Das sogenannte erste Triumvirat wurde rückwirkend im Anklang an das zweite Triumvirat des Lepidus, Antonius und Octavianus (November 43 v. Chr.) benannt. Ferner handelte es sich beim ersten Triumvirat um ein informelles Dreimannbündnis mit der Einigungsformel, dass in der res publica nichts entgegen dem Willen von Gaius Iulius Caesar, Gnaeus Pompeius Magnus und Marcus Licinius Crassus geschehen solle. Doch wie konnten drei so verschiedene Einzelpersönlichkeiten, die teilweise miteinander verfeindet waren, ein informelles Bündnis eingehen? Diese Fragestellung soll in der Bachelorarbeit „Die Rahmenbedingungen auf dem Weg ins sogenannte erste Triumvirat“ im Zeitraum 70-59 v. Chr. geklärt werden. Außerdem soll in dieser Bachelorarbeit herausgearbeitet werden, wie systemsprengend das – in der Regel hoch stilisierte Bündnis – tatsächlich war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Quellenlage
3. Die Strukturen der res publica
3.1. Die politischen Strukturen
3.1.1. Forschungstheoretische Grundlage
3.1.2. Anwendung auf die res publica
3.2. Die politische Ökonomie
4. Wegmarken (Auswahl)
4.1. Das Doppelkonsulat von Pompeius und Crassus 70 v. Chr.
4.2. Der Mithridatische Krieg und Pompeius Neuordnung im Osten
4.3. Das Jahr 63 v. Chr.
4.3.1. Die lex Servilia
4.3.2. Die catilinarische Verschwörung
5. Der Vorabend des Triumvirats
6. Rom unter dem Triumvirat
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor-Arbeit untersucht das informelle Bündnis des sogenannten ersten Triumvirats zwischen Gaius Iulius Caesar, Gnaeus Pompeius Magnus und Marcus Licinius Crassus im Zeitraum 70-59 v. Chr. Ziel ist es, die systemsprengende Wirkung dieses Bundes innerhalb der Strukturen der römischen res publica aufzuarbeiten und die Bedingungen zu beleuchten, die trotz tiefgreifender politischer Differenzen zwischen den Protagonisten zu dieser informellen Koalition führten.
- Analyse der politischen Strukturen und der res publica
- Untersuchung der politischen Ökonomie der späten Römischen Republik
- Quellenkritische Bewertung antiker Autoren wie Plutarch, Sueton und Cicero
- Durchleuchtung systematischer Wegmarken (70 v. Chr., Mithridatischer Krieg, 63 v. Chr.)
- Evaluation der "Dramaturgie" und Symbolik politischer Machtausübung
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Forschungstheoretische Grundlage
1990 führte der Historiker Josiah Ober den Begriff ‚political culture‘ in seinem Buch über die politische Kultur des demokratischen Athens ein. In der Folge startete die Debatte um die Charakterisierung des politischen Charakters der res publica. Dabei wurde die öffentliche Rede vor dem versammelten Volk auf dem Forum Romanum in den Mittelpunkt der politischen Ordnung gestellt.
Die Karriere des Konzepts um die diskursiven und performativen Dimensionen einer unverwechselbaren historisch-politischen Kultur liegt in den Debatten um die diversen ‚turns‘ der jüngeren Geschichte, so etwa der ‚cultural turn‘ oder der ‚linguistic turn‘, die die Fragestellung, theoretischen Ansätze sowie die methodischen Zugriffe des Charakters der politischen Kultur erweiterten. Dies läutete auch den umfassenden Paradigmenwechsel ein, nach dem Politik eben nicht mehr als eindimensionaler Akt oder Prozess begriffen werden sollte, sondern als diskursiv und symbolisch konstruierter Kommunikationsraum. Dieser Kommunikationsraum soll alle konkreten Akte zur Durchsetzung von Herrschaft umfassen und dabei sowohl die Darstellung als auch die Vermittlung politischen Handelns berücksichtigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Analyse zur Genese des ersten Triumvirats.
2. Quellenlage: Bietet einen kritischen Überblick über die antiken Autoren, die als Grundlage für diese Arbeit dienen, und bewertet deren historischen Wert.
3. Die Strukturen der res publica: Analysiert theoretische Ansätze zur politischen Kultur und deren Anwendung auf das politische System der römischen Republik.
4. Wegmarken (Auswahl): Betrachtet zentrale Ereignisse und politische Konstellationen wie das Doppelkonsulat von 70 v. Chr. und die Ereignisse des Jahres 63 v. Chr.
5. Der Vorabend des Triumvirats: Untersucht die konkrete Ausgangslage und die Interessenkonstellation der Triumvirn vor der Etablierung des Bundes.
6. Rom unter dem Triumvirat: Analysiert Caesars Konsulat ab 59 v. Chr. und die daraus resultierende Machtausübung im Rahmen des informellen Bündnisses.
7. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die systemsprengende Wirkung des ersten Triumvirats sowie die Rolle der beteiligten Akteure.
Schlüsselwörter
Triumvirat, res publica, römische Republik, Gaius Iulius Caesar, Pompeius, Crassus, politische Kultur, politische Ökonomie, Quellenanalyse, catilinarische Verschwörung, Machtstruktur, performative Politik, Konsulat, lex Servilia, Bündnispolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
In dieser Bachelor-Arbeit wird das informelle Bündnis zwischen Caesar, Pompeius und Crassus im Zeitraum von 70 bis 59 v. Chr. beleuchtet.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die politischen Strukturen der späten Römischen Republik, die Rolle symbolischer Kommunikation und die Interaktionen innerhalb der römischen Führungselite.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie es drei so unterschiedlichen und teilweise verfeindeten Persönlichkeiten gelingen konnte, ein informelles Bündnis einzugehen, und welche systemsprengenden Folgen dies für die politische Ordnung hatte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die sich auf eine tiefgreifende Quellenanalyse antiker Berichte und moderne forschungstheoretische Konzepte zur politischen Kultur stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Wegmarken (z. B. 70 v. Chr., 63 v. Chr.), die Ausgangssituation vor dem Zusammenschluss und die konkrete Machtpolitik während Caesars Konsulat ab 59 v. Chr.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind die res publica, das Triumvirat, die politische Ökonomie sowie die Konzepte von coitio und sodalitas als informelle Wege der Machtausübung.
Warum war das Triumvirat für Rom so ungewöhnlich?
Es handelte sich um ein informelles Bündnis, das bestehende institutionelle Normen wie den cursus honorum und die geteilte Herrschaft der Magistrate geschickt zu umgehen wusste.
Welche Rolle spielten die antiken Autoren für diese Untersuchung?
Die antiken Autoren wie Plutarch, Sueton und Cicero liefern die notwendige Quellenbasis, wobei deren Darstellungsweise und politische Bias kritisch hinterfragt werden müssen.
- Arbeit zitieren
- Patrick Mooren (Autor:in), 2023, Die Rahmenbedingungen auf dem Weg ins sogenannte erste Triumvirat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1495824