Noch vor einigen Hundert Jahren, genauer von der Zeit der Hanse im Mittelalter, war Plattdeutsch im gesamten Gebiet des heutigen Norddeutschlands die wichtigste Sprache - nicht nur gesprochen, sondern auch in der Schrift. Sogar als „Weltsprache des hansischen Wirtschaftsraumes“ wird die plattdeutsche Sprache heute bezeichnet. Öffentliche und amtliche Dokumente und Urkunden, Gesetze, Bücher und andere Texte wurden auf Plattdeutsch verfasst.
Heute ist die Sprache vom Aussterben bedroht. Wie aber kann das Wiederbeleben dieser besonderen Sprache funktionieren?
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes plattdeutscher Sprache in der Bildung, genauer in der Kunstdidaktik, zum Erhalt der Sprache.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Möglichkeiten und Methoden für Plattdeutsch im Kunstunterricht
2.1 Plattdeutsch in der Bildung
2.2 Plattdeutsch im Kunstunterricht
2.2.1 Immersion
2.2.2 Weitere Möglichkeiten und Methoden
3 Unterrichtsversuch „Plattdeutsche Graffiti“
3.1 Sachanalyse
3.2 Bedingungsanalyse
3.3 Didaktische Analyse
3.3.1 Gegenwartsbedeutung
3.3.2 Zukunftsbedeutung
3.3.3 Sachstruktur
3.3.4 Exemplarische Bedeutung
3.3.5 Zugänglichkeit
3.4 Lernziele und Kompetenzen
3.5 Methodische Analyse
3.6 Geplanter Verlauf (Tabellarisch)
3.7 Verlauf und Auswertung des Unterrichtsversuches
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Einsatzes plattdeutscher Sprache im Kunstunterricht als Methode, um das Interesse an der bedrohten Regionalsprache zu wecken und zu fördern. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie durch kreative, lebensweltnahe Unterrichtseinheiten—beispielhaft dargestellt an einer Unterrichtseinheit zum Thema Graffiti—eine intrinsische Motivation zum Erlernen und Anwenden niederdeutscher Begriffe geschaffen werden kann.
- Historische Entwicklung und aktueller Status der plattdeutschen Sprache
- Möglichkeiten der Sprachvermittlung in der Schule (insbesondere Immersion)
- Fachdidaktische Analyse von Graffiti als Vermittlungsmedium im Kunstunterricht
- Planung, Durchführung und Reflexion eines praktischen Unterrichtsversuchs
- Bedeutung von Sprachenlernen für die kognitive und soziale Entwicklung
Auszug aus dem Buch
3.1 Sachanalyse
Die Einordung des Themas in die Einheit erfolgt mit Hilfe der Sachstruktur nach Klafki (1958). Die Geschichte des Graffitis, so wie wir es heute kennen, begann Anfang der 1970er Jahre in New York, als junge Künstler die trostlosen grauen Mauern der Stadt mit bunten Schriftzügen verzierten. Seitdem sind Graffiti aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Die Bilder zeichnen sich durch kräftige Farben und verschlungene Muster aus und verbreiten meist eine politische oder soziokulturelle Nachricht (vgl. Eisewicht & Lintzen 2022, S.13). Begründet durch ihre Entstehung, ist die Szene besonders zu Beginn durch illegale Tätigkeiten geprägt. Die genutzten Oberflächen waren U-Bahnzüge und Häuserfassaden im öffentlichen Raum, also Eigentum anderer.
Durch die Medienaufarbeitung (beispielsweise durch Filme wie Beat Street) in den 80er Jahren wurde das neue Lebensgefühl der Straßen von New York, sowie die dazugehörige Musikrichtung Hip-Hop mit ihrem neuartigen Rhythmus vermittelt. Die amerikanische Hip-Hop- und Graffiti-Szene sorgte weltweit für Begeisterung.
Was anfangs als Vandalismus galt, wurde so zur legitimen Kunstform. Heute beauftragen Städte und Unternehmen gezielt bekannte Graffiti-Künstler, um für ihre Zwecke Botschaften oder Werbung in das Stadtbild zu integrieren (vgl. Eisewicht & Lintzen 2022, S.13f.). Und auch die Graffitis haben sich weiterentwickelt. Unzählige Unterarten mit faszinierenden und ausgeklügelten Designs wurden zu dem, was heute als Kunst gilt.
Es waren junge Menschen, Kinder und Jugendliche, die die Graffiti-Szene begründeten und sich damit gegen das gesellschaftliche System auflehnen wollten. Dies taten sie, indem sie ihre Geschichten mit einer neuen Form der Kreativität erzählten und sich in eigenen Netzwerken vergemeinschaften. Die Partizipation an der Szene läuft über kommunikative und interaktive Präsenz der Teilnehmer*innen (vgl. Hitzler und Niederbacher 2010, S. 15).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den historischen Rückgang des Plattdeutschen und begründet die Relevanz der Sprachförderung im Bildungsbereich.
2 Möglichkeiten und Methoden für Plattdeutsch im Kunstunterricht: Es werden didaktische Ansätze wie Immersion und kreative Methoden wie Comics oder Rollenspiele zur Integration der Sprache in den Kunstunterricht vorgestellt.
3 Unterrichtsversuch „Plattdeutsche Graffiti“: Dieses Kapitel enthält die detaillierte fachdidaktische Analyse sowie die Planung und Auswertung einer Unterrichtseinheit, in der Schüler Graffiti mit plattdeutschen Begriffen kombinieren.
4 Fazit: Das Fazit resümiert, dass ein kreativer und unauffälliger Einbau der Regionalsprache in den Fachunterricht eine motivierende Methode darstellt, um den Erhalt des Niederdeutschen zu unterstützen.
Schlüsselwörter
Plattdeutsch, Niederdeutsch, Kunstdidaktik, Kunstunterricht, Graffiti, Immersion, Sprachvermittlung, Regionalsprache, Sprachförderung, Unterrichtsentwurf, Mehrsprachigkeit, Jugendkultur, Schulunterricht, Kreativität, Sprachwiederbelebung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration der plattdeutschen Sprache in den schulischen Kunstunterricht, um die Regionalsprache für Schüler attraktiver zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Hauptthemen sind der Status von Minderheitensprachen in der Bildung, fachdidaktische Ansätze im Kunstunterricht und die praktische Erprobung der Graffiti-Kunst als Lernmedium.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch kreative, lebensweltnahe Unterrichtseinheiten die plattdeutsche Sprache gefördert werden kann, um ihr Aussterben entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die fachdidaktische Analyse nach Wolfgang Klafki, um das Thema Graffiti in den Unterrichtsrahmen einzubetten und systematisch zu planen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst allgemeine Methoden der Vermittlung dargestellt, gefolgt von einer detaillierten Planung und Reflexion einer Unterrichtseinheit zum Thema „Plattdeutsche Graffiti“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Hausarbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Plattdeutsch, Kunstdidaktik, Graffiti, Sprachvermittlung und Mehrsprachigkeit definieren.
Wie unterscheidet sich der hier beschriebene Ansatz von klassischem Fremdsprachenunterricht?
Im Gegensatz zur klassischen Grammatik-Übersetzungsmethode setzt dieser Ansatz auf einen lockeren, kreativen Einbau der Sprache in einen inhaltlich motivierenden Kontext.
Welche Herausforderungen bei der Umsetzung des Unterrichtsversuchs werden genannt?
Als Herausforderungen werden die Heterogenität der Klasse, unterschiedliche Vorkenntnisse, Zeitmangel und technische Unsicherheiten im Umgang mit dem Smartboard identifiziert.
- Arbeit zitieren
- Lisa Viegas (Autor:in), 2023, Plattdeutsch im Kunstunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1493045