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Der Walpurgisnachtstraum in Goethes "Faust I"

Seine Entstehung, sein Inhalt und seine Bedeutung für das Drama

Title: Der Walpurgisnachtstraum in Goethes "Faust I"

Seminar Paper , 2010 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marcel Klinke (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Der Walpurgisnachtstraum gehört wohl zu den umstrittensten Szenen des Faust I. Dies hängt weniger mit der Interpretation seines Inhalts zusammen, als mit der Frage, wieso Goethe diese Szene, die auf den ersten Blick nicht das Geringste mit der Handlung des Dramas oder auch nur mit den in ihm behandelten Problemfeldern zu tun hat, überhaupt in das Drama aufnimmt. In dieser Arbeit soll zunächst die Entstehungsgeschichte der beiden Fassungen der Szene (oder des Stücks), die schon Ansätze zur Klärung dieser Frage liefert, behandelt werden. Auch in der darauf folgenden kurzen Analyse einiger formaler Kriterien der Szene wird sich zeigen, dass sie, zumindest in Teilen, durchaus auf das Drama zugeschnitten ist. Die Diskrepanz zwischen Rahmen- und Binnenhandlung des Walpurgisnachtstraums wird in der Inhaltsanalyse thematisiert. In diesem Zusammenhang wird auch gezeigt, dass es sich bei den vierundvierzig Strophen nicht um eine bloße Aneinanderreihung spöttischer Äußerungen Goethes handelt, sondern dass der Szene ein bestimmtes kompositorisches Prinzip zugrunde liegt. Im letzten Teil der Arbeit soll dann die Rolle des Walpurgisnachtstraums im Faust I diskutiert werden. Dabei wird sich zeigen, dass es sich bei der Szene nicht bloß um einen zeitkritisch-satirischen Einschub Goethes in das Drama handelt, sondern dass sie durchaus mit den sie umgebenden Szenen in Beziehung steht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung

3.1. Formale Aspekte

3.2. Inhaltliche Aspekte

4. Der Walpurgisnachtstraum als Teil des Faust I

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Szene "Walpurgisnachtstraum" in Goethes Faust I, um zu klären, warum diese auf den ersten Blick handlungsfremde Passage in das Drama integriert wurde. Dabei liegt der Fokus auf der Entstehungsgeschichte, der formalen Analyse der Strophenstruktur sowie der inhaltlichen Einbettung als Intermezzo, das eine satirische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Literatur, Philosophie und Politik darstellt.

  • Analyse der Entstehungsgeschichte von "Oberons und Titanias goldene Hochzeit"
  • Untersuchung formaler Strophentypen und ihrer Bedeutung
  • Betrachtung der satirischen Zeitkritik an Literaten, Philosophen und Politikern
  • Funktionsbestimmung des Walpurgisnachtstraums als dramatisches Intermezzo
  • Vergleich und Einordnung in das Umfeld der Szenen "Walpurgisnacht" und "Trüber Tag. Feld."

Auszug aus dem Buch

3.1. Formale Aspekte

Bei der Betrachtung der vierundvierzig allesamt vier Verse umfassenden Strophen des Walpurgisnachtstraums unter formalen Aspekten ergibt sich eine Unterscheidung in zwei Haupt- und drei Nebentypen. Beim ersten Haupttyp (A), nach dessen Muster sechzehn Strophen verfasst sind, sind der erste und der dritte Vers trochäisch, der zweite und der vierte Vers jambisch. Dies betrifft die Strophen 3-5, 7-11, 18, 21, 36, 37, 40-42 und 44. Der zweite Haupttyp (B) besteht aus vier jambischen Versen und wird in den Strophen 14, 19, 20, 22-24 und 27-35 verwendet. In der Summe ergibt dies fünfzehn Verse. An dieser Stelle sei ein Einschub erlaubt, der Hans Arens´ Thesen zum Aussehen der frühen und der erweiterten Fassung des Walpurgisnachtstraums zusammenfasst.

Im Hinblick auf die unterschiedliche Strophenform der beiden Haupttypen ist dies von entscheidender Bedeutung, ist deren zufällig scheinende Folge doch keineswegs willkürlich, sondern rührt von den verschiedenen Entstehungsstadien her. Arens versucht eine Rekonstruktion der ersten (= Xenien-)Fassung, indem er alle Strophen, die auf den Blocksberg, auf das dort vertretene Personal, speziell den Teufel und auf die mit ihm zusammenhängende Hölle Bezug nehmen, ebenso die erst 1828 hinzugefügten Strophen 29 und 30, aussortiert. Wie in Teil 2 bereits dargestellt, verbleiben damit einundzwanzig Strophen, nämlich: 2-11, 14, 25 und 36-44. Vergleicht man diese Strophen mit denen, die oben für die Verwendung des A-Typs aufgeführt sind, so ergibt sich eine Schnittmenge von vierzehn Strophen. Vergleicht man damit dann noch die fünfzehn Strophen, die als B-Typ bezeichnet sind, so findet sich nur eine Strophe (14) dieses Typs unter den als Bestandteil der ursprünglichen Fassung angenommenen Strophen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, warum die umstrittene Szene "Walpurgisnachtstraum" in den Faust I aufgenommen wurde, und skizziert das methodische Vorgehen der Untersuchung.

2. Entstehung: Dieses Kapitel behandelt die Genese der Szene als ursprünglich für den Musenalmanach geplante "Xenien"-Fortsetzung "Oberons und Titanias goldene Hochzeit" und deren spätere Erweiterung für das Faust-Drama.

3.1. Formale Aspekte: Hier wird die metrische Struktur der Strophen analysiert, wobei Unterschiede zwischen der ursprünglichen Xenien-Fassung und den für Faust hinzugefügten Teilen aufgezeigt werden.

3.2. Inhaltliche Aspekte: Dieses Kapitel befasst sich mit der inhaltlichen Ausgestaltung der Szene, insbesondere mit der satirischen Darstellung von Literaten, Philosophen und Politikern sowie Goethes Selbstinszenierung darin.

4. Der Walpurgisnachtstraum als Teil des Faust I: Die Untersuchung der dramaturgischen Funktion der Szene als Intermezzo verdeutlicht, wie sie durch die Einbettung zwischen "Walpurgisnacht" und "Trüber Tag. Feld." eine notwendige Ruhepause und Perspektivwechsel ermöglicht.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Daseinsberechtigung des "Walpurgisnachtstraums" innerhalb des Faust I, indem es die thematischen Verbindungen und die zeitkritische Relevanz hervorhebt.

Schlüsselwörter

Faust I, Walpurgisnachtstraum, Johann Wolfgang von Goethe, Intermezzo, Xenien, Satire, Zeitkritik, Versbau, Strophenform, Literaturgeschichte, Drama, Blocksberg, Idealismus, Faust, Mephistopheles

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Szene "Walpurgisnachtstraum" in Goethes Faust I, deren inhaltliche Integration in das Drama oft kritisch hinterfragt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte, die formale metrische Analyse der Strophen sowie die satirische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen gesellschaftlichen und literarischen Strömungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass der Walpurgisnachtstraum kein bloßer, handlungsfremder Einschub ist, sondern eine gezielt auf das Drama zugeschnittene, funktionale Szene darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine Kombination aus historischer Quellenanalyse zur Entstehungsgeschichte und einer formalen sowie inhaltlichen Textanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die formalen Strophentypen, die inhaltliche satirische Charakterisierung der Figuren sowie die dramaturgische Einbettung der Szene zwischen die umliegenden Akte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Intermezzo", "Zeitkritik", "Xenien", "Faust I" und "Satire" bestimmt.

Warum unterscheidet der Autor zwischen den Strophentypen A und B?

Diese Unterscheidung ist zentral, um zwischen dem ursprünglichen "Xenien"-Teil und der späteren, inhaltlich auf das Faust-Drama ausgerichteten Erweiterung zu differenzieren.

Welche Rolle spielt die "Walpurgisnacht" für die Einordnung des "Walpurgisnachtstraums"?

Sie fungiert als unmittelbarer Kontext, der durch die Umkehrung der Perspektive – Geister beobachten die Menschen – den Intermezzo-Charakter der Szene unterstreicht.

Wie bewertet der Autor die häufig geäußerte Kritik an der Szene?

Der Autor widerspricht der Kritik, die Szene sei nur aus verlegerischen Gründen nach Schillers Ablehnung in das Drama aufgenommen worden, und betont stattdessen deren kompositorische Notwendigkeit.

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Details

Title
Der Walpurgisnachtstraum in Goethes "Faust I"
Subtitle
Seine Entstehung, sein Inhalt und seine Bedeutung für das Drama
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Deutsche Philologie)
Course
Goethes "Faust" im kulturellen Kontext
Grade
1,7
Author
Marcel Klinke (Author)
Publication Year
2010
Pages
15
Catalog Number
V149390
ISBN (eBook)
9783640597024
ISBN (Book)
9783640597079
Language
German
Tags
Marcel Klinke Goethe Faust Walpurgisnachtstraum Walpurgisnacht Traum Oberon Titania goldene Hochzeit Drama
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Klinke (Author), 2010, Der Walpurgisnachtstraum in Goethes "Faust I", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149390
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