Alternative Finanzierungsformen mit Haftungskapital für mittelständische Unternehmen


Studienarbeit, 2009
29 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele und Aufbau

2. Der Mittelstand in Deutschland
2.1 Begriffseingrenzung Mittelstand
2.2 Finanzierungsstruktur und Ursache der niedrigen Eigenkapitalquote
2.3 Probleme des Mittelstands bei der Gewinnung von Haftungskapital

3. Finanzierungsformen im Uberblick

3.1 Private Equity
3.1.1 Definition und Formen
3.1.2 Unternehmensfinanzierung mittels Private Equity
3.1.3 Kapitalbeschaffung
3.1.4 Vor- und Nachteile von Private Equity aus Unternehmersicht
3.2 Mezzanine Kapital
3.2.1 Eigenkapitalnahe Gestaltungsformen
3.2.2 Kapitalbeschaffung
3.2.3 Vor- und Nachteile der Mezzanine Finanzierung aus Unternehmersicht..

4. Mezzanine und Private Equity im Vergleich

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Definition Mittelstand (Quantitativ)

Abbildung 2: Heutige und zukunftige Bedeutung verschiedener Finanzierungsinstrumente

Abbildung 3: Drohender Engpass bei der Kreditvergabe, Blitzumfrage

Abbildung 4: Finanzierungsinstrumente im Uberblick

Abbildung 5: Formen von Mezzanine Kapital

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Finanzierung des Mittelstandes ist ein wichtiger Baustein fur Wachstum und Beschaftigung unserer Volkswirtschaft.[1] Der Zugang zu Finanzierungsmitteln ist von existenzieller Bedeutung fur alle Unternehmen.

Bislang stand bei mittelstandischen Unternehmen in Deutschland die langfristige Fremdfinanzierung in Form des Bankkredits bei der Kapitalbeschaffung im Vordergrund.[2] Die aktuelle Eintrubung der Konjunktur und eine zunehmend risiko- und margenorientierte Ausrichtung der Geschaftspolitik der Banken machen es dem Mittelstand zunehmend schwerer, das benotigte Kapital zu akquirieren. Immer haufiger stehen die Unternehmen vor Aufgaben, die nicht mehr uber klassische Kredite finanziert werden konnen.[3]

Die geringe Eigenkapitalausstattung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie das veranderte Kapitalvergabeverhalten der Kreditinstitute verlangen von vielen Unternehmern den Blick von herkommlichen Finanzierungsformen abzuwenden und sich nach neuen Moglichkeiten und alternativen Kapitalgebern umzusehen.[4] Diese neuen und innovativen Arten der Unternehmensfinanzierung gewinnen in der Praxis zunehmend an Bedeutung[5] und werden auch vermehrt nachgefragt, stellen aber gleichzeitig auch einige zusatzliche Anforderungen an die Kapital suchenden Firmen. In der Realitat scheitert der Einsatz von alternativen Finanzierungsinstrumenten scheinbar oft an den hohen Fixkosten oder an einem mangelnden strategischen Abgleich mit der Unternehmensstrategie.[6]

Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, welche Auswirkungen veranderte Rahmenbedingungen auf die Unternehmensfinanzierung im Mittelstand haben werden, welche Finanzierungswege fur dem Mittelstand kunftig verfugbar sind und welche Anpassungsprozesse sich hierbei fur die mittelstandischen Unternehmen ergeben.

1.2 Ziele und Aufbau

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der veranderten konjunkturellen Rahmenbedingungen - insbesondere bei der derzeitigen internationalen Bankenkrise - auf deutsche mittelstandische Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf deren Finanzierung, zu untersuchen. Hierbei sollen alternative Finanzierungsformen zur traditionellen Kreditfinanzierung aufgezeigt und primar die Moglichkeiten der Eigenkapitalbeschaffung untersucht werden.

Die Arbeit beginnt mit einer kurzen Auseinandersetzung mit dem Begriff „Mittelstand“ sowie der Darstellung der aktuellen Finanzierungssituation mittelstandischer Unternehmen. In diesem Zusammenhang werden die Ursachen der traditionell niedrigen Eigenkapitalquote und die Hindernisse bei der Gewinnung von Haftungskapital genannt und analysiert. Nach einer kurzen Vorstellung der alternativen Finanzierungsformen und Beschreibung der Funktionsweise der Instrumente werden Vor- und Nachteile der einzelnen Alternativen erlautert und die wesentlichen Unterschiede gegenubergestellt. Das Fazit im letzten Kapitel dient der Zusammenfassung der Ergebnisse sowie einem Ausblick auf mogliche Finanzierungskonzeptionen fur den Mittelstand

Die Arbeit basiert sowohl auf theoretischen Betrachtungen und Uberlegungen, welche aus Lehrbuchern, Studien und aktuellen Pressemitteilungen resultieren, als auch auf Umfragen und empirischen Erhebungen, welche den aktuellen Stand darstellen und Tendenzen der Entwicklung erkennen lassen.

2 Der Mittelstand in Deutschland

2.1 Begriffseingrenzung Mittelstand

Fur den Mittelstand - auch unter der Bezeichnung „KMU“ (kleine und mittelstandische Unternehmen) oder „SME“ (small and medium sized enterprises) bezeichnet - gibt es keine gesetzliche oder allgemein gultige Definition. Hinsichtlich der Zuordnung zum wirtschaftlichen Mittelstand gibt es unterschiedliche quantitative und qualitative Unterscheidungsmerkmale.

Die oberste Instanz zur Definition des Mittelstandes nimmt in Deutschland das Institut fur Mittelstandsforschung Bonn (IfM) ein.[7] Als mittelstandisch gelten Unternehmen, die bestimmte GroRenschwellen, gemessen am Umsatz und/oder Zahl der Beschaftigten, nicht uberschreiten. Das IfM Bonn zahlt Unternehmen mit weniger als 500 Beschaftigten und einem Umsatz unter 50 Mio. Euro dem Mittelstand zu.[8] (Vgl. Abb. 1).

Psychologische und soziookonomische Aspekte werden dagegen von den qualitativen Kriterien, die ebenfalls vom IfM aufgestellt werden, erfasst. Entscheidendes qualitatives Merkmal mittelstandischer Betriebe ist die Einheit von Fuhrung und Eigentum, von Gesellschaftern und Geschaftsfuhrern, wie haufig in Familienunternehmen vorzufinden ist. Die wirtschaftliche Unabhangigkeit und die Identitat zwischen Unternehmen und Unternehmer gelten als zentrale Entscheidungsinstanz.[9]

Im Interesse einer europaweiten statistischen Vergleichbarkeit beschrankt sich die Europaische Kommission auf eine statistische fundierte Definition, namlich die Zahl der Beschaftigten und den Jahresumsatz bzw. die Bilanzsumme. Zwei der drei Kriterien mussen bei der GroRenbestimmung zu Grunde gelegt werden. AuRerdem gehort zur EU-Definition der Beteiligungsaspekt. Ein mittelstandisches Unternehmen darf hochstens zu 25% im Besitz eines anderen Unternehmens sein.[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Definition Mittelstand (Quantitativ).[11]

Die besondere Bedeutung des Mittelstandes in Deutschland lasst sich leicht an Kennzahlen des Jahres 2004 verdeutlichen, als der deutsche Mittelstand

- 99,7% aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen ausmachte
- 40,8% aller steuerpflichtigen Umsatze erzielte
- 70,2% aller Arbeitnehmer beschaftigte
- 81,9% aller Auszubildenden und Lehrlinge ausbildete[12]

2.2 Finanzierungsstruktur und Ursache der niedrigen Eigenkapitalquote

Die Finanzierungskultur in Deutschland ist fremdkapitalgepragt. Die Eigenkapitalquote (das Verhaltnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme) deutscher Mittelstandsunternehmen liegt unter den weltweiten Durchschnitten. Mit 9,5% durchschnittlicher Eigenkapitalquote zeichnete sich der deutsche Mittelstand im Jahr 2005 aus. In den Europaischen Nachbarlandern hingegen lag die Eigenkapitalquote wesentlich hoher, wie zum Beispiel in Frankreich bei 33,9%, in England 41,4% und in den USA sogar bei 44,9%.[13]

Die relativ niedrige Eigenkapitalquote, als Ergebnis einer langjahrigen Untergewichtung von Eigenkapitalinstrumenten gegenuber klassischen Bank- und Lieferantenkrediten, ist durch das Zusammenspiel der in Deutschland installierten Systeme zu erklaren und weniger durch Wirtschaftssektoren oder Rentabilitat.[14]

Die Eigenkapitalschwache der deutschen KMU hat viele Ursachen. Eine wesentliche Ursache ist die deutsche Steuergesetzgebung. Die in Deutschland herrschende Regelung, thesaurierte Gewinne hoher als ausgeschuttete Gewinne zu besteuern, galt als Hinderungsgrund fur den Aufbau einer starken Eigenkapitalposition.[15] Als weitere steuerrelevante Hemmung der Eigenkapitalbildung gilt die Benachteilung von Eigenkapital gegenuber Fremdkapital. Die Abzugsfahigkeit der Sollzinsen begunstigt die Fremdkapitalaufnahme. Die Dividende, der Preis fur das Eigenkapital, muss hingegen aus dem versteuerten Gewinn finanziert werden.[16]

Neben diesen genannten Aspekten ist zu bedenken, dass die Fremdkapitalaufnahme in der Vergangenheit vergleichsweise leicht war. Durch das vorherrschende Hausbankensystem sind enge Beziehungen zwischen den Banken und den Unternehmern entstanden. Das gute Vertrauensverhaltnis und die geringen Transparenz- und Reportingverpflichtungen hatten zur Folge, dass sich der Mittelstand auf die Kreditwirtschaft als Kapitalgeber konzentrierte.[17] Die fehlenden Anreize zur Starkung der Eigenkapitalbasis fuhrten zwangslaufig zu einer hoheren Fremdfinanzierung und wachsender Abhangigkeit des Mittelstands von Bankkrediten.

In Bezug auf die Finanzierungsstruktur der mittelstandischen Unternehmen besteht die Praferenz Innen- und Kreditfinanzierung vor Beteiligungsfinanzierung. Hauptfinanzierungsquellen bilden nach wie vor die Selbstfinanzierung aus Gewinnen sowie die Finanzierung mittels Bankkrediten (Vgl. Abb.2). Die Aufnahme von Beteiligungskapital als eine ernsthafte Option zur Kapitalbeschaffung wird noch haufig abgelehnt. Die Ursachen fur die geringe Akzeptanz alternativer Finanzierungsquellen resultieren aus einem ausgepragten Unabhangigkeitsstreben und Angst vor Einschrankung der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit. Viele Eigentumer betrachten Ihr Unternehmen als Ihr Lebenswerk und definieren den Einstieg eines neuen Gesellschafters als Eingestandnis eigener Unzulanglichkeit.[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Heutige und zukünftige Bedeutung verschiedener Finanzierungsinstrumente – Durchschnittsbewertung.[19]

Weitere Grunde fur die ablehnende Haltung liegen in dem bis Mitte der 90er Jahre noch unzureichenden Angebot an alternativen Finanzierungsinstrumenten und nach wie vor bestehenden Informationsdefiziten der mittelstandischen Unternehmen.

Die Wichtigkeit des Eigenkapitals fur die Entwicklung Ihres Unternehmens war vielen Mittelstandlern nicht bewusst. Mangelnde Orientierung und knappe zeitliche Reserven fuhrten dazu, dass die Eigenkapitalplanung haufig vernachlassigt wurde.[20]

[...]


[1] Vgl. Koop/Maurer 2006, S.5.

[2] Vgl. Kienbaum/Borner 2003, S.5.

[3] Vgl. Werner 2007, S.11.

[4] Vgl. Schneck 2006, S.19.

[5] Vgl. Janisch/Moran 2005, S.78.

[6] Vgl. Hoffelich 2005, S.3 f.

[7] Vgl. Hofelich 2006, S.12 f.

[8] Vgl. http://www.ifm-bonn.org/assets/documents/Icks-12-06-2006.pdf

[9] Vgl. Hofelich 2006, S.14.

[10] Vgl. http://www.ifm-bonn.org/assets/documents/Icks-12-06-2006.pdf

[11] Quelle: Institut fur Mittelstandsforschung Bonn

[12] Vgl. Hofelich 2006, S.13.

[13] Quelle: IfM, Mittelstandsbank, http://www.ifm.uni-manheim.de

[14] Vgl. Fromman 2005, S.66 f.

[15] Vgl. Kumbaul 2003, S.317.

[16] Vgl. Schneck 2006, S.20.

[17] Vgl. Goebel 2005, S.10.

[18] Vgl. Paffenholz 2006, S.112.

[19] Quelle: IfM Bonn 2006

[20] Vgl. Schneck 2006, S.22 f.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Alternative Finanzierungsformen mit Haftungskapital für mittelständische Unternehmen
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
29
Katalognummer
V149333
ISBN (eBook)
9783640600465
ISBN (Buch)
9783640600755
Dateigröße
713 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzierung, Mittelstand, Private Equity, Haftungskapital
Arbeit zitieren
Adam Sitko (Autor), 2009, Alternative Finanzierungsformen mit Haftungskapital für mittelständische Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149333

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