In der vorliegenden Arbeit geht es um die Förderung der unterschiedlichsten Kompetenzen und das Erleben von Selbstwirksamkeit der Zielgruppe durch ein partizipatives Projekt in Form einer gemeinsamen Wohnraumgestaltung.
Die Eingrenzung der Thematik ergibt sich daraus, dass die Praxisphase in der Jugendwohngruppe Ahornstraße (aus Datenschutzgründen wurde der Name geändert) absolviert worden ist und die Jugendlichen, welche in dieser stationären Jugendhilfeeinrichtung leben, zwischen 14 und 19 Jahren alt sind. Dem Verfasser ist die Jugendwohngruppe Ahornstraße seit April 2023 bekannt, da eine nebenberufliche und ehrenamtliche Verbindung zu diesem freien Träger besteht.
Die ehrenamtlichen Einsätze fanden unregelmäßig in dieser und in einer weiteren Wohngruppe in Berlin statt. Pädagogischen Fachkräften und Lehrenden ist oftmals bewusst, dass innerhalb der stationären Jugendhilfe lebende Jugendliche besondere Hilfebedarfe attestiert wurden. Zwei der Ziele dieser Hilfeform sind: Die Befähigung zur eigenständigen Lebensführung und die Förderung der individuellen und sozialen Entwicklung des jungen Menschen. Haug-Schnabel (2016) hebt hervor, dass Räume Gelegenheit geben, soziale und kognitive Erfahrungen zu sammeln und Selbstwirksamkeit, Partizipation und Autonomie zu erfahren.
Inhaltsverzeichnis
1. Thematische Annährung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinitionen: Partizipation, Selbstwirksamkeit, Kompetenz
2.2 Partizipation
2.3 Selbstwirksamkeit nach Bandura
2.4 Kompetenz
2.5 Stufen der Partizipation nach Wright
2.6 Das Konzept der psychosozialen Entwicklungsaufgaben
2.7 Positives Menschenbild als Basis
2.8 Wichtigkeit von Peerbeziehungen
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Auswahl und Begründung der Forschungsmethoden
3.2 Fragebogen: Konstruktion und Anwendung
3.3 Interview mit der Expertin Prof. Dr. Juliane Noack Napoles
4. Sozialpädagogische Praxis
4.1 Vorstellung der Einrichtung und der Zielgruppe
4.2 Projektbeschreibung der partizipativen Wohnraumgestaltung
4.2.1 Planung eines pädagogischen Projekts
4.2.2 Durchführung
4.2.3 Reflexion des Projekts
5. Resümee
5.1 Handlungsempfehlungen für Erzieher:innen
5.2 Kritische Anmerkungen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit ein partizipatives Projekt zur Wohnraumgestaltung im Rahmen der stationären Jugendhilfe die Selbstwirksamkeit und Kompetenzentwicklung von Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren fördern kann und ob es einen positiven Effekt auf die Lebensqualität innerhalb der Einrichtung hat.
- Förderung von Selbstwirksamkeitserfahrungen durch partizipative Gestaltungsprozesse.
- Stärkung individueller und sozialer Kompetenzen im Jugendalter.
- Bedeutung von Peerbeziehungen für das Wohlbefinden in der stationären Jugendhilfe.
- Konzepte der Partizipation und deren methodische Umsetzung in der sozialpädagogischen Praxis.
- Reflexion über die Rolle der Raumgestaltung für die soziale Teilhabe und das Gemeinschaftsgefühl.
Auszug aus dem Buch
2.8 Wichtigkeit von Peerbeziehungen
„Gute Freunde tragen uns durchs Leben. Sie geben uns ein Gefühl von Zugehörigkeit, machen uns glücklich“ (Neudecker, 2024).
Die Biologin/Moderatorin verdeutlicht in der ZDF-Dokumentation „Terra Xplore“ durch dieses Zitat die Wichtigkeit von Freundschaften. Diese Aussage basiert auf umfangreichen Forschungsergebnissen (vgl. ebd.).
Zu Beginn der Arbeit wurde deutlich, dass die Freundschaften der Jugendlichen wegen der Wohnraumgestaltung eine Beeinträchtigung erfahren haben, denn Freund:innen wurden nicht in die Wohngruppe eingeladen, weil sich die Jugendlichen nicht wohlfühlten. Außerdem wurde von Stigmatisierungsängsten gesprochen. Diese Gegebenheit wurde aufgenommen und ein partizipatives Projekt wurde initiiert. Hierbei bedarf es einer gewissen Feinfühligkeit und das ehrliche Interesse, welche Bedürfnisse die Jugendlichen haben und wie diese befriedigt werden können. Im Folgenden werden positive Auswirkungen von Freundschaften genannt, anschließend folgt ein kurzer Hinweis zu negativen Auswirkungen von Peerbeziehungen. Die Soziale Arbeit beziehungsweise die Sozialpädagogik ist eine Beziehungsprofession (vgl. Hancken 2023, S. 12). Diese Aussage der Professorin für Sozialwissenschaften ist allgegenwärtig und Lehrenden und Lernenden des Sozialwesens oftmals bekannt. Für Pädagog:innen ist es von hoher Wichtigkeit gruppenfähig zu sein und professionelle Beziehungen zu Menschen aufbauen zu können und diese zu halten. Beziehungen prägen Menschen. Diese zwei genannten Punkte kann man Kindern und Jugendlichen ebenfalls lehren und als Vorbild vorangehen. Peerbeziehungen meint der Kontakt zu Gleichaltrigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thematische Annährung: Einführung in das Projektziel der Förderung von Selbstwirksamkeit für Jugendliche in der stationären Jugendhilfe durch ein partizipatives Wohnraumgestaltungsprojekt.
2. Theoretische Grundlagen: Definition zentraler Begriffe wie Partizipation, Selbstwirksamkeit und Kompetenz, ergänzt durch Modelle der Entwicklungsaufgaben, das positive Menschenbild und die Bedeutung von Peerbeziehungen.
3. Methodisches Vorgehen: Vorstellung der angewandten Forschungsmethoden, bestehend aus Literaturrecherche, Fragebögen für die Zielgruppe und einem Expertinneninterview.
4. Sozialpädagogische Praxis: Praktische Umsetzung und Reflexion der partizipativen Raumgestaltung, einschließlich der Projektplanung, Durchführung sowie der dabei beobachteten Kompetenzentwicklungen.
5. Resümee: Zusammenfassendes Fazit über die Effektivität des Projektes zur Stärkung der Jugendlichen sowie Reflexion der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die Fachpraxis.
Schlüsselwörter
Partizipation, Selbstwirksamkeit, stationäre Jugendhilfe, Wohnraumgestaltung, Kompetenzstärkung, Jugendalter, Peerbeziehungen, Sozialpädagogische Praxis, Erziehung, Empowerment, Entwicklungsaufgaben, Soziale Arbeit, Jugendliche, Projektarbeit, Wohlbefinden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit?
Die Arbeit untersucht, wie ein partizipatives Projekt zur Wohnraumgestaltung die Selbstwirksamkeit und Kompetenzentwicklung bei Jugendlichen in einer stationären Wohngruppe fördern kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Partizipation als pädagogisches Prinzip, das Konzept der Selbstwirksamkeit nach Bandura, die Bedeutung von sozialen Peerbeziehungen sowie die sozialpädagogische Praxis der Heimerziehung.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, den Effekt einer gemeinsamen Raumgestaltung auf die Stärkung eigenverantwortlichen Handelns und das Wohlbefinden der Jugendlichen innerhalb der Einrichtung zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Verfasser nutzt einen Methodenmix, bestehend aus einer fundierten Literaturrecherche, der Anwendung eines Fragebogens zur Bedarfsanalyse der Jugendlichen und einem expertengestützten Interview.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und die konkrete sozialpädagogische Projektbeschreibung, welche die Meilensteine von der Planung bis zur Reflexion und Auswertung dokumentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Partizipation, Selbstwirksamkeit, stationäre Jugendhilfe, Kompetenzstärkung und Projektarbeit charakterisieren.
Warum war die Wohnraumgestaltung für die Jugendlichen so wichtig?
Die Jugendlichen fühlten sich in der Einrichtung aufgrund der bisherigen Gestaltung unwohl, was soziale Kontakte und das Einladen von Freunden (Peers) erschwerte und zu Stigmatisierungsängsten führte.
Welche Rolle spielte die Finanzierung bei diesem Projekt?
Da das Einrichtungsbudget begrenzt war, wurden durch eigenständige Spendenkampagnen (GoFundMe/PayPal) zusätzliche 350 EUR akquiriert, um das Projekt erfolgreich umsetzen zu können.
Welches Fazit zieht der Verfasser zur Partizipation?
Er resümiert, dass partizipative Projekte eine Schlüsselrolle spielen, um die Meinung der Jugendlichen miteinzubringen und ihre Selbstständigkeit nachhaltig zu fördern.
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- Anonym (Author), 2024, Selbstwirksamkeitserfahrungen und Kompetenzstärkung von Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1495613