Der demographische Wandel, wenig Gelder durch knappe Kassen, die politische Uneinigkeit und die zunehmende Arbeitsbelastung tragen zur steigenden Belastung der Mitarbeiter in den Krankenhäusern bei. Daher ist es wichtig für die Sicherung der noch bestehenden Arbeitsplätze und zugleich zur Optimierung der Arbeitsprozesse flexibel zu reagieren. Durch die Optimierung der Arbeitszeiten und der mitarbeiterorientierten Dienstplangestaltung kann den steigenden Arbeitsbelastungen in den Krankenhäusern begegnet werden, wenn diese sinnvoll eingesetzt und genutzt werden. Der häufig wechselnde Schichtdienst und der Nachtdienst sind eine der Hauptbelastungen im Pflegeberuf. Ich habe mir oft Gedanken darüber gemacht, wie ich als Stationsleitung den Dienstplan so gestalten kann, dass er für die Mitarbeiter angenehm ist und ausreichende Ruhephasen vorhanden sind. In unserer Klinik wird häufig über Gesundheitsförderung gesprochen. Weiß man doch, dass der Pflegeberuf als ein sehr anstrengender Beruf gilt. Der unmittelbare Kontakt zu kranken und sterbenden Menschen, der häufig wechselnde Schichtdienst und andere belastende Faktoren fordern gerade von Krankenschwestern und Pflegern ein hohes Maß an Energie. Sie zwingen sie zu enormen Regenerations-Leistungen. Das Risiko selbst zu erkranken und dadurch vorzeitig aus dem Arbeitsprozess auszuscheiden ist hoch. Krankenpflegekräfte sind die krankheitsgefährdetste Gruppe unter den Beschäftigten im Krankenhaus(European Foundation fort he Living and Working Conditions 1995). Ich habe mich mit dem sehr interessanten Thema der Arbeitszeitgestaltung beschäftigt, weil ich selbst auch im Schichtdienst tätig bin und aus Erfahrung weiß, wie anstrengend die Schichtarbeit ist. In meiner heutigen Hausarbeit möchte ich zunächst Gesundheit und Gesundheitsförderung definieren, Belastungsfaktoren im Krankenhaus nennen und anschließend einige Arbeitszeitmodelle vorstellen. Abschließend möchte ich erläutern, wie ich mir eine gesundheitsfördernde Dienstplangestaltung vorstelle.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Definition Gesundheit
2. Definition Gesundheitsförderung
3. Belastungsfaktoren im Krankenhaus
4. Problemstellung der Arbeitszeitgestaltung in der Pflege
5. Arbeitszeitmodelle
6. Der mitarbeiterfreundliche Dienstplan
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung einer mitarbeiterorientierten Dienstplangestaltung als essenzielles Instrument der betrieblichen Gesundheitsförderung in Krankenhäusern, um der hohen psychischen und physischen Belastung des Pflegepersonals durch Schicht- und Nachtdienste entgegenzuwirken.
- Definition von Gesundheit und Gesundheitsförderung im professionellen Kontext
- Analyse der spezifischen Belastungsfaktoren in pflegerischen Berufen
- Darstellung und Evaluation gängiger Arbeitszeitmodelle
- Strategien zur Gestaltung gesundheitsfördernder Dienstpläne
- Verbesserung der Arbeitszufriedenheit und Reduzierung von Krankheitsrisiken
Auszug aus dem Buch
Belastungsfaktoren im Krankenhaus
Belastung der Pflegekräfte (nach Herschbach 1993, 1995)
1. häufiges Telefonklingeln
2. Zeitdruck
3. Lange Gesundheitsprozesse der Patienten
4. Unangemessene Lebensverlängerung Sterbender
5. Zu wenig Zeit, um auf Patienten einzugehen
6. Unterbezahlung
7. Mangelnde Unterstützung durch Angehörige
8. „ärztliche Fragen“ beantworten zu müssen
9. Unterbrechung persönlicher Patientengespräche
10. Körperlich anstrengende Arbeit
11. Schichtarbeit
12. Doppelbelastung Arbeit und Familie
Zu den typischen berufsbezogenen Belastungsfolgen gehören beim Pflegepersonal mehr oder weniger ausgeprägte psychische und physische Beschwerden. Hierzu zählen Reizbarkeit und Nervosität, Grübeleien, Mattigkeit, übermäßiges Schlafbedürfnis, innere Unruhe sowie verschiedene Schmerzzustände(Kreuz‐, Rücken‐, Kopf‐ und Nackenschmerzen).
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitung in die Problematik der steigenden Arbeitsbelastung im Krankenhaus und die persönliche Motivation der Autorin, dieses Thema im Kontext der Stationsleitung zu beleuchten.
1. Definition Gesundheit: Theoretische Herleitung des Gesundheitsbegriffs basierend auf der WHO-Definition und ergänzenden gesundheitswissenschaftlichen Ansätzen.
2. Definition Gesundheitsförderung: Erläuterung der Gesundheitsförderung als komplexer, partizipativer Prozess zur Stärkung der Selbstbestimmung über die eigene Gesundheit.
3. Belastungsfaktoren im Krankenhaus: Aufzählung berufsbezogener Stressoren für Pflegekräfte sowie der daraus resultierenden physischen und psychischen Beschwerden.
4. Problemstellung der Arbeitszeitgestaltung in der Pflege: Analyse der kritischen Aspekte im Dienstalltag, wie unregelmäßige Schichtfolgen, Leistungsverdichtung und mangelnde Planbarkeit.
5. Arbeitszeitmodelle: Überblick über rechtliche Rahmenbedingungen und verschiedene Modelle wie Teilzeitarbeit und Job-Sharing zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung.
6. Der mitarbeiterfreundliche Dienstplan: Darstellung konkreter Handlungsempfehlungen für die Stationsleitung, um durch bedarfsorientierte und vorausschauende Dienstplanung die Gesundheit des Personals zu fördern.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz einer gesundheitsfördernden Dienstplanung als Maßnahme zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit und Mitarbeiterbindung.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Krankenhaus, Pflegepersonal, Arbeitszeitgestaltung, Schichtdienst, Dienstplan, Belastungsfaktoren, Arbeitszufriedenheit, Nachtarbeit, Teilzeitarbeit, Job-Sharing, Regenerationsphasen, Arbeitsbelastung, Personalführung, Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Arbeitszeitgestaltung als zentralem Instrument der Gesundheitsförderung für das Personal in Krankenhäusern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse beruflicher Belastungsfaktoren im Pflegeberuf, der Erläuterung von Arbeitszeitmodellen und der Gestaltung mitarbeiterfreundlicher Dienstpläne.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch eine patienten- und mitarbeiterorientierte Dienstplangestaltung die psychische und physische Gesundheit des Personals gestärkt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Fachpublikationen zu den Themen Arbeitsrecht, Gesundheitswissenschaften und Stationsmanagement.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Stressfaktoren, definiert rechtliche Grundlagen für Arbeitszeiten und evaluiert verschiedene Modelle zur Arbeitszeitflexibilisierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Gesundheitsförderung, Dienstplangestaltung, Schichtarbeit, Pflegebelastung und Arbeitszufriedenheit geprägt.
Warum ist ein "Wunschbuch" für die Station sinnvoll?
Das Wunschbuch dient als praktisches Tool, um private Termine und Wünsche der Mitarbeiter in die Dienstplanung zu integrieren, was die Zufriedenheit und Planbarkeit verbessert.
Warum sollten Dauernachtwachen vermieden werden?
Dauernachtwachen sind gesundheitsgefährdend, da sie den Biorhythmus nachhaltig stören und die Regenerationsphasen des Körpers massiv beeinträchtigen.
Was bedeutet das Prinzip des "Vorwärtswechselns" im Schichtdienst?
Es bezeichnet einen Schichtrhythmus von Früh- über Spät- zu Nachtdienst, um die Ruhezeiten zwischen den Schichten zu optimieren und gesundheitliche Beschwerden zu minimieren.
- Quote paper
- Manuela Wurzbach (Author), 2009, Die Arbeitszeitgestaltung als ein Instrument der Gesundheitsförderung im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149255