Aufbau und Entwicklung der tropischen Regenwälder


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

35 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1.Vorwort

2. Unterschiedliche Waldformen
2.1. Definiti
2.2. Waldvielfal
2.3.Tropenwaldformen
2.3.1. Der immergrüne Regenwald
2.3.2. Der immergrüne Feuchtwald
2.3.3. Der regengrüne Trockenwald
2.3.4. Der Mangrovenwald
2.3.5. Der Bergregenwa

3. Kennzeichen der Regenwäld
3.1.Klimatische Bedingungen
3.2. Wasserkreisläufe
3.3. Bodenbeschaffenhe
3.4. Stockwerkbau
3.5. Das Rätsel der Artendiversität
3.6. Die historische Entwicklung und Ausbreitung der tropischen Regenwälde

4. Der Regenwald- das bedrohte Paradies
4.1. Ursachen der Zerstörung
4.2. Hintergründe
4.3. Der Regenwald als Spielball der Globalisieru
4.4. Politik und Perspektiven für den Regenwald
4.5. Beispiele für deutsche Aktivitäten zum Schutz des Regenwalds

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die weltweite Waldverteilung 2007

Abbildung 2: Primär- und Sekundärwald

Abbildung 3: Eindrücke aus dem Regenwald

Abbildung 4: Weiterer Eindruck aus dem Regenwald

Abbildung 5: Der Mangrovenwald

Abbildung 6: Gebirgsregenwald in Kamerun

Abbildung 7: Klimadiagramm von Kisangani

Abbildung 8: Beispiel einer Brandrodung im Regenwald

Abbildung 9: Illegale Regenwaldabholzung in Brasilien

Abbildung 10: Goldsucher im brasilianischen Regenwald

Abbildung 11: Anlage einer Palmölplantage in Indonesien

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Vorwort

„Die Wälder gehen den Menschen voran, die Wüsten folgen ihnen.“

(Chateaubriand)

Vernehmen wir den Begriff Regenwald, so assoziieren wir damit meist die Schönheit der Natur, wie sie innerhalb der Tropen anzutreffen ist. Sei es die Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt, die Unberührtheit der Vegetation, oder die zahlreichen Mythen und Legenden, welche vom Regenwald handeln, die uns beeindrucken und immer wieder faszinieren. Zudem ist den meisten Menschen mittlerweile auch die Funktion der Ökosysteme, welche sich in Form eines breiten Gürtels zu beiden Seiten des Äquators hinziehen, durchaus bewusst.

Ungeachtet dessen ist es der Mensch, der innerhalb der Geschichte, die größte je vorhandene Bedrohung für die tropischen Wälder darstellt. Betrachten wir uns das einleitende Zitat des französischen Schriftstellers und Politikers Chateaubriand, so werden wir zugeben müssen, dass dessen Inhalt weit mehr als nur einen Funken Wahrheit enthält. Der Umgang der Menschheit mit den Regenwäldern könnte als Abbild der heutigen Gesellschaften herangezogen werden, innerhalb denen, Ideale wie Menschenrechte, Humanismus, sowie die Achtung von Lebensformen aller Art zwar als Richtlinien existieren, jedoch häufig nicht umgesetzt werden. Die Gier nach Macht und Profit überwiegt oftmals die Vernunft und den Gedanken an die zukünftigen Auswirkungen der jeweiligen Handlung.

Die folgende wissenschaftliche Arbeit soll dem Leser zunächst einen Überblick über den Aufbau, die Entstehungsgeschichte und die aktuelle Situation der Regenwälder vermitteln. Des Weiteren wird der Rückgang der tropischen Wälder, ebenso die zusammenhängenden Problematiken und zukünftig zu erwartenden Auswirkungen näher betrachtet. Dem Leser ist es selbst überlassen sich eine eigene Meinung sowohl über den Stellenwert als auch über die Brisanz des Themas zu bilden.

Er soll abschließend eigenständig urteilen, ob die globalen Folgen, welche der Regenwaldverlust, nach Meinung einiger Forscher und Umweltschützer, mit sich bringen soll, der Realität entsprechen und ernst zu nehmen sind oder nur als allgemeine Panikmache eingestuft werden sollten und die Relevanz des Regenwaldes doch deutlich überbewertet wird.

2. Unterschiedliche Waldformen

„Habt Ehrfurcht vor dem Baum, er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen von Minderwertigkeit eines Volkes und von niederer Gesinnung des Einzelnen“ (Alexander von Humboldt 1769- 1859) .

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Die weltweite Waldverteilung 2007

Quelle: Allianz Umweltstiftung 2006, Folie 2.3.

2.1. Definition

Bevor der Regenwald separat betrachtet wird, sollten wir uns zunächst einen groben Überblick über die verschiedenen Arten von Wäldern, welche auf unserer Erde vorzufinden sind, verschaffen. Es stellt sich hierbei die Frage nach einer allgemeingültigen Definition dieser global auftretenden Vegetationsform. Was ist nun eigentlich ein Wald? Was wird wissenschaftlich betrachtet darunter verstanden?

Berufen wir uns auf die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), so wird Wald als ein Vegetationstyp von Bäumen charakterisiert, dessen Vertreter eine Mindesthöhe von 7m vorzuweisen haben. Ebenfalls müssen die Bäume nicht weniger als 10% der gesamten Waldfläche beschatten.

Jene Definition trifft sowohl auf unberührten, nahezu undurchdringlichen Regenwald zu als auch auf einen wirtschaftlich genutzten Forst unserer Heimatregionen. Nach Angaben der FAO nahm im Jahr 2001 die globale Waldfläche ungefähr 38 Millionen Quadratkilometer ein, was nahezu 30 Prozent der gesamten Landfläche des Planeten entspricht (ALLIANZ UMWELTSTIFTUNG, 2008, 4).

2.2. Waldvielfalt

Je nach unterschiedlichen Klimazonen unterscheiden wir zwischen borealen, temperierten, subtropischen und tropischen Wäldern. Auf der Nordhalbkugel der Erde, innerhalb der kaltgemäßigten Klimazone, sind die borealen Wälder beheimatet. Sie befinden sich etwa zwischen 50° und 70° nördlicher Breite und nehmen eine Fläche von schätzungsweise 12,7 Millionen Quadratmetern ein.

Charakteristische Vertreter dieses Ökosystems sind in erster Linie Kiefern, Fichten, Birken und Lärchen (ALLIANZ UMWELTSTIFTUNG, 2008, 4). Die Wälder erstrecken sich über Nordamerika, Europa und dem nördlichen Teil Asiens wobei 60% der Fläche sich auf russischem Boden befinden. Im nördlichen Gebiet der Taiga sind überwiegend Permafrostböden vorzufinden, welche im Sommer lediglich in der Lage sind, oberflächlich aufzutauen. Somit können lediglich die bereits genannten Vertreter unter jenen erschwerten Bedingungen langfristig überleben, eine Artenvielfalt unter den Baumarten ist nicht entwicklungsfähig. In Teilen der Nordhalbkugel wo die Dauer der Winterjahreszeit 8 Monate oder mehr beträgt, ist es selbst diesen wiederstandsfähigen und genügsamen Vertretern nicht mehr möglich zu bestehen und das Landschaftsbild des Waldes verändert sich zur baumlosen Tundra.

In Richtung Süden wird hauptsächlich der Laub- und Mischwald der gemäßigten Breiten vorgefunden, der als temperierter Wald klassifiziert wird. Geographisch betrachtet werden unter anderem die Wälder Mittel- und Osteuropas, im Osten und Westen der USA sowie im Nordosten Asiens als jeweilige Vertreter dieser Art angesehen.

Charakteristisch für diese Wälder sind ausgeprägte Jahreszeiten mit kühleren Wintern und einem Wachstumszeitraum von mindestens 4 - 6 Monaten ohne jeden Frost. Die Böden der Wälder zeichnen sich zumeist durch ihre Fruchtbarkeit aus und garantieren somit eine recht vielfältige Vegetation bestehend aus Baum- Strauch- und Krautschicht. Buchen, Eichen, Birken und Ahorn dominieren die oberste Ebene der stark horizontalen Vegetationsstruktur (www.wwf.de).

Die tropischen Wälder befinden sich innerhalb der Wendekreise, zwischen 23,5° nördlicher und 23,5 ° südlicher Breite und bedecken mit 18,5 Millionen Quadratkilometern ungefähr 40% der tropischen Fläche. Insgesamt betrachtet befinden sich 48% aller Wälder in den Tropen und Subtropen, 30% in der borealen Zone, während die restlichen 22% Waldfläche, der temperierten Zone zuzuordnen sind. Des weiteren wird zwischen den Begriffen Primär- und Sekundärwald unterschieden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein vom Menschen unberührter, in seiner Entwicklung ungestörter und unbeeinflusster Wald, sozusagen im Urzustand vorhanden, wird als Primärwald klassifiziert, wobei vom Menschen genutzte und beeinflusste Wälder sich in die Kategorie Sekundärwald einordnen lassen (ALLIANZ UMWELTSTIFTUNG, 2008, 4).

Abb.2: Primär- und Sekundärwald

Quelle: Allianz Umweltstiftung 2007, Folie 2.2.

2.3. Tropenwaldformen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Eindrücke aus dem Regenwald

Quelle: http://static.sftcdn.net/de/scrn/60000/60315/3_regenwald_01.jpg (3.6.2009)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4: Weiterer Eindruck aus dem Regenwald

Quelle:http://homepage.univie.ac.at/peter.weish/webalbum/Bilder/Regenwald_0007a_jpg.jpg (3.6.2009)

Neben den Korallenriffen stellen die Regenwälder der Tropen die artenreichsten Lebensräume der Erde dar, andererseits gelten sie als die mit Abstand meist gefährdetsten Ökosysteme. Trotz des Bewusstseins der Menschen um ihre Bedeutung für das Weltklima, ihren zahlreichen Ressourcen, teilweise genutzt, teilweise noch ungenutzt, sowie ihrer Diversität , werden die Regenwälder immer fortschreitender zerstört und zurückgedrängt (HOMEIER, 2004, 1).

Bevor wir uns allerdings, im weiteren Verlauf dieser Arbeit, dem Aufbau des Regenwaldes und dessen zunehmender Bedrohung widmen, sollten zunächst die unterschiedlichen Tropenwaldformen definiert und in den Fokus gerückt werden. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass nicht alle Wälder welche sich auf tropischer Landfläche befinden, als Regenwälder zu bezeichnen sind. Die Unterschiede in Bezug auf Niederschlagsmenge, Höhenlage oder Bodenbeschaffenheit sind teilweise recht groß und zeigen sich verantwortlich für das Entstehen unterschiedlicher Waldformen. So werden beispielsweise immergrüne Regenwälder, regengrüne Feucht- und Trockenwälder, Mangrovenwälder sowie Nebelwälder oder Gebirgsregenwälder voneinander abgegrenzt. In der Realität gehen verschiedene Waldtypen allerdings ineinander über und lassen sich nur schwer voneinander unterscheiden (OLDFIELD, 2002, 12).

2.3.1. Der immergrüne Regenwald

Grundvoraussetzung für die Entstehung eines immergrünen Regenwaldes ist eine hohe und gleichmäßig über das Jahr verteilte Niederschlagsmenge von mindestens 100mm im Monat.

Sie bilden den Hauptteil des entlang des Äquators verlaufenden Tropenwaldgürtels und weisen die vielfältigste Tier- und Pflanzenwelt der Erde auf (ALLIANZ UMWELTSTIFTUNG, 2008, 5). Typische Vertreter der Baumarten sind beispielsweise Shorea, aus denen Meranti-Holz gewonnen wird, Amerikanisches Mahagoni, Kapok, Durio, Kautschuk oder Kakao (www.wwf.de).

2.3.2. Der regengrüne Feuchtwald

Die regengrünen Feuchtwälder schließen sich ab dem 10 Breitenkreis sowohl nördlich als auch südlich dem immergrünen Regenwald an. Mit zunehmender Entfernung vom Äquator, nehmen Trockenzeiten und Jahreszeitenausprägungen kontinuierlich zu. In der Regel beträgt die Dauer der Trockenzeit innerhalb besagter Regionen 2 bis 5 Monate (ALLIANZ UMWELTSTIFTUNG, 2008, 5). In diesem Zeitraum verlieren die meisten Baumarten der oberen Schicht des Feuchtwaldes ihr Laub entweder vollständig oder teilweise. Regengrüne Feuchtwälder sind sowohl im Tiefland als auch auf gebirgigen Standorten anzutreffen. Teak, Mango, Sal und Eukalyptus sind einige der am Häufigsten vorkommenden Baumarten (www.wwf.de).

2.3.3. Der regengrüne Trockenwald

In weiterer Distanz zum Äquator treten die regengrünen Trockenwälder hervor. Trotz Perioden von 5 bis 8 Monaten der Trockenzeit ist es möglich, dass bis zu 1000mm Regen pro Jahr fallen. Sie waren in jüngerer Vergangenheit ganz besonders von menschlichen Eingriffen betroffen und wurden in Folge jener Übernutzungen extrem verändert oder teilweise vollständig zerstört. Ihr drastischer Rückgang, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent, verlangt nach Maßnahmen zur Wiederbewaldung, um ein weiteres Ausbreiten von Wüsten verhindern und eindämmen zu können.

Die größten Trockenwaldgebiete der Erde befinden sich in Brasilien und im südlich gelegenen Teil Afrikas. Der Affenbrotbaum zählt zur bekanntesten Baumart dieses Tropenwaldes (www.wwf.de).

2.3.4. Der Mangrovenwald

Auch die Küstenregionen der tropischen Gebiete sind teilweise bewaldet und weisen mit dem Mangrovenwald eine Art Sondertyp von Tropenwäldern auf. Entlang des Meeres bevölkern sie die Zone zwischen den Bereichen des tiefsten und niedersten Wasserstandes im Wechselspiel von Ebbe und Flut. Aufgrund der Anpassungsfähigkeit der Mangrove in Bezug auf die salzwasserhaltige Umgebung, gedeiht die Pflanzenart nahezu ohne Konkurrenz.

Die Wurzeln der Gewächse befinden sich in Schlickablagerungen und finden dank ihres überaus dichten Geflechts zunehmend besseren Halt in dem sie mehr und mehr Schlick ansammeln. Selbst den Gezeitenströmungen gelingt es nicht mehr die Sedimente wegzuschwemmen, während der Lebensraum der Mangroven andererseits auf natürliche Weise zu wachsen beginnt (ALLIANZ UMWELTSTIFTUNG, 2008, 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.5: Der Mangrovenwald

Quelle: www.thai-german-sailing.com/images/mangrovenwald1.jpg (2.6.2009)

[...]

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Aufbau und Entwicklung der tropischen Regenwälder
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
35
Katalognummer
V149560
ISBN (eBook)
9783640601707
ISBN (Buch)
9783640601417
Dateigröße
1476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tropen, Regenwald, Vegetation Tropen, Entwicklung Regenwald, Umweltbedrohungen
Arbeit zitieren
Julian Hofmann (Autor), 2009, Aufbau und Entwicklung der tropischen Regenwälder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149560

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