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Phänomen Messie: Eine neue Form der Zwangserkrankung?

Title: Phänomen Messie: Eine neue Form der Zwangserkrankung?

Seminar Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Silke Bachert (Author)

Social Work
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Zu jeder Zeit, in jeder gesellschaftlichen Epoche entwickeln sich auch neue Krankheits- oder Störungsbilder. Mit fortschreitender Individualisierung der Gesellschaft können wir mit gänzlich neuen Formen psychischer Reaktionen konfrontiert werden, bzw. bekannte Störungsbilder verändern oder verstärken sich derart, dass zu überlegen ist, ob hier inzwischen von einer eigenständigen Erkrankung auszugehen ist.

Eine solche Form liegt wohl bei dem so genannten Messie-Phänomen, oder auch Messie-Syndrom, vor, welches sich seit den achtziger Jahren zu einem Schlagwort unter Fachwelt und Laien entwickelte. Aber was genau ist mit diesem Begriff gemeint, beschreiben oft synonym benutzte Termini wie Vermüllungssyndrom, Desorganisationsproblem oder Diogenes-Syndrom ein identisches Störungsbild, oder ist von zufälligen Parallelen auszugehen?
Handelt es sich um eine eigenständige psychische Erkrankung oder haben wir es lediglich mit einer Unterform eines bestehenden Krankheitsbildes zu tun?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1.Definition des Messie- Phänomens

1.1.1 Ursachenmodelle

1.2. Geschichte

2. Vergleiche mit ähnlichen Erkrankungen

2.1. Diogenes- Syndrom

2.1.1. Definition des Diogenes- Syndroms

2.1.2. Vergleich mit dem Messie- Phänomen

2.2. Vermüllungssyndrom

2.2.1. Definition des Vermüllungssyndroms

2.2.2. Vergleich mit dem Messie- Phänomen

3. Zuordnungsversuche zu anderen Erkrankungen

3.1. Zwangsstörungen

3.1.1. Ist das Messie-Phänomen eine Form der Zwangsstörung?

3.2. AD(H)S

3.2.1. Könnte das Messie- Phänomen AD(H)S zugeordnet werden?

3.3. Zwanghafte Persönlichkeitsstörung

3.3.1. Ist das Messie- Phänomen der Zwanghaften Persönlichkeitsstörung zugehörig?

4. Komorbidität beim Messie- Phänomen

5. Therapieansätze

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Messie-Phänomen und prüft, ob es sich dabei um eine eigenständige psychische Erkrankung handelt oder ob es als Unterform beziehungsweise Symptom bereits bekannter Störungsbilder klassifiziert werden kann.

  • Differenzierung des Messie-Phänomens von verwandten Syndromen wie dem Diogenes-Syndrom.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Zuordnung zu Zwangsstörungen.
  • Analyse von Symptomüberschneidungen mit AD(H)S und der Zwanghaften Persönlichkeitsstörung.
  • Untersuchung der Komorbidität und häufig auftretender Begleiterkrankungen.
  • Darstellung aktueller Therapieansätze und der Rolle der Selbsthilfe.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Ist das Messie- Phänomen eine Form der Zwangsstörung?

An dieser Stelle möchte ich auf einige der vorstehend erwähnten Kriterien eingehen. So wird im DSM IV ja der benötigte Zeitaufwand erwähnt, der betroffene Personen in ihrem Lebensalltag behindert.

Hier habe ich bereits im Eingang die Schwierigkeiten der Messies bei der zeitlichen Organisation ihres Alltags geschildert. Viele Tätigkeiten werden begonnen, nichts zufriedenstellend zu Ende geführt. Diese Desorganisationsproblematik führt auch zu nicht eingehaltenen Terminen und somit auch zu Problemen im sozialen Bereich.

Dieses könnte man als übereinstimmend mit der Zwangsstörung bezeichnen. Ebenfalls stimmig kann man das Kriterium der Zwangshandlungen erklären, wenn man das Sammeln und Aufbewahren von teilweise unnützen Gegenständen als solches interpretiert. Hier wird Sicherheit durch das Besitzen bestimmter Dinge empfunden- ein Verlust würde Leidensdruck hervor rufen.

So empfiehlt auch das DSM IV die Diagnosestellung einer Zwangsstörung bei extremer Sammelwut (wenn zum Beispiel die Anhäufungen wertloser Objekte eine erhöhte Brandgefahr darstellen und den Durchgang durch ein Haus erschweren) (2003, S.796)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Phänomen und Darlegung der Fragestellung zur eigenständigen Klassifizierung.

1.1.Definition des Messie- Phänomens: Erläuterung der Begrifflichkeit und Konkretisierung der Symptomatik.

1.1.1 Ursachenmodelle: Untersuchung potenzieller Auslöser und psychologischer Ursachenannahmen.

1.2. Geschichte: Historischer Rückblick auf die Entstehung und Verbreitung des Begriffs durch Sandra Felton.

2. Vergleiche mit ähnlichen Erkrankungen: Einleitende Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern.

2.1. Diogenes- Syndrom: Definition und Vergleich des Diogenes-Syndroms mit dem Messie-Phänomen.

2.1.1. Definition des Diogenes- Syndroms: Darstellung der klinischen Merkmale und Forschungsansätze zum Diogenes-Syndrom.

2.1.2. Vergleich mit dem Messie- Phänomen: Gegenüberstellung der Symptome und sozialen Aspekte beider Störungsbilder.

2.2. Vermüllungssyndrom: Erörterung der Parallelen und Unterschiede zum Vermüllungssyndrom.

2.2.1. Definition des Vermüllungssyndroms: Wissenschaftliche Einordnung und Kriterien des Vermüllungssyndroms.

2.2.2. Vergleich mit dem Messie- Phänomen: Analyse der Abgrenzung und der psychiatrischen Beurteilung beider Störungsbilder.

3. Zuordnungsversuche zu anderen Erkrankungen: Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Messie-Phänomen und psychischen Störungen.

3.1. Zwangsstörungen: Vergleich der Diagnosekriterien der Zwangsstörung mit dem Messie-Phänomen.

3.1.1. Ist das Messie-Phänomen eine Form der Zwangsstörung?: Analyse der Überlappungen und Unterschiede im Kontext der Zwangssymptomatik.

3.2. AD(H)S: Darstellung der Symptomatik von AD(H)S beim Erwachsenen.

3.2.1. Könnte das Messie- Phänomen AD(H)S zugeordnet werden?: Kritische Prüfung der Symptomüberschneidungen und diagnostischen Möglichkeiten.

3.3. Zwanghafte Persönlichkeitsstörung: Definition der Zwanghaften Persönlichkeitsstörung nach dem DSM IV.

3.3.1. Ist das Messie- Phänomen der Zwanghaften Persönlichkeitsstörung zugehörig?: Detaillierter Abgleich der Kriterien beider Störungen.

4. Komorbidität beim Messie- Phänomen: Auswertung statistischer Daten zu Begleiterkrankungen wie Depressionen und Angststörungen.

5. Therapieansätze: Überblick über vorhandene Interventionsmöglichkeiten, insbesondere Selbsthilfegruppen und Therapieformen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse und abschließende Einschätzung der Klassifizierbarkeit.

Schlüsselwörter

Messie-Phänomen, Messie-Syndrom, Zwangsstörung, Diogenes-Syndrom, Vermüllungssyndrom, ADHS, Zwanghafte Persönlichkeitsstörung, Komorbidität, Selbsthilfe, Psychische Störungen, Desorganisation, Sammelwut, Therapie, Diagnostik, Lebensstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Messie-Phänomen, um zu klären, ob es sich um eine eigenständige klinische Diagnose handelt oder um eine Unterform bereits anerkannter psychischer Erkrankungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern (Diogenes-Syndrom, Vermüllungssyndrom), die Überprüfung von Zusammenhängen zu Zwangsstörungen, ADHS und Zwanghafter Persönlichkeitsstörung sowie die Analyse von Begleiterkrankungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Status des Messie-Phänomens in der aktuellen psychologischen Forschung zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, ob die bisherigen Zuordnungsversuche zu etablierten Krankheitsbildern hinreichend sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Analyse aktueller Studien (u.a. von Steins, Felton, Dettmering) und einem detaillierten Vergleich diagnostischer Kriterien aus dem DSM IV und ICD 10.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Symptome, Ursachenmodelle und die Geschichte des Phänomens und führt detaillierte Vergleiche mit verschiedenen klinischen Störungsbildern durch, um mögliche Übereinstimmungen zu prüfen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Messie-Phänomen, Zwangsstörung, Desorganisation, Sammelwut, Komorbidität, Diogenes-Syndrom und Therapieansätze.

Warum wird das Diogenes-Syndrom gesondert betrachtet?

Das Diogenes-Syndrom wird oft fälschlicherweise synonym zum Messie-Phänomen verwendet. Die Arbeit zeigt jedoch wesentliche Unterschiede in der Altersstruktur und der sozialen Isolation auf.

Ist das Messie-Phänomen laut Autorin eine Zwangsstörung?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass trotz einiger Symptomüberschneidungen, wie der Sammelwut, keine eindeutige Zuordnung des Messie-Phänomens zur Zwangsstörung möglich ist, da zu viele Unterschiede in der Psychodynamik bestehen.

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Details

Title
Phänomen Messie: Eine neue Form der Zwangserkrankung?
College
Kiel University of Applied Sciences
Course
Leben mit Verhaltensauffälligkeit und psychischer Krankheit
Grade
1,3
Author
Silke Bachert (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V149499
ISBN (eBook)
9783640600502
ISBN (Book)
9783640600328
Language
German
Tags
Messie psychische Störungen Vermüllung Psychologie Zwangsstörung Diogenes Syndrom Komorbidität Müll
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silke Bachert (Author), 2008, Phänomen Messie: Eine neue Form der Zwangserkrankung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149499
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