entstehende Raum wurde dadurch besonders betont. Weiterhin platzier­ten die rämischen Städteplaner die wichtigsten äffentlichen Gebäude an den Schnittpunkten zweier Straßen, waährend die Griechen dazu neigten, diese Bauwerke entlang der Straßen anzusiedeln. (Robertson, 1929, S. 193) Be­zogen auf den Grundriss zeigt sich, dass römische Stadte meist quadratisch angelegt sind, während die Griechen dies von Stadt zu Stadt unterschiedlich handhabten. Der letzte Unterschied besteht schließlich darin, dass geplante griechische Städte gleichsam in die sie umgebende Landschaft äbergehen, während die rämischen Städte durch eine Stadtmauer begrenzt und deswe­gen in sich geschlossen sind. (Zucker, 1959, S. 48) Römische Stadtplanung hat vor allem deshalb einen wichtigen Platz in der Geschichte eingenommen, da die Architekten und Stadtplaner des antiken Rom einen nächternen, aber auch sehr konsequenten Ansatz für das Feld der Stadtplanung ihr eigen nen­nen konnten - ganz im Gegensatz zu den Griechen. (Haverfield, 1913, S. 18)

4.7 Vor- und Nachteile des Schachbrettmusters

Nachdem in den vorangegangenen Abschnitten die schachbrettartige Anla­ge antiker Staädte immer wieder erwaähnt worden ist, soll an dieser Stelle eine Auflistung der Vor- und Nachteile einer solchen Stadtanlage stehen. Beginnt man bei einer solchen Gegenäberstellung mit den Nachteilen, so er­gibt sich als gravierendes Manko eine fehlende Effizienz bei der Anlage der Gebäude. Eine solche Effizienz kann nur bei einer Stadt gegeben sein, bei der alle wichtigen Gebäaude nahe beisammen stehen bzw. in einem bestimm­ten Winkel zueinander und eben nicht in einer geraden Linie. Betrachtet man den schachbrettartigen Aufbau unter Gesichtpunkten der Kommuni­kation, die besonders im Falle eines Angriffs auf die Stadt wichtig ist, so wuärde eine radiale Anlage der Straßen viel eher eine bessere Kommunikati­on gewährleisten. (Stanislawski, 1946, S. 106) Eine unplanmäßig angelegte Stadt haätte sogar militaärische Vorteile. Falls es einer gegnerischen Armee ge­lungen sein sollte, Zugang zu einer derartigen Stadt zu erlangen, so wärde es den Feinden sehr schwer fallen, sich in dieser zurechtzufinden. (Ownes, 1991, S. 11) Zu guter letzt kann das sture Verharren auf dem Rastermuster im Falle einer komplizierten Topographie zu unverhältnismäßig großen Schwie­rigkeiten bei der Umsetzung des Plans fähren. (Stanislawski, 1946, S. 106) Bei den meisten geplanten Staädten in der Geschichte handelte es sich um Kolonialstaädte. Bei der Anlage einer Kolonie musste sich fast zwangsläaufig herausstellen, dass es sehr viel Zeit und Muähe ersparte, wenn man zuerst die Grundstucke und Straßen auswies.

[...]


[1] In diesem Zusammenhang sei zum Beispiel auf die geplanten Städte im alten China verwiesen.

[2] Petrie, W. M., Illahun, Kahun and Gurob, London (1891), aus: Castagnoli, F., S. 58.

[3] Mackay, E., Further Excavations at Mohenjo-daro, Being an official account of Ar­chaeological Excavations at Mohenjo-daro carried out by the Government of India between the years 1927 and 1931, Indological Book Corporation, Neu-Dehli (1978), Plate XIII, C.

[4] Unger, E., Babylon: The Holy City, Walter de Gruyter and Company, Berlin & Leipzig (1931), aus: Adams, Thomas, S. 39

[5] Annales (1970), aus: Ward-Perkins, J. B., Abb. 35.

[6] von Gerkan, A., Abb. 6.

[7] Ownes, E. J., S. 104.

[8] Machiavelli, N, The Art of War, The Prince, Volume I, AMS Press, Inc., New York (1967)., 248-249

[9] Cavaglieri, G (IV.)., Abb. 12

[10] von Gerkan, A., Abb. 19

Ende der Leseprobe aus 121 Seiten

Details

Titel
Die Idee Philadelphia
Untertitel
Realisierung und Bedeutung für den nordamerikanischen Städtebau
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Geogaphisches Institut)
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
121
Katalognummer
V149207
ISBN (eBook)
9783640606351
ISBN (Buch)
9783640606610
Dateigröße
4883 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Idee, Philadelphia, Realisierung, Bedeutung, Städtebau
Arbeit zitieren
Stephan Göttlicher (Autor), 2005, Die Idee Philadelphia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149207

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