In den 60er Jahren musste in Teilen Asiens eine gewaltige Hungersnot befürchtet werden, da keine weitere Flächenausdehnung in der Landwirtschaft möglich war und der Bevölkerungsdruck immer größer wurde. Eine der Katastrophe konnte nur durch höhere Erträge abgewendet werden. Die Grüne Revolution bot diese Möglichkeit.
Im Folgenden sollen Maßnahmen und Bedingungen der Umsetzung erläutert werden, und welche begleitenden positiven und negativen Ergebnisse die Revolution mit sich brachte. Exemplarisch dienen die asiatischen Länder Indien, mit dem Cauvery-Delta und Indonesien. Es stellt sich die Frage, wie sich die Grüne Revolution auswirkte und wem sie zugute kam. Außerdem wird ein Augenmerk auf den entstanden Problemen liegen, denn es muss untersucht werden, ob sich Schwierigkeiten in sozialer Hinsicht verschärften und ob darüber hinaus zusätzliche Probleme entstanden.
Inhaltsverzeichnis
1. BEDEUTUNG DER GRÜNEN REVOLUTION
2. DIE GRÜNE REVOLUTION
2.1 RAHMENBEDINGUNGEN UND MAßNAHMEN DER GRÜNEN REVOLUTION
2.2 POSITIVE ASPEKTE DER GRÜNEN REVOLUTION
2.3 NEGATIVE ASPEKTE DER GRÜNEN REVOLUTION
3. DIE UMSETZUNG DER GRÜNEN REVOLUTION IN INDIEN
3.1 PROBLEME DER GRÜNEN REVOLUTION IN INDIEN
3.2 LÖSUNGSANSÄTZE DER PROBLEME
3.3 DAS BEISPIEL CAUVERY-DELTA IN SÜDINDIEN
3.3.1 Maßnahmen und Wirkung der Grünen Revolution
3.3.2 Probleme und Folgen der Grünen Revolution im Cauvery-Delta
4. DIE GRÜNE REVOLUTION IN INDONESIEN
4.1 DIE UMSETZUNG DER GRÜNEN REVOLUTION IN INDONESIEN
4.2 FOLGEN DER GRÜNEN REVOLUTION IN INDONESIEN
5. FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der "Grünen Revolution" auf die landwirtschaftliche Entwicklung in asiatischen Ländern, insbesondere in Indien und Indonesien. Zentrales Ziel ist es zu analysieren, wie durch die Einführung biologisch-technischer Innovationen eine drohende Hungersnot abgewendet wurde und welche sozioökonomischen sowie ökologischen Folgen dieser Strukturwandel für die lokale Landbevölkerung hatte.
- Technologische Grundlagen der Agrarintensivierung (Hochertragssorten, Bewässerung).
- Positive Effekte hinsichtlich Ernährungssicherheit und Beschäftigungswachstum.
- Negative Auswirkungen wie Bodenversalzung, soziale Disparitäten und Verschuldung.
- Regionale Fallbeispiele zur Implementierung und den daraus resultierenden Problemen.
- Langfristige soziale Folgen und die Rolle der Ressource Wasser.
Auszug aus dem Buch
2. Die Grüne Revolution
Bei dem 1968 geprägten Begriff „Grüne Revolution“ handelt es sich um „einen besonders Mitte der 60er Jahre einsetzenden markanten Durchbruch in der Landwirtschaft von Entwicklungsländern, der vor allem biologisch-technischer Art ist“ (BOHLE 1981a: 1). Die Agrartechnologie zeichnet sich durch die „Kombination von hochertragreichem Saatgut, Kunstdünger, Pflanzenschutz, Bewässerung und modernen Bearbeitungsmethoden“ aus, welche zu einer Steigerung der Hektarerträge führt (BOHLE 1981a: 1). „Die Grüne Revolution ist [also] eine landsparende Technologie“ (LEISINGER 1987: 24).
Des weiteren versteht man unter dem Begriff „Grüne Revolution“ einen weitreichenden landwirtschaftlichen Strukturwandel, zu welchem ein Abbau der Nahrungsmittelknappheit und Unterernährung zählen (BOHLE 1981a:1). An dieser Stelle sei die Verhinderung einer befürchteten „Ernährungskrise mit Millionen von Hungertoten“ in Südasien erwähnt (JAHNKE 2003: 15). Auch die „allmähliche Lösung der wichtigsten ländlichen Entwicklungsprobleme und eine[...] zunehmende Bedeutung des agraren Sektors für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der Dritten Welt“, werden der Grünen Revolution zugeschrieben (BOHLE 1981a: 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. BEDEUTUNG DER GRÜNEN REVOLUTION: Das Kapitel führt in die historische Notwendigkeit der Ertragssteigerung in Asien ein, um den wachsenden Bevölkerungsdruck und drohende Hungersnöte zu bewältigen.
2. DIE GRÜNE REVOLUTION: Hier wird der theoretische Begriff definiert und die technologischen Komponenten sowie die angestrebten sozioökonomischen Ziele erläutert.
3. DIE UMSETZUNG DER GRÜNEN REVOLUTION IN INDIEN: Das Kapitel behandelt die regionale Implementierung der Maßnahmen in Indien sowie die damit verbundenen ökologischen und sozialen Herausforderungen im Agrarsektor.
4. DIE GRÜNE REVOLUTION IN INDONESIEN: Diese Sektion analysiert das nationale Programm BIMAS, dessen Misserfolge und späteren Erfolge sowie die massiven strukturellen Veränderungen im ländlichen Raum.
5. FAZIT: Das Fazit bilanziert die widersprüchliche Bilanz zwischen der erreichten Ernährungssicherung und den negativen Begleiterscheinungen wie Ressourcenkonflikten.
Schlüsselwörter
Grüne Revolution, Landwirtschaft, Asien, Indien, Indonesien, Hochertragssorten, Bewässerung, Ernährungssicherheit, Bodenfruchtbarkeit, Kleinbauern, Verschuldung, Strukturwandel, BIMAS, Reisanbau, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Modernisierungskampagnen, bekannt als Grüne Revolution, auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in ausgewählten asiatischen Ländern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Agrartechnologie, Wasserressourcenmanagement, Ernährungssicherung und die sozioökonomischen Folgen für die ländliche Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Erfolg der Grünen Revolution bei der Abwendung von Hungersnöten gegen die entstandenen sozialen und ökologischen Folgeprobleme abzuwägen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geographische Analyse, die auf Literaturrecherche sowie der Auswertung von Fallbeispielen in Indien und Indonesien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Rahmenbedingungen, die spezifische Umsetzung der Programme in Indien und Indonesien sowie die Untersuchung von Problemen wie Grundwasserprivatisierung und Verschuldung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Grüne Revolution, Reisintensivierung, Ernährungssicherheit, sozioökonomischer Strukturwandel und nachhaltige Landwirtschaft.
Welche Bedeutung hat das Cauvery-Delta für die Analyse?
Es dient als spezifisches Fallbeispiel in Südindien, um die Auswirkungen technischer Bewässerungsinvestitionen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Konflikte zu illustrieren.
Was versteckt sich hinter dem Begriff BIMAS in Indonesien?
BIMAS steht für "Bimbingan Masal" (Anleitung der Massen) und beschreibt das staatliche indonesische Programm zur Intensivierung der Reisproduktion.
Warum wird die Wasserproblematik als besonders kritisch bewertet?
Die industrielle Landwirtschaft benötigt ein Vielfaches an Wasser im Vergleich zur traditionellen Bewirtschaftung, was zu einer Privatisierung des Grundwassers, Absenkung des Spiegels und langfristigen Ressourcenkonflikten führt.
Zu welchem Gesamtergebnis kommt die Autorin?
Obwohl die Grüne Revolution das Hauptziel der Vermeidung massiver Hungersnöte erreichte, hinterließ sie erhebliche soziale Disparitäten und ökologische Schäden, die den Fortschritt für die ärmere Landbevölkerung erschweren.
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- Stefanie Benner (Author), 2010, Die Grüne Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149472