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Die feministische Sprachkritik und ihre Auswirkungen auf die deutsche Gegenwartssprache

Title: Die feministische Sprachkritik und ihre Auswirkungen auf die deutsche Gegenwartssprache

Term Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alex Klass (Author)

German Studies - Linguistics
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Die feministische Linguistik, auch feministische Sprachkritik genannt, ist ein Forschungsgebiet innerhalb der Sprachwissenschaft, der das in Sprache zum Ausdruck kommende Geschlechterverhältnis unter feministischen Gesichtspunkten untersucht und kritisiert. Im deutschen Sprachraum ist diese Disziplin relativ jung: Erst Ende der 1970er Jahren erschienen in der Bundesrepublik die bahnbrechenden Publikationen zu der aufgeworfenen Fragestellung. Diese wissenschaftliche Initiative ist der Pionierinnen der deutschen feministischen Linguistik, Professorinnen der Sprachwissenschaft Senta Trömel- Plötz und Luise F. Pusch, zu verdanken.
Im Laufe der Zeit haben sich zwei Themenschwerpunkte der Disziplin herausgebildet: Einerseits die feministische Kritik an Sprachsystem und Sprachgebrauch, andererseits die feministische Analyse des weiblichen und männlichen Sprachverhaltens.
In der vorliegenden Arbeit verfolge ich das Ziel, mich mit den Themen der feministischen Sprachsystem- bzw. Sprachgebrauchskritik auseinanderzusetzen und auf der Basis von Zeitungsmaterial zu untersuchen, inwiefern und auf welcher Weise die Thesen der feministischen Sprachkritik die deutsche Gegenwartssprache beeinflusst haben. An dieser Stelle ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Untersuchung dabei begrenzt und lückenhaft bleiben darf, da diese Arbeit in Art und Umfang einer kompletten Beleuchtung des Gegenstands nicht gerecht werden kann.
Die Hausarbeit besteht aus drei Kapiteln. Das erste Kapitel verleiht einen Überblick über den Untersuchungsgegenstand und die Zielsetzung der feministischen Sprachkritik. Hier werden die wichtigsten Problemfälle der deutschen Sprache aus der feministischen Sicht erörtert, darunter: die Merkmale sexistischen Sprachgebrauchs und Probleme, die er mit sich bringt, und was unter dem Begriff ‚generisches Maskulinum‛ zu verstehen ist. Im zweiten Kapitel werden die Vorschläge verschiedener Linguistinnen1 aufgezeigt, die die oben genannten Problemfälle der deutschen Sprache zu lösen versuchen. Das dritte Kapitel widmet sich der Kritik an die feministische Linguistik. Die wichtigsten Gegenpositionen werden hier präsentiert. Dabei wird die Frage beantwortet, inwiefern die feministische Sprachpolitik den Wandel in der Sprache provoziert hat, - und zwar mittels der Analyse von Zeitungsartikeln aus zwei verschiedenen Jahrgängen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Feministische Sprachkritik

1.1. Verhältnis Sprache-Gesellschaft

1.2. Diskriminierung von Frauen durch die Sprache

1.2.1 Sexistischer Sprachgebrauch: Das generische Maskulinum

1.2.2. Andere Ausformungen sexistischen Sprachgebrauchs

2. Feministische Sprachpolitik: Vorschläge für einen nichtsexistischen Sprachgebrauch

2.1. Personenbezeichnungen

2.2. Pronomina

3. Auswirkungen der feministischen Sprachpolitik: Der Sprachwandel ?

3.1. Kritik an Themen der feministischen Linguistik

3.2. Für und gegen die feministische Sprachkritik aufgrund der Analyse von Zeitungsmaterial: Diachronischer Vergleich (Westfälische Nachrichten, Ausgaben 1981, 2007)

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen feministischer Sprachkritik und der deutschen Gegenwartssprache. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern und auf welche Weise die Thesen der feministischen Sprachkritik – insbesondere zur Kritik am generischen Maskulinum und zu nichtsexistischen Sprachvorschlägen – einen tatsächlichen Sprachwandel bewirkt haben und wie diese Bestrebungen in der Praxis von Printmedien aufgenommen werden.

  • Theoretische Grundlagen und Grundbegriffe der feministischen Sprachkritik.
  • Analyse der Diskriminierung von Frauen durch das Sprachsystem (generisches Maskulinum, Asymmetrien).
  • Vorstellung sprachpolitischer Lösungsansätze für eine nichtsexistische Sprachverwendung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der feministischen Linguistik und deren Wirkungskraft.
  • Diachronischer Vergleich von Zeitungsanzeigen zur Überprüfung des praktischen Sprachwandels.

Auszug aus dem Buch

1.2.2. Andere Ausformungen sexistischen Sprachgebrauchs

Sprachlicher Sexismus kommt nicht allein in der Verwendung des generischen Maskulinums zum Ausdruck, sondern findet sich auch im Wortschatz und in Phraseologie. Insgesamt lässt sich männliche Dominanz in den folgenden Bereichen beobachten:

• Benennungsasymmetrien: Anredeformen wie z. B. Herr Meier und Ehefrau, Ex-Bundespräsident Scheel und Ehefrau Mildred verweisen auf die Abhängigkeit der Frauen von ihren Ehemännern.

• Erstnennung von Männern. Die Ausdrucke wie Adam und Eva, Tristan und Isolde, Romeo und Julia, Herr und Frau etc. zeigen die gesellschaftliche Position der Frau: an zweiter Stelle, immer nach dem Mann.

• in Schul-, Lehrbüchern, Grammatiken wird Frau in der „typisch weiblichen“ Rolle dargestellt- als Mutter, Gattin oder Hausfrau, was auf Geschlechtsrollenstereotypen beruhe und den sozialen Wandel außer Acht lasse.

• unterschiedliche Bewertung von sog. männlichen oder weiblichen Eigenschaften: Maria ist ein zweiter Einstein –wird lobend benutzt, Du benimmst dich wie ein Mädchen- herabsetzend. So enthält die Jungfer negative Konnotationen, während der Junggeselle eher positiv bewertet wird. Auch Sprichwörter sagen viel über die eher positiv besetzten männlichen Eigenschaften im Unterschied zu den weiblichen: Ein Mann, ein Wort- eine Frau, ein Wörterbuch; Herren sind herrlich, Damen sind dämlich.

• Redewendungen wie der kluge Mann baut vor, eines Problems Herr werden, seinen Mann stehen etc. seien ebenso männlich geprägt, denn sie weisen Attribute auf, die hauptsächlich Männern zugeschrieben werden.

• den Sexismen ist auch im Bereich der Schimpfwörter und herabsetzender Ausdrucke wie dumme Kuh, Betthäschen, Marktweib etc. zu begegnen. Diese Wörter beruhen auf Rollenklischees und werden nur auf Frauen bezogen verwendet. Hierzu zählen auch Ausdrucke wie schwaches/ schönes Geschlecht, Girls, Klatschbase etc., die Sexualität und Fähigkeiten der Frau trivialisieren und ihr unerwünschte Inhalte anhängen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Feministische Sprachkritik: Einführung in die Disziplin, die das Geschlechterverhältnis in der Sprache untersucht und das generische Maskulinum als frauenfeindlich kritisiert.

2. Feministische Sprachpolitik: Vorschläge für einen nichtsexistischen Sprachgebrauch: Darstellung der Strategien zur Sichtbarmachung beider Geschlechter, wie Splitting, Neutrale Formulierungen und Änderungen im Pronominalsystem.

3. Auswirkungen der feministischen Sprachpolitik: Der Sprachwandel ?: Untersuchung des tatsächlichen Einflusses auf den Sprachgebrauch in Printmedien anhand eines diachronischen Vergleichs von Stellenanzeigen und Analyse der Gegenkritik.

4. Zusammenfassung: Abschließende kritische Reflexion, die infrage stellt, ob die deutsche Sprache tatsächlich "frauenfeindlich" ist und betont, dass gesellschaftliche Einstellungen eine größere Rolle spielen als sprachliche Formen.

Schlüsselwörter

Feministische Sprachkritik, generisches Maskulinum, Sprachwandel, Sexismus, Personenbezeichnungen, nichtsexistischer Sprachgebrauch, Sprachpolitik, Gender, Diskriminierung, Westfälische Nachrichten, Splitting, Sprachreflexion, Sprachsystem, Rollenbilder, Sprachpraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Theorie und Praxis der feministischen Sprachkritik und deren Einfluss auf die deutsche Gegenwartssprache.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Kritik am generischen Maskulinum, die Identifizierung von Sexismen im Wortschatz und die Wirksamkeit sprachpolitischer Reformvorschläge.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu prüfen, inwiefern die Thesen der feministischen Sprachkritik die deutsche Gegenwartssprache tatsächlich beeinflusst haben und ob ein erkennbarer Sprachwandel stattgefunden hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Einordnung der feministischen Linguistik vorgenommen, gefolgt von einer empirischen Analyse (diachronischer Vergleich) von Zeitungsartikeln und Stellenanzeigen aus den Jahren 1981 und 2007.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen des Sexismus in der Sprache, die konkreten Veränderungsvorschläge der Linguistinnen sowie die praktische Umsetzung und Gegenpositionen in der Öffentlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind feministische Sprachkritik, generisches Maskulinum, Sprachwandel, Personengleichstellung und nichtsexistischer Sprachgebrauch.

Wie unterscheidet sich die Situation der Stellenanzeigen von 1981 zu 2007 laut Autorin?

Während 1981 noch weitgehend geschlechtsspezifische Formen dominierten, zeigt der Markt 2007 eine hohe Frequenz an geschlechtsneutralen Schreibweisen, auch wenn diese oft eher formal als inhaltlich motiviert erscheinen.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin hinsichtlich der These der "frauenfeindlichen Sprache"?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die These der generellen Frauenfeindlichkeit der Sprache bestritten werden kann, da gesellschaftliche Lebensbedingungen und individuelle Einstellungen der Menschen eine weitaus bedeutendere Rolle spielen als die grammatikalischen Strukturen allein.

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Details

Title
Die feministische Sprachkritik und ihre Auswirkungen auf die deutsche Gegenwartssprache
College
University of Münster
Grade
1,7
Author
Alex Klass (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V149300
ISBN (eBook)
9783640604760
ISBN (Book)
9783640605002
Language
German
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alex Klass (Author), 2007, Die feministische Sprachkritik und ihre Auswirkungen auf die deutsche Gegenwartssprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149300
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