Während dem vergangenen Sommersemester haben wir uns mit verschiedenen Stiften beschäftigt, die im Mittelalter zwischen den Jahren 500 und 1200 gegründet wurden. Das Damenstift Essen ist in vielen Hinsichten ein interessantes Beispiel, an dem sich die Aufgaben eines solchen Stiftes gut aufzeigen lassen. Im folgenden Text möchte ich zuerst auf die Aufnahme in das Stift, den Alltag und das Gebet, sowie auf die Bildung der Stiftsdamen näher eingehen, werde mich mit dem beschäftigen, was die Sanctimonialen lasen, was sie schrieben und mit welcher Art von Literatur sie sich auseinander setzten. Folgend wird die Kunst interessant: womit wollten die Damen umgeben sein? Was fertigten sie selbst an, beziehungsweise was ließen sie für sich herstellen?
Der Alltag beginnt im Stift. Um einmal diesen Alltag erleben zu können, muss ein Mädchen zuerst in dem Stift aufgenommen werden. Die Aufnahme in Essen war ein langwieriger Akt, den ich beschreiben will.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG:
AUFNAHME IN DAS STIFT ESSEN:
DIE PROBATION
DIE PRÄBENDE
Station 1: Kapitelhaus
Station 2: Münsterkirche
Station 3: St. Quintin
Station 4: Schule
Station 5: Gräfinnenchor
DIE STRIKTE RESIDENZ:
DIE PROFESS
DIE ÄBTISSIN
ALLTAG:
Weltlicher Alltag
GEISTIGER ALLTAG
Die Memoria
Liturgische Besonderheiten in Essen
FREIZEITBESCHÄFTIGUNG
ERZIEHUNG
SCHREIBEN
LESEN
KLEINKUNST
DIE GOLDENE MADONNA AUS DEM STIFT ESSEN
DIE KRONE
DAS THEOPHANU-EVANGELIAR
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen und lebensweltlichen Aspekte des mittelalterlichen Damenstifts Essen. Ziel ist es, den Aufnahmeprozess, den täglichen Rhythmus sowie die erzieherischen und künstlerischen Praktiken der Stiftsdamen zu beleuchten, um ein umfassendes Verständnis für das Wirken dieser adeligen Frauengemeinschaft zu gewinnen.
- Aufnahmeverfahren (Probation) und Residenzpflicht
- Geistlicher Alltag, Liturgie und die Bedeutung der Memoria
- Bildung, Lese- und Schreibkultur im Konvent
- Religiöse Kunst und Repräsentation im Stift Essen
Auszug aus dem Buch
Die Probation
Welche Kriterien mussten erfüllt sein, um in das Stift aufgenommen und eine ancilla Christi zu werden? Man kann heute nicht genau nachweisen, woher, oder welchen Standes die Frauen waren, die vor 1250 im Stift aufgenommen waren, es sind uns hier nur Äbtissinnen bekannt. Erst im Zeitraum zwischen 1275 und 1500 können insgesamt 124 Frauen ermittelt werden. Allerdings ist schwer vorstellbar, dass Kaiser Otto I. einen so großen Grundbesitz mit den zugehörigen Herrschaftsrechten an eine Kommunität geschenkt hätte, wäre sie nicht (hoch-) adeliger Abkunft gewesen. Diese Abkunft musste natürlich dementsprechend kontrolliert und nachgewiesen werden (Abb. 1). Sicher kann man das erst seit dem 14. Jahrhundert sagen, weil ab diesem Zeitpunkt jede Frau eine so genannte Probation vorweisen musste, wollte sie dem Stift angehören. Eine Probation ist eine Aufschwörung, ausgestellt von Fürsten und/oder Grafen.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die zeitliche Einordnung und die Fragestellungen bezüglich der Organisation, des Alltags und der Kunstproduktion des Damenstifts Essen.
AUFNAHME IN DAS STIFT ESSEN: Dieses Kapitel erläutert den formalen und oft langwierigen Weg in das Stift, angefangen bei der Abstammungsprüfung (Probation) über die schrittweise Besitzergreifung der Präbende bis zur strikten Residenzpflicht.
ALLTAG: Hier werden die weltlichen Aufgaben und vor allem der geistige Alltag beschrieben, wobei die zentrale Rolle der Memoria (Totengedenken) und liturgische Besonderheiten wie spezielle Prozessionen im Vordergrund stehen.
ERZIEHUNG: Das Kapitel widmet sich der Bedeutung von Bildung, lateinischem Unterricht und der Ausbildung im Chorgesang als wesentliche Bestandteile des stiftischen Lebens.
KLEINKUNST: Abschließend werden bedeutende Kunstwerke wie die Goldene Madonna, die Kinderkrone Ottos III. und das Theophanu-Evangeliar hinsichtlich ihrer Entstehung, Funktion und ihres liturgischen Kontextes analysiert.
Schlüsselwörter
Damenstift Essen, Mittelalter, Probation, Äbtissin, Memoria, Liturgie, Goldene Madonna, Theophanu-Evangeliar, Skriptorium, Adel, Frauenkonvent, Erziehung, Chor, Stiftsdamen, Sakramentar.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Leben und Wirken adeliger Stiftsdamen im Stift Essen unter besonderer Berücksichtigung ihrer sozialen Stellung, ihrer geistlichen Pflichten und ihrer künstlerischen Bedeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Aufnahmebedingungen, das tägliche Leben im Konvent, die Bildungspraxis sowie der Erhalt und die Bedeutung der sakralen Kunstgegenstände des Stiftes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die täglichen Routinen und die institutionellen Abläufe, wie sie für das Stift Essen im Mittelalter prägend waren, transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Auswertung historischer Literatur und die Analyse von Quellen wie dem Liber ordinarius, um die strukturellen Gegebenheiten zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Aufnahme (Probation), Alltag, Bildung (Schreiben/Lesen) und die Analyse ausgewählter Kunstobjekte wie der Goldenen Madonna.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Stift Essen, Adel, Memoria, Liturgie und ottonische Kunst.
Warum war die "Probation" für das Stift Essen so entscheidend?
Die Probation diente als formelle Aufschwörung und sicherte den hochadeligen Status der Anwärterinnen, was eine Grundvoraussetzung für die Aufnahme in das exklusive Stift war.
Welche Funktion hatte das "Liber ordinarius" im Stift?
Es fungierte als verbindliches Regelwerk, das alle liturgischen Besonderheiten, Vorbereitungen und den Verlauf der Festtage für das Stift Essen festhielt.
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- Gioia Coreth (Author), 2009, Damenstift Essen - Lebensalltag der Stiftsdamen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149585