Diese Arbeit möchte verschiedene Modelle vorstellen, mit denen bereits auf Prozessebene Risiken modelliert und abgebildet werden können. Hierdurch soll ein besseres Verständnis der Risikozusammenhänge und ihrer Wirkung erreicht werden. Dazu ist es zunächst notwendig, den Begriff des Risikos zu erläutern und den Einfluss im Prozessmanagement sowie im Risikomanagement aufzuzeigen. Eine Abgrenzung zum Risikomanagement und die Erarbeitung verschiedener Gemeinsamkeiten folgt im Weiteren. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der Vorstellung verschiedener Modelle, mit denen Risiken im Prozessmanagement abgebildet werden können. Dabei werden sowohl dynamische, als auch statische Modelle und ihre spezifischen Vor- und Nachteile betrachtet. Abschließend wird ein kurzer Vergleich der verschiedenen Modelltypen anhand einheitlicher Kriterien gezogen. Als Resümee werden die Ergebnisse kurz zusammengefasst und ein kleiner Ausblick auf weitere Möglichkeiten der Forschung gegeben.
Die Seminararbeit ist gegenüber einer reinen Betrachtung des Risikomanagements oder einer ausschließlichen Betrachtung des Prozessmanagements abzugrenzen, da in den Modellen nur verschiedene Bestandteile beider Untersuchungsfelder verwendet werden. Eine allumfassende Betrachtung des Risikomanagements oder des Prozessmanagements kann hier jedoch nicht stattfinden, da der Fokus auf die Vorstellung verschiedener Modelle gelegt wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorbetrachtungen und Grundlagen
2.1 Risiko
2.2 Risikomanagement
2.3 Prozessmanagement
2.4 Erfassung von Risiken im Prozessmanagement
3 Integriertes Risikomanagement in Modellen
3.1 Risikointegration in neueren Modellen
3.1.1 Risk Structure Model
3.1.2 Risk Goal Model
3.1.3 Risk State Model
3.2 Darstellung in EPK
3.2.1 Risikointegration in EPK nach Brabänder und Ochs (2002)
3.2.2 Risikointegration in EPK nach Rosemann und zur Muehlen (2005)
3.2.3 Risikointegration in EPK nach Rinke und Winkelmann (2008)
3.3 Risikointegration mit BPMN
3.4 Vergleich und Bewertung der Modelle
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, verschiedene Modelle zur Integration von Risiken in Geschäftsprozesse vorzustellen und zu bewerten, um ein besseres Verständnis für Risikozusammenhänge auf Prozessebene zu schaffen. Die Forschungsarbeit beleuchtet dabei, wie statische und dynamische Modelle eingesetzt werden können, um Risiken zu identifizieren, abzubilden und deren Auswirkungen transparent zu machen.
- Grundlagen des Risikomanagements und Prozessmanagements
- Integration von Risikoaspekten in Modellierungssprachen wie EPK
- Analyse und Bewertung spezifischer Risikomodelle (z. B. Risk Structure, Risk Goal, Risk State Model)
- Einsatz von BPMN zur indirekten Risikobeachtung in Geschäftsprozessen
- Vergleich der verschiedenen Modellierungsansätze hinsichtlich ihrer Eignung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Risk Structure Model
Das Risk Structure Model wurde von Michael zur Muehlen entwickelt und dient in erster Linie der Abbildung statischer Risikoaspekte. Durch die Bildung hierarchischer Beziehungen zwischen den einzelnen Risiken erfolgt die Darstellung der Risikostruktur. Das bedeutet, dass man mit Hilfe des Risk Structure Models die Risiken detailliert aufschlüsseln kann und somit einen umfassenden Überblick über Ursachen und Bestandteile der zu beachtenden Risiken erhält. Hierbei sind drei verschiedene Formen möglich. Unter Komposition wird die Modellierung zusammengesetzter Risiken verstanden, wodurch ein Verständnis der Kausalzusammenhänge ermöglicht werden soll. Hierfür erfolgt eine Darstellung der Ursachen, die bestehen müssen, damit das betrachtete Risiko tatsächlich eintritt und der Prozessablauf gefährdet wird.
Eine weitere Form stellt die Spezialisierung dar, die durch die Modellierung spezifischer Risiken die Risikodetails erarbeitet. Dadurch können die genauen Ursachen für das Auftreten des Risikos nachvollzogen werden. Zuletzt gibt es noch die Generalisierung, anhand derer eine Klassifikation der jeweiligen Risiken in unterschiedliche Risikotypen ermöglicht wird.
Im Folgenden werden anhand von Beispielen die beiden Formen Komposition und Spezialisierung vorgestellt. Da es sich bei der Generalisierung nicht direkt um eine Risikobetrachtung, sondern vielmehr um eine Einordnung handelt, wird sie im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Risiken auf Prozessebene oft unzureichend beachtet werden, und definiert den Fokus der Arbeit auf die Vorstellung verschiedener Modelle zur Risikointegration.
2 Vorbetrachtungen und Grundlagen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe des Risikos, des Risikomanagements und des Prozessmanagements erarbeitet, um eine gemeinsame Basis für die weiteren Ausführungen zu schaffen.
3 Integriertes Risikomanagement in Modellen: Das Hauptkapitel präsentiert verschiedene Modellansätze – unter anderem statische und dynamische Risikomodelle sowie deren Abbildung in EPK und BPMN – und bewertet diese anhand spezifischer Kriterien.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass kein pauschales „bestes“ Modell existiert, sondern die Wahl des geeigneten Ansatzes von der jeweiligen Zielsetzung und dem spezifischen Einzelfall abhängt.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Prozessmanagement, Risikomodelle, Risikointegration, Geschäftsprozesse, EPK, BPMN, Risk Structure Model, Risk Goal Model, Risk State Model, Risikoidentifikation, Prozessmodellierung, Compliance, Risikostruktur, Prozessrisiken
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Risiken innerhalb von Geschäftsprozessen modelliert und abgebildet werden können, um eine effizientere Risikoüberwachung und -steuerung zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft das Risikomanagement mit dem Prozessmanagement und analysiert verschiedene methodische Ansätze zur grafischen Darstellung von Risiken in Prozessmodellen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, verschiedene Modelle zur Risikointegration vorzustellen, ihre Vor- und Nachteile zu erläutern und eine Entscheidungshilfe für den Einsatz dieser Modelle in der Praxis zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine Literaturanalyse, um bestehende Modellierungsansätze zu sammeln, sowie eine vergleichende Bewertung der Modelle anhand selbst definierter Kriterien (z. B. Komplexität, Granularität).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Vorstellung spezifischer Modelle wie dem Risk Structure Model, dem Risk Goal Model und dem Risk State Model sowie der Integration in EPK und BPMN.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Risikomanagement, Prozessmanagement, Risikomodelle, EPK, BPMN und die Integration von Risikoaspekten in Geschäftsprozessabläufe.
Was unterscheidet das Risk Structure Model vom Risk Goal Model?
Während das Risk Structure Model primär hierarchische Ursache-Wirkungs-Beziehungen von Risiken abbildet, fokussiert das Risk Goal Model auf den Einfluss von Risiken auf spezifische Unternehmensziele.
Wie trägt BPMN zur Risikobetrachtung bei?
BPMN ermöglicht eine indirekte Risikobetrachtung, indem risikominimierende Schritte wie Prüfschleifen oder alternative Pfade direkt in den Geschäftsprozessfluss integriert werden können.
Was ist der Zweck der BREAK-Operatoren bei Rinke und Winkelmann?
BREAK-Operatoren dienen in EPK dazu, den Prozess bei Eintritt eines Risikos gezielt zu unterbrechen, um eine Fehlerbehandlung oder alternative Prozessschritte zu ermöglichen.
Gibt es ein „bestes“ Modell für das Risikomanagement?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass es keine pauschale Empfehlung gibt, da die Wahl des Modells maßgeblich von den spezifischen Anforderungen, der Komplexität und der Zielsetzung der Organisation abhängt.
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- Trambo (Author), Müller (Author), Regele (Author), Sontheim (Author), 2010, Identifikation und Analyse von Prozessrisiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149276