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Entwicklungsbedingungen und psychische Störungen nach Eriksons Stufenmodell

Titel: Entwicklungsbedingungen und psychische Störungen nach Eriksons Stufenmodell

Hausarbeit , 2021 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziale Arbeit - Kinder- und Jugendhilfe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im vorliegenden Fallbeispiel „Alina" werden sowohl die schwierigen Entwicklungsbedingungen wie auch die daraus resultierenden psychischen Störungen eines dreizehnjährigen Mädchens, das sich Alina nennt, geschildert. Alinas Entwicklung lässt sich mithilfe des Theoriemodells von Erik H. Erikson analysieren. Nach Eriksons Theorie steht jeder Mensch auf den einzelnen Entwicklungsstufen einem besonderen Konflikt, der sich aus der Spannung zwischen den Bedürfnissen des Individuums und den Anforderungen des sozialen Umfelds ergibt, gegenüber. Wichtig ist hierbei die erfolgreiche Bewältigung der Entwicklungsaufgaben einer Stufe, um sich in der nächsten Stufe weiterbilden zu können. So legen die bewältigten Phasen die Grundlage für die nächsten, wobei die gewonnenen Erfahrungen zur Bewältigung der neuen Identitätskrise genutzt werden können. Erikson unterscheidet dabei acht Stufen der menschlichen Entwicklung, welche durch ihre Kontrastpaare gekennzeichnet sind: 1. Ur-Vertrauen vs. Misstrauen, 2. Autonomie vs. Scham und Zweifel, 3. Initiative vs. Schuldgefühl, 4. Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl, 5. Identität vs. Identitätsdiffusion, 6. Intimität vs. Isolierung, 7. Generativität vs. Selbstabsorption und 8. Integrität vs. Lebens-Ekel (Scheck, 2005, S.27).
Nach seiner Theorie ist der Mensch als soziales Wesen zunächst nur an eine primäre Bezugsperson, hier die Mutter, gebunden (Scheck, 2005, S.8), erweitert seine Perspektive jedoch stufenweise auf einen immer breiteren sozialen Bereich. Die Krise ist für Erikson kein negativer Begriff, sondern ein Zustand, der zur Weiterentwicklung führt, wenn konstruktiv angegangen und die Lösungen dieser Probleme in das Selbstverständnis jedes Einzelnen integriert und vorangetrieben wird. Die menschliche Entwicklung ist daher ein Prozess des Wechselns von Phasen, Krisen und neuen Gleichgewichten, um reifere Stadien zu erreichen. Besonders deutlich wird diese Fallstudie jedoch nur in den ersten fünf psychosozialen Stadien, die im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen sollen. Die letzten drei Stufen von Erikson spielen hier keine Relevanz, da die Protagonistin dieses Fallbeispiels, aufgrund ihres Alters, die sechste Phase noch nicht erreicht hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eriksons Stufenmodell

2.1. Ur-Vertrauen vs. Misstrauen

2.2. Autonomie vs. Scham und Zweifel

2.3. Initiative vs. Schuldgefühl

2.4. Werksinn vs. Minderwertigkeit

2.5. Identität vs. Identitätsdiffusion

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Fallbeispiel „Alina“ auf Basis der psychosozialen Entwicklungstheorie nach Erik H. Erikson, um die Auswirkungen frühkindlicher Entwicklungsbedingungen auf die psychische Gesundheit der Jugendlichen zu analysieren und die bisherigen Krisenbewältigungsprozesse zu beleuchten.

  • Analyse der ersten fünf Stadien des psychosozialen Entwicklungsmodells nach Erikson
  • Untersuchung der Bindungssituation zu primären Bezugspersonen in der frühen Kindheit
  • Evaluation von Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Symptomen im Jugendalter
  • Diskussion von Identitätsfindung und Rollenkonfusion im adoleszenten Kontext
  • Erkenntnisgewinn über die Bedeutung erfolgreicher Krisenbewältigung für die Reifung

Auszug aus dem Buch

2.1. Ur-Vertrauen vs. Misstrauen

Die zentrale Frage der ersten Stufe für ein Säugling ist, ob es der Welt vertrauen kann (Erikson, 1968, zitiert nach Flammer, 2009, S.96). Entscheidend ist dabei vor allem das Verhalten der Mutter, da sie die erste und wichtigste Bindungsperson des Kindes ist. Der Säugling findet das Vertrauen und die sichere Bindung in der Nahrungsaufnahme, also in dem Stillen durch die Mutter. Schenkt sie ihm somit Nahrung und körperliche Nähe, so fühlt sich das Kind sicher und geborgen. Falls ein Säugling also eine Mutter hat, die seine Bedürfnisse angemessen bewältigt und Intimität bietet, wird es ein grundlegendes Maß an Vertrauen aufbauen (Scheck, 2005, S.7). Werden dem Kind allerdings Forderungen nach körperlicher Nähe, Sicherheit, Schutz, Nahrung usw. verweigert, entwickelt es Einschüchterungs- und Angstgefühle. Das Kind verinnerlicht das Gefühl, seine Umgebung nicht beeinflussen zu können und dem Schicksal hilflos ausgeliefert zu sein. Hier besteht die Gefahr eines möglichen Ur-Misstrauens. Es können infantile Ängste des Verlassenwerdens entstehen. Dies kann später zu depressiver oder psychotischer Symptomatik führen (Scheck, 2005, S.9).

Grundsätzlich ist es zunächst wichtig zu erwähnen, dass im Folgenden mit Vermutung über die Erziehung im Säuglingsalter von Alina ausgegangen wird, indem man die vorhandenen Folgen analysiert. Im Fall von Alina gibt es viele Faktoren, die in ihr Ängste und Misstrauen hervorgerufen haben. Das Verleugnen und „Nicht war haben wollen“ bestimmter Probleme und Erkrankungen spielen bei Alina eine wichtige Rolle. Sie betrachtet ihre Essproblematik nicht als eine Krankheit, obwohl in den Unterlagen der Ambulanz aufgezeigt wurde, dass sie nicht mehr normal mit der Nahrungsaufnahme umgehen kann (S.1). Alina ignoriert die Zeichen ihres Körpers und ihrer Psyche, welches durch das häufige Kollabieren erkennbar ist (S.2). Sie verdrängt und leugnet stattdessen ihre Probleme. Der Verlust ihrer Kontrolle, besonders im Bereich des Essens aber auch in ihrem sonstigen Leben, macht ihr Angst, die sie blockiert. Sie fühlt sich unter enormen Druck und ritzt sich (S.2).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Ziel der Arbeit vor, die Lebensbedingungen und psychischen Probleme von „Alina“ mithilfe des Stufenmodells von Erik H. Erikson zu analysieren.

2. Eriksons Stufenmodell: Hier wird der theoretische Rahmen durch eine tabellarische Übersicht der psychosozialen Phasen nach Erikson abgesteckt.

2.1. Ur-Vertrauen vs. Misstrauen: Das Kapitel verknüpft die frühkindliche Bindungsstörung Alinas mit ihrem heutigen Misstrauen und ihrer depressiven Symptomatik.

2.2. Autonomie vs. Scham und Zweifel: Hier wird thematisiert, wie fehlende Intimität in der zweiten Lebensphase zu einem geringen Selbstwertgefühl und zur Entwicklung von Scham bei Alina beitrug.

2.3. Initiative vs. Schuldgefühl: Dieses Kapitel interpretiert Alinas Eifersucht gegenüber ihrer Schwester und ihre Schuldgefühle vor dem Hintergrund ihrer idealisierten Mutterbindung.

2.4. Werksinn vs. Minderwertigkeit: Hier wird der Zusammenhang zwischen Alinas Minderwertigkeitsgefühlen und ihrem Gefühl des Ausgeschlossenseins aus dem Leben der Mutter beleuchtet.

2.5. Identität vs. Identitätsdiffusion: Das Kapitel analysiert Alinas aktuelles Verhalten in der Pubertät als Ausdruck einer Rollenkonfusion und Identitätssuche.

3. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Alinas fehlerhafte Entwicklung maßgeblich durch die problematische Beziehung zur Mutter geprägt wurde und eine Therapie für sie unumgänglich ist.

Schlüsselwörter

Alina, Erik H. Erikson, psychosoziale Entwicklung, Stufenmodell, Ur-Vertrauen, Misstrauen, Autonomie, Scham, Schuldgefühl, Identitätsdiffusion, Rollenkonfusion, Fallstudie, Sozialpädagogik, psychische Störung, Bindungstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychische Entwicklung und die daraus resultierenden Verhaltensauffälligkeiten einer 13-jährigen Protagonistin namens „Alina“ mittels der psychosozialen Theorie von Erik H. Erikson.

Welche zentralen Themenbereiche werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen Bindung, Vertrauensbildung, kindliche Autonomie, Identitätsentwicklung, Rollenkonfusion und die Auswirkungen elterlicher Erziehung auf die psychische Gesundheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die biographischen Belastungsfaktoren Alinas den einzelnen psychosozialen Entwicklungsstufen zuzuordnen, um aktuelle Symptome besser verstehen und einordnen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Theorie von Erik H. Erikson als Analyseinstrument, um eine Fallstudie (Essay) strukturiert auf wissenschaftlicher Basis auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von fünf psychosozialen Stadien, wobei jede Phase mit konkreten Beobachtungen aus dem Fallbeispiel „Alina“ verknüpft wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Ur-Vertrauen, Identitätsdiffusion, psychosoziale Entwicklung und die spezifische Fallproblematik des Mädchens Alina gekennzeichnet.

Welchen Einfluss hatte die Mutter laut der Analyse auf Alinas Entwicklung?

Die Arbeit postuliert, dass die Abwesenheit mütterlicher Fürsorge und die frühe Abgabe oder Vernachlässigung die Wurzel für Alinas tiefgreifende Störungen und ihr mangelndes Ur-Vertrauen bilden.

Warum wird Alinas Verhalten in sozialen Medien als gefährlich eingestuft?

Die Autorin deutet Alinas Selbstdarstellung im Internet als Folge ihrer Identitätsdiffusion und als verzweifelten Versuch, die bei der Mutter entbehrte Aufmerksamkeit und Zuneigung bei anderen zu kompensieren.

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Details

Titel
Entwicklungsbedingungen und psychische Störungen nach Eriksons Stufenmodell
Hochschule
Fliedner Fachhochschule Düsseldorf
Veranstaltung
Psychologie und Lebensalter
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
11
Katalognummer
V1493152
ISBN (PDF)
9783389050217
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologie Lebensalter Fallbeispiel Eriksons Stufenmodell Ur-Vertrauen vs Misstrauen Autonomie vs. Scham und Zweifel Initiative vs. Schuldgefühl Werksinn vs. Minderwertigkeit Identität vs. Identitätsdiffusion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Entwicklungsbedingungen und psychische Störungen nach Eriksons Stufenmodell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1493152
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Leseprobe aus  11  Seiten
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