Insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten ist es umso wichtiger für die Zukunft im Hinblick auf unvorhersehbare (Lebens-) Situationen für die Absicherung im Alter vorzusorgen. Die Möglichkeit einer arbeitgeber- oder arbeitnehmerfinanzierten Absicherung für das Alter durch eine betriebliche Altersvorsorge wird hierdurch zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen. Hierbei ist es für beide Seiten wichtig, sich auch für etwaige finanzielle Schwierigkeiten oder einem Insolvenzfall abzusichern. DAX-Unternehmen oder Konzerne, die nach IFRS bilanzieren, aber auch mittelständische Unternehmen verwenden zur Absicherung der betrieblichen Altersvorsorge sog. „Contractual Trust Arrangements“ (CTA)-Modelle; diese werden u.a. auch zur Finanzierung von Wertguthaben aus Altersteilzeitkonten verwendet und zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen. Im Nachfolgenden werden Möglichkeiten der Zusagen einer betrieblichen Altersversorgung unter Verwendung von Contractual Trust Arrangements einschließlich der möglichen Finanzierungs-Modelle dargestellt unter Beachtung der aktuellsten Rechtsprechung des BAG und dem Aspekt eines beinhaltenen Insolvenzschutzes zur Sicherung arbeitsrechtlicher Ansprüche.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Contractual Trust Arrangements (CTA) - Treuhand
2.1 Bedeutung
2.2 Zielsetzung
2.3 CTA-Modelle
2.3.1 Grundlagen und Gestaltungsmöglichkeiten
2.3.2 Doppel-Treuhandmodelle
2.3.3 Einseitige Treuhand - Verpfändungsmodell
2.3.4 Einstufige- oder zweistufige Treuhand
2.3.5 Anpassungen oder Änderungen der Versorgungszusage
3 CTA im Insolvenzfall
3.1 Insolvenzschutz – Vergleich der CTA-Modelle
3.2 Gesetzlicher Insolvenzschutz
4 Würdigung des BAG-Urteils vom 22.09.2020 (3 AZR 303/18)
4.1 Streitgegenstand und Klagebegehren
4.2 Zugrunde liegender Sachverhalt
4.3 Auszüge der Urteilsbegründung
5 Fazit
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die Arbeit untersucht die rechtliche Wirksamkeit von Contractual Trust Arrangements (CTA) zur Absicherung betrieblicher Altersversorgungsansprüche im Insolvenzfall des Arbeitgebers, unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts.
- Analyse verschiedener CTA-Modelle und deren Funktionsweise.
- Untersuchung der insolvenzrechtlichen Wirkungsweise von Treuhandverhältnissen.
- Gegenüberstellung von privatrechtlicher und gesetzlicher Insolvenzsicherung.
- Würdigung des BAG-Urteils vom 22.09.2020 hinsichtlich der Insolvenzfestigkeit von Sicherungstreuhand-Modellen.
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Doppel-Treuhandmodelle
Das Doppel-Treuhandmodell ist in der Praxis am weitesten verbreitet und beinhaltet ein sog. Verwaltungs-Treuhandverhältnis zwischen dem Arbeitgeber (Treugeber) und einem externen Treuhänder (Pension Trust). Des Weiteren besteht zwischen dem Treuhänder und den Arbeitnehmern ein Sicherungs-Treuhandverhältnis.
Bei einem Verwaltungs-Treuhandverhältnis erfüllt der Treuhänder andauernde und planungsmäßige Verwaltungsaufgaben; losgelöst vom Eintritt eines etwaigen Sicherungsfalls.
Im Rahmen einer Sicherungstreuhand wird dem Treuhänder an dem übertragenen Sicherungsvermögen ein Verwertungsrecht eingeräumt zur Befriedigung der arbeitsrechtlichen Ansprüche von Arbeitnehmern (Versorgungsberechtigten) bei Eintritt eines Sicherungsfalls. Das Verfügungs-/Verwertungsrecht des Treuhänders ist ausgeschlossen solange kein Sicherungsfall eingetreten ist. Es handelt sich um eine fremdnützige Sicherungstreuhand im Interesse der Versorgungsberechtigten und demnach um einen Vertrag zu Gunsten Dritten i.S.d. § 328 Abs. 1 BGB, der einen eigenständigen Anspruch der Versorgungsberechtigten begründet ohne an diesem Vertrag beteiligt zu sein. Der Treuhänder haftet gegenüber den Versorgungsberechtigten dem Umfang nach in Höhe des Treuhandvermögens; ein Zugriff sonstiger Gläubiger ist hierbei ausgeschlossen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der betrieblichen Altersvorsorge vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Herausforderungen und der Notwendigkeit einer insolvenzfesten Absicherung.
2 Contractual Trust Arrangements (CTA) - Treuhand: Erläuterung der Definition, der verschiedenen Finanzierungsmodelle und der grundlegenden Zielsetzungen von CTA-Strukturen.
3 CTA im Insolvenzfall: Bewertung der Insolvenzfestigkeit der Modelle und Abgrenzung zum gesetzlichen Sicherungssystem durch den PSVaG.
4 Würdigung des BAG-Urteils vom 22.09.2020 (3 AZR 303/18): Detaillierte Analyse des Streitfalls, der Argumentation des BAG und der Bestätigung der Insolvenzfestigkeit von Doppel-Treuhand-Modellen.
5 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung des Doppel-Treuhandmodells als bewährtes Instrument zur Absicherung arbeitsrechtlicher Ansprüche.
Schlüsselwörter
Contractual Trust Arrangements, CTA, betriebliche Altersversorgung, Treuhand, Insolvenzfestigkeit, Sicherungstreuhand, Insolvenzfall, BAG-Urteil, PSVaG, Betriebsrente, Doppeltreuhand, Verpfändungsmodell, Arbeitnehmerschutz, Insolvenzordnung, Innenfinanzierung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Nutzung von Contractual Trust Arrangements (CTA) zur Absicherung von Versorgungsverbindlichkeiten bei betrieblicher Altersvorsorge.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind Treuhandmodelle, Insolvenzrecht, betriebliche Altersversorgung und die Analyse aktueller höchstrichterlicher Rechtsprechung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Arbeitgeber ihre Versorgungsverpflichtungen insolvenzfest auslagern können und welche rechtlichen Rahmenbedingungen dabei gelten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine rechtliche Analyse, die einschlägige Gesetze, Kommentarliteratur und insbesondere die aktuelle Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts auswertet.
Was ist der essenzielle Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der CTA-Modelle, ihre insolvenzrechtliche Einordnung und die kritische Würdigung des BAG-Urteils vom 22. September 2020.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die zentralen Begriffe sind CTA, Insolvenzfestigkeit, Treuhand, BAG-Rechtsprechung, PSVaG und Betriebsrentensicherung.
Warum ist das Doppel-Treuhandmodell in der Praxis so relevant?
Es bietet durch die Kombination von Verwaltungs- und Sicherungstreuhand einen hohen Schutz für Arbeitnehmer, da das Treuhandvermögen rechtlich vom Arbeitgebervermögen entkoppelt bleibt.
Welche Bedeutung hat das untersuchte BAG-Urteil für die Zukunft?
Das Urteil klärt die insolvenzrechtliche Wirksamkeit der Sicherungstreuhand und schafft damit Planungssicherheit für Unternehmen bei der Gestaltung ihrer bAV-Absicherung.
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- Anika Petzold (Autor), 2021, Die Verwendung von Contractual Trust Arrangements zur Sicherung arbeitsrechtlicher Ansprüche, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1496008