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Carl Schmitt und die RAF

Title: Carl Schmitt und die RAF

Presentation (Elaboration) , 2009 , 13 Pages , Grade: 8

Autor:in: Sarah Schlitt (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

Während meiner Recherche für das Referat über den bekanntesten, aber auch
umstrittensten deutschen Staats- und Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts Carl
Schmitt, stieß ich immer wieder auf Artikel, in denen die Frage behandelt wurde, ob
und wenn ja in wie weit Carl Schmitts Theorien der RAF zum Vorbild oder gar zur
Legitimation für den bewaffneten Kampf gedient haben könnten. Zunächst hat mich
diese Annahme verwundert, da mir Carl Schmitt bisher nur durch seinen
ideologischen Beitrag zur Nazi-Diktatur und seiner antisemitischen Äußerungen
während der Nürnberger Prozesse bekannt war. Aus diesem Grund schien es mir
abwegig, ihn mit der RAF, die aus der 68er Revolte, welche sich besonders kritisch
mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzte, hervorgegangen war, in
Verbindung zu bringen oder gar in einen Topf zu werfen. Das Thema weckte mein
Interesse also habe ich mich entschlossen, es für die Ausarbeitung des Referats
genauer zu untersuchen. Dabei habe ich jedoch schnell gemerkt, dass dieses Thema
eine gewisse Brisanz in sich trägt und dass, bei der Gegenüberstellung zweier
solcher extremer Staatsansichten, wie sie Carl Schmitt und die RAF vertraten, im
Hinblick auf das politische und moralische Selbstverständnis Deutschlands und des
Rechtsstaates an sich stets eine gewisse kritische Vorsicht zu waren ist. Von daher
möchte ich zunächst einmal darstellen, aus welcher Intention heraus sich sowohl
Carl Schmitt als auch die RAF gegen den Rechtsstaat und die liberale Demokratie
verschworen haben und mit welchen Mitteln sie hofften, diesen zu überwinden.
Anhand dessen werden schnell einige Gemeinsamkeiten im Denken beider deutlich.
Ob diese jedoch ausreichen, um Rückschlüsse über eine Einflussnahme zu belegen,
möchte ich aufzeigen, indem ich Carl Schmitts Theorie des Partisanen mit dem
Konzept der Stadtguerilla, welches die RAF 1971 veröffentlicht hat, vergleiche.
Außerdem schien es mir ebenfalls notwendig, kurz auf die teils doch sehr
fragwürdige Darstellung von Wolfgang Kraushaar einzugehen, der sich in seinem
Buch „Die RAF und der linke Terrorismus“ mit diesem Thema befasst hat. Denn
besonders in der Kritik an seinem Werk bzw. an den darin von ihm gezogenen
ideologisch problematischen Schlussfolgerungen lässt sich darstellen, wie
polarisierend und noch immer nicht vollständig aufgearbeitet der Verlauf der
deutschen Geschichte zur Zeit der 68er Revolte bis heute noch ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Carl Schmitt und die RAF

1.2 Carl Schmitt in den 68ern

1.3 Staatsansichten

2. Schmitts Theorien

2.1 Theorie des Partisanen – Entstehung und Hintergrund

2.2 Der Partisan

2.3 Was ist Dezisionismus?

3. Wolfgang Kraushaar – von der antiautoritären Bewegung zum bewaffneten Kampf

3.1 Vom Dezisionismus zum Linksfaschismus

3.2 Dutschke: Stadtguerilla nach Ché Guevara zur Restitution des deutschen Klassenbewusstseins

4. Die Rote Armee Fraktion (RAF)

4.1 Das Konzept der Stadtguerilla

4.2 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, ob und inwieweit die Theorien von Carl Schmitt, insbesondere dessen Partisanenbegriff und Dezisionismus, als ideologische Vorbilder oder Legitimation für die terroristischen Aktivitäten der Roten Armee Fraktion (RAF) dienten.

  • Analyse der politischen Theorien von Carl Schmitt
  • Verbindungslinien zwischen 68er-Bewegung und Schmittschem Denken
  • Gegenüberstellung von Schmitts Partisanenmodell und dem RAF-Konzept der Stadtguerilla
  • Kritische Würdigung der Darstellung von Wolfgang Kraushaar

Auszug aus dem Buch

1.1 Carl Schmitt und die RAF

Während meiner Recherche für das Referat über den bekanntesten, aber auch umstrittensten deutschen Staats- und Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts Carl Schmitt, stieß ich immer wieder auf Artikel, in denen die Frage behandelt wurde, ob und wenn ja in wie weit Carl Schmitts Theorien der RAF zum Vorbild oder gar zur Legitimation für den bewaffneten Kampf gedient haben könnten. Zunächst hat mich diese Annahme verwundert, da mir Carl Schmitt bisher nur durch seinen ideologischen Beitrag zur Nazi-Diktatur und seiner antisemitischen Äußerungen während der Nürnberger Prozesse bekannt war. Aus diesem Grund schien es mir abwegig, ihn mit der RAF, die aus der 68er Revolte, welche sich besonders kritisch mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzte, hervorgegangen war, in Verbindung zu bringen oder gar in einen Topf zu werfen. Das Thema weckte mein Interesse also habe ich mich entschlossen, es für die Ausarbeitung des Referats genauer zu untersuchen. Dabei habe ich jedoch schnell gemerkt, dass dieses Thema eine gewisse Brisanz in sich trägt und dass, bei der Gegenüberstellung zweier solcher extremer Staatsansichten, wie sie Carl Schmitt und die RAF vertraten, im Hinblick auf das politische und moralische Selbstverständnis Deutschlands und des Rechtsstaates an sich stets eine gewisse kritische Vorsicht zu waren ist. Von daher möchte ich zunächst einmal darstellen, aus welcher Intention heraus sich sowohl Carl Schmitt als auch die RAF gegen den Rechtsstaat und die liberale Demokratie verschworen haben und mit welchen Mitteln sie hofften, diesen zu überwinden.

Anhand dessen werden schnell einige Gemeinsamkeiten im Denken beider deutlich. Ob diese jedoch ausreichen, um Rückschlüsse über eine Einflussnahme zu belegen, möchte ich aufzeigen, indem ich Carl Schmitts Theorie des Partisanen mit dem Konzept der Stadtguerilla, welches die RAF 1971 veröffentlicht hat, vergleiche.

Außerdem schien es mir ebenfalls notwendig, kurz auf die teils doch sehr fragwürdige Darstellung von Wolfgang Kraushaar einzugehen, der sich in seinem Buch „Die RAF und der linke Terrorismus“ mit diesem Thema befasst hat. Denn besonders in der Kritik an seinem Werk bzw. an den darin von ihm gezogenen ideologisch problematischen Schlussfolgerungen lässt sich darstellen, wie polarisierend und noch immer nicht vollständig aufgearbeitet der Verlauf der deutschen Geschichte zur Zeit der 68er Revolte bis heute noch ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Autorin legt die Motivation für das Referat dar, nämlich die kritische Hinterfragung einer vermeintlichen ideologischen Verbindung zwischen Carl Schmitt und der RAF sowie die Prüfung von Wolfgang Kraushaars Thesen.

2. Schmitts Theorien: Es werden die zentralen Konzepte Schmitts, insbesondere die „Theorie des Partisanen“ und der „Dezisionismus“ als Instrumente der politischen Unterscheidung von Freund und Feind erläutert.

3. Wolfgang Kraushaar – von der antiautoritären Bewegung zum bewaffneten Kampf: Dieses Kapitel thematisiert den Vorwurf des „Linksfaschismus“ durch Habermas und untersucht Rudi Dutschkes Adaption der Stadtguerilla-Strategie im Kontext der damaligen Zeit.

4. Die Rote Armee Fraktion (RAF): Das Konzept der Stadtguerilla der RAF wird analysiert und die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es keine direkten Belege für eine Legitimation durch Carl Schmitt gibt.

Schlüsselwörter

Carl Schmitt, RAF, Partisan, Dezisionismus, Stadtguerilla, 68er-Bewegung, Linksfaschismus, Rudi Dutschke, Ulrike Meinhof, Rechtsstaat, politische Ideengeschichte, Terrorismus, Gewalt, Anti-Normativismus, Freund-Feind-Unterscheidung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Frage, ob die Theorien des Staatsrechtlers Carl Schmitt einen direkten Einfluss auf die Ideologie und das Handeln der Roten Armee Fraktion (RAF) hatten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die politische Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts, die Theorie des Partisanen, der Dezisionismus, die 68er-Revolte sowie der linke Terrorismus in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt der Behauptung zu prüfen, dass Carl Schmitt als ideologischer Wegbereiter der RAF gedient haben könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem direkten Vergleich zwischen Schmitts theoretischen Schriften und den publizierten Programmen der RAF.

Was ist der Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert Schmitts Konzepte sowie die Überlegungen von Rudi Dutschke und die RAF-Schriften, um Schnittmengen und Unterschiede aufzuzeigen.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dezisionismus, Partisanenbegriff, RAF, studentische Opposition und politische Legitimation von Gewalt charakterisieren.

Inwiefern spielt Wolfgang Kraushaar eine Rolle?

Die Autorin setzt sich kritisch mit Kraushaars Buch „Die RAF und der linke Terrorismus“ auseinander und hinterfragt dessen methodische und ideologische Objektivität.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Rudi Dutschke?

Die Autorin sieht Dutschke als jemanden, der zwar den Begriff Stadtguerilla prägte, diesen jedoch konzeptionell von terroristischer Gewalt gegen Menschen abgrenzte und eher als Form der Sabotage verstand.

Welches Fazit zieht die Arbeit?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es keine Beweise für eine direkte ideologische Einflussnahme Schmitts auf die RAF gibt und der Terror eher aus der Radikalisierung einer bestimmten politischen Praxis heraus entstand.

Warum war der Begriff Dezisionismus in der 68er-Zeit negativ besetzt?

Aufgrund von Schmitts Vergangenheit im Nationalsozialismus wurde der Begriff in der Studentenbewegung als Synonym für eine antidemokratische, autoritäre Gesinnung wahrgenommen.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Carl Schmitt und die RAF
College
University of Marburg  (Politikwissenschaft)
Course
Einführung in die Theorie politischer Ideengeschichte
Grade
8
Author
Sarah Schlitt (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V149406
ISBN (eBook)
9783640604579
ISBN (Book)
9783640604920
Language
German
Tags
Carl Schmitt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Schlitt (Author), 2009, Carl Schmitt und die RAF, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149406
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