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Zur Psychogenese der Vaterreligion

Título: Zur Psychogenese der Vaterreligion

Trabajo Escrito , 2022 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Peter Fromm (Autor)

Psicología - Psicología de la religión
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Die Arbeit behandelt Sigmud Freuds Genealogie der Religion, wie er sie auf der Grundlage seiner Metapsychologie formuliert. Diese wird einer kritischen Evaluation unterzogen und unter Rückgriff auf Karen Horneys Konzept des 'Mutterschaftsneids' eine alternative psychoanalytische Erklärung für die Entstehung patriarchal strukturierter Religionen formuliert. Die Arbeit behandelt ausführlich Freuds Metapsychologie, sein Strukturmodell der Psyche, den Ödipuskomplex sowie seine Religionskritik.

Im ersten Teil dieser Arbeit soll Freuds Religionskritik dargestellt und anschließend kritisch evaluiert werden. Dafür ist es vonnöten, zunächst einige grundsätzliche Annahmen der Freud’schen Psychoanalyse zu beleuchten, vor deren Hintergrund sich dessen Ausführungen zur Entstehung der Religion erst verstehen lassen. Daher werde ich zunächst Freuds Strukturmodell der Psyche sowie das für Freuds Lehre zentrale Konzept des Ödipuskomplexes vorstellen. Anschließend werde ich seine Religionskritik darstellen und diskutieren. Dabei werde ich argumentieren, dass Freuds Erklärung für das Zustandekommen der Religion auf problematischen Annahmen beruht und in ihrer spezifischen Form letztlich nicht haltbar ist, wenngleich die grobe Stoßrichtung seiner Kritik durchaus eine gewisse Plausibilität für sich beanspruchen kann.

Im zweiten Teil werde ich dann dafür argumentieren, dass sich eine bessere Erklärung für die Entstehung der Religion bzw. die Form, die sie faktisch angenommen hat – nämlich die einer patriarchalisch organisierten Vaterreligion –, in den Arbeiten Karen Horneys finden lässt. Horney formulierte als eine der ersten eine feministische Kritik an Freud und warf ihm und anderen frühen Vertretern der Psychoanalyse einen allzu ‚männlichen Blick‘ auf die menschliche Psyche und insbesondere die psychosexuelle Entwicklung der Frau vor. Im dritten Kapitel werde ich einige allgemeine Aspekte von Horneys Kritik vorstellen und dann ihr Konzept des Mutterschaftsneids näher in den Blick nehmen, welches sie Freuds Konzept des Penisneids gegenüberstellt. Anschließend werde ich darlegen, inwiefern sich ausgehend von diesem Konzept eine Erklärung der patriarchalischen Vaterreligion formulieren lässt, die der Freud’schen Erklärung überlegen ist.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Freuds Theorie der Psyche

1.1 Unbewusstes – Vorbewusstes – Bewusstes

1.2 Es – Ich – Über-Ich

1.3 Die Entstehung des Über-Ichs: Der Ödipuskomplex

2. Zur Psychogenese der Religion: Gott als Übervater

2.1 Die Illusion der Religion

2.2 Gott als Übervater: Totem und Tabu

2.3 Kritik an Freuds These vom Vatersmord als Ursprung der Religion

3. Vaterreligion und Mutterschaftsneid

3.1 Der Phallozentrismus der Freud’schen Psychoanalyse

3.2 Penisneid vs. Mutterschaftsneid

3.3 Die patriarchale Religion als Ausdruck des Mutterschaftsneids

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Funktion der Religion aus psychoanalytischer Sicht. Dabei wird Freuds klassische Deutung der Religion als patriarchale Vaterreligion kritisch hinterfragt und mit Karen Horneys Konzept des Mutterschaftsneids kontrastiert, um eine alternative Erklärung für die kulturelle Hegemonie des Mannes zu formulieren.

  • Strukturanalyse der Freud’schen Psychoanalyse (Erste und Zweite Topik)
  • Kritische Evaluation der Theorie des Ödipuskomplexes
  • Untersuchung der Entstehungsgeschichte der Religion (Gott als Übervater)
  • Darstellung der feministischen Kritik durch Karen Horney
  • Konzeptueller Vergleich zwischen Penisneid und Mutterschaftsneid
  • Analyse der patriarchal-religiösen Ordnung als Kompensationsleistung

Auszug aus dem Buch

1.1 Unbewusstes – Vorbewusstes – Bewusstes

Freud hat die grundlegenden Ideen und Thesen der Psychoanalyse über die Struktur und Funktion der menschlichen Psyche, inklusive der ersten und zweiten Topik, in der kurz vor seinem Tode verfassten und posthum veröffentlichten Schrift Abriß der Psychoanalyse (Freud 2009 [1940]) bündig zusammengefasst. Der Abriß beginnt mit einer Unterscheidung zwischen uns wohlvertrauten Phänomenen, die offensichtlich mit der Psyche zusammenhängen. Zum einen gibt es das Gehirn als materiellen Träger seelischer Vorgänge und zum anderen die bewussten Vorstellungen der Seele, oder kurz: unser Bewusstsein. Beides kann laut Freud als bekannt gelten.

Was jedoch unbekannt ist, ist der genaue Zusammenhang zwischen diesen beiden Aspekten der Psyche ebenso wie alles, was dazwischen liegt (ebd.: 41).

Im vierten Kapitel des Abriß nimmt Freund eine für die Psychoanalyse charakteristische Beschreibung des Psychischen vor. Dafür grenzt er sich zunächst von der weit verbreiteten Auffassung ab, dass das Psychische identisch mit dem bewussten Erleben sei (ebd.: 53). Auch für Vertreter dieser Auffassung geht das bewusste Erleben (das Wahrnehmungen, Gefühle, Denkvorgänge und Willensakte einschließt), immer mit somatischen bzw. physischen Begleitprozessen einher, die selbst nicht bewusst sind. Diese Prozesse sind nun aber Freud zufolge nicht einfach nur körperlich. Neben dem Bewussten muss vielmehr auch ein Unbewusstes in den Bereich des Psychischen aufgenommen werden. Mehr noch: dieser spezielle Bereich des Unbewussten bildet Freud zufolge das „eigentliche Psychische“ (ebd.: 3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Freuds Theorie der Psyche: Einführung in die wesentlichen Modelle der Psychoanalyse, insbesondere die Dreiteilung in Unbewusstes, Vorbewusstes und Bewusstes sowie die Struktur von Es, Ich und Über-Ich.

1.1 Unbewusstes – Vorbewusstes – Bewusstes: Differenzierung der psychischen Qualitäten und die theoretische Fundierung des Unbewussten als zentraler Bestandteil des Seelenlebens.

1.2 Es – Ich – Über-Ich: Erläuterung des Instanzenmodells der Psyche, welches Triebimpulse, Realitätsvermittlung und moralische Anforderungen in ein dynamisches Verhältnis setzt.

1.3 Die Entstehung des Über-Ichs: Der Ödipuskomplex: Analyse der Entwicklung des Über-Ichs als Resultat der ödipalen Entwicklungsphase und der elterlichen Identifikation.

2. Zur Psychogenese der Religion: Gott als Übervater: Untersuchung von Freuds Theorie, Religion als Illusion zu betrachten, die aus einem tiefsitzenden Bedürfnis nach väterlichem Schutz entsteht.

2.1 Die Illusion der Religion: Darstellung des religionskritischen Ansatzes, bei dem Religion als Projektion menschlicher Wünsche in eine jenseitige Welt gedeutet wird.

2.2 Gott als Übervater: Totem und Tabu: Zusammenführung der psychoanalytischen Vatersmord-Hypothese mit der Entstehung religiöser Strukturen und religiöser Autorität.

2.3 Kritik an Freuds These vom Vatersmord als Ursprung der Religion: Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Einwänden gegen die Spekulationen bezüglich der historischen Urhorde.

3. Vaterreligion und Mutterschaftsneid: Gegenüberstellung der psychoanalytischen Orthodoxie mit feministischen Ansätzen zur Erklärung religiöser Machtstrukturen.

3.1 Der Phallozentrismus der Freud’schen Psychoanalyse: Analyse der einseitigen Ausrichtung der frühen Psychoanalyse auf eine männlich definierte psychische Entwicklung.

3.2 Penisneid vs. Mutterschaftsneid: Präsentation von Karen Horneys Theorie als theoretisches Korrektiv zur einseitigen Fokussierung auf den Penisneid.

3.3 Die patriarchale Religion als Ausdruck des Mutterschaftsneids: Herleitung der männlichen Hegemonie in religiösen Institutionen als Verschiebung bzw. Kompensation der fehlenden Gebärfähigkeit.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Sigmund Freud, Karen Horney, Religion, Ödipuskomplex, Vaterreligion, Mutterschaftsneid, Penisneid, Patriarchat, Unbewusstes, Religionskritik, Triebtheorie, Geschlechterrollen, Projektion, Kulturtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychoanalytische Sichtweise auf die Entstehung von Religion, insbesondere wie Sigmund Freud diese als Vaterreligion interpretiert und wie diese Sichtweise auf Grundlage feministischer Kritik ergänzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychoanalytische Triebtheorie, die Struktur der Psyche, der Ödipuskomplex sowie die soziokulturelle Frage der männlichen Vorherrschaft in religiösen Systemen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Freud’sche Erklärung der patriarchalen Religion kritisch zu hinterfragen und zu zeigen, dass Konzepte wie der Mutterschaftsneid nach Karen Horney eine überzeugendere Erklärung für die kulturelle Dominanz von Männern bieten könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche, psychoanalytisch fundierte Diskursanalyse, die klassische Schriften der Psychoanalyse mit späteren kritischen Gegenentwürfen vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung der Freud’schen Psyche über seine Religionskritik bis hin zur feministischen Kritik an phallozentrischen Annahmen und der Einführung der Theorie des Mutterschaftsneids.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Psychoanalyse, patriarchale Religion, Mutterschaftsneid, Ödipuskomplex und Geschlechterrollen charakterisieren.

Warum betont die Autorin/der Autor die Rolle von Karen Horney?

Karen Horney wird als Pionierin angeführt, die den blinden Fleck der männlich orientierten Psychoanalyse ihrer Zeit erkannte und mit dem Mutterschaftsneid ein Konzept lieferte, das die psychologische Fixierung auf den Mann als „Normalmaß“ entlarvt.

Wie unterscheidet sich die Argumentation im Fazit vom Rest des Buches?

Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Erklärung der patriarchalen Religion ohne die spekulativen Elemente von Freuds Urhorden-Hypothese auskommen kann, wenn man Horney folgt.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Zur Psychogenese der Vaterreligion
Universidad
University of Cologne
Calificación
1,0
Autor
Peter Fromm (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
19
No. de catálogo
V1495306
ISBN (PDF)
9783389056721
ISBN (Libro)
9783389056738
Idioma
Alemán
Etiqueta
Freud Penisneid Karen Horney Psychoanalyse Mutterschaftsneid Psychogenese Religion Religionskritik Phallozentrismus Feminismus Ödipuskomplex Genealogie Metapsychologie Strukturmodell der Psyche
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Peter Fromm (Autor), 2022, Zur Psychogenese der Vaterreligion, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1495306
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