In dieser Arbeit wird die Freundschaft zwischen Caesar und Pompeius betrachtet, die sich zu einem Konflikt entwickelte, der letztendlich zum Bürgerkrieg führte, wobei der Schwerpunkt auf dem sogenannten Ersten Triumvirat liegt.
Am Ende dieser Arbeit soll die Beantwortung der Frage: „Welche Gründe gab es für den Wandel der Freundschaft zwischen Caesar und Pompeius zu einer offenen Feindschaft und inwieweit trifft in diesem Kontext die Verwendung der Begriffe Freundschaft und Feindschaft zu?“ stehen.
Als Basis für diese Arbeit dienten mir größtenteils drei Werke. Bei dem ersten handelt es sich um „Krise und Untergang der Römischen Republik“ von Karl Christ. Hier lässt sich ein guter Überblick über die Zeit vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs finden. Auch die Werke „Caesar“ von Martin Jehne und „Die letzten Tage des Pompeius“ von Joachim M. S. Losehand beschäftigen sich mit den Ereignissen dieser Zeit und legen – wie die Titel vermuten lassen – den Schwerpunkt jeweils auf einen der beiden Hauptakteure. Die Werke von Christ und Losehand bieten zudem eine gute Übersicht über den Stand der Forschung und die relevanten Quellen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Zu den Begriffen Freundschaft und Feindschaft
1.1. Freundschaft
1.2. Feindschaft
2. Das Erste Triumvirat
2.1 Die Ausgangsituation
2.1.1. Pompeius
2.1.2. Caesar
2.1.3 Crassus
2.2. Der Zusammenschluss
2.3. Caesars Konsulat
2.4. Die Erneuerung
2.5. Der Bruch
3. Der Bürgerkrieg kündigt sich an
3.1. Pompeius drittes Konsulat
3.2. Caesars Zukunft
3.3. Der Bürgerkrieg
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Beziehungsverhältnis zwischen Caesar und Pompeius, wobei der Fokus darauf liegt, wie sich deren anfängliche politische Allianz im Rahmen des "Ersten Triumvirats" zu einer tiefgreifenden Feindseligkeit wandelte, die schließlich in den Bürgerkrieg mündete.
- Analyse der Konzepte von Amicitia (Freundschaft) und Inimicitia (Feindschaft) im historischen Kontext der Römischen Republik.
- Untersuchung der Beweggründe und Interessenkonstellationen der drei Beteiligten des Ersten Triumvirats.
- Darstellung des politischen Aufstiegs und der Spannungen während des Konsulats Caesars.
- Erörterung der Zäsur durch den Tod Iulias und Crassus sowie die sich zuspitzende Eskalation zwischen Caesar und dem Senat.
Auszug aus dem Buch
2.2. Der Zusammenschluss
Caesar wollte also Konsul für das Jahr 59 v. Chr. werden. Da er sich vor den Wahlen mit seinem Mitbewerber Lucius Lucceius zusammentat, befürchteten die Optimaten, dass Caesar als Konsul zu allem fähig wäre, sollte sein Kollege der verbündete Lucceius werden. Also förderten sie den eigenen Kandidaten Bibulus, der sich dann auch gegen Lucceius behaupten konnte. Zudem wurden schon vor den Wahlen, wie üblich, die Aufgabenbereiche der zukünftigen Konsuln festgelegt. Die Optimaten sorgten dafür, dass den Konsuln diesmal völlig bedeutungslose, wie die Verwaltung von Wäldern und Weiden, zugewiesen wurden. Dies sollte weitreichende Folgen haben:
"Vor allem infolge dieser ungerechtfertigten Zurücksetzung bemühte sich Caesar durch alle möglichen Gefälligkeiten um Gnaeus Pompeius, der gegen die Senatoren aufgebracht war, weil sie seine Anordnungen nach dem Sieg über den König Mithridates nur sehr zögernd bestätigten. Auch versöhnte er Pompeius mit Marcus Crassus, dessen altem Gegner aus der Zeit seines Konsulates, das sie als Kollegen in größte Zwietracht geführt hatte. Und mit beiden schloß er ein Bündnis des Inhalts, daß nichts im Staat geschehen sollte, was einem von den dreien mißfiele."
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob der Zusammenbruch der Allianz zwischen Caesar und Pompeius primär auf persönliche oder auf machtpolitische Faktoren zurückzuführen ist.
1. Zu den Begriffen Freundschaft und Feindschaft: Gegenüberstellung der modernen Begriffsdefinitionen mit dem römischen Verständnis von Amicitia und Inimicitia im politischen Sinne.
2. Das Erste Triumvirat: Analyse der Entstehung des informellen Bündnisses zwischen Caesar, Pompeius und Crassus sowie dessen Verlauf bis zum Zerfall.
3. Der Bürgerkrieg kündigt sich an: Beleuchtung der zunehmenden politischen Eskalation in Rom, der Isolation Caesars und der schließlich in den Ausbruch des Bürgerkriegs mündenden Ereignisse.
Schlussbetrachtung: Fazit, dass das Bündnis ein politisches Zweckbündnis war und der Wandel zur Feindschaft durch den Wegfall gemeinsamer Interessen und das Streben nach Alleinherrschaft bedingt war.
Schlüsselwörter
Caesar, Pompeius, Crassus, Erstes Triumvirat, Römische Republik, Amicitia, Bürgerkrieg, Politik, Senat, Feindschaft, Konsulat, Machtstreben, Machtverlust, Rom, Geschichtswissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Dynamik des Verhältnisses zwischen Caesar und Pompeius vom gemeinsamen politischen Bündnis bis zur offenen militärischen Feindschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die soziale Bedeutung von Freundschaft im antiken Rom, die Mechanismen politischer Macht in der späten Republik und die Ursachen für den Ausbruch des Bürgerkriegs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Gründe zum Wandel der Beziehung zwischen Caesar und Pompeius führten und inwieweit die antiken Begriffe Freundschaft und Feindschaft auf dieses Verhältnis zutreffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung klassischer Quellen wie Plutarch, Sueton und Cassius Dio basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der zentralen Begriffe, die Entstehung und Entwicklung des Ersten Triumvirats sowie die politische Eskalation, die mit dem Untergang der Allianz und der Vorbereitung auf den Bürgerkrieg endet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Triumvirat, Bürgerkrieg, Machtkampf, Amicitia und Untergang der Römischen Republik charakterisiert.
Welche Rolle spielte der Tod von Iulia und Crassus?
Der Tod Iulias als verbindendes Glied zwischen Caesar und Pompeius sowie der Tod von Crassus werden als entscheidende Wendepunkte analysiert, die das informelle Bündnis vollständig zerbrechen ließen.
Warum war das Triumvirat laut der Arbeit kritisch zu betrachten?
Die Arbeit betont, dass es sich um kein offiziell legitimiertes Gremium handelte, sondern um ein informelles, strategisches Zweckbündnis, das erst im Nachhinein diese Bezeichnung erhielt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Caesar und Pompeius. Freunde, die zu Feinden wurden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1495655