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Behindert Frausein. Über die Wechselwirkung der soziokulturellen Konstrukte "Geschlecht" und "Behinderung"

Titel: Behindert Frausein. Über die Wechselwirkung der soziokulturellen Konstrukte "Geschlecht" und "Behinderung"

Essay , 2019 , 5 Seiten

Autor:in: Katharina Schröders (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In diesem Essay wird auf das Verhältnis der soziokulturellen Konstrukte "Geschlecht" und "Behinderung" eingegangen und kurz beleuchtet, wie im Leben von behinderten Frauen eine Abweichung von der gesellschaftlich konstruierten Norm in diesen beiden Bereichen die Identitätsbildung erschwert. Inwiefern wirkt eine Behinderung auf die geschlechtliche Identität der Frau ein, und umgekehrt? Welche Ansätze gibt es in der Forschung, um "Behindert geworden sein" und "Frausein" als zwei Faktoren zu reflektieren, die in Wechselwirkung zueinander die Identität und das Leben von Millionen von Frauen prägen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Einordnung der Intersektionalität

3. Lebensbereiche behinderter Frauen und Problematik der Identitätsfindung

4. Auswirkungen auf Partnerschaft, Kinderwunsch und Sexualität

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung der soziokulturellen Konstrukte Geschlecht und Behinderung und deren Einfluss auf die Identitätsbildung behinderter Frauen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie diese Faktoren ineinandergreifen und in welcher Weise sie das Leben und die Fremd- sowie Selbstwahrnehmung von Frauen mit Behinderungen in einer normorientierten Gesellschaft prägen.

  • Die Anwendung des Modells der Intersektionalität auf Disability Studies
  • Die Wahrnehmung behinderter Frauen als „geschlechtliches Neutrum“
  • Strukturelle Diskriminierung in der pädagogischen Praxis und im Alltag
  • Die Bedeutung von Schönheitsidealen für die Identitätsfindung
  • Implikationen für Partnerschaft, Mutterschaft und den Schutz vor Gewalt

Auszug aus dem Buch

Die Wahrnehmung behinderter Frauen in der Gesellschaft

Zum einen ist zu beobachten, dass behinderte Frauen in unserer Gesellschaft tendenziell nicht als Frau, sondern als geschlechtliches Neutrum wahrgenommen werden. Dies wird beispielsweise daran deutlich, dass es keine öffentlichen Behindertentoiletten gibt, die nach Geschlecht getrennt sind.

Auf den ersten Blick könnte dieses Fehlen an Attribution einer festen Geschlechterrolle und der damit einhergehenden Vorurteilen und Erwartungen positiv erscheinen – schließlich würden behindert gewordene Frauen dann nicht auf ihr Frausein reduziert und von ihrer Umwelt nicht in eine traditionell weibliche Geschlechterrolle gepresst. Jedoch liegt der vorschnellen Wahrnehmung als geschlechtliches Neutrum eine subtile Menschenverachtung zugrunde, die Behinderten jegliche Form von Sexualität oder Geschlechtsidentität abspricht, welches Grundbedürfnisse des Menschen sind: ,,Denn wir Krüppelfrauen sind in dieser Gesellschaft, in der der Wert einer Frau danach bemessen wird, wie gut sie als Sexualobjekt funktioniert, geschlechtslose Wesen, Gebrauchs- und Tauschwert gleich Null.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Identitätsbildung behinderter Frauen ein und skizziert die methodische Perspektive der Disability Studies.

2. Theoretische Einordnung der Intersektionalität: Hier wird das Modell der Intersektionalität dargelegt, um zu erklären, wie verschiedene Unterdrückungsformen wie Geschlecht und Behinderung miteinander verwoben sind.

3. Lebensbereiche behinderter Frauen und Problematik der Identitätsfindung: Dieser Teil beleuchtet, wie die gesellschaftliche Neutralisierung behinderter Frauen deren Selbstbild und Identitätsentwicklung aktiv erschwert.

4. Auswirkungen auf Partnerschaft, Kinderwunsch und Sexualität: Das Kapitel analysiert die Diskriminierung in privaten Lebensbereichen und die Tabuisierung von Sexualität und Mutterschaft bei behinderten Frauen.

5. Fazit: Der Abschluss fasst zusammen, dass ein Perspektivenwechsel in der Pädagogik notwendig ist, um behinderten Frauen ein Recht auf ihre weibliche Identität zuzusichern.

Schlüsselwörter

Disability Studies, Intersektionalität, Behinderung, Geschlecht, Identitätsbildung, Frausein, Soziales Modell, Normabweichung, Mehrfachunterdrückung, Heteronormativität, Diskriminierung, Pädagogik, Körperbild, Sexualität, Selbstbestimmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Verschränkung von Behindertsein und Frausein und untersucht, wie gesellschaftliche Normvorstellungen die Identität behinderter Frauen beeinflussen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Intersektionalität, das soziale Konstrukt von Geschlecht, die Wahrnehmung von Körpern in der Gesellschaft sowie Diskriminierungserfahrungen in privaten und pädagogischen Kontexten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen Behinderung und Geschlecht aufzudecken und aufzuzeigen, wie diese Faktoren eine gleichberechtigte Identitätsfindung behinderter Frauen erschweren.

Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze der Disability Studies sowie das Modell der Intersektionalität, um Behinderung nicht als individuelles Defizit, sondern als gesellschaftlich konstruiertes Phänomen zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Dort werden die theoretischen Grundlagen der Intersektionalität erläutert und anhand von Bereichen wie Körperwahrnehmung, Sexualität, Partnerschaft und Mutterschaft kritisch reflektiert.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Begriffe wie Intersektionalität, Identitätsbildung, soziale Konstruktion, Diskriminierung und Disability Studies sind essenziell für das Verständnis der Argumentation.

Warum wird behinderten Frauen oft der Status als „Frau“ abgesprochen?

Autorin Katharina Schröders argumentiert, dass die Gesellschaft behinderte Frauen als geschlechtliche „Neutren“ betrachtet, da sie nicht den traditionellen Schönheits- und Funktionalitätsidealen eines weiblichen Körpers entsprechen.

Welche Rolle spielt die pädagogische Praxis bei diesem Thema?

Die pädagogische Praxis ist laut der Arbeit oftmals von Ratlosigkeit und Tabuisierung geprägt, was notwendige Sexualaufklärung verhindert und die Identitätsentwicklung behinderter Menschen weiter sabotiert.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Behindert Frausein. Über die Wechselwirkung der soziokulturellen Konstrukte "Geschlecht" und "Behinderung"
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Disability Studies. Perspektiven auf (Nicht-)Behinderung
Autor
Katharina Schröders (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
5
Katalognummer
V1494905
ISBN (PDF)
9783389057506
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Disability Studies Geschlecht Behinderung Wechselwirkung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Schröders (Autor:in), 2019, Behindert Frausein. Über die Wechselwirkung der soziokulturellen Konstrukte "Geschlecht" und "Behinderung", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1494905
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Leseprobe aus  5  Seiten
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