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Die Griechenland-Projektion in Götter, Helden und Wieland - Ein Versuch über Goethes Kritik an Wieland gemäß der Philosophie Herders

Title: Die Griechenland-Projektion in Götter, Helden und Wieland - Ein Versuch über Goethes Kritik an Wieland gemäß der Philosophie Herders

Research Paper (undergraduate) , 1999 , 25 Pages , Grade: 2

Autor:in: Matthias Franke (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Wie es bei der Besprechung des Referatsthemas vereinbart worden ist, soll sich auch
diese Hausarbeit mit einer „Griechenland“-Projektion des Sturm und Drangs auseinandersetzen.
Die Beschränkung auf eine Interpretation von Goethes „Götter, Helden und
Wieland“ mag dabei den Vorteil mit sich bringen, daß diese „Griechenland“-Projektion
in ihrer Abgrenzung zu einer anderen betrachtet werden kann, die dem Sturm und Drang
als klassizistisch zu gelten scheint. Um diese Untersuchung jedoch nicht auf die Tragweite
eines zwar exemplarischen, doch einzelnen Textes zu beschränken, soll versucht
werden, Anknüpfungspunkte und Verbindungen zur Philosophie Herders aufzuzeigen.
Dadurch treten die Aspekte der „Griechland“-Projektion von „Götter, Helden und Wieland“
in den Vordergrund, welche für den gesamten Sturm und Drang bedeutsam sind.
Voraussetzung für eine solche Vorgehensweise ist eine kurze Betrachtung des Werkes,
von dem sich Goethes Farce abgrenzt, also Wielands Singspiel „Alceste“. Ebenso wird
in der Einleitung die Entstehung von „Götter, Helden und Wieland“ betrachtet. Als ersten
Verweis auf mögliche Bezüge zu Herders Philosophie wird in einem dritten Kapitel
der Einleitung Herders Kritik am Klassizismus vorgestellt.
Zur nachträglichen Absicherung des methodischen Ansatzes, der Goethes Sturm und
Drang als in der Philosophie Herders programmatisch verankert ansieht, wird am
Schluß der Arbeit deren zwischenmenschliche Beziehung zueinander in ihrer Bedeutung
für die Beziehung zwischen dem Denken Herders und Goethes dargestellt.
Im Hauptteil kann nun die Parallelität der Argumentation Herders zu derjenigen Goethes
in „Götter, Helden und Wieland“ aufgezeigt werden. Dabei tritt vor allem der Aspekt
einer Ausbildung deutschen Nationalbewußtseins in den Vordergrund, welcher die
spezifischen Ausformungen der „Griechenland“-Projektion zum Beispiel mit ihren Präferenzen
auf dem Archaiischen zu bedingen scheint. Bedeutsam ist diese Vorgehensweise
für die Fälle, in denen Goethe noch immer als Nationaldichter gilt und die Funktionen
seines Sturm und Drangs, welche die Nation betreffen, eben nicht analysiert
werden, sondern wirksam bleiben: [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2 VORWORT

3 EINLEITUNG

3.1 Wielands „Alceste“

3.2 Goethes „Götter, Helden und Wieland“

3.3 Herders Kritik des Klassizistischen

4 GOETHES FARCE UND HERDERS „GRIECHENLAND“-PROJEKTION

4.1 Kunst im Dienste der Nation

4.1.1 Herstellen einer deutschen Nation durch die Literatur

4.1.2 Nation als noch nicht vorhandenes Publikum

4.1.3 Nation als Modifizierung der absolutistischen Gesellschaftsstruktur

4.2 Imagination einer griechischen Antike

4.2.1 Genuß der schönen Künste

4.2.2 Moralität und Sittlichkeit

4.2.3 Religiosität in der Antike

4.3 Bevorzugung des Archaischen

4.4 Beziehung zwischen Deutschem und Griechischem

5 BEZIEHUNG ZWISCHEN GOETHE UND HERDER

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die „Griechenland“-Projektion in Goethes Farce „Götter, Helden und Wieland“ unter besonderer Berücksichtigung der Philosophie Johann Gottfried Herders. Ziel ist es, die ästhetischen und nationalen Konzepte, die dieser literarischen Auseinandersetzung mit Christoph Martin Wielands „Alceste“ zugrunde liegen, aufzuzeigen und in das philosophische Denken Herders einzubetten.

  • Analyse von Goethes Kritik an Wielands Antikerezeption
  • Einfluss der Philosophie Herders auf Goethes Sturm und Drang
  • Verbindung von antiker Ästhetik und Ausbildung eines deutschen Nationalbewusstseins
  • Untersuchung der Rolle von Kunst und Literatur im gesellschaftspolitischen Kontext

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Herstellen einer deutschen Nation durch die Literatur

Wie wichtig der Aspekt der Nation auch für Goethes Kritik an Wieland ist, zeigt sich gleich zu Anfang seiner Farce: „Merkur: Charon! He, Charon! Mach, daß du rüber kommst, Geschwind! Meine Leutchen da beklagen sich zum Erbarmen, wie ihnen das Gras die Füße netzt und sie den Schnuppen kriegen. Charon: Saubre Nation! Woher? Das ist einmal wieder von der rechten Rasse. Die könnten immer leben. Merkur: Droben reden sie umgekehrt. Doch mit allem dem war das Paar nicht unangesehen auf der Oberwelt. Dem Herrn Literator hier fehlt nichts als seine Perücke und seine Bücher und der Megäre da nur Schminke und Dukaten.“

Später wird sich herausstellen, daß die gerade Verstorbenen, die über den Styx sollen, aus Deutschland stammen. Die deutsche Nation stellt sich also als eine kränkliche dar, innerhalb derer die Gedanken selbst noch im Angesicht des Totenreichs um Nebensächlichkeiten wie die eines Schnupfens kreisen. Doch muß dies nicht allein als Kritik an der Affektiertheit höfischer Kultur verstanden werden. Genauso wie die deutsche Nation erscheinen nämlich Wielands Figuren aus Sicht der griechischen Heroen als „abgeschmackte, gezierte, hagre, blasse Püppchen“. Die Kritik an der Nation ist somit gekoppelt mit einem Kurzschluß auf die Kunstproduktion Wielands. Wie sich dieser in seinen Einzelheiten darstellen könnte, läßt sich am besten anhand eines weiteren Rückgriffs auf die Programmatik Herders nachvollziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

VORWORT: Diese Einführung erläutert den methodischen Ansatz, Goethes „Götter, Helden und Wieland“ als exemplarischen Text vor dem Hintergrund der Philosophie Herders zu interpretieren.

EINLEITUNG: Es erfolgt eine Kontextualisierung durch die Betrachtung von Wielands „Alceste“ als Abgrenzungsobjekt sowie eine Einführung in Herders Kritik am klassischen Antikenverständnis.

GOETHES FARCE UND HERDERS „GRIECHENLAND“-PROJEKTION: Das Hauptkapitel untersucht die Verschränkung von ästhetischen Vorstellungen, nationalen Identitätsentwürfen und der Rolle der Kunst im sozialen Gefüge.

BEZIEHUNG ZWISCHEN GOETHE UND HERDER: Das abschließende Kapitel reflektiert die zwischenmenschliche und ideengeschichtliche Verbindung beider Autoren über den Sturm und Drang hinaus.

Schlüsselwörter

Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder, Christoph Martin Wieland, Götter Helden und Wieland, Alceste, Griechenland-Projektion, Sturm und Drang, Nationalbewusstsein, Antikerezeption, Ästhetik, Literaturkritik, Sittlichkeit, Klassizismus, Geschichtsphilosophie, deutsche Nation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die „Griechenland“-Projektion in Goethes Farce „Götter, Helden und Wieland“ und setzt sie in Bezug zu den philosophischen Ansätzen Herders.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis von antiker Kunst und moderner Gesellschaft, die Ausbildung eines nationalen Bewusstseins durch Literatur sowie die Kritik am zeitgenössischen Klassizismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Parallelität in der Argumentation Herders und Goethes aufzuzeigen, insbesondere in Bezug auf die Funktion der Kunst als Medium zur Formung nationaler Identität.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturwissenschaftlichen und ideengeschichtlichen Analyse, die den Primärtext Goethes mit den philosophischen Schriften Herders vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung, wie Goethe und Herder die griechische Antike imaginierten und diese Vorstellung zur Fundierung einer spezifisch deutschen Kulturnation instrumentalisierten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie „Griechenland-Projektion“, „Sturm und Drang“, „Nationalbewusstsein“ und „Antikerezeption“ gekennzeichnet.

Warum kritisiert Goethe Wielands „Alceste“ so scharf?

Goethe sieht in Wielands Darstellung antiker Figuren eine unzulässige Modernisierung und eine Vernachlässigung der archaischen Lebensfülle, was seiner Auffassung von einer authentischen Antikerezeption widerspricht.

Welche Bedeutung kommt dem „Archaischen“ in diesem Kontext zu?

Das Archaische dient als Ideal einer Zeit, in der die religiöse Funktion der Kunst noch ungebrochen war und die Verbindung zwischen Volk, Dichtung und Leben als Einheit wahrgenommen wurde.

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Details

Title
Die Griechenland-Projektion in Götter, Helden und Wieland - Ein Versuch über Goethes Kritik an Wieland gemäß der Philosophie Herders
College
University of Vienna  (Germanistik)
Grade
2
Author
Matthias Franke (Author)
Publication Year
1999
Pages
25
Catalog Number
V14955
ISBN (eBook)
9783638202237
Language
German
Tags
Griechenland-Projektion Götter Helden Wieland Versuch Goethes Kritik Wieland Philosophie Herders
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Franke (Author), 1999, Die Griechenland-Projektion in Götter, Helden und Wieland - Ein Versuch über Goethes Kritik an Wieland gemäß der Philosophie Herders, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14955
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