Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - Postwar Period, Cold War

Die Beziehungen zwischen der Volksrepublik Polen und der Deutschen Demokratischen Republik

Title: Die Beziehungen zwischen der Volksrepublik Polen und der Deutschen Demokratischen Republik

Seminar Paper , 2009 , 12 Pages , Grade: 1,70

Autor:in: Robert Friebe (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Nach dem vernichtenden Zweiten Weltkrieg von 1939 und 1945 entstanden durch den Einfluss sowjetischer Streitkräfte und Machthaber zwei voneinander sozialistische Staaten, die Volksrepublik Polen und die Deutsche Demokratische Republik, deren Beziehung jedoch durch die Nähe und Nachbarschaftlichkeit nicht weggeredet werden konnte. Frei von Problemen war diese Beziehung keinesfalls. Regelmäßig kam es zu gewichtigen politischen Störungen zwischen den Staaten.
In der vorliegenden Hausarbeit soll darauf eingegangen werden, welche die Hauptgründe für die Bindungslosigkeit der zwei Staaten waren und welchen Einfluss hierbei die Sowjetunion hatte.
Beobachtet wird in den Ausführungen der gesamte Zeitraum des Bestehens der beiden Staaten von 1949 bis 1990. Das Augenmerk liegt bewusst auf den staatlichen Beziehungen, da sie die Grundlage für die ohnehin wenig vorhandenen gesellschaftlichen Kontakte waren. Im ersten Kapitel (II.) wird die Beziehung für den
genannten Zeitraum chronologisch dargestellt. Nicht ungeachtet wird bleiben, welche Rolle die Entstehung der Solidarność-Bewegung hatte und welchen Einfluss die verschiedenen Ansichten im Umgang mit der Bürgerbewegung hatten. An die geschichtliche Darstellung schließt das zweite Kapitel (III.) mit der Beleuchtung der Grundprobleme des Verhältnisses an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Chronologische Darstellung der Beziehungen

III. Grundprobleme des Verhältnisses DDR – VR Polen

IV. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historisch belasteten und von ideologischen Vorgaben geprägten Beziehungen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und der Volksrepublik Polen im Zeitraum von 1949 bis 1990 mit dem Ziel, die Hauptgründe für die mangelnde zwischenstaatliche Nähe zu analysieren.

  • Chronologische Entwicklung der DDR-Polen-Beziehungen
  • Einfluss der sowjetischen Hegemonie auf das Verhältnis
  • Rolle der Solidarność-Bewegung und der DDR-Reaktionen
  • Systemische Probleme und Tabuisierung der NS-Vergangenheit
  • Auswirkungen der deutschen Frage auf die bilaterale Partnerschaft

Auszug aus dem Buch

III. GRUNDPROBLEME DES VERHÄLTNISSES DDR – VR POLEN

Die Beziehung der genannten Länder war zu keiner Zeit spannungsfrei. Problemverstärkend wirkte oft der wache Blick des „großen Bruders“ Sowjetunion, vor dem es allzu oft galt, sich besonders gut zu präsentieren. Die stellt bereits das erste große Problem in dieser fragilen Beziehung dar. In den ersten Nachkriegsjahren wurde die DDR als Puffer gegen den westdeutschen Revisionismus gesehen und als solcher von der Sowjetunion erzogen. Polen und die DDR bedingten sich in dieser forcierten Zweckgemeinschaft der UdSSR gegenseitig um eigene Positionen gegenüber der Bevölkerung, aber auch gegenüber der Sowjetunion positiv zu präsentieren.

Problematisch war außerdem, dass die partnerschaftliche Verbundenheit nicht historisch gewachsen war, sondern nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund des selben ideologischen Zieles seitens der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken angeordnet wurde um mit einem möglichst harmonischen Ostblock Stärke zu demonstrieren. Gemäß der Natur dieser Beziehung verbarg sich dahinter eine Logik, nach der die deutsch-polnische Freundschaft ebenso leicht wieder abgeschafft werden konnte, wenn sie von oben angeordnet war. Nicht selten waren die beiden Staaten statt Freunden Feinde. Dies war besonders oft der Fall in Zeiten von Versorgungsmängeln, die nahezu in der Natur des Sozialismus liegen. Die gegenseitige Wahrnehmung war sodann von einem Konkurrenzdenken geprägt. Ludwig Mehlhorn formuliert eine gewisse Konjunkturabhängigkeit der Beziehung: In Zeiten politischer Schwäche versuchte der jeweils andere Partner daraus Profit zu schlagen und sich als besserer Zögling der Sowjetunion zu positionieren. Eine tatsächliche Freundschaft unter den Völkern konnte auch kaum entstehen, da selbst der gesellschaftliche Bereich staatlichen Vorgaben unterworfen war und daher ist es nicht verwunderlich, dass der Kontakt zwischen Polen und Ostdeutschen von „weitestgehender Sprachlosigkeit“ geprägt war.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der deutsch-polnischen Beziehungen zwischen 1949 und 1990 ein und skizziert die methodische sowie inhaltliche Herangehensweise der Arbeit.

II. Chronologische Darstellung der Beziehungen: Das Kapitel zeichnet den zeitlichen Verlauf der diplomatischen Kontakte nach, beginnend mit den frühen Nachkriegsjahren über die Grenzvertragsschlüsse bis hin zum Ende der DDR.

III. Grundprobleme des Verhältnisses DDR – VR Polen: Hier werden die strukturellen und historischen Barrieren analysiert, die eine echte freundschaftliche Annäherung zwischen den beiden sozialistischen Staaten verhinderten.

IV. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Beziehungen trotz ideologischer Beteuerungen von Misstrauen und einer Zwangsgemeinschaft geprägt blieben, die erst durch den Systemumbruch ihr Ende fand.

Schlüsselwörter

DDR, Volksrepublik Polen, Sozialismus, Sowjetunion, Ostblock, deutsch-polnische Beziehungen, Solidarność, Grenzverträge, Kalter Krieg, Ideologie, politische Annäherung, Geschichtsaufarbeitung, politische Transformation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die wechselhaften und oft spannungsreichen politischen Beziehungen zwischen der DDR und Polen im Zeitraum von 1949 bis 1990.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss der sowjetischen Außenpolitik, die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs, die Grenzfrage, der Umgang mit der Solidarność-Bewegung sowie die systembedingten Probleme im Umgang miteinander.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für das Fehlen einer echten nachbarschaftlichen Nähe zu identifizieren und zu zeigen, inwieweit die Beziehung von politischem Kalkül und sowjetischen Vorgaben gesteuert war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historische Analyse, die auf einer chronologischen Darstellung und der Auswertung relevanter Fachliteratur sowie Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische historische Aufarbeitung der diplomatischen Beziehungen sowie eine detaillierte Untersuchung der grundlegenden, systemimmanenten Probleme des Verhältnisses.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie "Zwangsfriede", "ideologische Konstrukte", "Sowjetische Hegemonie" und "deutsch-polnische Annäherung" beschreiben.

Warum war das Verhältnis zwischen DDR und Polen so stark durch die Sowjetunion geprägt?

Die Sowjetunion agierte als Schutzmacht, die beide Staaten als Puffer gegen den Westen instrumentalisierte und durch ideologische Vorgaben eine Konkurrenzsituation zwischen den "sozialistischen Bruderstaaten" schuf.

Welche Rolle spielte die Solidarność-Bewegung für die DDR-Führung?

Die DDR-Führung beobachtete die polnische Streikbewegung mit großer Sorge, da sie eine Destabilisierung des eigenen sozialistischen Systems fürchtete und daraufhin den Grenzverkehr einschränkte sowie Anti-Polen-Propaganda verstärkte.

Warum konnten sich trotz ideologischer Nähe keine wirklichen freundschaftlichen Beziehungen entwickeln?

Die Freundschaft war von oben verordnet und nicht gesellschaftlich gewachsen; zudem belasteten der Umgang mit der NS-Vergangenheit, gegenseitige Vorurteile und die wirtschaftliche Konkurrenz das Verhältnis massiv.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Die Beziehungen zwischen der Volksrepublik Polen und der Deutschen Demokratischen Republik
College
University of Erfurt
Course
Deutsch-Polnische Beziehungen in historischer Perspektive
Grade
1,70
Author
Robert Friebe (Author)
Publication Year
2009
Pages
12
Catalog Number
V149606
ISBN (eBook)
9783640603022
ISBN (Book)
9783640602216
Language
German
Tags
Polen DDR Sozialismus Kommunismus UdSSR Sowjetunion Kalter Krieg Ostpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Friebe (Author), 2009, Die Beziehungen zwischen der Volksrepublik Polen und der Deutschen Demokratischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149606
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint